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Die erste Gemeindepräsidentin

26. November 2007
 
 


Elsbeth Maring-Walther freut sich über einen knappen Sieg. Buchsis neu gewählte Gemeindepräsidentin feiert in der Kulturbeiz Bären. "Ich bin keine Cüpli-Sozialdemokratin" betont sie.  (Bild: Iris Andermatt)


Im zweiten Anlauf schaffte SP-Frau Elsbeth Maring-Walther das Rennen. Sie ist die erste Gemeindepräsidentin von Buchsi. Sie hat als erste ein Vollamt. Und sie ist in der Region die erste Frau mit einem solchen 100-Prozent-Job.


Bloss 92 Stimmen trennen die beiden Kandidatinnen: 1640 Buchser wollten die SVP-Vertreterin Sonja Bucher, 1732 wählten die SP-Politikerin Elsbeth Maring-Walther. Erfreulich viele, nämlich 52 Prozent, beteiligten sich an der gestrigen Urnenwahl. Damit kann Münchenbuchsee gleich drei Premieren begehen: Mit Maring-Walther ist hier erstmals eine Frau Gemeindepräsidentin. Neu ist diese Aufgabe mit 100 statt wie bisher mit 50 Stellenprozenten ausgestattet. Und zum ersten Mal hat in der Agglomeration Bern eine Frau ein solches Vollamt.

Nach einem «intensiven Wahlkampf» freue sie sich auf ihre neuen Aufgaben, sagt Elsbeth Maring-Walther. Bei diesem Kampf konkurrenzierten sich die Parteien in zwei Etappen. Beim ersten Wahlgang bewarben sich im Oktober noch drei Kandidaten fürs Präsidium. EVP-Vertreter Matthias Hügli schied aus. In der zweiten Runde wurde hart gefochten und Geschäftsfrau Bucher etwa als «Schoggiverkäuferin» und Pädagogin Maring-Walther als «Teilzeitlehrerin» bezeichnet (wir berichteten). Allerdings vergriffen sich nicht die Kandidatinnen im Ton, sondern ihre Anhänger.


Gegnerin wird Mitarbeiterin

Der Wahlkampf sei vorbei, jetzt wolle sie in die Zukunft blicken, sagt Maring-Walther: «Ich zähle auf eine gute Zusammenarbeit mit Sonja Bucher.» Muss sie wohl: Die frühere politische Gegnerin wird ihre künftige Mitarbeiterin. Bucher ist am 21.Oktober neu in den von neun auf sieben verkleinerten Gemeinderat von Münchenbuchsee gewählt worden, in jenes Gremium, in dem Maring-Walther bereits jetzt als Vizepräsidentin und Vorsteherin des Departements Hochbau arbeitet.

«Ich bin zwar enttäuscht, werde als Frohnatur die Niederlage aber wegstecken können», sagt Sonja Bucher. Sie habe einen knappen Ausgang geahnt. «Ich bin stolz darauf, dass ich beim zweiten Wahlgang so viele EVP-Stimmen geerbt habe.»

«Frauensicht» Nach acht Jahren und weil die Amtszeitbeschränkung dies erforderte, übergibt Gemeindepräsident Walter Bandi (SVP) Ende Jahr sein Amt an Elsbeth Maring-Walther. Kurzfristig werde sich im Gemeindehaus von Münchenbuchsee wohl nicht viel ändern, räumt diese ein. Weil sie ein 100-Prozent-Pensum habe, könne sie sich wohl mehr ums Personelle kümmern, als dies bisher geschehen sei. Und: «Ich stelle mir vor, dass ich manche Geschäfte aus der Sicht der Frauen angehen werde.»

[i] Resultate: 1732 Stimmen (51,4%) für Elsbeth Maring-Walther (SP);
1640 Stimmen (48,6%) für Sonja Bucher (SVP).
Stimmbeteiligung: 52,1%.


Ein Artikel aus

(Peter Steiger, Berner Zeitung BZ)
 
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