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Einsprecher treten auf die Bremse

18. Januar 2008
 
  Das Riedli ist mit 22'000 Quadratmetern die grösste Fläche, die eingezont werden soll. Es bietet Platz für 60Wohneinheiten.
Bild: Valérie Chételat

Die geplanten Einzonungen von Bauland in Münchenbuchsee haben zu Dutzenden von Einsprachen geführt

Rund 52'000 Quadratmeter Bauland sollen in Münchenbuchsee eingezont werden. Der geplanten Überbauung von grünen Wiesen ist Widerstand erwachsen. 50 Einsprachen sind eingetroffen. Auch eine Partei, die GFL, stört sich an den Bauplänen.

Gegen die geplanten Einzonungen in Münchenbuchsee gibt es Widerstand. «Wir haben total 50 Einsprachen erhalten», sagt Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring-Walther (sp). Im Rahmen der Ortsplanungsrevision soll Bauland mit einer Fläche von 52'000 Quadratmetern eingezont werden, was Wohnraum für etwa 350 neue Einwohnerinnen und Einwohner bieten würde. Fünf Zonen mit Planungspflicht sind vorgesehen.

Wird das Dorf zubetoniert?

Im Vorfeld hatte die Interessengemeinschaft Riedli/Egg mit einem in alle Haushaltungen verteilten Flugblatt zu Einsprachen aufgerufen. In der IG sind rund 60 Familien zusammengeschlossen, die sich gegen eine Überbauung wehren. Die IG vertritt nach eigenen Angaben das Quartier Riedli/Egg. In einem Flugblatt wurde die Frage gestellt, ob denn Buchsi wirklich noch grösser werden müsse. Das Dorf werde zubetoniert, so die IG, obwohl noch baureife Landreserven vorhanden seien. Befürchtet wurde auch eine Zunahme des motorisierten Verkehrs . «Aufgrund der IG und dem Flugblatt haben wir mit recht viel Widerstand gerechnet», erklärt Gemeindepräsidentin Maring-Walther. Inhaltlich könne sie aber zu den Einsprachen noch nichts sagen, hält sie fest.

Unter den Einsprechern befindet sich auch eine Partei, die Grüne Freie Liste von Münchenbuchsee. Die Partei verlangt eine wirksame Etappierung, so dass das neu eingezonte Bauland für rund 170 neue Wohnungen über die ganze Planungsdauer von 15 Jahren ausreicht. «Alles kommt extrem schnell», kritisiert GFL-Präsident Reto Wynistorf. «Es könnte in fünf Jahren durchgedrückt werden.» Bauland sei auch in Münchenbuchsee ein knappes Gut. «Wir betreiben aber nicht Fundamentalopposition.» Weiter will die Partei den Nutzungsbonus für energiesparendes Bauen (Minergie) abstufen, nur Passivhäuser sollen den maximalen Bonus erhalten. Die GFL bemängelt auch, dass die Folgen für Infrastruktur, Gesellschaft und Umwelt nicht ausgewiesen sind. «Welche Folgen hat es zum Beispiel für die Schule?», fragt Wynistorf. Münchenbuchsee leide bereits unter einem Schulraummangel. Durch die intensive Bautätigkeit seien in den letzten Jahren viele Familien mit Kindern in die Gemeinde gezogen.

Der Gemeinderat bezeichnet die geplanten Einzonungen als «massvoll» für eine Agglomerationsgemeinde wie Münchenbuchsee und spricht von einem Zeithorizont von zehn bis fünfzehn Jahren. Es handelt sich um die fünf Teilgebiete Riedli, Egg, Strahmmatte, Strahm-Hausparzelle und Üedeliweg, die demselben Eigentümer gehören.

Mehrwert wird abgeschöpft

Mit der Einzonung wird der Bodenpreis stark in die Höhe klettern, was auch der Gemeinde zugute kommen wird. 35 Prozent des Mehrwerts werden abgeschöpft und sollen, wie es im Planungsbericht heisst, für «Verbesserungen der Infrastruktureinrichtungen und für öffentliche Leistungen und Massnahmen zugunsten einer erhöhten Siedlungs- und Umweltqualität» eingesetzt werden. Im konkreten Fall ist geplant, dass für einen Teil des Mehrwerts die Hälfte der Strahmmatte ins Eigentum der Gemeinde übergeht.Hier sind unterschiedliche Nutzungsarten wie Wohnungsbau, öffentliche Bauten, Dienstleistungen bis hin zu Einkaufsläden möglich.

Ein Artikel aus

(Simon Wälti, Der Bund)
 
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