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Unterschied «wie Tag und Nacht»

7. Dezember 2007
 
  
Anlass zum Projekt «Drillinge» in Münchenbuchsee

Die Pläne für ein Hochhaus beim Bahnhof Münchenbuchsee sind beerdigt. Das jetzt vorliegende Projekt mit drei Gebäuden scheint auf mehr Akzeptanz zu stossen.


Der Widerstand gegen die Hochhaus-Idee war stark. Der Gemeinderat zog im letzten Jahr die Notbremse. Mit dem Projekt «Drillinge» kann sich die Bevölkerung von Münchenbuchsee offenbar eher anfreunden; das zeigte sich an einer Informationsveranstaltung am Mittwochabend, die von rund 40 Personen besucht wurde.

Geplant sind drei Gebäude mit insgesamt 35 bis 40 Wohnungen zwischen dem Bahnhof und dem Feuerwehrmagazin der Gemeinde an der Talstrasse. Den drei geschützten Villen in der Nähe soll genügend Raum gelassen werden. «Das hat an diesem Ort seine Berechtigung», sagte Gemeindepräsident Walter Bandi (svp). «Das mas verliede.» Buchsi habe von seiner Geschichte her noch die Identität eines Bauerndorfes, sagte Ortsplaner Andreas Gerber. Beim Bahnhof könne man aber die Bebauung verdichten. Dadurch rücke das Quartier, das bisher eher «im Hinterhof» liege, stärker ins Zentrum. In den drei Häusern ist teilweise auch eine gewerbliche Nutzung möglich, zum Beispiel durch Restaurants oder Büros. In erster Linie sollen sie aber dem Wohnen dienen.

«Chrüsimüsi» soll verschwinden

«Der Bahnhof wird als Wohnquartier aufgewertet», erklärte Michael Arn vom Architekturbüro Arn, das die Idee ausgearbeitet hat. «Das Chrüsimüsi verschwindet.» Auch Verkehrsplaner Ueli Weber sprach sich für das Projekt aus: «Es würde sich rentieren, hier etwas zu realisieren.» Nach den Plänen soll auch der Bahnhofplatz eine Aufwertung erfahren, zudem gibt es eine neue Verbindung für Fussgänger und Velofahrer zum Bahnhof.

Standort «nicht ganz unbelastet»

Bei der Diskussion wurden die «Drillinge» nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Wie es denn mit dem Wohnkomfort aussehe, wollte zum Beispiel einer der Anwesenden wissen. Er spielte damit auf die Starkstromleitungen der SBB und die Mobilfunkantennen im Bahnhofsgebiet an. Man wisse, dass der Standort nicht ganz unbelastet sei, antwortete Arn. Auch der Lärm könnte ein Problem darstellen. «Verglichen mit dem Hochhausprojekt ist es wie Tag und Nacht», äusserte sich ein anderer Votant positiv. Die Gebäude sollen vier Stockwerke plus ein oder zwei Attika-Geschosse aufweisen. Ob denn in Minergiestandard gebaut werde, fragte eine Frau aus dem Publikum. Dies ist laut Arn noch nicht entschieden. Für die Einhaltung des Minergiestandards gebe es aber bis zu fünf Prozent Bonus bei der Bruttogeschossfläche.

Abstimmung nächstes Jahr

Für das Projekt braucht es eine neue Zone mit Planungspflicht. Die dafür nötige Volksabstimmung soll laut Gemeindepräsident Bandi nächstes Jahr stattfinden. «Wir wollen die ,Drillinge‘ möglichst rasch dem Volk vorlegen.» Die Denkmalpflege, die sich beim Hochhaus noch skeptisch zeigte, befürwortet das nun vorliegende Projekt.

Ein Artikel aus

(Simon Wälti, Der Bund)
 
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