News-Artikel

24.02.2011
17.01.2013

Bund-Artikel: Für Maring-Walther steht die Schule «ganz oben auf der Liste»

Elsbeth Maring-Walther (SP) will sich für die Bewohnerinnen und Bewohner des Allmendquartiers einsetzen. Foto: Adrian Moser
Die SP-Gemeindepräsidentin von Münchenbuchsee beginnt eine reich befrachtete zweite Amtsperiode.

Frau Maring-Walther, Ende November mussten Sie sich als Gemeindepräsidentin mangels Gegenkandidaten gar nicht zur Wiederwahl stellen. Hat Ihnen der Wahlkampf gefehlt?
Ich war darüber enttäuscht, ich hätte mich einer Wahl gerne gestellt. Andererseits ist es auch eine Bestätigung. Wenn man mit meiner Arbeit völlig unzufrieden gewesen wäre, hätte die SVP auf Biegen und Brechen versucht, eine Gegenkandidatur aufzustellen.

Mit welchen Gefühlen steigen Sie nun in Ihre zweite Legislatur als Gemeindepräsidentin?
Ich bin glücklich, dass ich weitermachen kann. Ich freue mich, gehe aber auch mit Respekt an die grossen Herausforderungen heran.

Wie lange braucht die Gemeinde noch, um den Bilanzfehlbetrag abzubauen?
Wir sind auf Kurs. Laut Prognose ist der Bilanzfehlbetrag, der ursprünglich 4,2 Millionen Franken betrug, Ende 2014 getilgt. Ohne die Steuererhöhung, die der Gemeinderat wegen der Veränderungen durch den neuen kantonalen Finanzausgleich in Eigenregie vornahm, hätte es aber nicht gereicht. Wir konnten trotz der Finanzprobleme einen hohen Standard halten und sind weiterhin eine attraktive Agglomerationsgemeinde. Darauf sind wir stolz.

Bereits am 3. März wird über zwei Themen abgestimmt: über das dritte Paket der Ortsplanungsrevision und über den Wärmeverbund Riedli.
Bei der Ortsplanung dürfte die Vorlage weniger umstritten sein als das zweite Paket im Jahr 2008, wo es um die grossen Einzonungen von Bauland ging. Die Erweiterung des Wärmeverbunds wiederum ist wichtig für die Wärmeversorgung der Gemeinde und die geplante Überbauung Riedli.

Wann wird denn im Riedli gebaut?
Die Baueingabe ist eingereicht, der Baubeginn wird wegen Einsprachen kaum mehr in diesem Jahr erfolgen können. Es geht um rund 80 Wohnungen. Diese grosse Überbauung ist wichtig für Münchenbuchsee, Wohnraum ist begehrt.

Beim Bahnhof stehen die Profile für das Bauprojekt Drillinge. Wann wird dort gebaut?
Eigentlich war das Ziel, dass die Baubewilligung noch 2012 erfolgen könnte. Nun wird es wegen Änderungen bei der Erschliessung aber später.

Weniger gut sieht es bei der Umgestaltung des Dorfplatzes aus. Wegen der Finanznöte hat der Kanton Bern das Projekt um vier Jahre zurückgestellt.

Immerhin hat der Gemeinderat die Zielvereinbarung mit dem Kanton nun ohne Vorbehalt unterschrieben, sodass das Projekt für die Bernstrasse und die Oberdorfstrasse später doch noch ins Agglomerationsprogramm aufgenommen werden kann. Ein Grossteil der Bevölkerung würde, so vermute ich, eine Umgestaltung begrüssen.

Könnte es sein, dass die Gemeinde nun wie bei der Unterführung alles selber bezahlen muss, weil sie zu lange gezögert hat?
Die Gefahr besteht nicht mehr, denn die Zielvereinbarung ist nun mit den Auflagen des Kantons unterschrieben. Die Kreuzung funktioniert derzeit verkehrstechnisch gut. Gerade an der Oberdorfstrasse wäre eine Verbesserung für Velofahrer und Fussgänger aber angebracht.

Ein wichtiges Thema dürfte die Schulraumplanung sein . . .
Die Schulraumplanung steht ganz oben auf der Liste des Gemeinderats wie auch das Projekt für die Erweiterung des Altersheims und das betreute Wohnen im Alter. Zu den wichtigsten Geschäften gehört auch die Zukunft der Saal- und Freizeitanlage. Zum Schulraum: Die Tagesschule platzt aus allen Nähten. Da wir neue Räumlichkeiten benötigen, werden wir um einen Neubau wohl nicht herumkommen.

Wo kommt dieser zu stehen?
Am ehesten würde der Pavillon beim Paul-Klee-Schulhaus durch einen Neubau ersetzt. Es ist aber für den Gemeinderat keine Option, alle Schulen im Dorfzentrum zu konzentrieren. Die Schule und den Kindergarten im Allmendquartier werden wir weiter benötigen.

Der Gemeinderat wollte Kinder aus dem Dorf ins Allmendschulhaus transportieren, der Widerstand war aber so gross, dass das Geschäft zurückgezogen wurde. Kommt diese Lösung wieder aufs Tapet?
Dazu kann ich mich derzeit noch nicht äussern.

Im Allmendquartier beim Bahnhof Zollikofen, der ja zu einem grossen Teil auf Boden von Münchenbuchsee steht, fühlt man sich oft abgehängt.
Wir versuchen, das Quartier besser anzubinden. Wir stehen derzeit mit der IG Allmend im Gespräch. Die Schule und der Kindergarten sind wichtige Identifikationspunkte für das Quartier.

Viele wissen gar nicht, dass der McDonald’s oder der Tempel der Mormonen auf Boden von Münchenbuchsee stehen.
Ich bedaure es sehr, dass das Quartier nicht besser angeschrieben ist. Viele Anwohnerinnen und Anwohner ärgern sich darüber, dass sie gar nicht als Buchser wahrgenommen werden.

Die IG Allmend fordert, dass die Postleitzahl ihres Quartiers geändert wird.
Es gibt wichtige Firmen wie Emmi in diesem Quartier. Diese möchten an der bisherigen Postleitzahl und der Postanschrift Zollikofen festhalten. An einer Ergänzung der Ortsschilder hat der Kanton keine Freude. Es ist schwierig, diesbezüglich etwas zu verändern.

Die Lösung wäre eine Fusion mit Zollikofen, dann gäbe es das Problem mit den Ortstafeln nicht mehr.
Vielleicht gibt es in zwanzig Jahren zusammen mit den Agglomerationsgemeinden eine Grossgemeinde Bern. Eine Fusion muss aber von unten wachsen und kann nicht von oben verordnet werden. Aufgrund der Finanzknappheit muss der Kanton Bern über die Bücher und seine Strukturen überprüfen. Zudem denke ich, dass das Geld aus den anderen Kantonen nicht für immer fliessen wird.

Und ein Zusammenschluss mit Zollikofen ist für Sie kein Thema?
Wir arbeiten in vielen Bereichen gut zusammen und betreiben das Sportzentrum Hirzenfeld über einen Verein gemeinsam. Die Frage nach der Fusion wird man sich wohl einmal stellen. Aber ich werde dann kaum mehr im Amt sein.

Denken Sie schon ans Aufhören?
Ich werde dieses Jahr 58-jährig. In drei Jahren werde ich zusammen mit der Familie und der Partei entscheiden, ob ich zu den nächsten Wahlen wieder antrete.

«Wir konnten trotz der Finanzprobleme einen hohen Standard halten.»

«Vielleicht gibt es in zwanzig Jahren eine Grossgemeinde Bern.»

Ein Interview aus dem
(Gespräch Simon Wälti, Der Bund)
31.12.2012

Bund-Artikel: «James Bond und Alex Rider haben mich inspiriert»

Eric Morgenthaler hat seinen ersten Spionageroman geschrieben. (Foto: Manu Friederich)
Der 17-jährige Gymnasiast Eric Morgenthaler ist auf dem besten Weg, seinen
Traumberuf zu verwirklichen. Sein erstes Buch hat er publiziert.

«Mehrere Stunden hatte der Regen sanft aber bestimmt auf die Dächer von Mailand geprasselt.» So beschreibt der erste Satz in «Exitus Letalis» die Szenerie. Auch an diesem Nachmittag prasselt der Regen auf die Dächer und Strassen. Nicht aber in Mailand, sondern im rund 300 Kilometer entfernten Münchenbuchsee. Dort sitzt Eric Morgenthaler am Wohnzimmertisch im Haus seiner Eltern. Der erste Satz aus dem Buch, der die düstere Szenerie vor dem Mailänder Dom beschreibt, stammt aus der Feder des 17-jährigen Gymnasiasten. Stolz hält Morgenthaler sein über 200-seitiges Buch in den Händen – es ist sein erster selbstständig publizierter Roman.

Es sei ein gutes Gefühl, ein eigenes Buch verfasst zu haben: «Vor allem dann, wenn man sich googlet und dabei zahlreiche Einträge dazu fi ndet», sagt Morgenthaler und schmunzelt. Vor drei Jahren hatte er noch keine Ahnung, dass aus der Geschichte, die in den Familienferien in Mailand ihren Ursprung hat, ein Buch entstehen würde: «Die Geschichte ist spontan entstanden, ich habe einfach drauflos geschrieben», erzählt Morgenthaler. Davon zeugt auch ein Stapel Blätter, die er zur Hand nimmt. Sie wurden mit Kugelschreiber bekritzelt: «Manchmal musste ich spontan während einer freien Lektion in der Schule schreiben. Sonst hätte ich meine Ideen bis am Abend vergessen.»

Nachdem der junge Berner 2009 mit dem Schreiben seiner Geschichte begonnen hatte, vergass er sie zwischenzeitlich beinahe wieder. Erst 2011 klemmte sich der junge Schriftstellerwieder dahinter. Und als der Roman schliesslich eine akzeptable Form annahm, beschloss der 17-Jährige, diesen als Buch drucken zu lassen: «Ich habe mir gesagt, wenn ich schon 245 Seiten geschrieben habe, bringe ich diese auch in einem Buch heraus.» Gesagt, getan: Mittlerweile hat er selbst bereits 150 Exemplare an Freunde, Bekannte und Verwandte verkauft. Wie viele Exemplare über den Ladentisch der verschiedenen Onlineshops gingen, erfährt er erst in einigen Tagen.

Bereits früher schrieb der Gymnasiast in seiner Freizeit. Und auch gelesen habe er einiges: «Bei mir hat es immer geheissen, dä Bueb list so viu», erzählt Morgenthaler. Mittlerweile hätten die Filme das Lesen jedoch zum Teil abgelöst. Abgesehen von einigen Comics zur Enten-Familie Duck aus dem Hause Disney lässt sich die Lektüre in seinem Büchergestell fast ausschliesslich im Genre der Spionage-Romane ansiedeln: «James Bond und Alex Rider haben mich inspiriert», sagt Morgenthaler. «Und halt auch sonst vieles, dass man in den Filmen zu sehen bekommt.» Sein eigenes Buch habe keinen Tiefgang, erklärt Morgenthaler nüchtern: «Es ist hauptsächlich etwas für junge Leute, die keine hohen Ansprüche haben und Unterhaltung wollen.»

Das Schreiben sieht er als gute Möglichkeit, Kreativität auszuleben: «Schreiben birgt fast keine Grenzen. Man kann damit fast jedes Thema angehen.» Für ihn sei es der unkomplizierteste Weg, Charaktere oder Szenen zu erfinden und zu Papier zu bringen. Doch nicht immer hat Morgenthaler Zeit, sich ausschliesslich dem Schreiben zu widmen. Bald kommt die Maturitätsarbeit, und dann voraussichtlich im Sommer 2014 die Maturitätsprüfung.

Zurzeit schreibt Morgenthaler bereits an einem neuen Roman. Ob dieser jemals als Buch publiziert wird, weiss er noch nicht. Zwar versuche er, nicht wie bisher einfach draufl os zu schreiben, sondern zuerst eigenständig die Hintergründe und Figuren zur Geschichte zu entwickeln. Einen Zeitplan, wann er mit seiner Geschichte fertig sein will, hat er aber nicht festgelegt. Er möchte sich darum nicht festlegen: «Ich schreibe phasenweise», erklärt Morgenthaler. Manchmal interessiere es ihn, eine Geschichte im 19. Jahrhundert zu schreiben, dann wieder einen modernen Spionageroman.

Pläne für seine Zukunft nach der Gymnasialzeit hat er noch keine geschmiedet. Etwas ist für ihn aber bereits jetzt klar: «Schreiben werde ich immer etwas», erklärt Morgenthaler. Und Ideen dafür habe er noch genügend. Sein Traum, Schriftsteller zu werden, wird er darum sicher nicht so schnell aus den Augen verlieren.

Das Buch: «Ein tödlicher Ausgang»

Der Spionageroman «Exitus Letalis» – zu deutsch «Ein tödlicher Ausgang» – erzählt von Rache in Londons Unterwelt: Der Spezialagent Richard Columbo, der bei der Geheimpolizei der Europäischen Union engagiert ist, muss sich bewähren, weil seine Einheit aufgrund eines Misserfolgs aufgelöst wurde. Deshalb macht er sich auf die Jagd nach dem gefährlichsten Gangsterboss Europas, dem «Schneeleoparden». Doch die Sache erweist sich als sehr delikat: Um Gerechtigkeit zu schaff en und um behindernde bürokratische Hürden zu umgehen, muss er sich mit einem inhaftierten Handlanger des Banditen verbünden. Bald verschwimmen die Grenzen zwischen Gut und Böse. Der Autor Eric Morgenthaler kommt aus Münchenbuchsee und besucht das Berner Gymnasium Neufeld. Sein Roman ist in diversen Onlineshops, jedoch nicht im Detailhandel erhältlich (ISBN: 978-3-86386-320-3). Herausgegeben wurde das Buch vom deutschen Verlag «Book on Demand». Dieser hat sich darauf spezialisiert, möglichst allen Autoren die Veröff entlichung ihres eigenen Buchs zu ermöglichen. Informationen dazu fi nden sich unter www.book-on-demand.de.

Ein Artikel aus dem
(David Naef, Der Bund)
13.12.2012

Steuerwissen für Jugendliche: Neue Webseite

Die Schweizerische Steuerkonferenz SSK, die Vereinigung aller kantonalen Steuerbehörden sowie des Bundes konnten die Webseite www.steuern-easy.ch aufschalten.

www.steuern-easy.ch ist eine Website, die sich zum Ziel gesetzt hat, Jugendlichen das Thema Steuern näher zu bringen. Auf der Website können sich Jugendliche selbständig mit dem Thema Steuern auseinandersetzen. Wissensseiten erklären das komplexe Steuerwesen auf eine einfache Art und Weise. Das so Gelernte können die Jugendlichen mittels Lernkontrollen überprüfen. Um Berührungsängste und Hemmungen abzubauen, können Jugendliche interaktiv und auf spielerische Art eine Steuererklärung für eine von fünf Charakteren ausfüllen.

www.steuern-easy.ch

http://www.steuern-easy.ch/fileadmin/ssk/Wissen/Flyer_steuern-easy_d.pdf
10.12.2012

BZ-Artikel: Preis für Spielpark

Der mit 3000 Franken dotierte Prix Buchsi geht dieses Jahr an den Freispielpark Schönegg. Das Parlament will auf die Art ein Projekt würdigen, das vor sieben Jahren seinen Anfang nahm. 2006 kam die Idee auf, die rund 3000 Quadratmeter Gemeindeland bei den Pfadiheimen zu einen Treffpunkt für Familien umzugestalten. Daraus ist drei Jahre später der Freispielpark Schönegg entstanden. Heute sind hier fünf Tage pro Woche die Spielgruppen anzutreffen. Am Mittwoch- und Freitagnachmittag steht der Park mit dem Begegnungspavillon und dem vielfältigen Spielangebot allen offen.


Ein Artikel aus der
(skk, Berner Zeitung BZ)
10.12.2012

BZ-Artikel: Ein Ja zur Ortsplanung

Die grossen Brocken hatten die Hürde der Abstimmung längst genommen. Das galt besonders für die Frage, wo Münchenbuchsee neues Bauland schaffen will. Und so kam es, als sich das Parlament den dritten Teil der Ortsplanungsrevision vornahm, kaum mehr zu grossen Diskussionen. Ohne Wenn und Aber hat es das Paket zuhanden der Volksabstimmung vom 3. März verabschiedet. Bei 37 Ja gab es eine einzige Enthaltung.

Im dritten Teil legt Münchenbuchsee unter anderem fest, wie sich der Ortskern entwickeln kann, ohne seinen Charakter zu verlieren. Festgehalten werden weiter die geschützten Naturobjekte sowie die Zonen, in denen Naturgefahren lauern.

Ein Artikel aus der
(skk, Berner Zeitung BZ)
10.12.2012

Bund-Artikel: Münchenbuchsee will den «Dorfcharakter» erhalten

Der Grosse Gemeinderat hat das dritte Paket der Revision der Ortsplanung gutgeheissen. Widerstand gegen die letzte Tranche, die Fragen des Ortsbildschutzes, der Siedlungs- und Landschaftsqualität sowie der Zentrumsentwicklung betrifft, gab es am Donnerstagabend keinen. Mit der Planung soll sichergestellt werden, dass das Zentrum in einem gewissen Ausmass verdichtet werden kann, dabei aber trotzdem seinen dörflichen Charakter behält. Grössere Überbauungen sind nicht vorgesehen. Am 3. März 2013 wird das Stimmvolk darüber befinden können.

Drei Areale sind ausgeklammert

Im Rahmen der öffentlichen Auflage wurden insgesamt 17 Einsprachen erhoben. Die meisten Punkte betrafen den neu vorgesehenen Schutz der inventarisierten Obstgärten. Die entsprechenden Bestimmungen seien nun offener formuliert worden, schreibt der Gemeinderat. Zahlreiche Einsprachen wurden in der Folge zurückgezogen. Ausgeklammert werden das Gymnasium Hofwil, das Altersheim Weiermatt sowie die Sprachheilschule, wo Erweiterungsbauten geplant werden.

Höhere Wellen warf das zweite Paket der Ortsplanung: Bei der Volksabstimmung Ende November 2008 bewilligten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger grössere Einzonungen von Bauland (Riedli, Egg, Strahmmatte und Üedeliweg) im Umfang von rund 5 Hektaren. Unabhängig von der Planung der Gemeinde hat der Kanton Bern aus Spargründen beschlossen, die Umgestaltung der Kreuzung Bernstrasse / Oberdorfstrasse zu einem Kreisel zurückzustellen. Die Investitionen sind um mehrere Jahre hinausgeschoben worden.
Ein Artikel aus dem
(wal, Der Bund)
07.12.2012

Bund-Artikel: Münchenbuchsee will Wärmeverbund ausbauen

Der Wärmeverbund Riedli soll für 3,7 Millionen Franken saniert und erweitert werden. Ein Antrag der SVP auf Nichteintreten wurde abgelehnt.

Die Gemeinde Münchenbuchsee plant die Erweiterung der bestehenden Wärmeversorgung im Riedli. Die Holzschnitzelanlage im Schulhaus Riedli stammt aus dem Jahr 1999 und müsste ohnehin teilweise saniert werden. Eine Motion aus dem Jahr 2009 verpflichtete den Gemeinderat jedoch dazu, dem Parlament ein Konzept für einen Ausbau vorzulegen.

Gegen das Projekt, für das Investitionen von knapp 3,7 Millionen Franken notwendig sind, machte gestern Abend im Grossen Gemeinderat in erster Linie die SVP Front. Es sei zwar toll und vorbildlich, in nachwachsende Energien zu investieren, fand Fritz Wüthrich. Das Projekt sei aber «komplett unrealistisch». Die SVP befürchtete auch ein finanzielles Risiko, für das letztendlich die Gemeinde aufkommen müsse. Sorgen machte der Partei ebenfalls der Umstand, dass noch keine Verträge mit potenziellen Abnehmern vorliegen. Die SVP wollte darum das Geschäft zurückweisen.

Das letzte Wort hat das Stimmvolk

Die SP, die GFL und die EVP standen demgegenüber hinter dem Projekt, die FDP war geteilt. Peter Kast (SP) bezeichnete das Vorhaben als «logische Weiterführung». Er wies darauf hin, dass vergleichbare Anlagen auch in vielen anderen Gemeinden gebaut worden seien. Bei den Kosten und bei den voraussichtlichen Abnahmepreisen liege man überall im grünen Bereich. «Es wäre Blödsinn, das nicht zu bauen», sagte Kast. Für Peter Stucki (GFL) bietet sich mit dem Projekt die Chance, dass das Label Energiestadt nicht einfach eine Etikette bleibt. Ruedi Löffel (EVP) erklärte, das Risiko halte sich nach Ansicht der EVP in Grenzen. Der zuständige Gemeinderat Fred Gerber (SP) seinerseits sagte, man sei daran, mit möglichen Abnehmern zu verhandeln.

Der Antrag der SVP, nicht auf das Geschäft einzutreten, wurde vom Grossen Gemeinderat mit 20 zu 17 Stimmen abgelehnt. Ebenso ein zweiter SVP-Antrag, nur eine Sanierung der bestehenden Anlage für 500 000 Franken vorzunehmen. Nun hat am 3. März 2013 das Stimmvolk das letzte Wort. Nach Angaben des Gemeinderates ist ein kostendeckender Betrieb ab einem Anschlussgrad von 70 Prozent zu erwarten.


Prix Buchsi Spielpark Schönegg
Der Prix Buchsi 2013, der mit 3000 Franken dotiert ist, wurde gestern Abend an die Verantwortlichen des Freispielparks Schönegg verliehen. Eigentlich müsste der Preis wegen der zahlreichen Freiwilligen, welche den Freispielpark realisiert haben, aber gleich an Hunderte von Personen vergeben werden, wie das Büro des Grossen Gemeinderates mitteilte. Der Freispielpark sei ein leuchtendes Beispiel für eine hervorragende Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde, Vereinen und Firmen unter Einbezug der Bevölkerung. Die Idee zur Schaffung eines Abenteuerspielplatzes hatte Reto Blaser, Leiter der Kinder- und Jugendfachstelle Münchenbuchsee. Das Gelände gehört der Gemeinde. Am 15. August 2009 fand das Eröffnungsfest des Freispielparks statt. Entstanden sind ein Begegnungspavillon und das Spielgelände mit vielfältigen Möglichkeiten. An schönen Tagen sind bis zu 100 Kinder und viele Erwachsene im Freispielpark anzutreffen.

Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
07.12.2012

BZ-Artikel: 3,7 Millionen für Wärme

Die SVP leistete vergebens Widerstand: Der Wärmeverbund Riedli soll saniert und erweitert werden.

Das war knapp. Nur mit 20 Ja- zu immerhin 17 Nein-Stimmen beschloss das Parlament von Münchenbuchsee gestern Abend, sich mit dem Wärmeverbund Riedli zu befassen. Der Gemeinderat hatte beantragt, den seit 1999 bestehenden Verbund zu sanieren und zu erweitern. Das Projekt kostet brutto knapp 3,7 Millionen Franken, das Geld soll über eine Spezialfinanzierung beschafft werden.

Insbesondere die SVP bekundete Mühe mit dem Ansinnen. Sie kritisierte, das Vorhaben sei «komplett unrealistisch». Zurzeit sei noch kein einziger Vertrag mit den künftigen Nutzern abgeschlossen, damit stehe das Geschäft finanziell auf sehr wackeligen Füssen. Zudem dürfe man nicht vergessen, dass die den Verbund speisende Holzschnitzelheizung viele Lastwagenfahrten ins Quartier zur Folge haben werde. Das führe zu einer grossen Belastung der Anwohner.

Dem hielten die Befürworter aus den Reihen von SP, GFL und EVP entgegen: Die bestehende Anlage müsse wegen schärferer Feinstaubgrenzwerte ohnehin saniert werden. Da mache die Erweiterung nur Sinn. Im Übrigen müssten auch Lastwagen ins Quartier fahren, wenn weiter mit Öl geheizt werde.

So wurde die Vorlage gegen den Willen der SVP in der vorbereiteten Form verabschiedet. Das letzte Wort hat indes das Volk. Es wird am 3. März abstimmen.
Ein Artikel aus der
(skk, Berner Zeitung BZ)
06.12.2012

BZ-Artikel: Zivildienstler sollen Lehrer entlasten

Der EVP-Politiker Ruedi Löffel möchte, dass Zivildienstler in den Schulen zum Einsatz kommen und dort die Lehrer entlasten. Noch lässt dies das Gesetz aber kaum zu.

Zivildienstler im Klassenzimmer – warum nicht? Ruedi Löffel ist überzeugt von der Idee. Der EVP-Politiker und Leiter der Suchtpräventionsstelle des Blauen Kreuzes beschäftigt selber junge Männer, die bei ihm als Alternative zum Militärdienst einen Einsatz zugunsten der Allgemeinheit leisten. Sie helfen mit bei Lagern und in der Jugendarbeit, sind mit der mobilen alkoholfreien Cocktailbar unterwegs, unterstützen das angestammte Team im Büro – die Erfahrungen, die er mache, sagt Löffel, seien durchwegs positiv.

Zivildienstler könnten genauso gut auch in der Schule arbeiten, spinnt Löffel den Faden weiter. Profitieren könnten beide Seiten. Er erinnert daran, dass zivile Einsatzplätze gefragter denn je sind, seit die Gewissensprüfung weggefallen und damit der Druck, Militärdienst zu leisten, gesunken ist. Und er weist darauf hin, dass viele Lehrer froh über eine zusätzliche Unterstützung wären. Weil immer häufiger stärkere und schwächere Kinder in der gleichen Klasse unterrichtet werden und dies mehr Zeit und mehr Kraft braucht.

Vor diesem Hintergrund will Löffel erreichen, dass sich die Schulen in seiner Wohngemeinde Münchenbuchsee in dieser Art stärken. Um dem Anliegen Nachdruck zu verschaffen, hat er im örtlichen Parlament ein Postulat eingereicht.

Nicht vor 2014

Nur – im Moment sind im Kanton Bern solche Einsätze kaum möglich. Die Erziehungsdirektion beruft sich dabei auf das Eidgenössische Zivildienstgesetz, das die Möglichkeiten für den Ersatzdienst abschliessend umreisst. Es sieht unter anderem Arbeiten zugunsten der Umwelt oder Tätigkeiten in der Landwirtschaft und im sozialen Bereich vor. Zivildienstler können demnach höchstens dann in einer Schule zum Zug kommen, wenn Behinderungen eine besondere Betreuung nötig machen.

In den letzten Monaten ist allerdings Bewegung in die Sache gekommen. So halfen im Kanton Zürich bereits vereinzelt Zivildienstler in Klassen aus, die kurz zuvor Kinder aus Sonderschulen aufgenommen hatten. Und der Kanton Bern liess eine Studie ausarbeiten, die sich ausführlich mit den Einsatzmöglichkeiten von Zivildienstlern im Unterricht auseinandersetzt. Ihr Fazit: Eine solche Mitarbeit kann Sinn machen, vor allem in den Tagesschulen, in den Lagern oder auch bei der Betreuung einzelner schwächerer Schüler im normalen Unterricht. Lehrerstellen im eigentlichen Sinn dürften indes nicht durch Zivildienstler besetzt werden. Die Verantwortung für die Klassen müsse bei den ausgebildeten Pädagogen bleiben.

Die Studie regt an, die Schule in Zukunft ausdrücklich als Einsatzgebiet für den Zivildienst vorzusehen und das Gesetz entsprechend anzupassen. Weil ein solcher politischer Prozess kaum ohne intensive Debatte vonstatten gehen wird, sind erste reguläre Einsätze im Klassenzimmer nicht vor 2014 möglich.

Wie in Münsingen

Ruedi Löffel stört das wenig. Mit seinem Vorstoss auf Gemeindeebene wolle er in erster Linie auf das Thema aufmerksam machen, Druck von unten erzeugen, sagt er. Er tut dies nicht allein. Kurz vor ihm hat Parteikollege Dieter Blatt einen ähnlichen Vorstoss eingereicht – im Gemeindeparlament von Münsingen.

Ein Artikel aus der
(Stephan Künzi, Berner Zeitung BZ)
06.12.2012

BZ-Artikel: Erst zögerte die Gemeinde, jetzt der Kanton

Eigentlich wollte der Kanton den Dorfkern mit einem Kreisel und einem Dorfplatz aufwerten. Doch jetzt muss er sparen. Dabei hat sich der Gemeinderat gerade erst dazu durchgerungen, das Vorhaben zu unterstützen.

Münchenbuchsee ergeht es nicht besser als Zäziwil. Hier wie dort wollte der Kanton den Verkehr beruhigen. Und hier wie dort schiebt der Kanton nun, da er weniger Motorfahrzeugsteuern einnimmt und überall spart, die nötigen Bauprojekte auf die lange Bank. Während in Zäziwil Mittelinseln, Verengungen und ein neuer Gehweg für mehr Sicherheit sorgen sollten (wir berichteten), standen in Münchenbuchsee ein Kreisel und sogar ein neuer Dorfplatz zur Debatte.

Lange und intensiv haben die Buchser schon über den Platz beim Bären gestritten, an dem die Bern-, die Biel- und die Oberdorfstrasse zusammenlaufen. Mit dem Entscheid, das Projekt in der Schublade verschwinden zu lassen, erwischt der Kanton die Gemeinde trotzdem auf dem falschen Fuss. Denn just in den letzten Wochen haben die Behörden erstmals verbindlich signalisiert, dass ihr Interesse am Umbau des Dorfkerns gross ist.

Umstrittener Bushalt

Noch Anfang Jahr hatte es überhaupt nicht danach ausgesehen. Schon damals lag die sogenannte Zielvereinbarung mit dem Kanton als Strasseneigentümer auf dem gemeinderätlichen Tisch. Die Exekutive beschloss zwar, das Dokument zu unterzeichnen und ihre Mithilfe bei den geplanten Arbeiten zuzusichern. Mit einer zentralen Einschränkung allerdings: Den Bau eines Dorfplatzes strichen die Buchser kurzerhand aus dem Vertrag.

Als Stein des Anstosses entpuppte sich die gleichzeitig geplante Verlegung der Bushaltestelle in Richtung Zollikofen. Statt an der Oberdorfstrasse sollten die Pendler in Zukunft gleich um die Ecke an der Bernstrasse einsteigen. Dieses Ansinnen war insbesondere den Ladenbesitzern ein Dorn im Auge. Sie befürchteten, dass die Leute auf anderen Wegen zum Bus gehen und damit ihre Läden achtlos beiseitelassen würden.

Im zweiten Anlauf genehmigt

Allein, der Kanton wollte keine halben Sachen. Er machte den Buchsern klar, dass er ohne den Dorfplatz auch bei den anderen verkehrsberuhigenden Massnahmen im Gebiet nicht mehr mit von der Partie sein und sie folglich auch nicht mehr finanzieren würde. Er baue bei Bedarf einfach irgendwann die heutige Verzweigung zu einem Kreisel um – mit diesem unmissverständlichen Bescheid vor Augen, kam der Gemeinderat im November auf seinen Beschluss zurück und genehmigte die Zielvereinbarung im zweiten Anlauf ohne Wenn und Aber.

Die Lektion gelernt

Gerade auf der Oberdorfstrasse ist die Verkehrssituation in der Tat nicht ohne. Für die Fussgänger genauso wie für die Velofahrer; Letztere müssen dauernd auf der Hut vor Autotüren sein, die auf den Parkplätzen links und rechts der Fahrbahn unvermittelt aufgehen können. Dazu kommt, dass der bereits heute rege Autoverkehr mittelfristig noch zunehmen wird. Mittelfristig entstehen sowohl im weiteren Umkreis neue Siedlungen, «und dann», stellt Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring-Walther (SP) in Aussicht, «müssen die Zufahrtsstrassen wohl ohnehin neu gestaltet werden».

Münchenbuchsee hat offenbar seine Lektion gelernt. Schon einmal verzögerten interne politische Widerstände ein Verkehrsprojekt so lange, bis es die Gemeinde sehr viel teurer zu stehen kam. Gut zwanzig Jahre ist es her, als wieder einmal ernsthaft über den Ersatz des Bahnübergangs bei der Landi diskutiert wurde. Weil die SBB damals ihre Linie auf Doppelspur ausbauten, hätte der Bund den Bau einer Unterführung zu knapp 70 Prozent finanziert. Allein, realisiert wurde das Vorhaben erst vor fünf Jahren, als die Bahn längst über zwei Gleise rollte. Die Kosten von gegen 7,8 Millionen Franken blieben voll und ganz an Münchenbuchsee hängen.

Nicht bei null anfangen

Wann der Kanton das Kreisel- und Dorfplatzprojekt wieder aus der Schublade nimmt, ist im Moment völlig offen. Im Rahmen der grossrätlichen Spardebatte von letzter Woche hiess es lediglich, dass es sich um sicher mehr als vier Jahre verzögern wird. Einen kleinen Trost hat Kreisoberingenieur Kurt Schürch bei alledem zur Hand: «Wenn es so weit ist, werden wir nicht mehr bei null anfangen.»
Ein Artikel aus der
(Stephan Künzi, Berner Zeitung BZ)
26.11.2012

Bund-Artikel: Mehrheit stand auf der Kippe

Die BDP wollte in Münchenbuchsee ihren Marktwert testen und sich nicht schon bei den ersten Wahlen an die SVP anlehnen. Man wolle schauen, ob man jemand sei, sagte BDP-Präsident Walter Lanz bereits im Sommer. Eine Listenverbindung mit den anderen bürgerlichen Kräften lehnte «die neue Kraft» darum ab. Der Alleingang hat nun die bürgerliche Wende im Gemeinderat verhindert. Vielleicht wird man sich auf bürgerlicher Seite über diese verpasste Chance noch ärgern. SVP, BDP und FDP zusammen kamen auf über 1000 Stimmen mehr als die drei Parteien SP, GFL und EVP, die eine Listenverbindung eingegangen sind. Die BDP machte mehr Stimmen als die GFL. Statt Peter Stucki sässe nun Walter Lanz, der frühere Bauverwalter von Münchenbuchsee, im Gemeinderat. Die Rot-Grün-Mitte-Mehrheit in der Exekutive wäre gekippt. Das hätte für Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring-Walther zu einer unter Umständen nicht ganz einfachen Legislatur führen können.

Nun bleibt es in Münchenbuchsee weitgehend beim politischen Status quo - obwohl sich die Gewichte im Parlament leicht verschoben haben und die bürgerlichen Parteien auf eine knappe Mehrheit kommen. Es ist nicht zu erwarten, dass FDP und BDP bei allen Geschäften die Position der SVP vertreten werden. Schon in der letzten Legislatur stimmte die FDP nicht immer mit der SVP überein.

Als Gemeinde sollte es Münchenbuchsee in den nächsten vier Jahren gelingen, die Finanzkrise zu beenden. Damit ist aber noch lange nicht alles in Butter: Wegen der angespannten Verhältnisse wurden teure und wichtige Vorhaben wie die Schulraumplanung auf die lange Bank geschoben.

Ein Artikel aus dem
(Kommentar Simon Wälti, Der Bund)
26.11.2012

Bund-Artikel: Ja zu ausgeglichenem Budget in Münchenbuchsee

Die Sanierung des vor vier Jahren in eine Schieflage geratenen Finanzhaushalts kann auch nächstes Jahr weiter voranschreiten. Das Stimmvolk hat gestern den Voranschlag 2013 mit 2052 Ja zu 366 Nein bewilligt, eine Ja-Mehrheit von fast 85 Prozent. Das ausgeglichene Budget sieht einen Aufwand von 45,7 Millionen Franken vor, die Steueranlage bleibt bei 1,56 Einheiten.

Der Bilanzfehlbetrag, der einmal 4 Millionen Franken betragen hatte, wird im nächsten Jahr um weitere 500 000 Franken abgebaut - damit verbleiben Ende 2013 voraussichtlich noch 420 000 Franken, die getilgt werden müssen. Im Parlament erntete das Budget vor rund einem Monat Lob und Zustimmung von den Parteien. Man sei auf dem Weg der Besserung. Vor einem Jahr hatte der Gemeinderat in Eigenregie beschlossen, die Steueranlage von 1,52 auf 1,56 Einheiten anzuheben, was die SVP scharf kritisierte. Wegen der Einführung des neuen kantonalen Finanz- und Lastenausgleichs war eine Erhöhung im Ausmass der Mehrbelastung erlaubt.

Ja sagte das Stimmvolk gestern auch betreffend Zivilschutz zum Austritt aus dem Regionalen Kompetenzzentrum Ostermundigen.
Ein Artikel aus dem
(wal, Der Bund)
26.11.2012

Bund-Artkel: BDP verpasst Sitz im Gemeinderat

In Münchenbuchsee bleiben die Kräfteverhältnisse in der Exekutive unverändert. Rot-Grün-Mitte behält dank der Listenverbindung mit vier Sitzen die Mehrheit. Überraschungen blieben weitgehend aus.

Anders als in Zollikofen, Worb oder Ostermundigen ging es bei den Wahlen in Münchenbuchsee nicht mehr um die prestigeträchtigste Stelle: Das Gemeindepräsidium war bereits vergeben. Amtsinhaberin Elsbeth Maring-Walther von der SP blieb unangefochten. So war der Wahlkampf relativ ruhig verlaufen. Die Spannung beschränkte sich fast darauf, ob es der BDP, die zum ersten Mal zu den Gemeindewahlen antrat, gelingen würde, in der Exekutive einen Sitz zu holen. Die BDP reüssierte nicht - obwohl sie mehr Stimmen holte als die GFL, welche ihren bisherigen Sitz dank der Listenverbindung mit der EVP und der SP ins Trockene bringen konnte. Die Bisherigen wurden wiedergewählt, das einzige neue Gesicht im Gemeinderat ist Peter Stucki (GFL), der die zurücktretende Charlotte Bühlmann ersetzt.

Keine bürgerliche Wende

«Wir sind nicht enttäuscht», sagte BDP-Präsident Walter Lanz, der in den Grossen Gemeinderat gewählt wurde. Erklärtes Ziel der Partei war es jedoch, auch einen Sitz im Gemeinderat zu holen. Bei einer Listenverbindung mit SVP und FDP wären die Mehrheitsverhältnisse gekippt. «Wir konnten unsere Sitze halten und sind zufrieden, obwohl wir die bürgerliche Wende nicht geschafft haben», erklärte SVP-Präsidentin Annegret Hebeisen. Man habe das Gespräch mit der BDP gesucht, doch diese habe eine Listenverbindung abgelehnt. Mit Verlusten im Parlament habe man wegen der BDP rechnen müssen.

Auch Peter Kast, Co-Präsident der SP, war mit dem Ergebnis zufrieden. Das Ergebnis sei ein Spiegelbild der Nationalratswahlen. Die BDP habe im Grossen Gemeinderat auf Kosten der FDP, der SVP und der SP gewonnen. «Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen», so Kast. Die SP verlor im Parlament einen Sitz. Federn lassen musste auch die FDP. «Das ist der Bonus der neuen Partei», sagte FDP-Präsident Georg Karlaganis. Die Verluste seien zu erwarten gewesen. Für Peter Stucki von der GFL ist es ein Erfolg, dass seine Partei den Sitz im Gemeinderat halten konnte. Auch er zeigte sich zufrieden. Die allgemeine Zufriedenheit erstreckt sich auch auf die EVP. «Wir sind glücklich», sagte Präsidentin Renate Löffel. «Wir konnten unsere Sitze halten, obwohl die BDP antrat und es ein Gerangel gab.» Man habe auf sehr treue Wählerinnen und Wähler zählen können. In der ablaufenden Legislatur standen sich im Parlament zwei ausgeglichene Blöcke gegenüber, in den nächsten vier Jahren kommen die bürgerlichen Parteien auf 21 Sitze, SP, EVP und GFL auf deren 19. Peter Kast von der SP geht davon aus, dass es trotz der nominellen Mehrheit der Bürgerlichen bei Themen wie der Schulraumplanung oder bei ökologischen Fragen gelingen könnte, Koalitionen für rote und grüne Positionen zu schmieden. Die BDP will sich noch nicht auf eine bestimmte Haltung festlegen, man stehe zwar zur bürgerlichen Politik, sei aber offen für konstruktive Lösungen.
Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
26.11.2012

BZ-Artikel: Der Gemeinderat bleibt linksgrün

Anders als beim Grossen Gemeinderat schafft die neue BDP den Sprung in die Buchser Regierung nicht. Alle bisher vertretenen Parteien können ihre Sitze verteidigen.

Im Gemeinderat von Münchenbuchsee ändert sich nichts – fast nichts. Weil keine andere Partei einen Kandidaten ins Rennen ums Gemeindepräsidium schickte, galt SP-Frau Elsbeth Maring als in stiller Wahl bestätigt. Auch ohne Kampf ums Präsidium war der Urnengang interessant. Erstmals trat die BDP an. Sie sorgte sowohl bei den Parlamentswahlen wie auch bei der Ausmarchung um den Gemeinderat für Spannung. Das letzte Mal hatte Münchenbuchsee vor fünf Jahren gewählt. Um zu verhindern, dass die Gemeindewahlen mit den eidgenössischen Wahlen zusammenfallen, wurde die Legislatur um ein Jahr verlängert.

GFL kann ihren Sitz halten

Anders als im Parlament, im Grossen Gemeinderat also, blieb die neue bürgerliche Partei bei der Dorfregierung erfolglos. BDP-Mann Walter Lanz, der frühere und jetzt pensionierte Bauverwalter von Münchenbuchsee, verpasste den Gemeinderatssitz ganz knapp. Nun präsentiert sich die Exekutive parteipolitisch unverändert mit einer Rot-Grün-Mitte-Mehrheit: Die SP hat mit Präsidentin Elsbeth Maring und Fred Gerber zwei Sitze. Beides sind Bisherige. Gerber kann sich mit 1405 Stimmen über das beste Resultat aller Gewählten freuen. Ebenfalls wiedergewählt wurde EVP-Vertreter Pascal Lerch mit 615 Stimmen. Der GFL-Sitz geht nach dem Rücktritt von Charlotte Bühlmann an Peter Stucki (592 Stimmen).

Die SVP ist unverändert mit drei Sitzen im Gemeinderat vertreten. Alle Bisherigen stellten sich erfolgreich zur Wiederwahl: Vizegemeindepräsidentin Sonja Bucher erzielte mit geringem Abstand auf ihre Parteikollegen mit 1122 Stimmen das beste Resultat. Cesar Lopez und Andreas Luginbühl folgten mit rund 100 Stimmen Abstand.

«Ehrgeiziges SVP-Ziel»

«Wir konnten unsere Sitze im Gemeinderat halten und sind damit zufrieden», fasst SP-Präsident Peter Kast zusammen. Peter Stucki, neuer Gemeinderat und GFL-Präsident, freut sich, dass seine Partei auch nach dem Rücktritt von Charlotte Bühlmann ihren Sitz halten konnte. Ähnlich tönt es bei der SVP. Präsidentin Annegret Hebeisen ist erleichtert, dass ihre Partei die drei Mandate bestätigen konnte.

BDP scheiterte ganz knapp

Leer ausgegangen bei der Besetzung der Exekutive ist neben der BDP auch die FDP. Die Freisinnigen hatten ihren Sitz in der Exekutive bereits bei der vorletzten Wahl an die EVP verloren. Die FDP trat trotzdem an – und verpasste den Einzug bei weitem. Nur ganz knapp entging der in Münchenbuchsee neuen BDP ein Sitz im Gemeinderat. Walter Lanz erzielte mit 679 Stimmen zwar mehr Stimmen als die Gewählten Pascal Lerch und Peter Stucki, muss aber, weil die Wahlarithmetik ihn benachteiligt, dennoch verzichten. Er sei nicht enttäuscht, erklärt Lanz. «Indem wir mit 5 Sitzen ins Parlament einziehen konnten, haben wir erreicht, was wir wollten.»
Ein Artikel aus der
(Peter Steiger, Berner Zeitung BZ)
26.11.2012

BZ-Artikel: Die neue BDP überholt etablierte Parteien

Erstmals trat die BDP zur Wahl in den Grossen Gemeinderat an. Sie wurde aus dem Stand heraus in Münchenbuchsee drittstärkste Partei.

Bisher waren im Grossen Gemeinderat Bürgerliche und Linke genau gleich stark. Nun neigt sich die Waage ein bisschen auf die Seite der Bürgerlichen. Dafür verantwortlich ist die BDP, die zum ersten Mal antrat. SVP, FDP und BDP haben jetzt zusammen 21 Sitze, SP, GFL und EVP kommen auf 19 Delegierte.

5 Sitze wollte die BDP. Und genau das hat sie erreicht. Erfolgreich war sie vor allem auf Kosten der FDP. Die Freisinnigen verloren 2 ihrer bisher 4 Mandate. Ebenfalls auf 2 Sitze muss die SVP verzichten. Trotzdem bleibt sie mit 14 Mandaten die stärkste Partei im Parlament. Einen ihrer bisher 12 Sitze verliert die SP. Unverändert mit je 4 Vertretern politisieren die GFL und die EVP. «Wir freuen uns, dass wir aus dem Stand heraus die drittstärkste Partei geworden sind», erklärt BDP-Präsident Walter Lanz. Der frühere und jetzt pensionierte Bauverwalter von Münchenbuchsee muss nun mit einem nur zum Teil politisch erfahrenen Team in die Parlamentsarbeit einsteigen. «Wir stehen vor einer grossen Herausforderung», so Lanz.

FDP verliert Hälfte der Sitze

Eigentliche Wahlverliererin ist die FDP. «Die Ausgangslage war alles andere als einfach», erklärt FDP-Präsident Georg Karlaganis. Seine Partei gebe aber nicht so schnell auf. SVP-Präsidentin Annegret Hebeisen glaubt, dass die neue Konkurrenz, die BDP, von der Popularität von Walter Lanz profitieren konnte. «Bei unseren Parlamentswahlen geht es nicht bloss um Inhalte, sondern auch um Köpfe.»

EVP-Präsidentin Renate Löffel glaubt, dass ihre Partei von ihren treuen Stammwählern profitieren konnte. «Dies hat sich auch durch die relativ tiefe Wahlbeteiligung für uns positiv ausgewirkt.»

Das blaue Auge der SP

«Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.» So fasst SP-Präsident Peter Kast das Ergebnis zusammen. Obwohl im neuen Parlament die bürgerliche Seite einen Sitz dazugewonnen hat, glaubt er nicht, dass die Anliegen seiner Partei nun zu kurz kommen. «Die FDP-Abgeordneten vertreten in manchen Bereichen ähnliche Ziele wie wir», erklärt Kast.

Ein Artikel aus der
(Peter Steiger, Berner Zeitung BZ)
23.11.2012

BZ-Artikel: Pöstler stiehlt Geld aus Briefen

Ein Pöstler steckte Geld aus Briefen und Paketen gleich selbst ein. Doch sein Betrug flog auf. Die Post hat ihn fristlos entlassen.

Dass der Götti-Batzen nicht im Couvert mit der Post verschickt werden sollte, wissen alle – könnte man meinen. Und doch wird in Zeiten elektronischer Geldüberweisung noch immer Geld per Post verschickt. Dies machte sich ein Pöstler in Münchenbuchsee zunutze; er behielt die kostbare Post jeweils für sich selbst, statt sie an die Adressaten auszuliefern.

Die Post wurde darüber informiert, dass Briefe in der Region Münchenbuchsee regelmässig nicht bei den Empfängern im Kasten lagen – und wendete sich schliesslich an die Kantonspolizei Bern. Diese fand heraus, dass die Wurzel allen Übels bei der Post selbst lag. Ein Pöstler tastete die Briefe jeweils systematisch nach Barem ab, wie Radio Energy Bern am Mittwoch publik machte.

Leicht zu entdecken

Geld in einem Couvert zu entdecken, sei nicht weiter schwierig, führte ein Postmitarbeiter gegenüber TeleBärn aus. Man halte einen Brief unter eine Neonröhre, damit könne man ihn durchleuchten. Sei eine Note drin, könne man den Umschlag mit dem Heissluft-Händetrockner öffnen, die Note herausnehmen und den Brief fein säuberlich wieder verschliessen.

Summe noch unbekannt

Eine Mediensprecherin der Kantonspolizei bestätigt auf Anfrage von Bernerzeitung.ch/newsnet die Vorfälle. Der Pöstler ist geständig. Wie viel Geld er abgezwackt haben soll, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Verschiedene Quellen sprechen aber von einem fünfstelligen Betrag.

Bei der Post ist der Mann nicht mehr beschäftigt, seit der Fall Mitte Oktober bekannt wurde. Post-Sprecher Oliver Flüehler erklärt gegenüber Bernerzeitung.ch/newsnet: «Selbstverständlich wurde die Person fristlos entlassen. Bei der Post gibt es keinen Platz für solche Leute.» Die Post komme solchen Tätern immer auf die Schliche. Der Fall zeige, dass das Sicherheitskonzept des Unternehmens gut funktioniere.

Trotzdem warnt Flüehler: «Die Post ist ein sicherer Kanal, aber kein Hochsicherheitsbetrieb. Deshalb sollten Kunden Geld nie in einem Umschlag versenden.»

Ein Artikel aus der
(Tobias Ochsenbein/Bernerzeitung.ch)
23.11.2012

Bund-Artikel: Postangestellter stahl Geld aus Briefen

Ein Postangestellter aus der Region Münchenbuchsee hat aus Briefen Geld genommen und in die eigene Tasche gesteckt. Der Mann muss sich nun vor der Justiz wegen Diebstahls und Verletzung des Postgeheimnisses verantworten.

Die Kantonspolizei Bern bestätigte in einer Mitteilung den Vorfall, den Radio Energy Bern publik gemacht hatte. Wie viel Geld der Postangestellte abgezwackt haben soll, wird wegen der laufenden Ermittlungen von der Polizei nicht bekannt gegeben.

«Götti-Batzen» kamen nicht an

Der Fall kam ins Rollen, weil immer wieder Briefe mit «Götti-Batzen» in der Region Münchenbuchsee nicht bei den Adressaten ankamen. Die Post kontaktierte daraufhin die Polizei, die Mitte Oktober einen Verdächtigen ermittelte, wie Polizeisprecherin Alice Born sagte.

Der Postangestellte habe gestanden, verschiedene Briefe geöffnet und das jeweilige Bargeld daraus entnommen zu haben. Der Mann wurde daraufhin fristlos entlassen, wie Post-Sprecher Oliver Flüeler auf Anfrage bestätigte. Fälle dieser Art seien bei der Post eher selten, könnten aber nicht ausgeschlossen werden.

Ein Artikel aus dem
(sda)
23.11.2012

Blick-Artikel: Pöstler sackt Geld aus Briefen selber ein

Statt die Umschläge korrekt zu verteilen, öffnete sie ein Postangestellter immer wieder selbst. Die kleinen Geldbeträge, die er fand, behielt er laut Radio NRJ für sich. Nun konnte die Polizei ermitteln, wer der fiese Pöstler ist. Er gibt die Taten zu und muss wegen Diebstahls und Verletzung des Postgeheimnisses vor Gericht.
Ein Artikel aus dem BLICK
16.11.2012

BZ-Artikel: Kinder sollen in den Ferien betreut werden

Wohin mit den Kindern, wenn die Tagesschule Ferien hat? Ein politischer Vorstoss will das Problem, das viele Eltern plagt, aus der Welt schaffen.

Die Stadt Bern hat ihre Ferieninseln, Münsingen seine Tagesferien. Auch in Köniz kommen die Kinder in der schulfreien Zeit unter, wenn auch auf privater Basis. Das allerdings hat seinen Preis. Während die Eltern in der Stadt Bern für eine Woche Betreuung 90 Franken und in Münsingen 150 Franken hinblättern, kostet das Angebot des Vereins Kinderbetreuung Köniz für die gleiche Zeit satte 350 Franken. Und in Zollikofen? Oder in Münchenbuchsee? Noch sind die Familien hier wie dort während der Schulferien auf sich gestellt. Allerdings kommt Bewegung in die Sache. In Zollikofen hat das Parlament erst im September mit grossen Mehr eine Volksmotion überwiesen, die ein betreutes Ferienangebot für Schüler verlangt. Gleiches fordert nun in Münchenbuchsee ein parlamentarischer Vorstoss, den Luzia Genhart im Namen der SP-Fraktion eingereicht hat.

Erfolgreicher Testlauf

Das Problem stellt sich gleichermassen für alle Familien, in denen beide Elternteile berufstätig sind. Denn immer, wenn der Unterricht ruht, macht auch die Tagesschule Ferien. 13 Wochen im Jahr ist das in der Regel der Fall, und plötzlich bleiben die Kinder, die sonst von Montag bis Freitag voll beschäftigt sind, den ganzen Tag über zu Hause. Verwandte und Bekannte stehen für den Hütedienst auch nicht immer zur Verfügung – was also tun, wenn die Kinder nicht sich selbst überlassen einfach irgendwo herumhängen sollen?

In Zollikofen haben mehr als 200 Leute die Volksmotion unterschrieben. In Münchenbuchsee berichtet die Parlamentarierin Luzia Genhart davon, dass die Ferienbetreuung in den Behörden wie auch auf der Strasse schon länger ein Thema sei. Ein solches Angebot gehöre heute einfach zu einer Agglomerationsgemeinde, fährt die SP-Frau fort. In ihrem Vorstoss zeigt sie sich überzeugt davon, dass die Nachfrage besteht: «Die Tagesschule hat im Frühjahr 2012 während der schulfreien Auffahrtswoche positive Erfahrungen machen können, war sie doch die drei ersten Wochentage geöffnet», schreibt sie. «Das Angebot ist gut genutzt worden.»

Auch Köniz bewegt sich

Während in Münchenbuchsee im Moment noch offen ist, welchen politischen Widerhall das Anliegen findet, muss der Gemeinderat in Zollikofen bereits eine konkrete Vorlage ausarbeiten. In der Parlamentsdebatte forderten die Bürgerlichen indes bereits unmissverständlich, dass die Ferienbetreuung die Gemeinde nichts kosten dürfe.

Bewegung in die Sache kommt derweil auch in Köniz. Trotz des bestehenden privaten Angebots: Anfang Woche kündigte Gemeinderat Ueli Studer (SVP) an, dass die Gemeinde bis 2015 ihre eigene Ferienbetreuung auf die Beine stellen will. Sie soll die Eltern finanziell weniger belasten als heute.

«Ferienbetreuung von Kindern gehört heute einfach zu einer Agglomerationsgemeinde.»
Parlamentarierin Luzia Genhart (SP)

«Die Tagesschule hat während der schulfreien Auffahrtswoche positive Erfahrungen machen können.»
Parlamentarierin Luzia Genhart (SP)

Ein Artikel aus der
(Stephan Künzi, Berner Zeitung BZ)
25.10.2012

BZ-Artikel: Die Allmend erreicht das Dorf

Das Dorf soll Schritte auf die periphere Allmend zu machen und die Kinder von dort bei sich integrieren. Das fordert die EVP. Voraussetzung dafür ist aber genug Schulraum.

Jetzt sind die Klagen der Leute aus der Allmend definitiv in der Politik von Münchenbuchsee angekommen. Im Parlament rief EVP-Vertreterin Gabi Schranz dazu auf, bewusst auf das Quartier jenseits des Buchsiwaldes zuzugehen. Ausgebrochen war die Debatte im März, als der Gemeinderat plante, Kinder aus dem Dorf dem Kindergarten in der Allmend zuzuteilen. Er wollte so die Schulraumprobleme im Dorf lösen, stiess damit aber auf so viel Opposition, dass er das Ansinnen umgehend wieder aufgab.

Ein hoher Ausländeranteil

Der Widerstand hatte sich nicht zuletzt am hohen Ausländeranteil in der Allmend entzündet. Hinter vorgehaltener Hand machte gar das Wort «Getto» die Runde, auch, weil das Allmendquartier völlig losgelöst vom Dorf direkt an Zollikofen angrenzt. Die Reaktion liess nicht auf sich warten: Vertreter aus dem Quartier wurden beim Gemeinderat vorstellig. Sie verlangten, die Postleitzahl der Allmend sei von 3052 Zollikofen auf 3053 Münchenbuchsee zu ändern. Zudem müsse die Ortstafel Zollikofen zurück auf die effektive Gemeindegrenze verschoben werden.

«Erste Schritte aus der Allmend ins Dorf sind gemacht, nun liegt es an uns, auch Schritte auf die Allmend zu zu machen», hielt Schranz daher in ihrer Erklärung fest. Dass der Gemeinderat nun auf seine ursprünglichen Pläne verzichtet, fand sie dennoch richtig. Es könne nicht sein, hatte zuvor schon Parteikollegin Renate Löffel in einer Motion festgehalten, «dass Familien, die ihren Wohnsitz bewusst in Schul- und Kindergartennähe wählen, nun ihre Kinder in die Allmend schicken müssen, um die Dorfkindergärten zu entlasten und gleichzeitig die Kinder aus der Allmend besser zu integrieren».

Mit ihrem Vorstoss wollte Löffel erreichen, dass Münchenbuchsee erstens im Dorf genug Schulraum bereithält und zweitens nicht das Dorf in der Allmend, sondern die Allmend im Dorf integriert. Nach der Kehrtwende des Gemeinderats zog sie die Motion zurück.

Noch mehr Schulfragen

Fragen rund um die Schule beschäftigten im Parlament auch Eva Häberli (SP) und Georg Karlaganis (FDP). In ihren Vorstössen ging es um die Tagesschule, die ebenfalls unter Platzknappheit leidet und überdies in den nächsten Jahren noch kräftig wachsen wird. Ihnen allen versicherte Gemeinderat Pascal Lerch (EVP), dass die Exekutive die Probleme erkannt habe. Man treibe die Schulraumplanung intensiv voran.

Ein Artikel aus der
(skk, Berner Zeitung BZ)
24.09.2012

Bund-Artikel: Ausgeglichenes Budget in Münchenbuchsee

Licht am Ende des Tunnels: Münchenbuchsee baut den Bilanzfehlbetrag nächstes Jahr um eine weitere halbe Million Franken ab.

2008 geriet Münchenbuchsee in einen heftigen Finanzstrudel: Wegen teurer Infrastrukturprojekte und tieferer Steuereinnahmen - der Pharmariese GlaxoSmithKline hatte seinen Holdingsitz wieder aus der Gemeinde weg verlegt - resultierte ein Bilanzfehlbetrag von vier Millionen Franken. An diesem Finanzproblem hat die Gemeinde seit Jahren zu beissen. Die Steuern wurden erhöht, und es mussten Sparmassnahmen ergriffen werden. Der Gemeinderat will den Fehlbetrag zum Verschwinden bringen und wieder Eigenkapital bilden. Dieses Ziel rückt nun näher: Im Budget für das nächste Jahr ist ein weiterer Abbau des Bilanzfehlbetrags um 500 000 Franken vorgesehen. Somit wird sich der Fehlbetrag Ende 2013 voraussichtlich noch auf etwa 420 000 Franken belaufen. Im aktuellen Jahr ist ein Abbau von 705 000 Franken geplant.

Steuern bleiben bei 1,56 Einheiten

Für das nächste Jahr rechnet der Gemeinderat bei einem Aufwand von 45,7 Millionen Franken und einer unveränderten Steueranlage von 1,56 Einheiten mit einem ausgeglichenen Ergebnis. Der Voranschlag stehe im Zeichen des neuen kantonalen Finanz- und Lastenausgleichs, schreibt der Gemeinderat. Die Gemeinde werde mit 580 000 Franken mehr belastet gegenüber dem Zustand vor der Gesetzesrevision.

Über den Berg ist Münchenbuchsee noch nicht, es lassen sich jedoch laut Gemeinderat erste, leicht optimistisch stimmende Anzeichen einer Entspannung der finanziellen Situation erkennen. Die Bildung von Eigenkapital dürfte erst ab den Jahren 2014 erreicht werden. Der Finanz- und Investitionsplan sieht vor, dass sich das Eigenkapital per Ende 2017 auf 1,4 Millionen Franken belaufen wird. Das Budget 2013 wird am 23. Oktober im Grossen Gemeinderat behandelt.

Ein Artikel aus dem
(wal, Der Bund)
19.09.2012

BZ-Artikel: Maring fest im Sattel, was bringt die BDP?

Elsbeth Maring-Walther kann still im Amt bestätigt werden. (Iris Andermatt)
Elsbeth Maring bleibt Gemeindepräsidentin. Offen ist, inwieweit bei den Wahlen die BDP an den bisherigen Kräfteverhältnissen rütteln kann.

Seit gestern um 17 Uhr ist es klar: Elsbeth Maring-Walther, seit vier Jahren vollamtliche Gemeindepräsidentin in Münchenbuchsee, kann eine zweite Legislatur anhängen. Auch nach dem Meldeschluss für die Wahlen vom 25. November blieb die SP-Politikerin einzige Kandidatin für das Amt. Sie wird nun in stiller Wahl bestätigt.

Bereits in den vergangenen Tagen und Wochen hatte sich abgezeichnet, dass Maring ohne Konkurrenz bleibt. Das sei zum einen sicher ein Zeichen des Vertrauens in ihre Arbeit, reagierte gestern SP-Co-Präsident Peter Kast auf die nun sichere Wiederwahl. Auf der anderen Seite hätten die Bürgerlichen halt auch niemanden gefunden.

Tatsächlich war bereits seit Anfang Juli klar, dass weder die SVP noch die FDP die Gemeindepräsidentin herausfordern würde. SVP-Präsidentin Annegret Hebeisen machte dafür einmal mehr das Vollamt verantwortlich. Diese Hürde habe sich bei der Kandidatensuche als zu hoch erwiesen: «Mit einem Pensum von nur 70 oder 80 Prozent hätten wir Leute gefunden.» Für die SVP ist diese Situation umso schmerzlicher, als das Präsidium vor Marings Amtsantritt während Jahren mit Leuten aus ihren Reihen besetzt war.

Grosses Rätselraten im Dorf

Für Spannung bei den Wahlen sorgt die BDP. Die Partei, die sich nach einem internen Krach auf nationaler Ebene vor vier Jahren von der SVP abgespalten hat, kandidiert für den Gemeinderat wie für das Parlament, den Grossen Gemeinderat. Für beide Gremien hat sie sich kecke Ziele gesteckt. Im Gemeinderat strebt sie einen der sieben Sitze an, im Grossen Gemeinderat fünf der vierzig Mandate.

Im Dorf ist nun das grosse Rätselraten losgegangen, zu wessen Lasten die neue Partei wohl ihre Sitze machen wird. Wird es, wie so oft in der Vergangenheit, die ähnlich in der Mitte positionierte FDP sein? Oder nicht doch eher die EVP, die ebenfalls in der Mitte politisiert, mit ihrem religiösen Anstrich aber nicht jedermanns Sache ist? Vielleicht trifft es auch die SP, dann nämlich, wenn Leute bislang nur deshalb für die Linke votiert haben, weil sie eine grosse Partei, nicht aber SVP wählen wollten. Leiden könnte auch die GFL, weil die der Ökologie verpflichteten bäuerlichen Kreise plötzlich über eine Alternative verfügen.

Die beiden Blöcke

Interessant dürfte weiter sein, ob es den Parteien gelingt, für klarere Verhältnisse zu sorgen als heute. Seit den letzten Wahlen stehen sich im Parlament mit SVP und FDP auf der einen und EVP, GFL und SP auf der anderen Seite zwei gleich starke Blöcke mit je zwanzig Mitgliedern gegenüber. Hier wie dort hofft man nun, ein paar Sitze mehr erzielen und so die Mehrheit auf seine Seite ziehen zu können.

Für die Bürgerlichen gilt dies auch mit Blick auf den Gemeinderat. Dort halten SP, EVP und GFL aktuell vier Sitze und damit die Mehrheit.

Die Kandidaturen.

Gemeindepräsidium.

SP: Elsbeth Maring-Walther (bisher, stille Wahl).

Gemeinderat.
SVP: Sonja Bucher, Cesar Lopez, Andreas Luginbühl (alle bisher), Mirjam Wüthrich, Fritz Wüthrich, Jürg Küenzi, Thomas Krebs.
SP: Fred Gerber (bisher), Martin Frei, Erika Gasser, Irene Hügli, Peter Kast, Mirjam Marquez.
FDP: Matthias Irouschek, Georg Karlaganis, Cédric Steiner.
GFL: Peter Stucki, Edith Bucheli, Helena Durtschi, Thomas Baumgartner, Bernd Meister, Thomas Scheurer.
EVP: Pascal Lerch (bisher), Gabi Schranz, Renate Löffel, Christine Eckstein, Eveline Gygax, Toni Mollet.
BDP: Margret Dreier, Walter Lanz.

Grosser Gemeinderat.
SVP: Beatrice Fretz, Katharina Melliger, Thomas Glauser, Arduino Lavina, André Quaile, Beat Schmid, Kurt Stettler, Fritz Wühtrich (alle bisher), Sonja Bucher, Mirjam Wüthrich, Sabine Frieden, Rolf Büchi, Barbara Kleeberg, Marco Capelli, Sibylle Küenzi, Sylvia Liechti, Ruedi Dellenbach, Franziska Morand, Fredy Witschi, René Ziep, Pia Sangiorgio, Andres Kropf, Heinz Wallimann, Andreas Luginbühl, Thomas Hammerich, Sabrina Freitz, Cesar Lopez, Andreas Wyss, Markus Blatti, Manfred Waibel, Sylvia Stettler, Thomas Krebs, Dino Egli, Reto Bacher, Markus Kummer, Peter Wyss, Ueli Ita, Markus Fretz, Thomas Freudiger, Beat Offner.

SP: Markus Beer, Wolfgang Eckstein, Martin Frei, Erika Gasser, Luzia Genhart, Eva Häberli, Peter Kast, Nathalie Maring, Mirjam Marquez, Rolf Sieber, Christoph Vögeli (alle bisher), Geormilla Balasubramaniam, Nicola Bisogni, Andreas Burger, Renato Colombo, Edwin Dubach, Karin Farago, Linus Feigenwinter, Nico Frei, Fred Gerber, Patrick Imhof, Manuel Kast, Ursula Liechti, Jonas Niederhauser, Sandra Ott, Mauro Pfister, Yvan Schneuwly, Marlies Studer, Stefan Wüthrich.

FDP: Georg Karlaganis (bisher), Françoise Bartlome, Urs Gerber, Matthias Irouschek, Michael Kaufmann, Marc Kölliker, Sina Schneider, Cédric Steiner, Dieter Sturm, Stefan Zingg.

GFL: Sandra Hofmann, Thomas Scheurer, Peter Stucki (alle bisher), Thomas Baumgartner, Luzi Bergamin, Edith Bucheli, Helena Durtschi, Bernd Meister, Christine Poncet, Ursula Probst, Patricia Vökt, Nadine Gygax, Verena Merlo, Andreas Haldemann, Stefan Aebi, Therese Rufer, Andrea Lietz, Ursina Morgenthaler, Lukas Gerber, Angela Schaniel, Markus Sager, Brigitte Pillonel, Susanne Berchten, Karin Blümlein, Barbara Burkhart, Gerhard Hassenstein, Corinne Grunauer, Tony Bürki, Beat Schlüchter, Laura Scheurer.

EVP: Renate Löffel, Gabi Schranz, Ruedi Löffel, Ulrich Zinder (alle bisher), Stefanie Burri, Christine Eckstein, Eveline Gygax, Noëmi Hersche, Joel Hügli, Jasha Rieder, Dina Arnold, Martin Fitzi, Adrian Gerber, Mathias Hächler, Thomas Harnisch, Beat Heller, Marianna Käser, Thomas Lehmann, Pascal Lerch, Peter Leuenberger, Deborah Liechti, Annegret Lüthi, Toni Mollet, Karl Oehy, Philip Rickli, Michael Rohrer, Matthias Staudenmann, Thomas Teuscher, Evelyne Wenger, Markus Zuberbühler.

BDP: Rahel Bögöthy, René Bangerter, Margret Dreier, Michel Gygax, Doris Läubli, Markus Hefti, Beatrice Ryser, Peter Herren, Walter Lanz, Marius Luterbacher, Urs Nessier, Lorenz Schäfer.
Ein Artikel aus der
(Stephan Künzi, Berner Zeitung BZ)

07.09.2012

BZ-Artikel: Sie schweigen – und unterhalten sich doch

Nicht einmal der Lehrer konnte bis ins letzte Detail folgen: Schüler zeigten ihren Eltern Facebook.

Die erste Viertelstunde lang ist es mucksmäuschenstill in der Aula des Schulhauses Bodenacker in Münchenbuchsee. Auch die vier Achtklässler, die vor der Bühne an ihren Laptops und Tablets am Werk sind, verlieren keine Worte. Obwohl sie unentwegt miteinander kommunizieren – genau: Die Projektionen vorn an der Wand zeigen, dass sie sich über Facebook austauschen.

Zwischen den Jugendlichen entwickelt sich ein reges Hin und Her. Hier geht ein virtuelles Fenster auf und da eines zu, mal erscheint ein junger Mann im Bild und mal eine junge Frau – freizügig zeigt sie sich mit rosa Top und rosa Rock, lässt zwischen den zwei knappen Stücken ungeniert ihren Bauchnabel aufblitzen. Ihr Chatpartner reagiert prompt: «Pass uf!», warnt er sie, wohl wissend, dass sich im Netz auch Männer tummeln, die von jungen Frauen nur das eine wollen und deshalb auf solche Bilder ansprechen.

Aufgaben via Facebook

Sogar Kurt Reber kann dem emsigen Treiben auf den Bildschirmen nicht in allen Teilen folgen. «Ich habe nicht die Hälfte verstanden», gesteht der Lehrer offen ein. Rund 40 Mütter und Väter sind gekommen, um einen ersten Schritt in die für viele so fremde Welt von Facebook zu tun. Helfen soll dabei zum einen Lehrer Reber, der in seinen einleitenden Worten gleich die Bedeutung der sozialen Medien thematisiert: Heute werde Facebook bereits von 98 Prozent der Gymeler genutzt.

Helfen sollen in erster Linie aber die Jugendlichen selber. «Schülerinnen und Schüler entführen Sie in ihre Facebook-Welt», hat schon die Einladung zum Abend verheissen.

Vertieft werden soll dies allerdings erst in den Workshops von nächster Woche. Vorerst interessieren die Erfahrungen, die die jungen Leute mit Facebook machen. Die vier erzählen, dass sie heute bevorzugt auf diesem Kanal Kontakte knüpfen, weil in der Regel schneller geantwortet wird als über SMS. Auch für Partyeinladungen sei Facebook ideal, weil man nicht mehr mühsam Adressen zusammensuchen müsse und erst noch Porto spare. Ja, mittlerweile erteile sogar eine Lehrerin via Facebook Aufgaben.

Trotz allem auch ein Buch

Das Quartett sagt offen, dass Facebook vom Lernen ablenkt. Die Versuchung sei gross, weil die Seite immer im Hintergrund mitlaufe. Schliesslich wolle man wissen, was die anderen gerade täten. Trotzdem kann ein gutes Buch dem neuen Medium nach wie vor den Rang ablaufen. «Wenn ich etwas Spannendes zu lesen habe, bin ich nicht auf Facebook», sagt eine Schülerin.

Ein Artikel aus der
(skk, Berner Zeitung BZ)
03.09.2012

BZ-Artikel: Ausbau auf historischem Terrain

Das Pädagogische Zentrum für Hören und Sprache hat zu wenig Platz. Ein Wettbewerb soll zeigen, wie es erweitert werden kann.
Die Turnhalle ist zu klein, ein richtig grosser Saal fehlt – die kantonale Sprachheilschule denkt über eine Erweiterung nach. Auf dem geschichtsträchtigen Gelände hinter der Kirche ist das aber nicht ganz einfach.

Vor allem für den Turnunterricht ist der Raum mit der bestehenden, gut 50 Jahre alten Halle zu knapp. Auch für eine Basisstufe, in der Sprachbehinderte bereits als 5-Jährige spezifisch gefördert werden, fehlt der Platz. Heute gehen in der Anlage 130 Kinder ein und aus, wo sie doch nur für 90 ausgelegt wäre – kurz: Die kantonale Sprachheilschule, das heutige Pädagogische Zentrum für Hören und Sprache in Münchenbuchsee, ist zu klein. Deshalb wird es erweitert.

Noch ist vieles offen rund um das Ausbauprojekt auf dem Gelände hinter der Kirche, auf dem in alten Zeiten zuerst die Johannitermönche und dann die bernischen Landvögte wohnten. Später richtete der Kanton hier sein erstes Lehrerseminar ein, bevor im Jahre 1890 die damalige Taubstummenanstalt hierhinzog. Die Geschichte der Schulgebäude ist lange und bewegt. Entsprechend wertvoll ist das Ensemble, wie es sich zurzeit präsentiert.

Vor diesem Hintergrund haben die Verantwortlichen festgelegt, dass für die geplante Erweiterung zuerst ein Architekturwettbewerb durchgeführt wird. Dieser ist für nächstes Jahr geplant.

Halle und Saal

Dessen ungeachtet steht schon so gut wie fest, dass die Turnanlage von Grund auf erneuert wird. Vorgesehen ist eine Doppelhalle, in der zwei Klassen gleichzeitig Sport treiben können. Die Schule muss dann nicht mehr auf die Anlagen der Gemeinde ausweichen, um die Vorgaben des Lehrplans auch nur einigermassen einhalten zu können.

Mit der Doppelhalle kommt die Schule zudem zum längst gewünschten Saal für ihre Anlässe. Auch dieser grosse Raum fehlt ihr heute. Schmerzlich zu spüren bekommt sie diesen Mangel jeweils bei der Weihnachtsaufführung. Obwohl sie dafür ins nahe Kirchgemeindehaus zügelt, finden nie alle Angehörigen– mit Eltern und Grosseltern rasch einmal 500 bis 600 Leute – aufs Mal Platz. Gefeiert wird deshalb zweimal, quasi in Schichten.

Daneben muss auch die Basisstufe der Sprachbehinderten irgendwo noch unterkommen. Ansonsten werden die alten Gebäude, so das Resultat erster Abklärungen, den künftigen Raumbedarf mehr oder weniger decken. Wenn auch mit einer anderen inneren Einteilung: Weil seit der letzten Sanierung vor 30 Jahren immer wieder neue Zimmer geschaffen wurden, ist die heutige Struktur zu kleinteilig.

Zu den Kosten macht der Kanton im Moment noch keine Angaben. Die Bauarbeiten möchte er bis 2017 abgeschlossen haben, vorausgesetzt, alles verläuft einigermassen nach Plan.

Viele pendeln

Das Pädagogische Zentrum für Hören und Sprache bietet Unterricht für normal begabte Kinder mit Sprach- und Hörbehinderungen aus dem ganzen Kanton. Wer einen weiten Weg hat, wohnt vor Ort im Internat. Die meisten pendeln aber von daheim nach Münchenbuchsee.

Ein Artikel aus der
 
(Stephan Künzi, Berner Zeitung BZ)
31.08.2012

BZ-Artikel: Das Sportzentrum kann saniert werden

Die Parlamentarier stellen Geld für das «Hirzi» bereit – wie schon die Kollegen in Zollikofen.

Die GFL formulierte ihre Kritik nochmals. Als das Parlament in Münchenbuchsee gestern über die Sanierung der Sportanlage Hirzenfeld debattierte, bemängelte Fraktionssprecher Thomas Scheurer wie schon letzte Woche die Kollegen in Zollikofen, dass die Vorlage auch eine Sanierung der zugehörigen Wohnung umfasst. Wo sich doch diese eigentlich über die Mieten finanzieren müsste – dass sie dennoch zur Vorlage gehöre, sei umso störender, als das dafür nötige Geld der Spezialfinanzierung Planungsmehrwerte entnommen werde. «Das ist eine versteckte Subventionierung.»

Dieser Argumentation konnten die anderen Parteien allerdings nicht folgen. Sie betonten nicht nur die Wichtigkeit der Anlage, die mit ihrem Bad und ihrer Eisbahn der ganzen Bevölkerung diene. Sie wiesen auch darauf hin, dass für die Wohnung kein Unterhaltsfonds existiere. Und dass die Mieteinnahmen letztlich in die gesamte «Hirzi»-Rechnung einflössen und so die Defizitbeiträge der zwei angeschlossenen Gemeinden verringere.

Vor diesem Hintergrund wurde ein Rückweisungsantrag der GFL gegen 3 Stimmen klar abgelehnt. Das Geschäft nahm dann die Hürde mit 34 zu 0 Stimmen klar. Die Sanierungsarbeiten kosten Münchenbuchsee 776 000 Franken. Zollikofen, das als zweite beteiligte Gemeinde bereits letzte Woche Ja gesagt hat, leistet 440 000 Franken. skk

ZIVILSCHUTZ: Mit Bern

Münchenbuchsee und Zollikofen übertragen den Zivilschutz an die Stadt Bern. Wie schon letzte Woche die Kollegen in Zollikofen haben gestern auch die Parlamentarier in Münchenbuchsee dazu Ja gesagt.


Ein Artikel aus der
(ssk, Berner Zeitung BZ)
31.08.2012

Bund-Artikel: Sportzentrum Hirzenfeld wird saniert

Nach Zollikofen hat auch das Gemeindeparlament von Münchenbuchsee der Sanierung des gemeinsam betriebenen Sportzentrums zugestimmt.

Das «Hirzi», wie das Sportzentrum mit Schwimmbad im Sommer und Eisfeld im Winter genannt wird, weist Sanierungsbedarf auf. Das Sanierungspaket umfasst eine neue Heizung, neue sanitäre Anlagen sowie die Sanierung der Mietwohnung und kostet 1,22 Millionen Franken. Gestern Abend hat der Grosse Gemeinderat von Münchenbuchsee einen Kredit von 780 000 Franken genehmigt. Am 22. August hatte das Parlament von Zollikofen seinen Anteil von 440 000 Franken ebenfalls bewilligt. Die beiden Nachbargemeinden betreiben das Hirzenfeld seit April 2011 gemeinsam.

Rückweisungsantrag der GFL

Dass Münchenbuchsee in diesem Fall mehr bezahlen muss, ist Bestandteil des Vertrags, den die zwei Gemeinden abgeschlossen haben. Münchenbuchsee wollte damals 250 000 Franken investieren, noch bevor es zur neuen Trägerschaft kam - die Investition erfolgte aber nicht mehr. Deshalb kommt es nun zu dieser «Vorableistung» von Münchenbuchsee.

Die GFL wollte, dass die Sanierung der Wohnung, mit Kosten von gesamthaft
70 000 Franken für die beiden Gemeinden, gestrichen wird. Die Partei stellte darum einen Rückweisungsantrag. Die GFL stand aber auf verlorenem Posten. Der Antrag wurde gegen die drei Stimmen der GFL mit grossem Mehr abgelehnt, die Sanierung des Sportzentrums anschliessend bewilligt. Damit die Rechnung nicht belastet wird, soll das Geld aus der Spezialfinanzierung Planungsmehrwerte entnommen werden. Die Arbeiten sollen im nächsten Jahr ausgeführt werden.

Ein Artikel aus dem
wal, Der Bund)
30.08.2012

BZ-Artikel: Maring empfängt IG Allmend

Bewohner des Allmendquartiers erläuterten dem Gemeinderat ihre Forderungen. Ende November sollen erste Resultate vorliegen.

Am Dienstagabend wurde es eng im kleinen Sitzungszimmer von Buchsis Gemeindeverwaltung. Gleich sieben Bewohnerinnen und Bewohner des Allmendquartiers waren gekommen, um mit Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring-Walther (SP), Sozialdirektorin Charlotte Bühlmann (GFL) und Schuldirektor Pascal Lerch (EVP) ihre Anliegen zu besprechen. Vor drei Monaten waren die Vertreter der damals neu gegründeten Interessengemeinschaft Allmendquartier bereits schriftlich an den Gemeinderat gelangt (wir berichteten). Die IG verlangt, dass Postleitzahl und Ortsname des Quartiers, das vermeintlich zu Zollikofen gehört, künftig auf 3053 Münchenbuchsee lauten. Die Platzierung der Ortsschilder an den tatsächlichen Gemeindegrenzen soll die politische Zugehörigkeit zu Buchsi zusätzlich sichtbar machen. Weiter sollen Schulhaus und Kindergarten im Quartier erhalten bleiben. Und schliesslich fordert die IG, dass die Gemeinde in den Bereichen Verkehrskontrolle und Reinigung ihre Anstrengungen in der Allmend erhöht und mithilft, das Quartier im Rest der Gemeinde besser bekannt zu machen. Es ging beim Treffen vornehmlich darum, sich über den aktuellen Stand zu den einzelnen Forderungen auszutauschen, das weitere Vorgehen zu vereinbaren – und sich einmal in die Augen zu schauen. Erfreut nahm der Gemeinderat zur Kenntnis, dass zwei Frauen aus der Allmend im Herbst für das Ortsparlament kandidieren und die Gemeinde dank der IG wieder Ansprechpartner im Quartier hat. Der Hinweis von Gemeinderätin Bühlmann, dass sich die Kinder- und Jugendkommission ein Mitglied aus der Allmend wünsche, fand bei einem IG-Vertreter Gehör.

Was die einzelnen Themen angeht, versprach Gemeindepräsidentin Maring bis Ende November eine erste Rückmeldung.

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(hae, Berner Zeitung BZ)
29.08.2012

BZ-Artikel: Viel Natur auf wenig Raum

Bäume, Hecken, Gewässer: Das Areal der Sprachheilschule beherbergt viele Naturschönheiten.

Wer die Naturschönheiten in der Gemeinde Münchenbuchsee auf engem Raum sehen will, spaziert am besten über das Gelände der Sprachheilschule. Interessierte konnten es erleben: Auf einem Rundgang führte ihnen Projektleiterin Erika Loser vor Augen, was zum Beispiel einen schützenswerten Baum ausmacht. Und was einen Baum, der bloss erhalten werden muss.

Den Anlass für den Rundgang gab das dritte Paket der Ortsplanungsrevision, das die Behörden bis im Frühling über die Bühne bringen wollen. Zu dieser Vorlage gehört ein Plan, der die Naturschönheiten sowie die Baudenkmäler der Gemeinde vereint auf einem Blatt festhält. Bestandteile sind weiter das Baureglement und der Zonenplan, wobei hier wie dort die grossen Veränderungen bereits in früheren Schritten entschieden worden sind. Abstimmungstermin ist der 3. März.

Ein Schongebiet

Im Innenhof der Sprachheilschule zeigte Erika Loser die geschützte Hoflinde und gleich daneben eine Ahorngruppe, die in ihrem Bestand erhalten bleiben sollte. Während die Linde nur im Notfall gefällt werden darf und am gleichen Ort ersetzt werden muss, können die Ahorne mit Bewilligung entfernt werden. Auch für sie ist Ersatz vorgeschrieben. Dafür kommt allerdings auch die nähere Umgebung infrage.

Auf dem Areal wies Erika Loser auch auf schützenswerte Hochstammobstgärten sowie auf diverse Hecken hin, dazu auf das Biotop mit seinen vier Teichen und auf das renaturierte Bett des Kilchmattbachs. Die Chlostermatte, sagte sie mit einem Blick über die Senke, gelte übrigens als Landschaftsschongebiet. Landwirtschaftliche Bauten seien hier zwar möglich, müssten aber strengen Auflagen folgen.
Ein Artikel aus der
(skk, Berner Zeitung BZ)
23.08.2012

Bund-Artikel: Zivilschutz wird an die ZSO Bern plus übertragen

Seit rund zehn Jahren führen Zollikofen und Münchenbuchsee den Zivilschutz gemeinsam. Wegen Problemen, die nötigen Führungspositionen zu besetzen, wollen die Gemeinden den Zivilschutz über einen Leistungsvertrag an die ZSO Bern plus auslagern. Hauptargumente für den Gemeinderat sind die möglichen Synergien, die Erfahrung, die tieferen Kosten und die professionelle Führung. Demgegenüber lehnte die ZSO Grauholz eine Zusammenarbeit ab.

Der Grosse Gemeinderat von Zollikofen unterstützte gestern Abend die Vorlage ohne Gegenstimmen. Die Kosten für das nächste Jahr werden mit 180 000 Franken angegeben, für die Folgejahren sollen es 145 000 Franken sein. Nach den Berechnungen der Gemeinde ist dies deutlich weniger, als im Falle weiterer Selbstständigkeit aufgewendet werden müsste. Nächste Woche wird auch das Parlament von Münchenbuchsee über das Geschäft befinden.

Ein Artikel aus dem
(wal, Der Bund)
20.08.2012

BZ-Artikel: Schuh gegen Marienkäfer — wer gewinnt das Rennen?

Der Schuh von Richard Dürig, der Marienkäfer von Nadja Köchli. Bilder Nadia Schweizer
Ob Marienkäfer oder Schuh, beim Grand Prix der Seifenkisten waren alle willkommen. Die Pfadi liess in der Kategorie Fun erstmals selbst gebaute Kisten an den Start.

Man nehme ein paar Holzplatten, montiere vier Räder – und fertig ist die Seifenkiste. Die einfachen Gefährte faszinieren nach wie vor ein breites Publikum. Sie tun dies auch in Münchenbuchsee, wo die Pfadi seit 41 Jahren den Grand Prix der Seifenkisten organisiert. So ist für ein ausgelassenes Sommerfest gesorgt.

Rund 60 Seifenkistenfanatiker rasen auch dieses Jahr den Höhenweg hinunter und liefern sich ein spannendes Rennen. Zum ersten Mal lässt die Pfadi in der Kategorie Fun selbst gebaute Kisten starten — sehr zur Freude der anwesenden Kinder.

Zum Grand Prix in Münchenbuchsee reisen Teilnehmer jeden Alters aus der ganzen Schweiz an. Wie Alessio Spahni, der aus dem Tessin stammt. Er wird in der Kategorie Fun den zweiten Platz erreichen.

Der legendäre Schuh

Die wohl skurrilste Kiste des Rennens gehört allerdings einem Einheimischen. In einem überdimensionierten Schuh brettert Richard Dürig schon seit einigen Jahren regelmässig den Hang hinunter und zieht damit die Blicke auf sich. «Einige Kinder kommen Jahr für Jahr nur um den Schuh zu sehen», sagt Dürig.

Vor sieben Jahren baute er die aussergewöhnliche Kiste aus Pappmaché und einem alten Postwagen gemeinsam mit einem Freund. «Wir nahmen damals am Seifenkistenrennen in Lausanne teil.» Seither macht der abenteuerlustige Schuhbesitzer immer wieder beim Rennen der Pfadi mit — und hat sichtlich Spass dabei.

«Für mich zählt vor allem der olympische Gedanke. Und wenn ich auch noch ein paar Kinder erfreuen kann, macht das mich besonders glücklich.» Trotzdem ist er in Münchenbuchsee mit seinem Schuh zum letzten Mal am Grand Prix dabei. «Im nächsten Jahr werde ich mit einer neuen Kiste starten, und es soll sicher wieder etwas Unerwartetes werden. Was genau ich mache, weiss ich aber noch nicht», sagt Richard Dürig.

Besonders viele Fans

Nadja Köchli startet ebenfalls in der Kategorie Fun. Bereits zum fünften Mal fährt die 14-Jährige die Strecke mit ihrer Marienkäferkiste. «Da ich die Einzige aus der Pfadi bin, die mitfährt, habe ich immer besonders viele Fans, die mich während des Rennens nach Kräften unterstützen», sagt sie. Der Marienkäfer gewinnt mit rund zwei Minuten das Rennen und führt damit die Kategorie Fun an. Bloss sieben Sekunden später fährt Alessio Spahni durch das Ziel. Richard Dürig schafft es mit seinem Schuh auf den dritten Platz.

Ein Artikel aus der
(pst/pd, Berner Zeitung BZ)
03.08.2012

BZ-Artikel: Brand steht in der Poleposition fürs SVP-Präsidium

Peter Brand, Müchenbuchsee, Grossrat, Notar. Bild zvg
Jetzt steht es fest: Jolanda Brunner, Peter Brand, Manfred Bühler und Werner Salzmann wollen die Führung der SVP Kanton Bern übernehmen. Die Entscheidung fällt am 31.Oktober.

Fritz Reber ist zufrieden. Vier Kandidaturen wurden dem Präsidenten der Findungskommission der bernischen SVP bis am 31.Juli für das Präsidium der SVP Kanton Bern gemeldet: «Alle vier sind gute Leute, und keiner ist ein Alibikandidat.» Reber hätte sich zwar gewünscht, dass ein Nationalrat oder eine Nationalrätin die Nachfolge von SVP-Kantonalpräsident Rudolf Joder angetreten hätte. Doch keines der acht Nationalratsmitglieder will die Parteileitung übernehmen.

Die SVP-Frauenpräsidentin

Offiziell beworben haben sich eine Frau und drei Männer. Jolanda Brunner, die 51-jährige Spiezer Gemeinderätin und Präsidentin der SVP-Frauen Kanton Bern, betont, es sei Zeit, dass sich eine Frau dieser Führungsaufgabe stelle und die Partei in der Sache vorwärtsbringe. Persönlich habe sie nur positive Stimmen zu ihrer Kandidatur gehört. Es gebe aber sicher andere, die an der Spitze der bernischen SVP lieber eine Hardlinerin sehen würden. Der Harmonisierung der Schweizer Volksschule habe sie zwar zugestimmt, sagt die Mutter von zwei erwachsenen Töchtern. Ganz auf der Linie der SVP Schweiz trete sie jedoch für die Begrenzung der Einwanderung ein und habe sich für die Vorlage Staatsverträge vors Volk und für die Minarettverbots-Initiative starkgemacht. Brunner, die dem Zentralvorstand der SVP Schweiz angehört, beurteilt ihre Wahlchancen als intakt, «eine Prognose ist jedoch schwierig».

Der Kantonsangestellte

Geplant sei seine Kandidatur nicht gewesen, sagt der 50-jährige Werner Salzmann aus Mülchi. Doch sei er von verschiedenen Personen, darunter National- und Grossräten, zur Kandidatur ermuntert worden. Salzmann, der im letzten Herbst den Sprung in den Nationalrat nur knapp verpasst hatte, sieht sich in der SVP gut verwurzelt. Tatsächlich hat der Vater von vier Kindern der Berner SVP schon in vielen verschiedenen Chargen gedient.

Werner Salzmann ist überzeugt, dass er die für das Präsidium nötigen Qualifikationen erfüllt, etwa die Führungserfahrung. Er bekleidet im Militär den Rang eines Oberst und präsidierte etliche Verbände und Vereine; aktuell steht er dem Berner Schiesssportverband vor. Kein Hindernis sieht er darin, als Chefexperte Landwirtschaft der bernischen Steuerverwaltung Kantonsangestellter und gleichzeitig Präsident der SVP Kanton Bern zu sein: «Das müsste vereinbar sein.» Zu einem ernsthaften Konflikt könnte dies führen, wenn er als SVP-Präsident die Steuerpolitik des Kantons Bern und damit auch diejenige seiner Chefin, Regierungsrätin Beatrice Simon, kritisieren würde.

Der Bernjurassier

Bereit zum Kampf um das Präsidium seiner Partei ist auch Manfred Bühler. Der Anwalt und Grossrat aus Cortébert hat viele positive Stimmen zu seiner Kandidatur gehört. Es sei wichtig, zu zeigen, dass die SVP des Berner Juras präsent sei, hätten seine Parteifreunde gesagt. Aber er habe auch kritische Reaktionen erhalten. Etwa jene, dass er mit erst 33 Jahren zu jung für das Amt des Kantonalpräsidenten sei.

Trotz seines jugendlichen Alters gehörte Bühler bereits während 12 Jahren dem Gemeinderat von Cortébert an und präsidierte den Bernjurassischen Rat. Im Gegensatz zu Jolanda Brunner und Werner Salzmann ist der perfekt zweisprachige Bühler Mitglied des Grossen Rates. Zudem wurde er kürzlich zum Vizepräsidenten der SVP Kanton Bern gewählt – nicht zuletzt mit dem Ziel, Bühler für die Regierungsratswahlen 2014 bekannt zu machen. Dies dürfte seine Chancen, Parteipräsident zu werden, jedoch schmälern. Denn sollte er in zwei Jahren in die Kantonsregierung gewählt werden, müsste er als SVP-Präsident bereits wieder zurücktreten.

Der SVP-Fraktionschef

In der Poleposition im Kampf um das bernische SVP-Präsidium steht Peter Brand. Der 54-jährige Notar aus Münchenbuchsee gehört seit 2002 dem Grossen Rat an und präsidiert dort die 44-köpfige SVP-Fraktion. Er politisiert stramm bürgerlich und hat trotzdem keine Berührungsängste zu den politischen Gegnern. Unverkrampft ist Brands Verhältnis zu den Grossratsmitglieder der BDP. Für ihn ist klar: Die bürgerliche Wende im Regierungsrat ist nur zu erreichen, wenn alle bürgerlichen Parteien zusammenspannen.

«Ich habe sehr viel Rückhalt gespürt, als meine Kandidatur für das Parteipräsidium bekannt wurde», betont Peter Brand, der auch Präsident des Hauseigentümerverbandes Kanton Bern ist. Sollte er zum Nachfolger von Rudolf Joder gewählt werden, würde er als Chef der SVP-Grossratsfraktion zurücktreten. Dann könnte dort, sofern die Fraktion dies unterstützt, der Weg frei sein für Manfred Bühler.

Die Findungskommission der SVP analysiert nun die vier Kandidaturen und gibt den SVP-Delegierten eine Wahlempfehlung ab. «Ich gehe davon aus, dass wir der Delegiertenversammlung vom 31.Oktober höchsten zwei Kandidierende zur Wahl vorschlagen werden», betont Fritz Reber.

Ein Artikel aus der
(Urs Egli, Berner Zeitung BZ)
03.08.2012

BZ-Artikel: McDonald's bleibt nach Brand geschlossen

Hier werden in den nächsten Tagen keine Hamburger gebraten: Im McDonald’s in Zollikofen (Gemeinde Münchenbuchsee) wütete gestern ein Feuer.

Noch am Donnerstagmittag lag ein scharfer Brandgeruch über dem McDonald’s beim Bahnhof Zollikofen. Rot-weisse Absperrbänder umspannten grossräumig Restaurant und Zufahrt. Die hungrigen Gäste mussten abgewiesen werden. Die meisten nahmen es mit Humor und wichen auf die benachbarte Tankstelle aus oder besuchten ein anderes Lokal in der Nähe. Angestellte verteilten Gratisgutscheine für einen Hamburger, um die Enttäuschung zu mildern und zugleich auf die in Schönbühl gelegene Filiale derselben Kette aufmerksam zu machen.

Grund für diese ungewöhnliche Aktion war ein Feuer, das Stunden zuvor im Restaurant ausgebrochen war. Mitarbeiter der Frühschicht entdeckten den Brand in den Morgenstunden. Kurz vor 7.30 Uhr ging der Alarm bei der Berner Kantonspolizei ein. Die Feuerwehr Münchenbuchsee rückte mit vierzehn Mann und vier Fahrzeugen aus und hatte den Brand gegen 8.15 Uhr gelöscht. Personen kamen keine zu Schaden, allerdings hatte sich in den Räumlichkeiten viel Rauch gebildet.

 

Wann in Zollikofen wieder gebraten und frittiert wird, ist derzeit unklar. Weder die Angestellten vor Ort noch die Mediensprecherin von McDonald’s Schweiz, Aglaë Strachwitz, konnten diesbezüglich genaue Angaben machen. Es sei aber davon auszugehen, so Strachwitz, dass die Filiale während der nächsten Tage geschlossen bleibt. Näheres zum entstandenen Sachschaden ist ebenfalls noch unbekannt.

 

Dagegen liegen bereits erste Informationen über die mögliche Brandursache vor. Die Polizei meldete, dass sich die Ermittlungen der Spezialisten derzeit auf einen Defekt in einem Tumbler konzentrieren. Dieser stand in einem der hinteren Räume des Gebäudes, von wo aus sich das Feuer ausbreitete.

Ein Artikel aus der
(Simon Marti, Berner Zeitung BZ)
02.08.2012

Bundesfeier 2012: Viele Besucherinnen und Besucher

Bratwurstduft lockte zahlreiche Festbesucher, Buchserinnen und Buchser am frühen Abend auf den festlich geschmückten Schulhausplatz zur Vorfeier des 1. August. Seit einigen Jahren feiern wir in Münchenbuchsee bereits am 31. Juli den Nationaltag wie es zum Teil auch in umliegenden Gemeinden üblich ist. Viele Leute, auch die Helfer des Anlasses, schätzen dies, weil sie dann ihren arbeitsfreien Tag gemütlich mit der Familie, Freunden und Bekannten verbringen können.

Der Schwerpunk der diesjährigen Bundesfeier lag vorwiegend bei Heimatlichem und Traditionellem. Musikalisch unterhielten abwechslungsweise die „Äschlenälpler“ und die „Schmittebuebe“, Mundhandwerk aus dem Diemtigtal. Sie verleiteten das gutgelaunte Publikum hie und da gar zum Tanzen.

An einem Basteltisch beklebten Kinder lustige Lampions in der Form des Hippie-gschpängschtli mit farbigen Punkten und Blümchen. Beliebt war auch wieder das Steckenbrot backen am Feuer.

Mit Klängen der Alphornbläser vom Bäreried wurde der Festteil angekündigt. Herr Andreas Gasser, Präsident des Grossen Gemeinderates, hielt die Ansprache. Er freue sich, als ein „echter Buchsigiel“, fest im Dorf verankert, das Wort an die Festgemeinde richten zu dürfen.

In der Aula erwartete Kasperli während dieser Zeit  die Kinder um ihnen Geschichten vorzuspielen. Johnny Pulfer, der Tramfahrer aus Bern, sein Kasperlitheater ist für die Kleinen ein Begriff, gespannt verfolgten sie seine Darbietungen und freuten sich eine seiner Ballonfigur Heim nehmen zu dürfen.

Ein Höhepunkt des Abends ist, nicht nur für die Kinder, der Lampionumzug. Angeführt vom Rhythmus der Taktsurfer zogen Klein und Gross durch das Dorf. Viele lustige, farbenfrohe Hippigschpängschtlilaternen leuchteten neben Lampions mit Schweizer Kreuzen, Sonnen, Monden und bunten Kugeln.

Zurück auf dem Schulhausplatz konnte man, hinter Bäumen versteckt, bereits das Festfeuer auf der Egg sehen.

Mit viel „Musig“, bei Bier und Wein oder Kaffee und Kuchen vom feinen Backwarenbuffet konnte man diesen schönen Sommerabend noch gemütlich ausklingen lassen.

Die Taktsurfer haben diesen Anlass dieses Jahr zum 10. Mal im Auftrag des Gemeinderates organisiert und freuen sich, dass jeweils so viele Gäste teilnehmen.

Taktsurfer / Einwohnergemeinde Münchenbuchsee
27.07.2012

BZ-Artikel: "Puscal" kratzt den Schotter weg

Auf Gleis 1 im Bahnhof ersetzen die SBB diese Woche den Schotter. Zu diesem Zweck ist in den Nächten der «Puscal» in Aktion – eine rund 400 Meter lange Fabrik auf Schienen.

Um 22.40 Uhr kriecht das Monstrum heran. Langsam fährt der «Puscal» der Waadtländer Firma Scheuchzer im Bahnhof Münchenbuchsee ein. Er kommt von Zollikofen, wo er tagsüber abgestellt war und neu beladen wurde. In der Mitte befindet sich der Arbeitswagen, auf dem die Gleise in 18 Meter langen Teilstücken herausgehoben werden können – das entspricht der Länge der alten Schienen.

In den Nächten bis am 4. August ersetzen die Arbeiter das Schotterbett auf Gleis 1 des Bahnhofs Münchenbuchsee. Gleichzeitig werden neue Holzschwellen unter die Schienen montiert. In einem zweiten Arbeitsgang ersetzt eine andere Maschine auch die Schienen.

 

Bauen auf einem Gleis


Rund 40 Personen sind rund um den Bauzug beschäftigt. Die meisten sind Spezialisten für Gleisbau, dazu kommen die Sicherheitsleute der SBB. Jedes Mal, wenn ein Zug die Baustelle kreuzt, ertönt ein Signalton. «Die Geschwindigkeit ist während der Bauzeit auf 50 Stundenkilometer beschränkt», sagt Baustellenleiter Hans Bachmann.

 

Der «Puscal» steht unterdessen exakt dort, wo es das erste Teilstück in dieser Nacht zu ersetzen gilt. Zwei Kräne auf Schienen gleiten auf dem Zug heran. Ihre vier Arme packen das alte Gleisstück, dann gibt es einen Ruck, und die 18 Meter Schienen hängen mitsamt den Schwellen in der Luft. Die beiden Kräne gleiten damit weg und legen das Stück auf dem Waggon für die alten Schwellen ab. Blitzschnell lösen die Arbeiter die Schrauben, die Kräne transportieren die Gleisstücke auf die neuen Schwellen. Dort werden sie ebenso schnell wieder aufgeschraubt.

 

Der Schotter muss weg


Gleichzeitig macht sich auf dem leeren Stück Schotterbett eine gewaltige Fräse zu schaffen. Unter ohrenbetäubendem Lärm schabt sie den alten Schotter vom Boden und verfrachtet ihn auf ein Förderband. «Der Schotter ist zu fein, darum muss er vollständig ersetzt werden», sagt Bachmann. Darunter kommt der nackte Erdboden zum Vorschein. Nachdem die gesamten 18 Meter Boden gereinigt sind, sausen von der anderen Seite hier wieder die beiden Kräne heran. Sie haben je ein sogenanntes Chübeli geladen. So nennen die Arbeiter kleine Mulden mit je vier Kubikmeter neuem Schotter. Vorsichtig leeren die Kräne das Material ins Loch, dann holen sie die nächsten Mulden. Ein Schieber planiert den Schotter. Ist die richtige Höhe erreicht, legen die Kräne das Gleisstück mit den neuen Schwellen zurück, das mit dem angrenzenden Stück verbunden wird.

 

Nach knapp einer Stunde fährt der «Puscal» 18 Meter weiter. Die Arbeit am nächsten Gleisstück beginnt – das zweite von fünf in dieser Nacht. Um 5.30 Uhr wird das Gleis bis zur nächsten Nachtschicht für den Zugverkehr freigegeben.
Ein Artikel aus der
(Anna Tschannen, Berner Zeitung BZ)
27.07.2012

BZ-Artikel: In Jegenstorf badeten feine Damen, in Münchenbuchsee adlige Jünglinge

200 Jahre alt Die Lithografie entstand kurz nachdem sich im Hofwiler Bad erstmals die Zöglinge vergnügt hatten.

Das Volk plantschte im Bach oder Weiher, die Mehrbesseren vergnügten sich in Bassins. In Münchenbuchsee und Jegenstorf bauten Bernburger Badeeinrichtungen, die anfangs nur Auserwählten offen standen. Beide Anlagen sind heute geschlossen, haben aber sehenswerte Bauten hinterlassen.


HOFWIL BEI MÜNCHENBUCHSEE


Wie ein tragischer Todesfall Gutes bewirkte. 150 Jahre lang schwammen angehende Schulmeister im Freibad des Seminars Hofwil.

Die Knaben spritzen und johlen. Das Wasser ist zwar kalt. Doch dass sie für den Schwimmunterricht im Moossee während einer Stunde der nahen Erziehungsanstalt entweichen können, begeistert die Buben, allesamt Jünglinge aus höheren Ständen. Vorerst bemerkt niemand, dass jemand fehlt. Als sie, angeleitet vom Herrn Schulmeister, in Reih und Glied zurückkehren sollen, fällt die Lücke auf. Joseph, den sie Seppl nennen, der Sohn eines bayrischen Generals, ist verschwunden. Die Buben finden den Vermissten bald. Er liegt ertrunken im Wasser.

 

Erstes Bassin der Schweiz


So oder ähnlich hat sich vor bald 200 Jahren ein Ereignis abgespielt, das der Schule bei Münchenbuchsee erst Unglück brachte – und dann das allererste künstliche Schwimmbad der Schweiz bescherte. Der Tod des jungen deutschen Adligen erschütterte den Gründer der Bildungsanstalt, den Berner Patrizier Philipp Emanuel von Fellenberg. Der Vorfall bedrohte den Ruf seiner weit über die Grenzen hinaus bekannten Musterschule. Damit sich so etwas nicht wiederholt, liess er in der Nähe ein Schwimmbecken mit Sprungturm bauen. 1822 war das. Eine ähnliche Einrichtung gab es damals erst in der Nähe von Hamburg.

 

Heute ein Baudenkmal


150 Jahre lang schwammen und planschten hier die Schüler des Höfus, des Lehrerseminars und heutigen Gymnasiums. Weil die Anlage nicht mehr den Hygienevorschriften entsprach, müssen die Jugendlichen seit 1971 aufs nasse Vergnügen verzichten. Der Kanton Bern, als Besitzer der Schule, renovierte die Bauten. Auch wenn kein Wasser mehr lockt, erfreut die Spaziergänger heute eine schön hergerichtete Anlage an idyllischer Lage.

 

SCHLOSS JEGENSTORF


Wie sich erst hohe Herrschaften und dann die Dorfjugend abkühlte. Der Erste Weltkrieg warf dunkle Schatten, als sich das Bassin im Schlosspark erstmals füllte.

Wie sich erst Herrschaften und dann die Dorfjugend im Park abkühlten. Der eben begonnene Erste Weltkrieg dämpfte die Freude, als sich das Bassin erstmals füllte.

Durch die offenen Fenster des Schlosses erklingt Musik, Klavier und Geige, Offenbach und Léhar. Im Garten spazieren Damen mit Sonnenschirmen, derweil die Herren mit ernster Miene die bedrohliche Weltlage diskutieren. Hinten im Park hört man, wie juchzend ein Mann ins Wasser springt. Zu sehen ist nichts. Das Bassin ist doppelt vor Blicken geschützt, durch eine Palisade und durch eine Hecke. Auch ohne diesen Schutz wären keine Blössen zu erhaschen: Die Damen und Herren tragen Badetrikots, die wirklich nichts zeigen.

 

Für gediegene Gesellschaften


1914 ists. Der Badeweiher im Jegenstorfer Schlosspark ist eben fertig gestellt. In Bern hat die Landesausstellung begonnen. Ganz Europa ist durch einen furchtbaren Weltkrieg bedroht. Schlossbesitzer Arthur von Stürler hat in der ererbten Liegenschaft vieles umgebaut. Im Park ist ein etwa 15 mal 10 Meter grosses Bassin entstanden. Stürler liebt gediegene Gesellschaften. Wenn Stimmung und Witterung es erlauben, tummeln sich seine Gäste im Wasser.

 

Stilvoll Plantschen für alle


Den einfachen Jegenstorfern bleibt der Spass vorerst verwehrt. Die Hautevolee will unter sich bleiben. Ab 1934 dürfen dann auch Gielen und Modis aus dem Dorf planschen. Das Schloss gehört jetzt einer Stiftung. Sie öffnet das Becken für die Allgemeinheit. Etwa 20 Jahre lang hat das damals noch bäuerliche Jegenstorf eine hochherrschaftliche Badeanstalt. Auf Dauer vermag die Stiftung den Unterhalt jedoch nicht zu bezahlen. In den Fünfzigerjahren schüttet sie das Becken zu. Erhalten geblieben ist das Badehaus. Heute dient es als Lagerraum und zurzeit als Kulisse für das Freilichttheater «Houpme Lombach» der Jegenstorfer Schlossspiele. 

 

Ein Artikel aus der
(Peter Steiger, Berner Zeitung BZ)
20.07.2012

Öffentliche Mitwirkungsauflage Vernetzungsplanung Münchenbuchsee - Scheunen

Der Gemeinderat von Münchenbuchsee bringt gestützt auf Art 58 BauG vom 9. Juni 1985 das überkommunale Vernetzungsprojekt nach Öko-Qualitätsverordnung (ÖQV) der Gemeinden Münchenbuchsee, Deisswil, Wiggiswil, Zuzwil, Iffwil und Scheunen zur öffentlichen Mitwirkungsauflage.

 

Die Vernetzungsplanung Münchenbuchsee – Scheunen liegt vom 26. Juli 2012 bis und mit 26. August 2012 in der Gemeindeverwaltung/Bauabteilung auf.

Öffnungszeiten: Montag – Donnerstag 8 – 12 und 14 – 17h, Freitag durchgehend von 8 – 15h, Dienstagabend bis 18.30h.

 

Während der Mitwirkungsfrist können alle Interessierten schriftlich und begründet Anregungen und Einwendungen zur Planung anbringen. Die Eingaben sind bis am 27. August 2012 persönlich oder per A-Post an die Präsidialabteilung Münchenbuchsee zu richten.

 

Informationsveranstaltung über die

Vernetzungsplanung nach Öko Qualitätsverordnung

 

Im Rahmen der Mitwirkung findet für interessierte Kreise eine Informationsveranstaltung statt:

 

Donnerstag, 16. August 2012, 20.00h im Restaurant Kreuz in Iffwil

 

Die Information umfasst folgende Themen:

  • Was ist die Ökoqualitätsverordnung? Was ist Vernetzung?
  • Was sind die Vorgaben von Bund und Kanton
  • Was beinhaltet die Planung?
  • Was ist für die Bewirtschafter wichtig zu wissen?

 

Gerne werden an dem Abend auch Fragen zum Thema beantwortet.

 

Der Gemeinderat

16.07.2012

BZ-Artikel: Die Feuerwehr konnte am Samstag einen grösseren Brand verhindern

Die vierzig Feuerwehrleute aus Münchenbuchsee und Zollikofen waren gerade noch rechtzeitig zur Stelle. Als sie am Samstagmittag kurz nach halb zwölf Uhr beim Mehrfamilienhaus an der Bernstrasse 96 eintrafen, hatten die Flammen schon vom Balkon aufs Unterdach übergegriffen. In der Folge gelang es ihnen aber, einen Dachstockbrand zu verhindern, und so blieb auch die Wohnung darunter bis auf einen kleinen Wasserschaden mehr oder weniger intakt. Deren Bewohner mussten dennoch vorübergehend bei Kollegen unterkommen, da die Brandwache in der folgenden Nacht stündlich patrouillieren musste. Für die Passanten hatte das Feuer bereits am Mittag Folgen. Weil für den Einsatz die Autodrehleiter nötig war und diese Platz brauchte, wurde die Bernstrasse für drei Stunden gesperrt und der Verkehr umgeleitet. Zu grösseren Staus kam es aber nicht. Ausgebrochen war das Feuer wegen «unsachgemässem Umgang mit Raucherwaren», wie die Polizei mitteilt. Verletzt wurde niemand.

Ein Artikel aus der
(skk, Berner Zeitung BZ)
16.07.2012

Kantonspolizei Bern: Grosser Sachschaden bei Brand

Ein Brand hat am Samstagmittag in Münchenbuchsee grossen Sachschaden
angerichtet. Verletzt wurde niemand.

Am Samstag, 14. Juli 2012, ging kurz nach 1130 Uhr eine Meldung bei der Kantonspolizei Bern ein, wonach es in einer Wohnung an der Bernstrasse 96 in Münchenbuchsee brenne. Als die ausgerückten Feuerwehren Münchenbuchsee und Zollikofen vor Ort eintrafen, hatte sich das Feuer bereits auf das Unterdach des Mehrfamilienhauses ausgebreitet. Das Feuer konnte von den rund 40 Feuerwehrleuten gelöscht werden.

Gemäss Ermittlungen der Brandspezialisten der Kantonspolizei Bern war der Brand auf einem Balkon ausgebrochen und ist auf unsachgemässen Umgang mit Raucherwaren zurückzuführen. Verletzt wurde beim Brand niemand. Es entstand aber Sachschaden in der Höhe von mehreren Hunderttausend Franken. Die betroffene Wohnung ist nicht mehr bewohnbar.

Während den Löscharbeiten musste die Bernstrasse für mehrere Stunden gesperrt werden.
Medienmitteilung
(pkb)
03.07.2012

BZ-Artikel: Die Bürgerlichen finden keinen Herausforderer

Weder die SVP noch die FDP fordern die amtierende Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring bei den Wahlen im Herbst heraus.

Elsbeth Maring-Walther (SP) darf sich auf eine weitere Amtszeit als Gemeindepräsidentin von Münchenbuchsee vorbereiten. Denn die SVP, mit drei Sitzen im Gemeinderat die stärkste Kraft, stellt bei den Wahlen ins Präsidium am 25. November keinen Gegenkandidaten. Wie die Partei mitteilt, hat sie trotz intensivem Suchen keine Person gefunden, die für eine Kandidatur für das Vollamt bereit war. Es wurden zwar Gespräche «mit bestens qualifizierten Personen» geführt. Aber niemand war bereit, seine berufliche Tätigkeit aufzugeben. «Wir wären gerne angetreten», erklärt SVP-Präsidentin Annegret Hebeisen. Auch die FDP werde bei den Präsidiumswahlen nicht antreten, sagt Parteipräsident Georg Karlaganis. Die SVP und die FDP, die eine Listenverbindung eingehen, werden nun versuchen, im Gemeinderat eine bürgerliche Mehrheit zu erreichen. Die BDP hat über eine mögliche Kandidatur noch nicht diskutiert. Deren Präsident Walter Lanz ging bisher davon aus, dass es an der stärksten Partei sei, gegen Maring anzutreten.

Ein Artikel aus der
(hus, Berner Zeitung BZ)
03.07.2012

Bund-Artikel: SVP findet niemanden, der gegen Maring-Walther antreten will

Elsbeth Maring-Walther
In Münchenbuchsee scheint Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring-Walther (SP) ungefährdet. Nur die GFL überlegt noch.

Die SVP will in Münchenbuchsee bei den Wahlen am 25. November die bürgerliche Wende herbeiführen. Nun ist jedoch klar, dass Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring-Walther (SP) fest im Sattel sitzt, denn die SVP, bei den letzten Gemeindewahlen im Jahr 2007 die stärkste Partei im Ort, wird keine Kandidatur für das Präsidium stellen. «Trotz intensivem Suchen konnte keine Person gewonnen werden, welche sich für das Vollamt zu Verfügung stellt», heisst es in einer Medienmitteilung. «Wir haben bestens qualifizierte Personen angefragt, doch niemand war bereit, auf seine aktuelle berufliche Tätigkeit zu verzichten», sagt Parteipräsidentin Annegret Hebeisen. Um das Ziel der bürgerlichen Wende zu erreichen, ging die SVP zusammen mit der FDP eine Listenverbindung ein. Die BDP will alleine antreten und einen Sitz im Gemeinderat holen. In der siebenköpfigen Exekutive haben SP, GFL und EVP mit vier Sitzen derzeit eine Mehrheit. Im Parlament stehen sich zwei Blöcke mit je zwanzig Sitzen gegenüber.

Kein Sprung ins Ungewisse

Eine berufliche Neuorientierung kam für die drei amtierenden und wieder antretenden Gemeinderäte der SVP, Sonja Bucher, Cesar Lopez und Andreas Luginbühl, nicht infrage. Vor fünf Jahren ging Sonja Bucher für die SVP ins Rennen und unterlag im zweiten Wahlgang gegen Maring-Walther mit einer Differenz von 92 Stimmen. 2007 hätte Bucher ihr Modegeschäft im Dorf an eine Nachfolgerin übergeben können, diese Person hat sich aber unterdessen anders orientiert. «Ich kann nicht alles komplett auf den Kopf stellen.» Sie stehe jedoch als Gemeinderätin zur Verfügung. «Ich will meine Aufgabe, die Sanierung der Finanzen, in der zweiten Legislatur beenden.» Auch Lopez entschied sich für seine bisherige Tätigkeit als stellvertretender Leiter der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, wo er auch interne Projekte betreut. «Meine Arbeit gefällt mir sehr, ich habe die beiden Möglichkeiten gegeneinander abgewogen und bleibe bei der Staatsanwaltschaft.» Wäre das Gemeindepräsidium in Münchenbuchsee ein Halbamt, so wie früher, hätte Lopez möglicherweise versucht, beides unter einen Hut zu bringen. «Bei einem Vollamt aber geht das nicht.»

Maring: «Ich bin enttäuscht»

Amtsinhaberin Elsbeth Maring-Walther zeigte sich überrascht, dass die SVP auf eine Kandidatur verzichtet. «Ich bin enttäuscht, dass es nicht zu einem Wahlkampf kommt.» Aufgrund der Äusserungen und des Verhaltens sei sie davon ausgegangen, dass die SVP eine Gegenkandidatur aufstellen werde. Bei einer Wiederwahl, so Maring, wäre die demokratische Legitimation höher. Auf der anderen Seite könne sie sich bei einer allfälligen stillen Wahl ganz auf die Arbeit konzentrieren.

Ob es nun in Münchenbuchsee tatsächlich eine stille Wahl ums Präsidium gibt, ist noch offen. EVP und FDP winken ab, man werde niemanden ins Rennen schicken, heisst es auf Anfrage. FDP-Präsident Georg Karlaganis will die Bedeutung des Präsidiums «relativieren». «Es geht um die Gremien, dort werden Mehrheitsbeschlüsse gefällt.» Die EVP signalisiert Unterstützung für Maring-Walther. «Ich sehe nicht ein, warum jemand, der seine Arbeit gut macht, nach fünf Jahren ersetzt werden sollte», sagt Renate Löffel, Präsidentin der EVP.

Nur bei der GFL hält man sich alle Optionen offen, wie Parteipräsident Peter Stucki erklärt. «Wir haben die Frage an der Parteiversammlung diskutiert und haben uns noch nicht entschieden.» Man werde sich eine Kandidatur «ernsthaft» überlegen. Das Präsidium stelle für einige Personen in der GFL «eine Herausforderung» dar. Es wäre also möglich, dass die rote Amtsinhaberin Konkurrenz von eher unerwarteter, nämlich von grüner Seite erhält.

Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
24.06.2012

Bund-Artikel: Peter Brand will SVP-Präsident werden

Jetzt gibt es bereits zwei Kandidaten, die im Herbst das Präsidium der bernischen SVP übernehmen wollen. Peter Brand, seit 2002 im Grossen Rat, hat seine Ambitionen angemeldet. Unterstützt wird der 53-jährige Notar aus Münchenbuchsee von seiner Sektion, wie diese mitteilt. Bereits bekannt ist die Kandidatur von Grossrat Manfred Bühler aus dem Berner Jura.

 

Nach der Parteispaltung 2008 ist Brand Chef der SVP-Fraktion im Grossen Rat geworden. Vor allem in der Finanzpolitik hat er sich als dossiersicherer Meinungsführer seiner Partei profiliert.

 

«Als Parteipräsident könnte ich einiges bewegen», sagt Brand, der Präsident des Hauseigentümerverbandes ist. Dies wäre seine Hauptmotivation. Gerade im Hinblick aufs Wahljahr 2014 möchte er die bürgerliche Politik im Kanton mitgestalten und zum Erfolg führen. Eine Wende sei nur möglich, wenn die Bürgerlichen zusammenarbeiteten, sagt er.

 

Rudolf Joder hatte seinen Rücktritt als Parteipräsident Mitte Mai ankündigt. Brand war zunächst in der Findungskommission. Aus dieser ist er nun zurückgetreten.

 

Ein Artikel aus dem
(db, Der Bund)
22.06.2012

BZ-Artikel: Peter Brand will Präsident der Berner SVP werden

Grossrat Peter Brand politisiert seit 2002 im Grossen Rat. Bild Andreas Blatter
Der 53-jährige Grossrat und Notar Peter Brand (Münchenbuchsee) will Präsident der SVP Kanton Bern werden. Ende Oktober wählen die Delegierten den Nachfolger von Rudolf Joder.

Jetzt wollen bereits zwei SVP-Mitglieder Nachfolger von Kantonalpräsident Rudolf Joder werden. Bekannt ist die Kandidatur von Grossrat Manfred Bühler aus Cortébert. Gestern bestätigte Grossrat Peter Brand auf Anfrage seine Bewerbung: «Ich würde gerne eine neue Herausforderung annehmen.» Der Notar aus Münchenbuchsee, der am 12. Juli 54-jährig wird, sitzt seit 2002 im bernischen Grossen Rat und präsidiert dort die 44-köpfige SVP-Fraktion. Für Brand ist klar, dass er das Fraktionspräsidium im Fall seiner Wahl zum Präsidenten der SVP Kanton Bern abgeben müsste. Dieses entspreche etwa einem 20-Prozent-Pensum. Komme dazu, dass er durch sein Notariatsbüro stark belastet sei.

Peter Brand politisiert stramm bürgerlich und ist zum Beispiel für die Senkung der Motorfahrzeugsteuern, er scheut sich jedoch nicht, über die Parteigrenze hinaus nach Verbündeten zu suchen. Selbst zu seinen früheren Parteikollegen, die sich 2008 abgewandt haben und nun bei der BDP politisieren, hat Brand keine Berührungsängste: «Ich habe ein unverkrampftes Verhältnis zu den Grossrätinnen und Grossräten der BDP. Mein Vorteil ist, dass ich die Leute kenne und gut vernetzt bin.» Er sei sich gewohnt, mit allen Bürgerlichen zusammenzuarbeiten, erklärt Brand, der auch Präsident des Hauseigentümerverbandes Kanton Bern ist.

Zu den Regierungsratswahlen 2014 sagt Peter Brand: «Zentral ist für mich, dass wir die bürgerliche Wende schaffen.» Sollte er zum SVP-Präsidenten gewählt werden, stehe er für die Regierungsratswahlen ganz sicher nicht als Kandidat zur Verfügung. Fest steht für Brand, «dass die Bürgerlichen mit vier oder fünf Kandidierenden antreten müssen». Den Regierungsratskandidaten für den Sitz des Berner Juras hat die SVP mit ihrem Parteivizepräsidenten Manfred Bühler bereits in Stellung gebracht. Er soll im Frühjahr 2014, so das Ziel der SVP, der einzige bürgerliche Kandidat aus dem Berner Jura sein.

Mit der Kandidatur von Bühler für den Regierungsrat schwinden dessen Chancen, SVP-Präsident zu werden. Leer ausgehen müsste er trotzdem nicht: Bühler könnte neuer Chef der SVP-Grossratsfraktion und damit Nachfolger von Brand werden. 

Ein Artikel aus der
(Urs Egli, Berner Zeitung BZ)
19.06.2012

Bund-Artikel: Der Aufbau braucht Zeit

Bei den Wahlen in der Region mischt auch die GLP mit - doch die Sektionen schiessen nicht wie Pilze aus dem Boden.

Die Grünliberalen wollen die Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen lassen. «Wir konzentrieren uns vor allem auf Worb, Ostermundigen, Zollikofen und Münchenbuchsee, Gemeinden, in denen auch ein Parlament gewählt wird», sagt Christian Leu, Vorstandsmitglied der GLP Mittelland-Nord. Während in Ostermundigen und Worb eine Sektion gegründet werden konnte, es sind die Ortsparteien Nummer sieben und acht im Kanton Bern, ist man in Zollikofen und in Münchenbuchsee noch nicht so weit. In Zollikofen beschloss die GLP eine Listenverbindung mit der GFL. «Unter diesem breiten grünen Dach der GFL hat es für ökologisch sensibilisierte und engagierte Menschen aller Schattierungen viel Platz», hiess es damals in einer Medienmitteilung. In Bern waren die Bestrebungen für einen grünen Schulterschluss dagegen nicht von Erfolg gekrönt.


Offen präsentiert sich die Ausgangslage in Münchenbuchsee. Laut Leu ist noch unklar, wie die Grünliberalen zu den Wahlen antreten werden. Ein Entscheid über ein allfälliges Zusammengehen mit der GFL steht noch aus. In der Region Bern verfügen die Grünliberalen über ein Wählerpotenzial von rund 5 Prozent.


Ein Artikel aus dem
(wal, Der Bund)
19.06.2012

Bund-Artikel: Die BDP sucht Antwort auf die Frage: «Si mir öpper oder si mir niemer?»

In Gemeinden wie Zollikofen, Münchenbuchsee, Bolligen oder Worb tritt die BDP im Herbst zum ersten Mal zu den Wahlen an. Doch engagiertes «Personal» für die geplante Expansion ist schwer zu finden.

 

Die Ausgangslage ist verheissungsvoll. Bei den National- und den Grossratswahlen hat die BDP in vielen Gemeinden in der Agglomeration Bern einen Wähleranteil von rund 15 bis 16 Prozent eingefahren, und nun stehen im Herbst in diesen Gemeinden Wahlen an. Die BDP, die sich als «die neue Kraft» anpreist, will daraus Kapital schlagen - so wie sie das schon bei den Wahlen in Bern vor vier Jahren und in Köniz vor drei Jahren geschafft hat. Dafür braucht es aber einsatzfreudiges Fussvolk, das den Acker bestellt, und nicht nur Schulterklopfer, die es einfach gut finden, wenn die BDP zu den Wahlen antritt, weil auf diese Weise das Angebot grösser wird. Das kann zu einem Problem werden.


Kein Geld bei der kantonalen BDP


«Mehr Mitglieder, mehr Sektionen, Teilnahme an Gemeindewahlen, das gehört zu unserer Strategie, um Durchhänger zu vermeiden», sagt Heinz Siegenthaler, Präsident der kantonalen BDP. «Das Potenzial soll nicht brachliegen.» Am einfachsten sei es, wenn Ortssektionen gegründet würden. «Da gibt es aber manchmal ein Problem: Wer übernimmt die Führung?» Zudem kann die Kantonalpartei nur administrativ und organisatorisch Unterstützung bieten, aber nicht finanziell. «Nach den Wahlen auf nationaler und kantonaler Ebene sind unsere Kassen leer», sagt Siegenthaler. Die Sektionen müssten selber versuchen, das Geld zusammenzubringen.


Damit es nicht zu viele weisse Flecken auf der Landkarte gibt, greift man zum Mittel regionaler Sektionen, wie die Beispiele BDP Grauholz oder Worblental zeigen. Derzeit sind auf der Homepage insgesamt 53 Sektionen verzeichnet. Eine 54. befindet sich im Aufbau: Am Freitag findet in Zollikofen die Gründungsversammlung statt. Man habe sich überlegt, ob man mit der BDP Worblental zusammenspannen wolle, sagt Kathrin Anderegg-Dietrich, frühere SVP-Grossrätin. «Aufgrund der Resultate der letzten Wahlen und der Grösse des Ortes sollten wir jedoch eine eigene Sektion auf die Beine stellen», sagt sie. Allerdings will die BDP Zollikofen die Sache «süferli» angehen. Wie die Partei im November an den Wahlen teilnimmt, ist noch offen. Sie habe viele positive Rückmeldungen erhalten, sagt Anderegg. «Sympathisanten hat man noch schnell gefunden, jetzt geht es aber darum, den Tatbeweis zu erbringen.» Die Initianten für die Gründung bei der BDP in Zollikofen waren früher bei der SVP engagiert. Der Parteiwechsel vollzog sich bei der Gründung der BDP im Jahr 2008.


Bereits Ende März wurde in der Nachbargemeinde Münchenbuchsee eine eigene Sektion gegründet. Letzte Woche beschloss die neue Partei, bei den Wahlen am 25. November sowohl für den Gemeinderat wie auch für das Gemeindeparlament zu kandidieren. Die Nominationen werden erst nach den Sommerferien erfolgen, über Namen will BDP-Präsident Walter Lanz darum noch nicht spekulieren. «Wir sind auf Kurs.» Für den Grossen Gemeinderat mit vierzig Sitzen geht Lanz von einer Liste mit zehn bis fünfzehn Kandidierenden aus. «Für den Gemeinderat wollen wir mit zwei Kandidaten ins Rennen steigen.» Die BDP Buchsi tritt als eigenständige Partei an und verzichtet auf Listenverbindungen mit anderen Parteien. Das habe einen einfachen Grund, sagt Lanz, denn man wolle eine Antwort auf die Frage: «Si mir überhoupt öpper oder si mir niemer?» In der Legislative will die BDP vier bis sechs Sitze erobern, und ein Mandat in der siebenköpfigen Exekutive. Da der Kuchen, der verteilt wird, immer noch gleich gross ist, wird es Verlierer geben. Die viel erwähnte Opfersymmetrie, bei den Wahlen in Münchenbuchsee könnte sie Tatsache werden: «Wahrscheinlich werden alle Parteien Haare lassen müssen», sagt Lanz.


Junge Leute wären gefragt


In Bolligen wurde kürzlich ein Orientierungsabend durchgeführt, auf die Gründung einer Ortspartei wurde aber verzichtet, wie BDP-Grossrätin Vreni Kipfer erklärt. In Bolligen tritt die BDP unter dem Dach der Sektion Worblental an. «Vorläufig wollen zwei Personen für den Gemeinderat kandidieren», sagt Kipfer. Namen will sie noch nicht preisgeben. Die BDP wäre im Hinblick auf die Wahlen jedoch eine begehrte Braut. Bolligen Parteilos und die EVP sollen diskret angeklopft haben, doch die BDP lehnte ab. «Wir wollen herausfinden, wer wirklich für die BDP stimmen will», sagt Kipfer. Denn Nationalrats- oder Grossratswahlen seien nur beschränkt vergleichbar. In Gemeindewahlen stehe die Person im Vordergrund, nicht die Partei.


Auch im Worblental ist politisch engagiertes Personal rar. In Worb wird zwar der bisherige Gemeinderat Ernst Hauser wieder antreten, sonst aber gebe es nicht einen «Riesen-Run», wie die Präsidentin der Sektion Worblental, Therese Bernhard, sagt. Sie selber übernahm das Amt, weil sie nicht mehr zu den Grossratswahlen antrat. «Es müssten junge Leute nachkommen», findet Bernhard, die nicht ewig Präsidentin bleiben will. «Dieses Jahr mache ich es aber sicher noch», verspricht sie.


Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
15.06.2012

Verkehrsmassnahmen während des Dorfmärits vom Samstag, 16. Juni 2012

Um die Sicherheit gewährleisten zu können, werden im Ortszentrum folgende Verkehrsbeschränkungen verfügt:

Oberdorfstrasse
Allgemeines Fahrverbot ab Einmündung Fellenbergstrasse bis Verzweigung Schöneggweg; Zeit: 5.30–18.30 Uhr

Verkehrsumleitung
– 
Vom Dorfzentrum zum Oberdorf, ab Bernstrasse via – Fellenbergstrasse – Schmiedegasse – Bodenackerweg – Kirchlindachstrasse
In umgekehrter Richtung, Kirchlindachstrasse – Bodenackerweg – Höheweg – Sonnenweg – Unterfeldweg

RBS-Bus
Der Bus verkehrt ab Betriebsbeginn bis 18.30 über die Umleitungsroute. Dadurch ergeben sich folgende Änderungen:

1.  
Die Haltestelle Coop (beide Richtungen) wird an den Bodenackerweg verlegt (Bereich Konsumwägli).
2.  Abfahrtszeiten bei den Haltestellen Schönegg, Mätteli, Häuslimoos, Lindenweg und Coop jeweils 3 Min. früher als im Fahrplan angegeben.
3. Die Anschlüsse beim Bahnhof Zollikofen können nicht durchwegs garantiert werden.

Parkplätze

Für die motorisierten Märitbesucher und die Marktfahrer stehen nur im beschränkten Umfang Parkplätze zur Verfügung.

Allgemeines
Wir bitten Sie die Signalisationen und die Weisungen des Verkehrspersonals unbedingt zu beachten. Für das Verständnis danken wir Ihnen bestens.

Abteilung öffentliche Sicherheit
12.06.2012

BZ-Artikel: Ein Abgang für 130'000 Franken

Die Kirchgemeinde Münchenbuchsee zahlt 130'000 Franken, damit Pfarrer Martin-Christian Thöni geht.

Er wollte nicht mitbekommen, wie über ihn geredet wurde, und erst recht wollte er sich vor einer allfälligen Schlammschlacht schützen. Deshalb zog es Pfarrer Martin-Christian Thöni am Montagabend vor, die Kirchgemeindeversammlung Münchenbuchsee-Moosseedorf zu verlassen, bevor die Vereinbarung diskutiert werden sollte, über die ihn die Kirchgemeinde auf spätestens Ende 2013 loswerden will.

Eine gewisse Bitterkeit war in seiner Stimme aber zu hören, als er eine kurze Erklärung verlas. Er redete von seiner Art, das Christentum zu vertreten, und davon, dass er dies bis vor kurzem mehr oder weniger unbehelligt habe tun können. Er liess durchblicken, dass es seiner Meinung nach in der Kirchgemeinde auch schon zu Mobbing gekommen sei. Und er zeigte sich froh darüber, dass er durch das kantonale Recht insoweit geschützt sei, als man ihn nicht einfach so auf die Strasse stellen könne.

 

Abgangsentschädigung


Die Vereinbarung sichert ihm in der Tat gerade materiell einiges zu. Allem voran eine einmalige Abgangsentschädigung von nicht weniger als 120'000 Franken, dazu kommen noch Arbeitgeberbeiträge von 10'000 Franken. Das Geld wird allerdings nur dann in voller Höhe fällig, wenn Thöni ein Jahr nach seinem Abgang noch immer keinen vollwertigen Ersatz gefunden hat. Andernfalls ist nur die Hälfte geschuldet, ein Betrag in Höhe von 65'000 Franken also.

 

In der Diskussion schienen die Gründe, die den Kirchgemeinderat die Trennung in die Wege leiten liessen, kaum zu interessieren. Ein Votant zweifelte die 130'000 Franken grundsätzlich an. Er verstehe nicht, wieso der Kirchgemeinderat von Anfang an auf eine vom Kanton offenbar im Maximum so vorgegebene Entschädigung einschwenke, wenn er auf juristischem Weg gar keinen höheren Betrag riskiere. Die vorliegende Zahl sei schlicht unanständig. «Ihr müsst euch nicht wundern, wenn nach einem Ja zur Vereinbarung wieder ein paar Steuerpflichtige die Finken klopfen und sagen, für so etwas zahle ich keine Kirchensteuern.»

 

Zu reden gab weiter, dass Thöni zu einer früheren Stellenreduktion von 80 auf 50 Prozent bereits 50'000 Franken Entschädigung kassiert hatte. Er sei der Meinung, führte daher ein zweiter Votant aus, dass man den Betrag in der aktuellen Vereinbarung um so viel reduzieren müsste. Die beiden beantragten, das Geschäft zurückzuweisen.

 

Mit diesem Antrag unterlagen sie allerdings klar, 39 waren gegen die Rückweisung und nur 22 dafür. In der Schlussabstimmung wurde die Vereinbarung mit 36 Ja gegen 23 Nein bei 9 Enthaltungen genehmigt.

Ein Artikel aus der
(Stephan Künzi, Berner Zeitung BZ)
09.06.2012

BZ-Artikel: Eine lange Geschichte geht zu Ende

In Münchenbuchsee gab es lange eine Theatergruppe, die von Urs Blattner geleitet wurde. Sie wurde im Frühling aufgelöst.


«Zuerst dachte ich, ich könnte es lockernehmen, doch es traf mich schwer», sagte Urs Blattner nach der Auflösung der Theatergruppe, die er sehr lange geführt hatte. Der Grund für die Auflösung war, dass Blattner krank wurde und es an Personal mangelte. Nach seiner Genesung wollte er weitermachen, doch er war nicht fit genug und hatte nur wenig Zeit. Urs Blattner ist sehr stolz auf seine Arbeit als Theaterleiter und vermisst diese. Die Theatergruppe in Münchenbuchsee bedankt sich herzlich bei ihm für seine Mühe und gute Arbeit. Claudia Schär ist Lehrerin in Münchenbuchsee. Sie ging bei Urs Blattner in die Schule und besuchte seine Theateraufführungen. Daraufhin meldete sie sich für die Theatergruppe an und spielte 15 Jahre lang mit. «Auch ich bin traurig, dass die Gruppe aufgelöst wird», sagt sie. Doch Schär wird sich weiterhin mit Theatern beschäftigen.

 

Fast 30 Jahre lang Theater

 

Urs Blattner gab 27 Jahre lang Theaterunterricht. Die erste Theatergruppe entstand in Lengnau, wo er als Lehrer arbeitete. Dort schrieb er ein Theaterprojekt aus. «Ich war erstaunt, als sich über 30 Schüler dafür anmeldeten», sagt er. Solche Angebote gab es in dieser Schule noch nicht. Im Jahr 1984 wechselte Urs Blattner als Lehrer nach Münchenbuchsee. Die Schüler aus Lengnau spielten trotzdem weiter Theater. Und auch Urs Blattner wollte die Theaterarbeit nicht aufgeben. Deshalb gründete er in Münchenbuchsee eine weitere Gruppe. Auch diese Schüler verloren das Interesse am Theater nicht, als Urs Blattner zurücktreten musste. Urs Blattner bildete auch Schauspieler aus. Diese hatten schon grosse Erfolge wie im Jahr 2006, als die Schauspieler den «Prix Buchsi» gewannen.

 

Ein Artikel aus der

(Abduwaris, Florian, Taufi, Berner Zeitung BZ)

08.06.2012

BZ-Artikel: Schüler finden eine Leiche

Gestern haben Schüler im Wald in Buchsi eine Leiche gefunden.

Es geschah gestern beim Orientierungslauf in einem Wald in Münchenbuchsee: Schülerinnen und Schüler fanden dort eine Leiche, wie Augenzeugen berichten.
Eine Sprecherin der Kantonspolizei bestätigte gestern den Leichenfund gegenüber dieser Zeitung. Fremdeinwirkung könne aber ausgeschlossen werden, sagte sie. Aus diesem Grund könne die Polizei nicht weiter über den Fall informieren. hae

Ein Artikel aus der
(hae, Berner Zeitung BZ)
02.06.2012

Bund-Artikel: Anwohner der Mühlestrasse haben genug vom Verkehr

Die Gemeinde Münchenbuchsee will das Problem unter die Lupe nehmen.

 

Die Sitzung des Grossen Gemeinderats im Kirchgemeindehaus am Donnerstagabend war besser besucht als auch schon. Auf den Sitzreihen für die Gäste sassen zahlreiche lärmgeplagte Anwohnerinnen und Anwohner der Mühlestrasse, der Verbindungsstrasse zwischen der Bahnunterführung im Zentrum von Münchenbuchsee und dem Kreisel bei der Moospinte. Die Anwohner waren aufmarschiert, weil SP-Parlamentarierin Kathrin Morgenthaler in einer Motion wegen der «unerträglich gewordenen Immissionen» die Einsetzung einer Spezialkommission forderte. «Der Verkehr hat sich gegenüber 2003 auf 3000 Fahrzeuge pro Tag verdoppelt», sagte Morgenthaler. Der Gemeinderat dürfe die Anliegen der Bevölkerung nicht ignorieren. Die Kommission solle Lösungsvorschläge ausarbeiten.

 

Aufgabe für Regionalkonferenz?


In der Antwort auf den Vorstoss schrieb der Gemeinderat, «zweckmässige, langfristige Lösungen können nur im überörtlichen Verbund gefunden werden». Konkret sei dies der Fachbereich Verkehr der Regionalkonferenz Bern-Mittelland, welcher verschiedene Projekte erarbeite. «Protektionistische Massnahmen in einzelnen Gemeinden sind umstritten und führen nicht zum Ziel.» Der Weg über die Regionalkonferenz sei für die Lösung «zu schwerfällig und zu zeitraubend», befand Morgenthaler. Sie hielt deshalb an der Motion fest, obwohl der Gemeinderat die Ablehnung beantragt hatte. Sie erntete von den Anwohnern der Mühlestrasse langen und lautstarken Applaus für ihr Votum.

 

Sympathie, trotz Ablehnung


Ruedi Löffel (EVP) äusserte Sympathie für das Anliegen, er verwies aber auch darauf, dass ein grosser Teil des motorisierten Verkehrs «hausgemacht» sei. Wie der Gemeinderat war aber auch Löffel der Ansicht, dass die Einsetzung einer Spezialkommission alleine für die Mühlestrasse nicht nötig sei. Es bestünden bereits genügend Gremien, die sich mit dem Problem befassen könnten. So hat der Gemeinderat bereits zu einem früheren Zeitpunkt eine Arbeitsgruppe Richtplan Verkehr eingesetzt, die aus je zwei Vertretern der Planungs-, der Tiefbau- und der Sicherheitskommission besteht. Das Gremium soll die Arbeit der drei Kommissionen koordinieren.

 

In der Folge stimmte nur die SP für die Motion, die übrigen Parteien lehnten den Vorstoss ab, wobei sich die GFL-Vertreter der Stimme enthielten. Die Motion wurde mit 17 zu 9 Stimmen abgelehnt. Die Anwohner gingen trotzdem nicht völlig enttäuscht nach Hause. Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring-Walther (SP) versprach, man werde die Problematik anschauen und auf die Anwohnerinnen und Anwohner zugehen.

 

Tempo 30 Laubbergweg


Im Wohnquartier am Laubbergweg und dem Eichgutweg soll in Zukunft Tempo 30 gelten. Zudem können die Strässchen saniert werden. Das Gemeindeparlament genehmigte zwei Kredite von insgesamt 340 000 Franken. «Es ist eine Tatsache, dass Tempo 30 zu mehr Sicherheit und zu einer Erhöhung der Lebensqualität führt», sagte Gemeinderat Cesar Lopez (SVP). Für die SVP war nicht so sehr Tempo 30, als die geplanten Verkehrsberuhigungsmassnahmen wie Pfosten, Blumentröge oder gepflästerte Balken das Problem. Die Partei stellte den Antrag, sich auf Markierungen zu beschränken und auf bauliche Hindernisse zu verzichten. Es brauche Massnahmen, nur Tempo 30 zu signalisieren, bringe nichts, sagte demgegenüber Peter Stucki (GFL). Der Antrag der SVP wurde jedoch mit 15 zu 12 Stimmen abgelehnt. Damit kann die Tempo-30-Zone wie geplant realisiert werden. Vor der Umsetzung ist ein Informationsanlass für die Anwohnerschaft geplant.

Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
02.06.2012

BZ-Artikel: Des Pfarrers teuerster Abgang

Die Kirchgemeinde will sich von Pfarrer Martin-Christian Thöni trennen – auch wenn sie dafür tief in die Tasche greifen muss.

Auf Zahlenspiele lässt sich Stefan Forster im Moment nicht ein. Der Präsident des Kirchgemeinderats Münchenbuchsee-Moosseedorf mag zwar nicht dementieren, dass es durchaus um einen Betrag von 100'000 Franken gehen kann. Bestätigen will er diese Zahl aber auch nicht, er sagt nur: «Wir haben uns an den Richtlinien orientiert, die der Kanton für solche Fälle vorgibt.»

 

Dort steht: Verliert ein Pfarrer ohne handfeste Gründe die Stelle, erhält er eine Entschädigung von bis zu 18 Monatslöhnen, ab einem gewissen Alter und nach einer längeren Anstellung sogar eine Rente. Bei Martin-Christian Thöni, Pfarrer in Münchenbuchsee-Süd, sind das Alters- wie das Dienstzeitkriterium wohl erfüllt, zumindest aber wird ein happiger Betrag als Abfindung fällig. Hochgerechnet auf einem Lohn, wie er für seinen 50-Prozent-Job üblich ist, sind das eben rasch um die 100'000 Franken.

 

Genau. Die Kirchgemein-de Münchenbuchsee-Moosseedorf will Martin-Christian Thöni loswerden und ist bereit, für diesen Abgang tief in die Tasche zu greifen. So hat es der Kirchgemeinderat eingefädelt, so soll es am Montag in einer Woche die Kirchgemeindeversammlung absegnen – in einem Traktandum, das relativ harmlos als «Vereinbarung» daherkommt, die mit dem Pfarrer im Kreis Süd abgeschlossen werden soll.

 

Kein fester Betrag


Vor dieser Versammlung will sich Stefan Forster zum Geschäft weiter nicht im Detail äussern. Er bestätigt aber, dass es in der Vereinbarung auch um Geld für den abtretenden Pfarrer geht. Und dass der Betrag, der irgendwann ausgezahlt wird, nicht von vornherein fix ist. Letztlich bemisst sich dieser daran, wie rasch Martin-Christian Thöni einen neuen Job findet – verlassen wird er Münchenbuchsee übrigens spätestens Ende 2013, wenn seine Amtsdauer ausläuft.

 

Genauso wenig sagt Stefan Forster zurzeit darüber aus, warum der Kirchgemeinderat überhaupt auf die Trennung und die dazugehörende Vereinbarung hinarbeitet. «Sie hat sich aus der Zusammenarbeit ergeben», meint er nur – und ergänzt noch: «Im weitesten Sinn kann man sagen, dass wir mit seiner Arbeit nicht zufrieden sind.»

 

Nach wirklich handfesten Verfehlungen tönt das nicht. Dazu kommt, dass die Kritik reichlich spät kommt, immerhin ist Martin-Christian Thöni seit über fünfzehn Jahren in Münchenbuchsee tätig. Und schliesslich würde die Kirchgemeinde kaum einfach so eine Abfindung anbieten – auf all dies erklärt Stefan Forster: Pfarrer seien heute noch so angestellt, dass sie nur «in extremen Fällen» entlassen werden könnten. Deshalb habe es zur Vereinbarung kaum eine Alternative gegeben. Und nochmals über das getrübte Verhältnis zwischen Pfarrer und Kirchgemeinderat: «Es hat sich über längere Zeit so entwickelt.»

 

Für beide Seiten freiwillig


Bei alledem betont Stefan Forster, dass «die Vereinbarung freiwillig ist und das Einverständnis beider Seiten braucht». So könne man sich auf eine gütliche Art trennen und vermeide juristische Auseinandersetzungen, die für alle Beteiligten nur zur Belastung würden.

 

Ein Artikel aus der

(Stephan Künzi, Berner Zeitung BZ)

01.06.2012

Bund-Artikel: Aufräumaktion von «Leichen im Keller» behindert

Münchenbuchsee habe seine Finanzen trotz Altlasten im Griff - so lautet die Botschaft von Gemeinderätin Sonja Bucher.

Die Rechnung des letzten Jahres fiel positiv aus, im Prinzip resultierte bei einem Aufwand von 46,8 Millionen ein Überschuss von 627 000 Franken. Damit kann sich Münchenbuchsee aber nichts kaufen, denn eine halbe Million Franken müssen zugunsten des Fürsorgeverbandes zurückgestellt werden, die restlichen 127 000 Franken werden für den Abbau des Bilanzfehlbetrags verwendet. Dieser beträgt nun noch 1,6 Millionen Franken. In den vergangenen drei Jahren wurde der Bilanzfehlbetrag von ursprünglich 4 Millionen Franken um rund 2,4 Millionen abgebaut.

Der Kanton Bern habe der Gemeinde attestiert, dass man die Finanzen im Griff habe und auf dem richtigen Weg sei, sagte Gemeinderätin Sonja Bucher (SVP) gestern Abend im Gemeindeparlament. Auf dem Weg zur Tilgung des Bilanzfehlbetrags wurde Münchenbuchsee doch mehrmals zurückgeworfen. «Es nützt nichts, den Fehlbetrag zu tilgen und alle Leichen im Keller liegen zu lassen», sagte Bucher. Die Finanzplanung sehe vor, dass man 2016 wieder ein Eigenkapital von 500 000 Franken aufweise. Dabei sei mit einer gleichbleibenden Steueranlage von 1,56 Einheiten gerechnet worden. Wegen der Mehrbelastung durch den neuen Finanzausgleich hat der Gemeinderat auf dieses Jahr die Steuern von 1,52 auf 1,56 erhöht.

Einbruch bei Steuereinnahmen

Die Parteien waren mit der Rechnung mehrheitlich zufrieden. Beklagt wurde aber beispielsweise, dass die Steuereinnahmen um fast eine Million Franken kleiner ausfielen als budgetiert. «Die Gemeinde hat nach wie vor eine Achillesferse, nämlich zu wenig gute und stabile Steuerzahler», sagte Georg Karlaganis (FDP). Jean-Pierre Vicari (SVP) rief dazu auf, das Budget für das nächste Jahr nicht mit unnötigen Forderungen zu belasten. Die SP kritisierte, dass die Gemeinde zum dritten Mal infolge den Investitionsrahmen nicht ausgeschöpft habe. Dabei gebe es Handlungsbedarf bei der Tagesschule und der Zahl der Kindergartenplätze. Die EVP wies darauf hin, dass Münchenbuchsee dem Ziel gesunde Finanzen nur sehr langsam näherkomme. Peter Stucki (GFL) sprach sich wegen der immer noch bestehenden finanziellen Schieflage für eine temporäre Steuererhöhung aus.

Die Rechnung 2011 wurde anschliessend einstimmig genehmigt.

Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
01.06.2012

Bund-Artikel: Kirchkreis Münchenbuchsee will Pfarrer loswerden

Wegen eines Ausrichtungsstreits will sich der Kirchgemeinderat Münchenbuchsee-Mosseedorf von Martin-Christian Thöni trennen.

Martin-Christian Thöni, Pfarrer in der Kirchgemeinde Münchenbuchsee-Moosseedorf, wird seinen Posten räumen - so zumindest sieht es eine Vereinbarung vor, über die die Kirchgemeindeversammlung am 11. Juni befinden wird. Sowohl der betroffene Pfarrer wie auch Kirchgemeinderatspräsident Stefan Forster bestätigen entsprechende Informationen des «Bund».

Hintergrund der geplanten Trennung ist offenbar ein schon seit Jahren schwelender Konflikt innerhalb der Kirchgemeinde. Kirchgemeinderatspräsident Forster will sich dazu «nicht im Detail» äussern. Er werde dies anlässlich der Kirchgemeindeversammlung tun. Forster spricht von einer «längeren Geschichte». Offenbar geht es dabei um einen Ausrichtungsstreit zwischen Thöni, der seit 20 Jahren von der Kirchgemeinde angestellt ist, und neueren Mitgliedern der Kreiskommission Münchenbuchsee. Forster verweist im Weiteren darauf, dass der Kanton der Kirchgemeinde das Kontingent an Pfarrstellen um 50 Stellenprozente gekürzt habe. «Wir sind dabei, uns neu zu organisieren», sagt er. Forster bezeichnet die geplante Trennung mittels einer Vereinbarung als «nicht ganz normalen, aber ordentlichen Weg», hinter dem der Kirchgemeinderat stehe.

Pfarrer Thöni selbst sagt: «Wir haben diese Vereinbarung getroffen, weil dies der konstruktivste Weg ist.» Die Vereinbarung sieht nicht nur vor, dass Thöni seine Stelle verlässt, sondern auch, dass ihm eine Abfindung zusteht. Wie hoch diese ausfallen wird, wollen weder Thöni noch Forster sagen. Und auch dazu, wie das weitere Vorgehen aussieht, wenn die Kirchgemeindeversammlung die Vereinbarung am 11. Juni ablehnt, sagt Forster nichts.

Klar ist, dass sich der Kirchgemeinderat darauf geeinigt hat, dass man sich von Pfarrer Thöni trennen will. Eine Absetzung könnte die Kirchgemeinde aber womöglich teuer zu stehen kommen, weil sie Thöni frühpensionieren müsste, wenn sie ihm kein eigenes Verschulden nachweisen kann. Dies liesse sich mit einer Trennung in gegenseitigem Einverständnis vermeiden.

Ein Artikel aus dem
(Adrian M. Moser, Der Bund)
01.06.2012

BZ-Artikel: Jedem seine eigene Grenze

Das verlangt die IG Allmendquartier Bild zvg Berner Zeitung BZ
Der Gemeinderat will prüfen, wie die Allmend auch bezüglich Postleitzahl und Ortstafeln zu Buchsi gehören könnte. Post und Kanton geben ernüchternde Auskünfte.

Wer Münchenbuchsee durch den Buchsiwald verlässt, passiert am Waldrand die Ortstafel von Zollikofen. Damit ist er aber so wenig in Zollikofen angekommen wie jene, die danach rechts ins Allmendquartier abbiegen. Nein: Wie der Bahnhof Zollikofen und die Industriezone der Zürich- und der Industriestrasse gehört das Quartier politisch zu Buchsi. Diese Lage führt dazu, dass sich Allmendler in Buchsi regelmässig als Fremdkörper fühlen. Kommt hinzu, dass das Quartier wegen einiger älterer Hochhäuser und seines hohen Ausländeranteils schon mal als Ghetto bezeichnet wird.

Zahlen und Namen als Symbol

All das wollen die Anwohnerinnen und Anwohner, die sich zur IG Allmendquartier formiert haben, nicht länger hinnehmen. Um «Diskriminierungen des Quartiers entgegenzuwirken», fordern sie, dass die Allmend aufgewertet wird, ihr Schulraum erhalten bleibt und die Schulklassen in Buchsi besser durchmischt werden. Zwei Forderungen mit vornehmlich symbolischer Wirkung sind ganz konkret: Postleitzahl und Ortsnamen sollen gemäss der politischen Zugehörigkeit neu auf 3053 Münchenbuchsee lauten, und die Ortsschilder sollen an die tatsächlichen Gemeindegrenzen umplatziert werden (wir berichteten). Diese Woche schickte die IG einen Brief mit diesen Forderungen an die Mitglieder des Gemeinderats.

Post zieht unpolitische Kreise

Buchsis Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring-Walther (SP) nimmt die Forderungen ernst. «Wir koordinieren derzeit im Gemeinderat, wer sich um welche Anliegen kümmert», sagte sie gestern. Betroffen seien die drei Departemente Bildung, Soziales sowie Öffentliche Sicherheit, für das sie selber zuständig ist.

Anfragen ausserhalb der Gemeinde zeigen einige Schritte auf, die Buchsis Politik zu gehen hat. Die Schweizerische Post macht auf Anfrage zunächst klar, dass die Wahl der Postleitzahl kein Wunschkonzert ist. «Die Post entscheidet über die Postleitzahl einer Adresse», sagt Mediensprecher Mariano Masserini. «Die Zahl ist für uns eine wichtige logistische Hilfe, um die Sendungen richtig zu leiten.» Sie müsse nicht der politischen Gemeinde entsprechen, sondern richte sich nach der Organisation der Postzustellung. Um daran etwas zu ändern, müsse eine Gemeinde mit einem begründeten Gesuch an die Post gelangen.

«Heutige Standorte logisch»

Ein weiteres Gesuch wäre an den Kanton zu richten: Er entscheidet, wo auf Kantonsstrassen die Ortstafel hinkommt, wie Verkehrstechniker Jürg Beutler vom kantonalen Tiefbauamt erläutert. Dabei orientieren sich die Verkehrsspezialisten so wenig an den politischen Grenzen wie die Post: «Auf diese schauen wir gar nicht. Die Platzierung richtet sich nach der Dichte der Bebauung.»

Der Siedlungsraum der beiden Gemeinden sei durch die Ausserortsstrecke im Buchsiwald getrennt, auch das allgemeine Kartenmaterial sei gemäss der heutigen Signalisierung angeschrieben. «Die Standorte der Ortstafeln sind für den Benutzer logisch und nachvollziehbar.» Zusätzliche Tafeln bei der Einfahrt in die Allmend hingegen würden wohl Verwirrung stiften, zumal grundsätzlich auf jeder Strasse zu einem Ort genau eine Ortstafel steht. Zudem soll in der Revision der Signalisationsverordnung der Signalwald möglichst eingedämmt werden, sagt Beutler.

Trotz dieser Auskünfte wird Buchsi wohl formell an Post und Kanton gelangen und sie die Anliegen prüfen lassen. «Wir wollen auf alle Fragen eine Antwort finden», sagt Gemeindepräsidentin Maring. Geschehen soll dies im Austausch mit der IG Allmend, versichert sie: «Sobald wir das Vorgehen koordiniert haben, setzen wir uns mit einer Delegation aus der Allmend an einen Tisch.» Damit geht immerhin schon ein erster Wunsch der IG in Erfüllung.

Ein Artikel aus der
(Christoph Hämmann, Berner Zeitung BZ)
01.06.2012

BZ-Artikel: Lage bleibt angespannt

Die SVP will der schwierigen Finanzsituation mit Disziplin begegnen, die GFL regt eine vorübergehende Steuererhöhung an.

Buchsi ist kantonsweit die einzige Gemeinde mit einem Bilanzfehlbetrag. 2008 wies sie erstmals ein Loch von 4 Millionen Franken aus. Nun hat die Gemeinde noch vier Jahre Zeit, um die verbleibenden gut 1,6 Millionen Franken abzutragen, wie dies der Kanton innert acht Jahren verlangt (wir berichteten).

Das Parlament war sich gestern Abend einig, dass es weiterhin grosse Anstrengungen brauche, um dieses Ziel zu erreichen. Notwendige Projekte müssten aber ermöglicht werden, hiess es aus der SP, die fehlende Tagesschule- und Kindergartenplätze monierte. Laut GFL kommt die Gemeinde nicht darum herum, über eine vorübergehende Steuererhöhung nachzudenken.

SVP und FDP mahnten zu Finanzdisziplin und forderten die Gemeinde auf, sich stärker für die Ansiedlung guter Steuerzahler einzusetzen. Die FDP regte an, abzuklären, warum und wohin Buchsi Einwohner verliere. Die Rechnung 2011 wurde schliesslich einstimmig genehmigt.

Ein Artikel aus der
(hae, Berner Zeitung BZ)
25.05.2012

BZ-Artikel: Ausgezeichnete Websites

Vor der Präsentation ihres Projekts besprechen Joana Lehmann links und Dilaan Jenanthan mit ihrer Lehrerin Sabine Schütz letzte Details. Bild Berner Zeitung BZ
Schliesslich reichte es gar zu Gold. Schon der Ausflug nach Zürich war etwas Besonderes gewesen, edel das Ambiente im dortigen Kongresshaus und aufregend der Auftritt vor 200 Leuten. Als dann gestern ihr Projekt «Die wilde 13» als Sieger ausgerufen wurde, freuten sich die Primarschülerinnen und -schüler aus Buchsi überschwänglich. Mit ihnen feierten die Kollegen der Oberstufe, deren Projekt «Music Maker» in ihrer Kategorie Silber gewann. Am Website-Wettbewerb hatten 157 Klassen aus der ganzen Schweiz mitgemacht.

Die ausgezeichneten Schüler besuchen das Pädagogische Zentrum für Hören und Sprache in Münchenbuchsee (HSM), wie die bald 200-jährige Sprachheilschule im ehemaligen Johanniterkloster heute heisst. Als sie zur Verleihung der Junior Web Awards eingeladen wurden, wussten die beiden Klassen, dass sie es aufs Podest geschafft hatten: In Zürich durften sich nur die drei besten Projekte pro Kategorie präsentieren.

Ein halbes Jahr lang arbeiteten die Klassen an ihren Websites. Im siegreichen Projekt der Hörgeschädigtenprimarstufe, «Die wilde 13», erzählen die 13 Kinder in Gebärdensprache eigene Geschichten. Während sich der 12-jährige Dilaan Jenanthan von einem Werbespot inspirieren liess, kam seine 11-jährige Klassenkameradin Joana Lehmann ohne literarische oder filmische Vorlage aus. Sie erfand eine Geschichte von zwei Hunden und einer Maus. «Wir haben daheim selber zwei Hunde», sagt sie.

Einmal erzählen die Kinder ihre Geschichten, die sie mit einer hörgeschädigten Lehrerin erarbeitet haben, mit Untertitel, einmal ohne. Zusätzlich versammelt die Website Bildergeschichten und einen Vergleich von herkömmlich geschriebenen Texten mit sogenannten Glossen, aufgeschriebenen Gebärden.

Oberstüfeler als Komponisten

Im Computerraum des HSM hängen Auszeichnungen von früheren Wettbewerbsteilnahmen. Daran ist nicht zuletzt die Begeisterung von Sabine Schütz für ihr Fach schuld. Sie ist Lehrerin und in beiden Abteilungen der Schule für Informations- und Kommunikationstechnologien verantwortlich. Von Anfang an machte sie mit ihren Schützlingen beim Junior Web Award mit.

Besonders angetan hat es Sabine Schütz die Projektarbeit an sich. «Wie jedes Projekt ist auch Webdesign interdisziplinär.» Am konkreten Objekt befassten sich ihre Schüler mit Fotografie, Video, Ton oder Typografie, sie schrieben kreative Texte, knappe Anleitungen und Massenmails, befassten sich mit Fragen des Urheberrechts, mussten Termine einhalten und Texte korrigieren.

Die Schüler der 8. und 9. Klasse stellen auf ihrer Website Musikstücke vor, die sie mit dem Programm Music Maker selber komponiert haben. Porträts von bekannten Musikern, Making of Videos und ein Wettbewerb sind weitere Elemente ihrer professionell gestalteten Website.

Beim 2. Mal selbstständig

Die Achtklässler freuen sich bereits darauf, nächstes Jahr wieder beim Wettbewerb mitzumachen. «Ich kann euch anmelden», sagte Lehrerin Schütz den Jugendlichen, durchführen müssten sie das Projekt beim nächsten Mal aber selbstständig. Bei aller Begeisterung: In der Schule soll niemand zweimal das Gleiche machen.

Die ausgezeichneten Websites:
http://wilde_13.juniorwebaward.ch
http://musicmaker.juniorwebaward.ch

Ein Artikel aus der
(Christoph Hämmann, Berner Zeitung BZ)
21.05.2012

BZ-Artikel: Das Buchser "Ghetto" will integriert werden

Die IG Allmendquartier verlangt von der Gemeinde verschiedene Aufwertungsmassnahmen. Bei zwei konkreten Forderungen geht es vor allem darum, dass sich Buchsi zu seinem abgelegenen Ortsteil bekennt.

Jetzt ist genug. Niemand soll mehr ihr Wohnquartier als Ghetto bezeichnen oder gar vorschlagen, es künftig als Büro- und Gewerbezone zu nutzen. 18 Bewohnerinnen und Bewohner gründeten letzte Woche die IG Allmendquartier. Laut Protokoll der Gründungsversammlung verlangt die IG diverse Massnahmen in den Bereichen Schule, Verkehr und Reinigung. Von der Symbolik zweier Forderungen verspricht sie sich Ausstrahlung nach innen und nach aussen: Einerseits soll das Quartier die Postleitzahl 3053 und den Ortsnamen Münchenbuchsee erhalten, andererseits sollen die Ortstafeln an die effektiven Gemeindegrenzen verschoben werden.

Die Allmend, wo rund 1200 von Buchsis knapp 10'000 Einwohnern leben, ist im wahrsten Sinn des Worts randständig: Wie der Bahnhof Zollikofen und der Mormonentempel steht sie zwar auf Boden der Gemeinde Münchenbuchsee, wird aber als Teil von Zollikofen wahrgenommen. Von dort wird auch die Post geliefert, das Telefonbuch führt die Anwohner unter Zollikofen.

 

Eltern verhinderten Debatte


Den Deckel so richtig gelupft hat es den Allmendlern Ende März, als Buchsis Parlament über einen Schulbus debattieren wollte. Dieser sollte pro Jahrgang rund 20 Kinder aus dem Dorfkern in die Allmend in den Kindergarten und danach in die 1. und 2.Klasse fahren. Auf zwei Klassen verteilt, hätte dies zu besser durchmischten Klassen in der Allmend geführt. Heute haben 90 Prozent der Allmendkinder in der Basisstufe fremdsprachige Eltern. Mit dem Schülertransport wäre der Zeitpunkt der Integration der Allmendkinder vorverschoben worden, die heute mit dem Übertritt in die 3.Klasse im Schulhaus Waldegg erfolgt. Zudem hätte die zusätzliche Kindergartenklasse im Allmendquartier das Schulraumproblem der Gemeinde gelöst. Allerdings wehrten sich Eltern aus dem Dorf so massiv gegen das Geschäft, dass das Parlament es ohne Debatte von der Traktandenliste absetzte (wir berichteten).

 

Blogeintrag sorgt für Ärger


Eine der Gründerinnen der IG Allmend ist Daniela Brand. Sie ist in der Allmend aufgewachsen und hat zwei Kinder im Teenageralter. Im BZ-Leser-Blog, wo auch die Parlamentarier Ruedi Löffel (EVP) und Thomas Scheurer (GFL) mitdiskutierten, kritisierte sie die Politiker heftig. Scheurer gab zwar nur einen einzigen Kommentar ab, doch das genügte, um Brand und weitere Allmendler zu empören.

 

«Das Allmendquartier ist seit jeher ein Fremdkörper», schrieb Scheurer. «Aus planerischer Sicht müsste das sehr gut erschlossene Quartier in den Entwicklungsschwerpunkt Bahnhof Zollikofen integriert und mehrheitlich in eine Arbeitszone umgezont werden.» Auf Nachfrage bestätigt Scheurer, dass der Kommentar von ihm stammt. Er verstehe, dass solche Überlegungen bei den Allmendbewohnern nicht gut ankämen. Sie drückten jedoch vor allem eine planerische Grundhaltung mit einem Horizont von 10 bis 20 Jahren aus. «Werden wir dann zwangsdeportiert?», fragte Brand im Blog, ohne eine Antwort zu erhalten.

 

Allmend fürchtet um Schule


Die IG Allmendquartier verlangt, dass der bestehende Schulraum im Quartier genutzt wird und die Klassen schon in der Allmend besser durchmischt werden – andernfalls befürchten die Anwohner, dass der Standort ganz aufgehoben wird. Tatsächlich verlangt eine EVP-Motion, dass der Gemeinderat «im Dorfzentrum so rasch wie möglich genügend Schulraum zur Verfügung» stelle, «damit keine Kinder aus dem Dorf in die Allmend transportiert werden müssen und die Integration der Allmendkinder im Dorfzentrum geschehen kann».

 

Trotzdem betont Löffel, dass eine Lösung des Transportes vom Dorf in die Allmend für ihn «nicht einfach vom Tisch» sei. Massgebend sei das Alter der betroffenen Kinder. «Heute sind es Drittklässler, die für die Schule das Quartier wechseln müssen.» Was Löffel aber auch sagt: «Integration muss primär mit Ausrichtung aufs Dorf erfolgen.» Dass die Allmend ohne Kindergarten und Schule weiter abgewertet würde, glaubt er nicht. Im Gegenteil: «Wenn die Allmendkinder möglichst früh im Dorf integriert werden, kann dies die Allmend sogar aufwerten.»

 

Gemeindepräsidentin hilft


Anders sieht dies Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring-Walther (SP). «Ich finde es wichtig, dass der Kindergarten und die Schule im Allmendquartier bleiben», so Maring. Diese seien wichtige Stützen der Integration, die in der Allmend geschehe.

 

Auch andere Forderungen der IG unterstützt Maring: «Die Allmend gehört zu Buchsi, das muss so signalisiert werden.» Und: «Ich verstehe und teile das Anliegen, offiziell in 3053 Münchenbuchsee zu wohnen und der Post Buchsi angeschlossen zu sein.» Im Allmendquartier gebe es Neuzuzüger, die sich auf der Gemeindeverwaltung Zollikofen anmelden wollen. Die IG solle mit ihren Forderungen an die Gemeinde gelangen, ermuntert Maring die Quartierbewohner. «Dann prüfen wir, was sich machen lässt.»

Ein Artikel aus der
(Christoph Hämman, Berner Zeitung BZ)
14.05.2012

schweiz.bewegt vom 4. bis 12. Mai 2012: Buchsi gewinnt!

Im Rahmen der Bewegungswoche „schweiz.bewegt – Gemeindeduell" vom 4. bis 12. Mai 2012 hat Münchenbuchsee 7‘389 und Ittigen 1‘428,38 Bewegungsstunden gesammelt. Damit hat Münchenbuchsee das „Duell“ mit einem Vorsprung von 5‘960,62 Stunden gewonnen.

 

Wir bedanken uns bei allen, die mitgemacht und Bewegungsminuten für Münchenbuchsee gesammelt haben. Ebenfalls geht ein grosses Dankeschön an die freiwilligen Helferinnen und Helfer. Ohne sie wäre die Durchführung eines solchen Anlasses nicht möglich.

 

Der Wetteinsatz

Ittigen lädt alle, welche aktiv beim Anlass in Münchenbuchsee und Ittigen mitgewirkt und Bewegungsminuten gesammelt oder auch als Helferin oder Helfer das OK unterstützt haben, ein, am Freitag, 17. August 2012, 17.00 Uhr beim Freizeithaus Rüttiwäldli in Ittigen einen Aperitif zu geniessen. Es besteht die Möglichkeit zum Bräteln (Esswaren bitte selber mitbringen). Für Interessierte gibt es einen Spaziergang zur gemeinsamen Gemeindegrenze im Meielewald.

 

Statistik Münchenbuchsee

Jahr

Anzahl Teilnehmende

Bewegungsstunden

2010

2‘951

5‘601,32

2011

1‘981

6‘075,04

2012

2‘832

7‘389,00

 

Der neue Helsana-Trail

Am Samstag, 5. Mai 2012, 14.00 Uhr wurde der neue Helsana-Trail, welcher drei unterschiedlich lange Strecken umfasst, eingeweiht. Start und Ziel sind beim Sportzentrum Hirzenfeld. Initiiert und umgesetzt wurde der Helsana-Trail von Fred Gerber, welcher sich als Sportkoordinator für die Bewegungsmöglichkeiten in Münchenbuchsee sehr engagiert.

05.05.2012

Bund-Artikel: Münchenbuchsees Altlast ist noch lange nicht getilgt

Im letzten Jahr konnte Münchenbuchsee den Bilanzfehlbetrag nur um 127'000 Franken abbauen.

Den meisten bernischen Gemeinden geht es finanziell nicht allzu schlecht, sie verfügen fast alle über Eigenkapital. Das heisst, sie haben mehr oder weniger
Geld in ihren Sparstrumpf gelegt. Münchenbuchsee ist derzeit die einzige Gemeinde im Kanton Bern, die einen Bilanzfehlbetrag aufweist. Anders ausgedrückt: Die Summe der aufgelaufenen Rechnungsabschlüsse ist negativ. Zwar ist die Gemeinde auf dem Weg zur Gesundung, doch dieser gestaltet sich langwierig. 2011 resultierte bei einem Aufwand von 46,8 Millionen Franken und einer Steueranlage von 1,52 ein ausgeglichenes Ergebnis. Der Bilanzfehlbetrag konnte nur um 127 000 Franken abgebaut werden. 2008 war ein Loch von 4 Millionen Franken entstanden, heute sind es noch 1,6 Millionen.

500'000 für Fürsorgeverband
Das Ergebnis des letzten Jahres wird durch eine Altlast aus dem Jahr 1997 getrübt. Münchenbuchsee musste eine halbe Million Franken für den Fürsorgeverband zurückstellen. Eine erste Rückstellung
in derselben Höhe tätigte der Gemeinderat bereits vor einem Jahr. Es handelt sich um ein Darlehen in der Höhe von gesamthaft 2,44 Millionen Franken, das fi nanziert werden muss. Die Sache ist demnach noch nicht ausgestanden: In den nächsten Jahren seien mit weiteren Rückstellungen in der Höhe von jeweils 250'000 Franken zu rechnen, schreibt der Gemeinderat. Damit sollte das Darlehen bis ins Jahr 2016 vollständig gedeckt sein. Bis zum gleichen Zeitpunkt muss Münchenbuchsee auch den Bilanzfehlbetrag vollständig getilgt haben – so lauten die Vorgaben des Kantons Bern.
Die Steuereinnahmen fielen fast eine Million Franken weniger hoch aus als erwartet. Dafür waren sowohl die natürlichen Personen wie auch die Firmen verantwortlich. Bei den Gewinn- und Kapitalsteuern war die Gemeinde auch von falschen Voraussetzungen ausgegangen: «In der Prognose wurde der Tatsache zu wenig Rechnung getragen, dass die Anrechnung der Gewinnsteuern an die Kapitalsteuern aufgrund der Steuergesetzrevision zu erhöhten Ertragsausfällen bei den Kapitalsteuern führt.» Diese Fehleinschätzung bewirkte, dass die Kapitalsteuern 330'000 Franken tiefer waren als erwartet.

Geld aus Zollikofen
Es gab aber auch Umstände, welche die Rechnung von Münchenbuchsee positiv beeinflusst haben. An der Bernstrasse beim Bahnhof Zollikofen, der teilweise
auf Gebiet von Münchenbuchsee liegt, wird eine Wohn- und Geschäftsüberbauung mit rund 40 Wohnungen und einer Tankstelle realisiert. Da der Bau genau auf der Gemeindegrenze zu liegen kommt, musste die Grenze leicht nach Norden verschoben werden. Dadurch «verliert» Buchsi 13 Wohnungen. Zollikofen zahlt nun 140'000 Franken an die Nachbargemeinde, «um den Verlust des Steuersubstrats auszugleichen». Entlastet wurde die Rechnung auch dadurch, dass die Investitionen mit 1,7 Millionen Franken deutlich tiefer lagen als vorgesehen. Zudem scheint der Gemeinde klar, dass mit dem Geld haushälterisch umgegangen werden muss: Beim Sachaufwand gab man 290'000 Franken weniger aus als erwartet.

Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
11.04.2012

BZ-Artikel: Mobi baut «Drillinge»

Die Mobiliar tritt in Buchsi als Investorin auf und realisiert das Bauprojekt Drillinge.

Ende März unterzeichnete die Gemeinde Münchenbuchsee einen Kaufvertrag mit der Mobiliar. Die Berner Versicherungsgesellschaft wird beim Bahnhof das Projekt Drillinge realisieren. Sie überweist der Gemeinde für deren Parzelle 1,9 Millionen Franken. Da die Parzelle mit rund einer Million Franken belastet sei, bleibe der Gemeinde ein Gewinn von 900 000 Franken, sagte Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring-Walther (SP) im Parlament. Das Baugesuch solle Ende Juni eingereicht werden.

Im Februar 2009 hatten sich Buchsis Stimmberechtigte deutlich für das Projekt ausgesprochen, das drei höchstens 6-geschossige Häuser umfasst. Die ursprüngliche Idee eines 14-stöckigen Wohnturms hatte der Gemeinderat nach Protesten aus der Bevölkerung versenkt.

Ein Artikel aus der
(hae, Berner Zeitung BZ)
02.04.2012

Bund-Artikel: Alle sind für die Kinder- und Jugendarbeit

Dass die Kinder- und Jugendfachstelle in Münchenbuchsee gute Arbeit leistet, war am Donnerstagabend im Grossen Gemeinderat unbestritten. Die offene Kinder- und Jugendarbeit sei ein «gut etabliertes und vielseitiges Freizeitangebot», schrieb der Gemeinderat dazu. Es ging darum, die Jugendarbeit auf eine neue Grundlage zu stellen, weil die Beiträge des Kantons ab Neujahr 2013 um 73 500 Franken gesenkt werden. Bisher profitierte Münchenbuchsee im Vergleich mit anderen Gemeinden von einer überdurchschnittlich hohen Unterstützung durch den Kanton. Münchenbuchsee fasst nun einen Zusammenschluss der Kinder- und Jugendarbeit mit mehreren anderen Gemeinden und damit verbunden eine neue Trägerschaft ins Auge. Als Trägerschaft ist ein Verein mit der Bezeichnung Jugendwerk vorgesehen, mit dem Münchenbuchsee einen Leistungsvertrag abschliessen wird. Der jährliche Beitrag der Gemeinde beläuft sich auf 70 400 Franken, und der totale Aufwand für die Fachstelle beträgt 342 000 Franken.

Das Gemeindeparlament stimmte diesen Änderungen oppositionslos mit 32 zu 0 Stimmen zu. Am 17. Juni wird sich das Stimmvolk an der Urne zur Jugendarbeit äussern können.

Ein Artikel aus dem
(wal, Der Bund)
02.04.2012

Bund-Artikel: Mobiliar investiert in Münchenbuchsee

Nun ist klar, wer beim Bahnhof Münchenbuchsee das Projekt Drillinge realisiert. Es ist die Mobiliar. Die Gemeinde erhält für ihr Land 1,9 Millionen Franken.

Vor drei Jahren haben die Stimmberechtigten von Münchenbuchsee die Planung für das Projekt Drillinge beim Bahnhof mit klarer Mehrheit genehmigt. Nun hat die Gemeinde für das zentral im Dorf gelegene Areal eine Investorin gefunden. Es handelt sich um die Versicherungsgesellschaft Mobiliar, wie Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring-Walther (SP) erklärte. Der Vertrag sei unterzeichnet worden, nun folge das Baubewilligungsverfahren.

«Das ist als Erfolg zu werten»

Maring teilte dem Gemeindeparlament am Donnerstagabend mit, die Gemeinde werde für ihr Land 1,9 Millionen Franken erhalten. Auf dem Land lasten noch Schuldbriefe in der Höhe von einer Million, darum werden für die Gemeinde am Ende etwa 900 000 Franken in der Kasse bleiben. «Das ist als Erfolg zu werten», sagte Maring. Nun gehe es ans Baubewilligungsverfahren. Die Gemeinde ist mit 28 Prozent am Verkaufserlös für das Terrain beteiligt, das restliche Land gehört privaten Eigentümern. Es ist also von einem Gesamtverkaufspreis für das 5150 Quadratmeter grosse Areal von 6,8 Millionen Franken auszugehen.

«Es handelt sich um eine super Lage im Zentrum von Münchenbuchsee, die eine sehr hohe Lebensqualität ermöglicht», sagte Manuel Inderbitzin, Mediensprecher der Mobiliar, auf Anfrage. Über die Höhe des Kaufpreises oder das Investitionsvolumen erteilte die Mobiliar keine Auskunft. Vorgesehen sind drei höchstens sechsgeschossige Häuser. In zwei Häusern sind ausschliesslich Wohnungen geplant, im dritten ist auch eine gewerbliche Nutzung möglich. Die Ausführung übernimmt die Moser und Partner AG als Totalunternehmung, die Firma hat das Projekt auch nach den Bedürfnissen und Wünschen der Mobiliar weiterentwickelt. In den Drillingen wird es rund 60 neue Wohnungen geben. Drei zum Areal gehörende schützenswerte Villen bleiben erhalten. «Unser Ziel ist es, bis Ende Jahr eine Baubewilligung zu erhalten», erklärte Inderbitzin. Auf dem Areal kann eine Bruttogeschossfläche von 7400 Quadratmetern realisiert werden.

Neues Verkehrskonzept

Ursprünglich wollte die Gemeinde zwischen den schützenswerten Villen beim Bahnhof ein 14-stöckiges Hochhaus bauen lassen. Die Pläne für einen «Wolkenkratzer» lösten aber bei der Bevölkerung von Münchenbuchsee heftigen Widerstand aus, darum schubladisierte der Gemeinderat diese Variante. Die Planung beinhaltet auch ein neues Verkehrskonzept: Der Bahnhofplatz wird nur noch im Einbahnregime befahrbar sein. Entlang der neuen Gebäude wird ein Fuss- und Radweg gebaut.

Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
30.03.2012

Trockenheit: Waldbrandgefahr im Verwaltungskreis Bern-Mittelland

Die trockene Witterung und die ausbleibenden Niederschläge lassen im ganzen Kanton Bern die Waldbrandgefahr wiederum ansteigen. In grossen Teilen herrscht bereits mittlere bis grosse Waldbrandgefahr. Für den Norden des Verwaltungskreises Bern-Mittelland wurde die Gefahr vom kantonalen Amt für Wald als "gross" eingestuft.

Das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland ruft deshalb auf, vorsichtig mit Feuer im Freien und im Wald umzugehen. Insbesondere sind Raucherwaren und Zündhölzer nicht sorglos wegzuwerfen, Grillfeuer dürfen nur in bestehenden Feuerstellen entfachen werden und Feuer sind immer zu beobachten und ein Funkenflug ist sofort zu löschen.

Vorgehen bei Brandfällen: Alarmieren - Retten - Löschen. Die Meldung erfolgt am besten auf die Notnummer 112. Mehr Infos unter www.be.ch/waldbrandgefahr
31.03.2012

Bund-Artikel: Streit um den Dorfplatz im Parlament von Münchenbuchsee

Die geplante Umgestaltung der Bärenkreuzung sorgte in Münchenbuchsee für hitzige Diskussionen. SP, GFL und EVP hatten eine dringliche Motion eingereicht.

Der Gemeinderat von Münchenbuchsee soll sich im Zusammenhang mit der geplanten Neugestaltung der Bärenkreuzung im Dorfzentrum «unverzüglich» mit dem Kanton einigen. Der Grosse Gemeinderat hat am Donnerstagabend eine dringliche Motion mit 18 zu 12 Stimmen bei zwei Gegenstimmen überwiesen. Der Gemeinderat hatte die Ablehnung beantragt und war höchstens bereit, den Vorstoss als Postulat anzunehmen, weil hier in seine eigenen Kompetenzen eingegriffen werde. Die Motion war kurzfristig von der SP, der EVP und der GFL eingereicht worden.

Angst vor «Minimallösung»

Konkret geht es um eine Zielvereinbarung mit dem Kanton, bei welcher der Gemeinderat einen Vorbehalt anbrachte. Er wollte den Satz «Schaffung eines Dorfplatzes westlich des Kreisels, der zum Aufenthalt einlädt» streichen. Dazu ist aber der Kanton nicht bereit, weil der Dorfplatz ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts darstelle. Werde der Passus gestrichen, so entspreche das Projekt nicht mehr den Vorgaben des Agglomerationsprogramms, das auch mit Bundesmitteln alimentiert wird. Der Kanton ist nicht bereit, den Vertrag in dieser Form zu unterzeichnen. Die Folge: Es gäbe später eine Minimallösung, und auch die Gemeinde müsste sich finanziell beteiligen.

«Wir wollen dieses Risiko nicht eingehen», sagte Ruedi Löffel (EVP), der auf das Fiasko bei der Unterführung verwies. Diese wurde zwar letztlich gebaut, kostete die Gemeinde aber sieben Millionen Franken. Thomas Scheurer (GFL) begründete den Vorstoss mit der Sorge, dass die Gemeinde das Agglomerationsprogramm verschlafen könnte, weil man die Spielregeln des Kantons nicht einhalten wolle. «Wir wären blöd, wenn wir das Geschäft abstürzen liessen.» Die SVP beklagte sich, die Motion sei «überfallartig» eingereicht worden. Man habe keine Möglichkeit erhalten, sich vorgängig eine Meinung zu bilden, sagte Arduino Lavina, der sich um die Bedürfnisse des Gewerbes sorgte. Die Geschäftsinhaber an der Dorfstrasse befürchten, dass sich die Neugestaltung und der Dorfplatz negativ auf die Frequenzen auswirken könnten. «Der Dorfplatz wurde in der Mitwirkung abgelehnt, wir wollen keinen Entscheid über die Köpfe der Betroffenen hinweg.»

Lopez will «sauber abklären»

Gemeinderat Cesar Lopez (SVP) führte ins Feld, die Unterzeichnung des Vertrags mit dem Kanton falle in die Zuständigkeit des Gemeinderats. «Wir bitten das Parlament, die Spielregeln einzuhalten.» Das Amt für Gemeinden und Raumordnung äusserte sich in einer ersten Stellungnahme im Sinne des Gemeinderats. Es handelt sich aber nicht um eine abschliessende Meinung, da in der kurzen Zeit die Details nicht geprüft werden konnten. Das Parlament liess sich davon aber nicht überzeugen und hielt an der Form der Motion fest. Löffel konnte «keine rechtlichen Bedenken» erkennen, Lopez staunte über Löffels «Demokratieverständnis».

Für Gemeinderat Cesar Lopez ist am Tag nach der Debatte noch nicht klar, welche Folgen der Entscheid haben wird. «Wir wollen zuerst die rechtlichen Aspekte sauber und gründlich abklären.» Es gehe auch um die Gewaltentrennung. Zudem sei durch die Haltung des Kantons eine neue Situation entstanden, da dieser den Vertrag mit den Vorbehalten nicht akzeptiere. «Wir müssen zuerst eine Auslegeordnung machen.» Es sei schwierig, wenn das Parlament an diesem Punkt einfach verlange, den Vertrag sofort und ohne Vorbehalte zu unterschreiben.

Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
30.03.2012

BZ-Artikel: Ja zu neuem Verein

Der «Verein Jugendwerk» erhält einen Leistungsvertrag und übernimmt die offene Kinder- und Jugendarbeit.

Buchsis offene Kinder- und Jugendarbeit wird neu organisiert. Sie soll mit ähnlichen Angeboten anderer Gemeinden zusammengeschlossen und einer neuen Trägerschaft, dem «Verein Jugendwerk», übertragen werden. Dies beschloss das Parlament gestern Abend ohne Gegenstimme. Am 17. Juni entscheiden die Stimmbürger an der Urne über das Geschäft.

«Dies ist die einzige Chance, unser bisheriges Angebot annähernd zu wahren», sagte Gemeinderätin Charlotte Bühlmann (GFL), Vorsteherin des Departements Soziales. So liessen sich etwa administrative Kosten und Anschaffungen auf mehrere Gemeinden verteilen.

Hintergrund der Vorlage ist die neue Verteilung der kantonalen Beiträge in diesem Bereich. Im Vergleich mit anderen Gemeinden hatte Buchsi in den letzten Jahren von einem überdurchschnittlich hohen Kantonsbeitrag profitiert. Ab nächstem Jahr ist dieser massiv tiefer.

Ein Artikel aus der
(hae, Berner Zeitung BZ)
30.03.2012

BZ-Artikel: Keine Debatte über Schülertransport

Das Parlament debattierte gestern nicht darüber, Dorfkinder in die abgelegene Allmend in den Kindergarten zu schicken. Der Gemeinderat zog das Geschäft vor der Sitzung zurück.

Kurz vor Ablauf seiner ersten 100 Tage im Gemeinderat hätte Pascal Lerch (EVP) gestern im Parlament von Buchsi sein erstes grosses Geschäft vertreten sollen. Alles war für einen schönen Auftritt bereit: Das Geschäft war im Vorfeld rege diskutiert worden, die Zuschauerränge im Parlament waren gut gefüllt.

Als könne er seinen Auftritt kaum erwarten, trat der Vorsteher des Departements Bildung noch vor der Beratung der verschiedenen Traktanden ans Rednerpult. «Trotz aktiver Information ist es uns nicht gelungen, Verständnis für den Vorschlag des Gemeinderats zu erzielen», sagte Lerch. Mails besorgter Eltern und Gespräche mit Politikern jeder Couleur hätten aufgezeigt, wie stark die Ablehnung des Geschäfts sei. Der Schluss, den Lerch zog: «Ich beantrage, das Traktandum abzusetzen.»

Ein Jahr für bessere Lösungen

Eine drohende Niederlage reiche nicht für eine Absetzung aus, sagte Lerch. Ein Nein zum Vorschlag des Gemeinderats löse aber keine Probleme. Auch wenn es verführerisch sei, die Vorlage vor grossem Publikum zu versenken, bat er die Parlamentarier, auf eine fruchtlose Debatte zu verzichten. «Es steht viel Arbeit an, konzentrieren wir uns darauf», sagte Gemeinderat Lerch.

Eines könne er versichern, fuhr er fort: «Wir haben verstanden.» Da aufgrund der Kinderzahlen eine Lösung des Schulraumproblems erst im übernächsten Schuljahr keinen Aufschub mehr dulde, bleibe ein Jahr, um nach anderen Lösungen zu suchen.

Denkbar wäre 2013/2014 auch eine provisorische Lösung an einem bestehenden Standort, etwa mit einem Container. Solche Ideen hatten Parlamentarier im Vorfeld der Debatte geäussert.

Gemeinderat arbeiten lassen

Martin Frei dankte dem Gemeinderat namens der SP-Fraktion für den Rückzug. Der ursprüngliche Vorschlag hätte mittel- und langfristig keine Probleme gelöst, sagte er. Nun gehe es darum, die Raumplanung seriös anzugehen und sich Gedanken über echte Integration zu machen. «Das wird nicht gratis sein», schloss er.
Die GFL war als einzige Partei nicht glücklich über die Rückzugsidee. «Der Gemeinderat hat das Recht, uns zu hören», fand Peter Stucki. «Und das Parlament hat das Recht, seine Argumente auszutauschen.» Stucki beantragte deshalb, auf das Geschäft einzutreten.

Geeint im Redeverzicht

Der Ruf der GFL verhallte ungehört. Sie wisse nicht, ob man weiterkomme, wenn sich nun jeder noch profilieren könne, unterstützte Renate Löffel (EVP) ihren Gemeinderat: «Nehmen wir uns zurück und lassen wir den Gemeinderat arbeiten.»

Auch die SVP unterstütze den Rückzug des Geschäfts, gab Kathrin Melliger zu Protokoll. «Wir waren übrigens nicht wegen des Geldes gegen den Vorschlag des Gemeinderats», fügte sie an.

Doch darum ging es dann nicht mehr: Von 32 Anwesenden waren 29 damit einverstanden, das Geschäft von der Traktandenliste zu streichen. Aus den Reihen der GFL kamen 2 Nein-Stimmen, jemand enthielt sich.

Damit war der Vorschlag des Gemeinderats faktisch schon vor der Parlamentsdebatte versenkt worden. Er wollte mit einer zusätzlichen Kindergartenklasse in der Allmend die Schülerzahlen ausgleichen und die frühe Durchmischung von fremdsprachigen und Schweizerdeutsch sprechenden Kindern fördern. Das Parlament hätte ein Kostendach von jährlich 65 000 Franken für den Bustransport bewilligen müssen.

Es kam nicht dazu: Gemeinderat Lerchs nächster Auftritt in dieser Sache darf mit Spannung erwartet werden.
Christoph Hämmann

Ein Artikel aus der
(Christoph Hämmann, Berner Zeitung BZ)
29.03.2012

Bund-Artikel: Umteilung der Kindergärteler ist vom Tisch

Der Gemeinderat von Münchenbuchsee wollte Kinder vom Dorf ins Aussenquartier transportieren - dieser Plan wurde gestern versenkt.

Die Zuschauerplätze im Grossen Gemeinderat von Münchenbuchsee waren gestern Abend unüblich gut besetzt. Viele besorgte Eltern hatten im Vorfeld der Sitzung mit Mails und Briefen ihrem Unmut Luft gemacht: Das Traktandum 4, in dem es um den Transport von Kindergartenkindern aus den Quartieren Ursprung und Neumatt ins Aussenquartier Allmend ging, hatte für viel Wirbel gesorgt. Das Allmendquartier wird zur Mehrheit von Personen mit Migrationshintergrund bewohnt. Der Transport hätte in der ersten Phase rund 31 000 Franken pro Jahr gekostet. Später wären die Kosten auf 65 000 Franken gestiegen - weil der Gemeinderat auch beabsichtigte, Erst- und Zweitklässler in die Allmend zu transportieren.

EVP-Gemeinderat Pascal Lerch eröffnete die Sitzung mit einem Paukenschlag: «Ich beantrage die Absetzung des Traktandums.» Er habe nach den vielen Kontakten mit den Eltern die starke Ablehnung gespürt. «Wir haben verstanden.» Auch nach dem Rückzug blieben aber die Probleme bestehen, sagte Lerch, der erst seit Neujahr im Amt ist: die zu grossen Klassen in den Quartieren Ursprung und Neumatt sowie die fehlende Integration der fremdsprachigen Kinder aus der Allmend.

«Sehr viel Staub aufgewirbelt»

Die Parteien wollten das Geschäft mehrheitlich nicht behandeln. «Die Pläne des Gemeinderats haben sehr viel Staub aufgewirbelt», sagte Martin Frei (SP). «Eine seriöse Behandlung wäre kaum zu gewährleisten.» Die Schulraumplanung und die Integration der Kinder aus der Allmend müssten jetzt aber angegangen werden. Es sei richtig, das Geschäft zurückzuziehen, fand auch Renate Löffel (EVP), da die Emotionen so hochgingen. Auch die SVP sprach sich für den Rückzug aus. Die SVP sei aber nicht gegen neuen Schulraum im Dorf, sagte Kathrin Melliger. «Das Geld für Investitionen wäre parat, es fehlen aber die Projekte.» Gegen den Rückzug sprach sich nur Peter Stucki (GFL) aus. «Über das Geschäft sollte heute diskutiert werden, damit sich der Gemeinderat unsere Argumente anhören kann.»

Das Gemeindeparlament befürwortete den Rückzug mit grosser Mehrheit bei einigen Nein-Stimmen. Lerch versprach nun, die Zeit für neue Lösungen zu nutzen. Im neuen Schuljahr ab August wird es also zu keinen Umteilungen von Kindern in Münchenbuchsee kommen. Die anwesenden Eltern nahmen es mit einem kurzen Applaus und grosser Erleichterung zur Kenntnis.

Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
28.03.2012

BZ-Artikel: Lieber zu grosse Klassen als ins "Getto"

Morgen entscheidet das Parlament über die Schülertransporte vom Dorf in die Allmend. Das Geschäft hat keine Chance.

Da sage noch jemand, politisches Engagement lohne sich nicht. In Buchsi dürften die Proteste besorgter Eltern, die sich schriftlich an die Parlamentarier wandten, Erfolg haben. In Mails und Briefen wehrten sich die Eltern gegen die Pläne, Kinder aus dem Dorf ins Allmendquartier zu schicken. Das Parlament entscheidet zwar erst morgen, doch die Gegner dürfen sich schon vorsichtig freuen: Im Wahljahr mag sich an dem heiklen Thema niemand die Finger verbrennen.

Konkret geht es für das neue Schuljahr um 16 Fünfjährige aus dem Quartier Ursprung, die dem Kindergarten in der Allmend zugeteilt werden sollen. Nach zwei Kindergarten- und zwei Schuljahren würden die Kinder dann gemeinsam in die dritte Klasse ins Schulhaus Waldegg wechseln, wo die Allmend- und die Ursprungkinder schon bisher aufeinander trafen. Die zusätzlich eröffnete Kindergartenklasse in bestehenden Räumlichkeiten in der Allmend soll übergrosse Klassen im Dorf entlasten. Gleichzeitig würden die Allmendkinder früher als bisher integriert. Deren Quartier beim Bahnhof Zollikofen wird hinter vorgehaltener Hand als «Getto» bezeichnet. Das Parlament entscheidet über ein Kostendach von jährlich 65 000 Franken für die notwendigen Bustransporte (wir berichteten).

Integration in andere Richtung

Das Geschäft sei «schwierig», sagt Peter Kast, Co-Präsident der SP. Seine Partei will sich erst kurz vor der Sitzung definitiv entscheiden. Die meisten anderen Parteien haben das schon getan: SVP, FDP und GFL, die im 40-köpfigen Parlament 24 Sitze belegen, lehnen das Geschäft ab. Laut SVP-Fraktionschef Jean-Pierre Vicari löse das «Einzelprojekt» des Gemeinderats weder Integrations- noch Schulraumprobleme wirklich. «Wir verlangen vom Gemeinderat ein Gesamtkonzept mit flankierenden Massnahmen», sagt Vicari.

Alle Parteien verweisen in ihrer Argumentation auf die vehementen Reaktionen besorgter Eltern. Selbst die EVP des zuständigen Gemeinderats Pascal Lerch steht nicht ohne Vorbehalt hinter dem Geschäft. «Lerch muss ausbaden, dass die Politik die Schulraumplanung jahrelang verschlafen hat», sagt EVP-Parlamentarierin Renate Löffel-Wenger. Sie verlangt in einer Motion vom Gemeinderat, «im Dorfzentrum so rasch wie möglich genügend Schulraum zur Verfügung zu stellen, damit keine Kinder aus dem Dorf in die Allmend transportiert werden müssen und die Integration der Allmendkinder im Dorfzentrum geschehen kann».

Lösung Planungsmehrwert?

Sicher ist: Der vorgeschlagene Bustransport ist verhältnismässig günstig. Wenn es um neuen Schulraum gehe, müsste erst recht über die Finanzierung gesprochen werden, das ist sich Löffel bewusst. «Aus der regen Bautätigkeit entstehen Planungsmehrwerte, die dafür eingesetzt werden könnten», schlägt sie vor. Bei der SP befürchtet Peter Kast, dass die SVP bei der Geldfrage klemmen und die Schulraumfrage weiter blockieren würde. «Wir haben von der SVP schon oft Lippenbekenntnisse gehört», sagt Kast. SVP-Fraktionschef Vicari lässt sich nicht auf die Äste hinaus: «Wir werden auch künftige Projekte seriös prüfen.»

Lehrer werden nicht gehört

Wenn das Geschäft morgen im Parlament tatsächlich scheitert, wird laut Gemeinderat Lerch im Sommer kein zehnter Kindergarten eröffnet. «Dann hat es im Dorf weiterhin Klassen mit Kinderzahlen, die aus pädagogischer Sicht zu gross sind», sagt Lerch. Ab Sommer 2013, wenn mit Harmos der zweijährige Kindergarten obligatorisch wird, reichten neun Kindergärten aber definitiv nicht mehr. «Dann müssten wir auf unseren Vorschlag zurückkommen oder im Dorf ein Provisorium installieren.» Die zu grossen Klassen ausbaden müsste Schulleiterin Dajana Wetzel beziehungsweise deren Personal. «Ein Nein gefährdet die Gesundheit unserer Lehrpersonen und degradiert gewisse Lehrpersonen für den Kindergarten zu einem reinen Hütedienst», sagt sie.

Ein Artikel aus der
(Christoph Hämmann, Berner Zeitung BZ)
28.03.2012

BZ-Artikel: Jugendarbeit auslagern

Ein neuer Verein soll Buchsis offene Kinder- und Jugendarbeit übernehmen.

Ab nächstem Jahr regelt der Kanton die Finanzierung der offenen Kinder- und Jugendarbeit neu. Buchsi muss deshalb mit massiv tieferen Beiträgen auskommen. Der Gemeinderat will nun den Bereich mittels Leistungsvertrag auslagern. Der Ende Januar gegründete «Verein Jugendwerk» soll die offene Kinder- und Jugendarbeit verschiedener Gemeinden übernehmen.

«Nur so können wir unser bisheriges Angebot annähernd wahren», sagt die zuständige Gemeinderätin Charlotte Bühlmann (GFL). Dank Synergien könne die einzelne Gemeinde mit dem Modell Kosten senken. Die neue Trägerschaft soll gemäss Leistungsvertrag jährlich 70 400 Franken von der Gemeinde erhalten, gleich viel wie der budgetierte Gemeindebeitrag für die Jugendarbeit in den Jahren 2011 und 2012. Morgen debattiert das Parlament, die Volksabstimmung soll am 17. Juni stattfinden.

Ein Artikel aus der
(hae/pd, Berner Zeitung BZ)
28.03.2012

BZ-Artikel: SVP startet mit der FDP

Die SVP will für die Wahlen im Herbst ihre Liste mit jener der FDP verbinden. Das Ziel der Koalition: die bürgerliche Wende.

An der Hauptversammlung der SVP Münchenbuchsee beschlossen die Mitglieder, für die Wahlen am 25. November mit der FDP eine Listenverbindung einzugehen. Vorgesehen sei zudem die Weiterführung von Gesprächen mit der BDP, heisst es in einer Mitteilung der Partei. «Zentrales Anliegen ist es, die bürgerliche Wende herbeizuführen», schrieb die SVP weiter. Heute besetzt die SVP in Buchsis Gemeinderat drei Sitze. GFL und EVP haben je einen Sitz. Die SP stellt zwei Gemeinderatsmitglieder, darunter die vollamtliche Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring-Walther.

Präsidentin ist alte Bekannte

Die SVP-Mitglieder wählten an ihrer Versammlung zudem Annegret Hebeisen zu ihrer neuen Präsidentin. Hebeisen war lange Mitglied des Grossen Gemeinderats (GGR), den sie 2009 präsidierte. Neuer Vizepräsident ist Arduino Lavina, GGR-Mitglied und Präsident der Geschäftsprüfungskommission.

Ein Artikel aus der
(pd/hae, Berner Zeitung BZ)
27.03.2012

Bund-Artikel: Damit sich die Emotionen abkühlen können

Die EVP-Fraktion verlangt, dass Münchenbuchsee seine Schulraumplanung zügig wieder an die Hand nimmt.

Integration ist wichtig - die Frage ist allerdings, wer wo integriert werden soll und warum: So denkt die EVP-Fraktion Münchenbuchsees über die Zusammenführung von Kindergartenkinder aus dem Dorfzentrum und aus der Allmend. Zur Erinnerung: In der Allmend, von Buchsi aus gesehen zwar hinter dem Wald gelegen, aber trotzdem Gemeindegebiet, leben viele Menschen mit Migrationshintergrund. Der Anteil von Kindern mit fremdsprachigen Eltern beträgt dort durchschnittlich 90 Prozent.

Da derzeit im Allmendquartier die Kinderzahlen stark sinken, während die Kindergartenklassen im Ursprung und in der Neumatt zu gross sind, schlägt der Gemeinderat die Umplatzierung von Kindern aus dem Dorf in die Allmend vor; die Kleinen sollen per Bus in den Kindergarten gebracht werden.

Mit der Umzugsaktion könnte Buchsi, so die Idee des Gemeinderats, zwei Probleme auf einmal anpacken: die Integration der Allmendkinder und die Schulraumplanung. Vor dem Grossen Gemeinderat wird Pascal Lerch (EVP) das Geschäft vertreten - es ist sein erster Auftritt als neuer Departementsvorsteher Bildung. Er wird es nicht einfach haben: Seine Hausmacht, die EVP-Fraktion, hat sich nämlich ebenfalls ihre Gedanken zur Schulraumplanung gemacht - und eine Motion eingereicht, die dem gemeinderätlichen Vorschlag zuwiderläuft: «Der Gemeinderat wird beauftragt, im Dorfzentrum so rasch wie möglich genügend Schulraum zur Verfügung zu stellen, damit keine Kinder aus dem Dorf in die Allmend transportiert werden müssen und die Integration der Allmendkinder im Dorfzentrum geschehen kann.»

Lerch plante schon vor vier Jahren

Seit Jahren werde im Dorf ohne Rücksicht auf die nötigen Schulräume eingezont und gebaut, begründet die EVP ihren Vorstoss. Es sei höchste Zeit, dass die Gemeinde das Thema Schulraumplanung wieder anpacke. «Wir haben sehr lange diskutiert und überlegt», sagte Fraktionspräsident Ruedi Löffel gestern auf Anfrage. Für die EVP sei aber klar, dass die Integration «in diese Richtung laufen» müsse, also von der Allmend ins Zentrum hinein und nicht umgekehrt. Die EVP gehe im Übrigen nicht davon aus, dass sie ihrem Gemeinderat in den Rücken falle: Tatsächlich war es ja just Gemeinderat Pascal Lerch, der vor vier Jahren an der Schulhausplanung gearbeitet hat. «Die kam aber aus finanziellen Gründen nicht einmal bis ins Parlament», sagte Löffel. Man habe in Münchenbuchsee in den letzten Jahren zu stark «auf den Steuerfuss geschielt». Nun habe Lerch das Kindergartendossier geerbt, und es sei an der Zeit, die eingemottete Planung «aus der Schublade zu holen».

Noch stehe nicht fest, ob die EVP-Fraktion im Parlament den gemeinderätlichen Antrag unterstützen werde. Klar ist aber schon, dass es eine angeregte Debatte geben wird. «Ich habe selten ein Geschäft erlebt, das die Gemüter dermassen erhitzt», sagte Löffel. «Jetzt geht es um kurzfristige Ansätze, man muss wohl in Kauf nehmen, dass man jetzt etwas macht.» Für wie lange das am Donnerstag allenfalls Beschlossene dann gelte, liege daran, wie zügig die Gemeinde die Schulraumplanung in Angriff nehme. Die Motion habe man aufgegleist, damit endlich wieder Bewegung in die Sache komme, und «damit sich die Emotionen abkühlen können».

Ein Artikel aus dem
(Renate Bühler, Der Bund)
26.03.2012

Bund-Artikel: In Buchsi will die SVP die Wende herbeiführen

Die SVP Münchenbuchsee hat für die Wahlen im Herbst eine Listenverbindung mit der FDP beschlossen. Kandidaturen wurden noch keine bekannt gegeben.

Die SVP stellt drei Mitglieder im Gemeinderat von Münchenbuchsee. Die übrigen vier Mandate sind auf SP (2), GFL und EVP verteilt. Weil die EVP in der Gemeinde eher Mitte-links, als Mitte-rechts politisiert, ist die SVP häufig am kürzeren Hebel. Zudem hat mit Elsbeth Maring-Walther eine SP-Politikerin das Präsidium inne. Die SVP verfolgt für die Wahlen im November die Strategie, die Mehrheitsverhältnisse umzukehren. Dieses Ziel wurde an der Hauptversammlung der Partei am Freitagabend bekräftigt. «Zentrales Anliegen der Partei ist es, die bürgerliche Wende herbeizuführen», sagte Wahlleiter Fritz Grunder. Die SVP beschloss, mit der FDP eine Listenverbindung einzugehen. Vorgesehen ist auch die Weiterführung von Gesprächen mit der BDP, die demnächst ihre Gründungsversammlung abhalten wird. Noch nicht klar ist, ob die SVP eine Gegenkandidatur zu Maring-Walther plant. «Zum jetzigen Zeitpunkt können wir noch nichts dazu sagen», erklärte Grunder. Die Kandidaten für den Gemeinderat und den Grossen Gemeinderat sollen Ende Juni nominiert werden.

Wechsel an der Parteispitze

An der Parteiversammlung wurde die Parteispitze neu besetzt. Als neue Präsidentin wurde Annegret Hebeisen gewählt. Der bisherige Präsident Christian Bärtschi wurde verabschiedet. Hebeisen war bis im letzten Jahr Mitglied des Grossen Gemeinderates, im Jahr 2009 hat sie das Gemeindeparlament auch präsidiert. Sie habe eine liberale Haltung und wolle nicht nur Parteipolitik betreiben sagte Hebeisen. «Es muss immer auch zum Wohle des Dorfes sein.» Das Vizepräsidium der Partei übernimmt Arduino Lavina, zurzeit Mitglied des Grossen Gemeinderates und Präsident der Geschäftsprüfungskommission.

Ein Artikel aus dem
(wal/pd, Der Bund)
26.03.2012

BZ-Artikel: "Pop-Wunder" singt im Bären-Saal

Schöne Stimme, einförmiger Stil James Gruntz setzt auf Post Pop. Bild Nadia Schweizer
Vom Hallenstadion kam James Gruntz in den heimeligen «Bären Buchsi». Er gab eine Kostprobe seines Ausnahme-Talents.

Sein Konzert in Münchenbuchsee beginnt er so, wie er es beenden wird: Den Blick nach unten gesenkt, auf seine Ukulele gerichtet, die winzig erscheint, wenn er mit seinen grossen Händen den Rhythmus auf ihr schlägt. James Gruntz, das «Schweizer Popwunder», wie der «Blick» ihn kürzlich titulierte, überdeckt sein Lampenfieber mit einer raffinierten Choreografie. Er wuchert an seinem Konzert im heimeligen «Bären»-Saal zunächst nicht mit seinem Pfund. Konzentriert spielt er sich ein, bis er endlich ans Mikrofon tritt und die ersten Zeilen des Klassikers «Lilac Wine» ins Mikrofon haucht. Es ist diese feminine Stimme, die in den unteren Lagen aber mit namhaften Testosteron-Werten aufwartet, die Gruntz zum Ereignis macht. Es ist eine samtene, weiche Stimme.

Grosscousin von George

James bevorzugt die rhythmischen Phrasierungen von Soul und Jazz – schliesslich ist er ein Grosscousin des Schweizer Bandleaders George Gruntz. Spätestens, als er zum RnB-Groove seiner Band eine Scat-Gesangs-Einlage liefert, als sei er Al Jarreau auf der Überholspur, wird klar, dass man es hier mit einem Ausnahmetalent zu tun hat. Es adelt den 24-jährigen Jüngling, dass er nicht mit seinen Gesangsfähigkeiten auftrumpft und seine Stimme in den Dienst seiner Songs stellt, die er als «Post Pop» bezeichnet. Hier liegt allerdings auch das Problem des Konzerts, bei dem sich Gruntz und seine exzellente, wenn auch «underdressed» erschienene Band auf dem Boden der Realität wiederfinden – ihren letzten Auftritt haben sie im Zürcher Hallenstadion als Vorprogramm von James Morrison bestritten.

Etwas einförmig

Auf die Dauer wirken die angejazzten Pop-Songs des aktuellen Albums «Until We Get There» etwas einförmig. Gerne hätte man sich mehr solistische Ausbrüche des exzellenten Gitarristen Michel Spahr angehört oder sich in einer «richtigen» Ballade gesuhlt, gerne hätte man sich mehr animieren lassen. Dass das Basler Pop-Wunderkind seine spärlichen Ansagen mit Berner Akzent platziert, ist auch nicht die grosszügige Geste eines Showmans – James Gruntz hat seine Kindheit in Biel verbracht. Doch dieser Mann ist noch jung. Gut möglich also, dass die spärlichen Anwesenden im Bären Buchsi die Zukunft des Schweizer Pop erlebten.

Ein Artikel aus der
(Samuel Mumenthaler, Berner Zeitung BZ)
23.03.2012

Kantonspolizei Bern: Velofahrer bei Kollision mit Lastwagen schwer verletzt

Bei einer Kollision zwischen einem Velofahrer und einem Lastwagen in Münchenbuchsee sind am Donnerstagnachmittag zwei Personen verletzt worden.

Der Lastwagen fuhr am Donnerstag, 22. März 2012, gegen 1400 Uhr, auf der Lysstrasse in Richtung Schönbühl. Zur gleichen Zeit fuhr ein Velofahrer auf einer Nebenstrasse auf die Lyssstrasse zu. Aus noch zu klärenden Gründen kam es bei der Einmündung auf die Lyssstrasse zur Kollision zwischen dem Velofahrer und dem Lastwagen. Beim Versuch, die Kollision zu verhindern, geriet der Lastwagen neben die Strasse, kippte in der Folge auf die linke Seite und kam neben der Strasse zu liegen. Der Velofahrer wurde schwer verletzt und mit der REGA ins Spital geflogen. Der Lastwagenchauffeur wurde mit der Ambulanz ins Spital gefahren. Im Einsatz standen die Feuerwehr Münchenbuchsee, die Berufsfeuerwehr Bern, die Sanitätspolizei Bern und die REGA. Die Lyssstrasse war für die Bergungsarbeiten während mehreren Stunden gesperrt. Es kam zu Verkehrsbehinderungen.

Medienmitteilung
(pkb)
21.03.2012

BZ-Artikel: Kritik blieb sachlich

Politik und Schulbehörden stellten sich der Kritik an den geplanten Schülertransfers. Ein Entscheid wurde bereits zurückgenommen: Die Kinder werden nicht ausgelost.

Der erste Zuhörer, der sich zu Wort meldete, machte eine Einladung. Es habe sich bereits eine Gruppe von Eltern zusammengetan, sagte der Mann und lud dazu ein, sich anzuschliessen. «Vielleicht hat man so mehr Gewicht», schloss er. Ob sich eine Gruppe schliesslich mit ganzem Gewicht dagegenstemmen wird, dass Kinder ausserhalb ihres Wohnquartiers in den Kindergarten eingeteilt werden, blieb am Montag offen. Hingegen legte der Informationsabend zahlreiche Bedenken und Ängste offen.

Zu Beginn 24 Kinder betroffen

Eingeladen hatte die Gemeinde Buchsi, vertreten durch Gemeinderat Pascal Lerch (EVP), Schulleiterin Dajana Wetzel sowie Michael Haldemann, Ressortleiter Bildung in der Verwaltung. Sie erläuterten den rund hundert Anwesenden noch einmal das Geschäft, das am 29. März dem Parlament vorgelegt wird.

Laut neusten Zahlen sollen 16 Fünfjährige aus dem Quartier Ursprung im Sommer dem Kindergarten in der Allmend zugeteilt werden, 8 aus der Neumatt dem Kindergarten Ursprung. Nach je zwei gemeinsamen Kindergarten- und Schuljahren würden die Kinder aus der Allmend und aus dem Quartier Ursprung zusammen in die dritte Klasse im Schulhaus Waldegg wechseln. Die Transfers sollen die Klassengrössen ausgleichen und Kinder frühzeitig durchmischen – in der Allmend stammen 90 Prozent der Kinder aus fremdsprachigen Familien und verkehrten bisher bis zur dritten Klasse fast nur untereinander. Das Parlament muss ein Kostendach von 65 000 Franken pro Jahr für die Busfahrten bewilligen (wir berichteten).

Kaum Spielraum vorhanden

Gemeinderat Lerch machte mit drei Vorbemerkungen deutlich, wie klein der Spielraum ist: Die Schülerzahlen erfordern Sofortmassnahmen, freien Schulraum gibts nur in der Allmend, und für andere Lösungen fehlt das Geld.

Etwas war am ursprünglichen Plan aber bereits geändert worden: Die betroffenen Kinder werden nicht per Los bestimmt, sondern nach geografischen Kriterien festgelegt. «Der Losentscheid schien uns am gerechtesten», sagte Schulleiterin Wetzel. Da sich gleich nach Bekanntwerden viele Eltern dagegen wehrten, dass bereits funktionierende Gefüge aus Nachbarschaften und Spielgruppen auseinandergerissen würden, nahmen die Verantwortlichen diesen Entscheid zurück. Neu sollen bestehende Gruppen als Ganzes transferiert werden.

Auch so bot das Geschäft noch genügend Anlass für Kritik. Die Gemeinde habe ihre Schulraumplanung verschlafen, hiess es. Lerch erläuterte, wie es zum Notstand gekommen war: 2008 war ein Projekt aufgegleist, als die Hiobsbotschaft des bis heute drückenden Bilanzfehlbetrags dazwischen kam. Nun befasse sich der Gemeinderat wieder mit der Planung, versicherte Lerch.

«Kein Problem für die Kinder»

Viele Kritiker schlugen zwar den Sack, meinten aber den Esel: Sie bemängelten die Informationspolitik und offene Fragen, lange Wege zum Mittagessen und komplizierte Abläufe bei plötzlicher Krankheit des Kindes – mehr oder weniger explizit drückte aber auch die Angst durch, der hohe Anteil Fremdsprachiger in der Allmend gefährde die Bildung der eigenen Kinder.

Schulleiterin Wetzel versuchte, die Ängste zu zerstreuen. Es werde nicht wie andernorts sein, wo zwei Schweizer Kinder mit lauter Fremdsprachigen konfrontiert seien. Das Verhältnis werde 50 zu 50 sein. «Es sind fünfjährige Kinder, die zusammen spielen – was sollen die für Probleme haben?», fragte sie. «Machen Sie auch kein Problem daraus!» Trotz des emotionalen Themas blieben die Kritiker sachlich. In der nächsten Runde könnte dies schwieriger werden: Stimmt das Parlament dem Geschäft zu, findet nach den Frühlingsferien eine zweite Informationsveranstaltung statt – nur für betroffene Eltern.

Ein Artikel aus der
(Christoph Hämmann, Berner Zeitung BZ)
07.03.2012

BZ-Artikel: Kindergartenplätze werden ausgelost

Ein Kindergarten wie jeder andere? Fast alle der Kinder in Buchsis Kindergarten Allmend stammen aus fremdsprachigen Familien. Bild Beat Mathys
In der Allmend gehen fast nur Kinder fremdsprachiger Eltern in den Kindergarten und zur Schule. Nun sollen Kinder aus anderen Quartieren dort eingeschult werden. Zu Besuch in einem Quartier, das einen ganz normalen Eindruck macht.

Beim Bahnhof Zollikofen verwischen die Grenzen. Die Hochhäuser zwischen Bahnhof, Mormonentempel und Buchsiwald gehören bereits zu Münchenbuchsee. Mit einigen weniger hohen Mehrfamilienhäusern bilden die Blöcke das Allmendquartier. In Buchsi spricht man auch vom «Ghetto», aber laut sagt das niemand. Ab Sommer sollen ausgewählte Kinder aus dem Dorf hier den Kindergarten, die 1. oder 2. Klasse besuchen (siehe Kasten).

Dienstag, kurz vor halb neun: Mitten in den Hochhäusern warten die Kindergärtnerinnen und Kindergärteler ungeduldig auf Einlass. Im Entree schütteln sie den beiden Lehrerinnen die Hand, ziehen die Finken an und waschen sich die Hände. Bis alle so weit sind, schauen drei Knaben zusammen ein Buch an, ein Mädchen spielt für sich. Dann geht es im Kreis gemeinsam los mit Ritualen, mit Singen und Klatschen. Welches Datum ist heute? Wie viele Kinder sind da? Ein Junge mit Wurzeln in Sri Lanka ermittelt elf Knaben. Nachdem er sie auf Deutsch durchnummeriert hat, zählt er auf Tamilisch. Bei zehn muss er passen – elf kennt er in der Sprache seiner Eltern nicht.

«Je früher, desto besser»

«Mehr als die Hälfte dieser Kinder sprach vor einem halben Jahr kein Deutsch», sagt Dajana Wetzel, pädagogische Leiterin für die Stufe Kindergarten bis 2. Klasse. Sie wird voraussichtlich Eltern im Dorf die Angst davor nehmen müssen, dass deren Kinder der Allmend zugeteilt wurden.

Bevor die Kindergärteler in kleinen Gruppen dem Krämerladen, Handarbeiten oder der Sandwanne zugeteilt werden, schaut die eine Lehrerin, was von der am Vortag erzählten Geschichte geblieben ist. Wie viele Eier hat die Henne gelegt? Sultan und Almedin strecken die Hand hoch, sie wissen die Antworten, gleich wie Rinesa und Abseera. Die exotischen Vornamen sind kein Zufall: «Eine Mama ist Schweizerin, ein Vater Schweizer», sagt Schulleiterin Wetzel. «Alle anderen sind reine Ausländerkinder.» Bisher trafen die Allmend-Schüler erst auf Schulkameraden aus dem Dorf, wenn sie für die dritte Klasse ins Schulhaus Waldeck wechselten. Dajana Wetzel: «Je früher die Durchmischung stattfindet, desto besser für alle Betroffenen.» Das Schulhaus für die erste und zweite Klasse liegt am Waldrand am anderen Ende des Allmendquartiers. «Es ist das schönste im ganzen Dorf», findet Dajana Wetzel. Sie ist überzeugt, dass ein Kind auch aus pädagogischer Perspektive keine Nachteile hat, wenn es statt im Dorf hier zur Schule geht. «Kinder sind alle gleich und lernen schnell», sagt sie. «Und Lehrpersonal haben wir nur gutes.» Auch auf die Erfahrung, einen Schulweg zu meistern, müsste niemand verzichten. «Statt zum Schulhaus führt der Schulweg der betroffenen Kinder einfach zur Sammelstelle des Schulbusses», sagt Dajana Wetzel. Sie glaubt, dass diese Lösung sogar die Selbstständigkeit der Kinder fördere.

Zweitklässler auf Wikipedia

Die zweite Klasse arbeitet beim Besuch an einem Zeitungsprojekt. Reisebericht, Horoskop, tamilisches Rezept, «Das Wetter in Eritrea», ein Comic, Reportagen vom Pausenplatz und über Holzschlag: Es ist alles da für eine richtige Zeitung. Während die einen noch mit ihren Notizen beschäftigt sind, schreiben andere am Computer bereits die korrigierten Entwürfe ins Reine. Woher er wisse, wie gross die Fläche Spaniens sei, geht die Frage an einen Nachwuchsjournalisten? «Wikipedia», sagt er mit einem Blick, als hätte er schon lange keine dümmere Frage mehr beantwortet.

Ein Artikel aus der
(Christoph Hämmann, Berner Zeitung BZ)
06.03.2012

Bund-Artikel: Zweikampf zwischen SP und SVP zeichnet sich ab

Elsbeth Maring-Walther SP ist seit 2008 im Amt. Foto Beat Schweizer
In Münchenbuchsee ist Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring-Walther bereit für eine zweite Amtszeit. Die SVP bereitet eine Gegenkandidatur vor.

Am Freitag gab die SP Münchenbuchsee bekannt, dass sie Elsbeth Maring-Walther einstimmig für vier weitere Jahre als Gemeindepräsidentin nominiert habe. Sie führe «die Geschicke der Gemeinde mit Freude und Erfolg», schrieb die Partei dazu. «Ich möchte weitere vier Jahre im Amt bleiben», sagt Elsbeth Maring-Walther, die 2007 gewählt wurde. Bereits im Januar erklärte die erste Gemeindepräsidentin von Münchenbuchsee, sie wolle wieder antreten, damals noch mit der Einschränkung, dass sie von der Partei auch aufgestellt werde. «Nur eine Legislatur im Amt zu bleiben, wäre nicht sinnvoll, es braucht nach dem Wechsel vom Halbamt zum Vollamt Kontinuität», sagt Maring-Walther. Die Nomination wertet sie als Vertrauensbeweis der Parteibasis. Für Maring-Walther ist klar, dass die SVP ihr das Präsidium nicht kampflos überlassen wird. «Ich erwarte eine Gegenkandidatur und bereite mich darauf vor.»

SVP will bürgerliche Mehrheit

Im Dorf ist es ein offenes Geheimnis, dass die SVP das Präsidium als einflussreichstes und wichtigstes Amt im Auge hat. Aus der Reserve locken lässt sich Parteipräsident Christian Bärtschi jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. «Wir streben die bürgerliche Mehrheit an», sagt er. Bärtschi verweist auf die noch diesen Monat stattfindende Parteiversammlung der SVP. Zu Spekulationen über mögliche Kandidaten oder Kandidatinnen für das Präsidium will er nicht Stellung beziehen. «Eine breit abgestützte Kandidatur hat mehr Aussicht auf Erfolg», sagt er lediglich.

Derzeit hat die SVP mit Sonja Bucher, Cesar Lopez und Andreas Luginbühl drei Vertreter im siebenköpfigen Gemeinderat. Vor fünf Jahren unterlag Bucher im Kampf um das Gemeindepräsidium im zweiten Wahlgang gegen Maring-Walther mit einem Unterschied von 92 Stimmen.

BDP tritt erstmals an

In diesem Herbst werden die Karten neu gemischt. Die BDP Münchenbuchsee steht kurz vor der Gründung, diese soll am 29. März stattfinden. «Wir werden an den Gemeindewahlen vom 25. November teilnehmen», erklärt Walter Lanz. «Wer auf der Liste ist, haben wir noch nicht entschieden.» Die BDP kam bei den Grossratswahlen und den Nationalratswahlen auf einen Wähleranteil von rund 16 Prozent. «Wir müssen das Potenzial, welches da ist, nutzen.» Klar sei nur, dass man eine Liste für die Parlamentswahlen erstellen werde. Ob auch eine Kandidatur für den Gemeinderat, die Exekutive, zustande kommt, ist offen. Falls die SVP eine Kandidatur für das Präsidium aufstellt, kann sich die BDP eine Unterstützung vorstellen, «allerdings nicht um jeden Preis», wie sich Lanz ausdrückt.

«Werden uns anstrengen müssen»

GFL, EVP und FDP sind im Grossen Gemeinderat mit jeweils vier Sitzen vertreten. GFL und EVP haben je auch ein Mandat im Gemeinderat, die FDP nicht. «Aus Erfahrung wissen wir, dass uns das nicht hilft», erklärt EVP-Wahlmanager Ruedi Löffel zum Antreten der BDP. «Wir werden uns anstrengen müssen, um unsere Sitze halten zu können.» Die EVP dürfte vermutlich Maring-Walther unterstützen, so wie im zweiten Wahlgang 2007. «Maring-Walther macht ihre Sache gut», so Löffel. Auch die GFL wird voraussichtlich Maring-Walther unterstützen, wie Präsident Peter Stucki auf Anfrage erklärt. GFL-Gemeinderätin Charlotte Bühlmann wird nicht mehr antreten, wen die Partei für sie ins Rennen schickt, ist noch offen.

Die FDP verfolgt ebenfalls keine eigene Kandidatur für das Präsidium. Damit zeichnet sich ein Zweikampf zwischen SP und SVP ab. «Wir stehen einer bürgerlichen Kandidatur grundsätzlich positiv gegenüber», erklärt FDP-Präsident Georg Karlaganis. Zuerst will die FDP jedoch abwarten, mit wem die SVP ins Rennen steigt.

Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
06.03.2012

BZ-Artikel: BDP steigt in die Wahlen

Die BDP nimmt im Herbst erstmals an den Gemeindewahlen teil. Auf kantonaler und nationaler Ebene holte sie in den letzten zwei Jahren jeweils rund einen Sechstel aller Stimmen.

münchenbuchsee Die BDP ist die drittgrösste Kraft in Buchsi. Sie holte 2011 bei den Nationalrats- und 2010 bei den Grossratswahlen jeweils rund 16 Prozent der Stimmen. Nun wird am 29. März eine Ortssektion gegründet, die im Herbst an den Gemeindewahlen teilnehmen wird. Walter Lanz vom Kernteam lässt durchblicken, dass die BDP nicht nur für das Parlament, sondern wohl auch für den Gemeinderat antritt: «Mit 15 bis 20 Prozent der Stimmen holt man einen Sitz im Gemeinderat.» Wer im Kernteam mitmacht, wer für den Vorstand und wer für Parlament oder Gemeinderat zur Verfügung steht: Lanz gibt keine Namen bekannt und will zuerst die Gründungsversammlung abwarten. Immerhin: «Es wird Leute darunter haben, die man in Buchsi kennt.» Er selber würde diesen Anspruch erfüllen. Der 66-Jährige war 19 Jahre lang Buchsis Bauverwalter.

Ein Artikel aus der
(hae, Berner Zeitung BZ)
03.03.2012

BZ-Artikel: Maring tritt wieder an

Die amtierende Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring (SP) tritt bei den Wahlen im Herbst wieder an. Die SVP entscheidet Ende Monat, ob sie Maring angreift.

 

Die amtierende Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring (SP) kandidiert bei den Wahlen vom 25. November wie erwartet für eine weitere Amtszeit. An der SP-Hauptversammlung ist sie einstimmig nominiert worden, wie die Partei gestern mitteilte. Maring führe die Gemeinde «mit Freude und Erfolg», schreibt die SP. Nun gelte es, die Früchte in der nächsten Legislatur zu ernten. Die laufende, Marings erste, Legislatur dauert ausnahmsweise fünf statt vier Jahre. Dies beschlossen die Stimmbürger 2010, damit künftig die Gemeindewahlen nicht mehr gleichzeitig wie die nationalen Wahlen stattfinden.


Gut möglich, dass die grösste Partei Buchsis, die SVP, Maring im Herbst mit einer eigenen Kandidatur angreifen wird. Die SVP bespricht das weitere Vorgehen laut Präsident Christian Bärtschi Ende Monat.

Ein Artikel aus der
(hae, Berner Zeitung BZ)
01.03.2012

Bund-Artikel: In Münchenbuchsee werden Kindergärteler umplatziert

Kinder aus anderen Quartieren sollen in die Allmend transportiert werden.

In Münchenbuchsee sind die Kinder ungleich verteilt: In den Quartieren Ursprung und Neumatt sind die Kinderzahlen in den Kindergartenklassen hoch, zu hoch. In diesem Jahr gab es im Kindergarten Neumatt eine Klasse mit 27 Kindern. Auf der anderen Seite sind die Zahlen im Quartier Allmend stetig gesunken. Im nächsten Schuljahr werden dort 18 Kinder erwartet. Die Allmend ist jenes Quartier, von dem Ortsunkundige glauben, es gehöre noch zu Zollikofen: Es liegt zwischen dem Bahnhof Zollikofen, der sich teilweise auf Boden von Münchenbuchsee befindet, und dem Tempel der Mormonen. Vom Dorf Münchenbuchsee ist die Allmend durch den Buchsiwald getrennt.

Hoher Ausländeranteil

Die Gemeinde will nun mit einer brisanten Methode Abhilfe schaffen. «Kinder vom Kindergarten bis zur 2. Klasse aus dem Dorf sollen ab nächstem Schuljahr in den Kindergarten Allmend eingeteilt werden», erklärt Gemeinderat Pascal Lerch (EVP). «So können wir nicht nur einen Ausgleich schaffen, sondern auch die Durchmischung der Klassen mit fremdsprachigen und Schweizerdeutsch sprechenden Kindern fördern.» Der Anteil von Kindern mit fremdsprachigen Eltern beträgt in der Allmend im Schnitt 90 Prozent. Betroffen vom Wechsel sind vorwiegend Kinder aus dem Ursprungsquartier. Zudem würden auch Kinder von der Neumatt in den Ursprungskindergarten umgeteilt. Lerch verweist auf einen Leitsatz aus der Legislaturplanung. Demnach soll sich der Gemeinderat «für eine bessere Anbindung des Dorfteils Allmend an das Gemeindeleben» engagieren. In der 3. Klasse wechseln die Kindern von der Allmend ins Waldeggschulhaus. «Eine frühere Durchmischung ist ein Vorteil», sagt Lerch. Dafür gebe es pädagogische und soziokulturelle Gründe. Die bisherige «Separation» in der Allmend während maximal vier Jahren habe beim Wechsel ins Schulhaus Waldegg zu grossen Problemen geführt, schreibt der Gemeinderat.

Als Alternative wurde die Einschulung aus dem Allmendquartier in Kindergärten und Schulen der Gemeinde Zollikofen geprüft. In Zollikofen stehe jedoch nicht genügend Platz zur Verfügung, so der Gemeinderat. Eine Umverteilung vom Dorf in die Allmend und gleichzeitig von der Allmend ins Dorf wurde verworfen, weil dies höhere Kosten und einen grösseren Aufwand für die Begleitung zur Folge hätte.

Das Los soll entscheiden

Angestrebt werde eine Klassengrösse von 18 bis 20 Kindern in allen Kindergärten von Münchenbuchsee, sagt Dajana Wetzel, zuständig für die pädagogische Schulleitung der Stufe Kindergarten bis 2. Klasse. Im nächsten Schuljahr will die Gemeinde zehn Kindergartenklassen an fünf Standorten führen. In der Allmend wird dazu die zweite Klasse wieder eröffnet. Die Gemeinde organisiert einen privaten Transportdienst. Die Kinder werden mit einem Kleinbus an einem Sammelplatz abgeholt. Zu Beginn wird auch eine erwachsene Begleitperson mitfahren, welche für die Sicherheit der Kinder sorgen soll.

Konkret dürfte es um rund 18 Kinder gehen, die nicht in ihrem Wohnquartier den Kindergarten besuchen können. Die Gemeinde will das Los entscheiden lassen. Bei familienergänzender Betreuung im Umfang von mindestens drei Tagen sollen Kinder nach Möglichkeit weiterhin im Zentrum eingeteilt werden.

Zu einem späteren Zeitpunkt sollen weitere Kinder der 1. und 2. Klasse umgeteilt werden. Die Transportkosten pro Schuljahr steigen darum von 31 000 Franken auf rund 65 000 Franken. Ab dem Schuljahr 2015/16 sind schliesslich vier Jahrgänge im Kindergarten und im Schulhaus Allmend zusammengeführt. Das Gemeindeparlament wird sich am 29. März mit der Umverteilung und dem dafür notwendigen Kredit befassen.

Die Vorlage birgt Zündstoff

Die Eltern, die möglicherweise betroffen sein werden, wurden noch nicht informiert. Zuerst müsse man den Entscheid des Parlaments abwarten, erklärt Pascal Lerch. Freude wird kaum ausbrechen. «Es wird Widerstand geben», ist sich Lerch bewusst. Er hofft, dass die Eltern von der Lösung überzeugt werden können. Für GFL-Präsident Peter Stucki hat der Gemeinderat in den letzten Jahren die Schulraumproblematik vernachlässigt. «Man wusste, dass man im Dorf zu wenig Platz hat, ging das Problem aber nicht an.» Stucki kritisiert, dass man die Umteilung unter dem Aspekt der Integration laufen lässt. «In diesem Fall sollte man eher die fremdsprachigen Kinder von der Allmend ins Dorf holen.»

Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
27.02.2012

Bund-Artikel: Kanton kürzt Gelder für Jugendarbeit

Die Weiterführung der Kinder- und Jugendfachstelle in Münchenbuchsee im bisherigen Rahmen ist gefährdet.

Die offene Kinder- und Jugendarbeit Münchenbuchsee wird zu 80 Prozent aus Beiträgen des Kantons und zu 20 Prozent von der Gemeinde getragen. Münchenbuchsee konnte dabei im Vergleich zu anderen Gemeinden von einem überdurchschnittlich hohen Kantonsbeitrag profitieren. Der Beitrag aus dem kantonalen Lastenausgleich wird nun auf Januar 2013 um 29 Prozent gekürzt: Das sind 73 500 Franken. Der Beitrag der Gemeinde beläuft sich auf 70 400 Franken, und der totale Aufwand für die Fachstelle beträgt 342 000 Franken.

Die offene Kinder- und Jugendarbeit sei ein «gut etabliertes und vielseitiges Freizeitangebot» schreibt die Gemeinde Münchenbuchsee. Die Kinder- und Jugendfachstelle unterstützt Jugendliche bei der Realisierung eigener Projekte und bietet Treffmöglichkeiten, animierte Kindernachmittage, Lager, Ferienaktivitäten, Discos und Schulungen an. Durch die Reduktion des Kantons würden Massnahmen unumgänglich, betont der Gemeinderat.

Neue Trägerschaft notwendig

Um das breite Angebot für junge Menschen zwischen 6 und 20 Jahren weitgehend erhalten zu können, strebt der Gemeinderat eine neue Basis an. Die einzige Möglichkeit dazu sei der Zusammenschluss mehrerer Gemeinden, so der Gemeinderat. Als Trägerschaft ist ein Verein mit der Bezeichnung «Verein Jugendwerk» vorgesehen. Als Steuerungsinstrument soll ein Leistungsvertrag dienen. Falls die neue Trägerschaft nicht realisiert werden kann, käme es wahrscheinlich zu einem Leistungs- und Stellenabbau.

Das Thema wird nun zunächst am 29. März im Gemeindeparlament von Münchenbuchsee behandelt. Die nötige Volksabstimmung würde am 17. Juni stattfinden. (wal)
Ein Artikel aus dem
(wal, Der Bund)
23.02.2012

BZ-Artikel: Kinder lernen spielerisch, Nein zu sagen

Ein Parcours konfrontiert Zweit- bis Viertklässler mit dem Thema «sexuelle Ausbeutung». Erst wer dafür eine Sprache hat, kann sich dagegen wehren.

Ein Posten besteht aus nichts als einer Kiste, doch darin sei «das Wertvollste der ganzen Welt». Eine Drittklässlerin nach der anderen tritt vor und schaut hinein. Einige brauchen ein zweites Mal, bis sie begreifen – der Spiegel in der Kiste ist kein besonders exklusives Exemplar, es geht um das Bild, das der Spiegel zeigt: Ich bin das Allerwertvollste.

Die geheimnisvolle Kiste ist Teil des Parcours «Mein Körper gehört mir!», der diese Woche in der Aula des Schulhauses Bodenacker in Münchenbuchsee gastiert. An sechs Spielstationen werden Kinder mit dem Thema «sexuelle Gewalt» konfrontiert. Gleichzeitig lernen sie Möglichkeiten kennen, sich gegen Übergriffe zu wehren.

Wo ist der Bauch, wo die Brust, der Penis, die Scheide? An einer Station platzieren die Kinder gemeinsam die passenden Schilder an den entsprechenden Körperstellen. «Sensibilisierung für sexuelle Gewalt fängt damit an, eine Sprache für Sexualität zu haben, genauso wie für Körperwahrnehmung und Gefühle», sagt Schulleiterin Katharina Bruni. «Wer sich selber besser kennt, kann sich besser gegen jede Art von Übergriff behaupten.» Wenn die Schilder an den richtigen Stellen prangen, bringen die Kinder grüne und rote Magnete an. Damit drücken sie aus, ob dort Berührungen okay sind oder nicht. «Das erlebt jeder anders», sagt Schulsozialarbeiter Lukas Allemann zu den Buben. In der Tat: Während die meisten roten Magnete beim Penis landen, platziert ihn ein junger Fussballer am Schienbein.

In der Schule gehts leichter

«Kommt es auch darauf an, wer die Berührung macht? Was macht ihr, wenn euch eine Berührung unangenehm ist?» Wenige Fragen von Lukas Allemann genügen, und die Buben argumentieren wild durcheinander. Füdlitätsch vom Vater können schon mal angebracht sein, geben sie sich selbstkritisch. «Aber richtig schlagen dürfen euch die Eltern nicht», ergänzt Allemann.

Die meisten Eltern schätzten das Projekt, sagt Schulleiterin Bruni am Rand des Parcours. Gerade im Bereich Prävention sei es sinnvoll, wenn auch die Schule zur sexuellen Aufklärung beitrage: «In der Schule können solche Themen sehr sachlich angesprochen werden», sagt Bruni.

«Nein!», tönt es laut aus einer Ecke. Stampfend, mit strengem Blick oder einer einfachen Handbewegung – es lässt sich auf viele Arten ausdrücken, dass eine Grenze überschritten ist. Solche Gefühle ernst zu nehmen und Grenzen zu respektieren, sind weitere Lernschritte, die sich auf dem Parcours machen lassen.

Der Parcours ist Teil einer Kampagne von Kinderschutz Schweiz. Öffentliche Ausstellung für die Bevölkerung:
Morgen Freitag, 16–18.30 Uhr, Aula Schulhaus Bodenacker.

Ein Artikel aus der
(Christoph Hämmann, Berner Zeitung BZ)
27.01.2012

Bund-Artikel: Münchenbuchsee plant Solaranlage auf der Turnhalle

Fast alle waren sich gestern Abend im Parlament der Gemeinde Münchenbuchsee einig: Solarstrom ist eine gute Sache.


Die Sporthalle Bodenacker in Münchenbuchsee soll saniert werden. Das Stimmvolk hat im Mai des letzten Jahres dafür einen Kredit von 3,65 Millionen Franken beschlossen. Gestern ging es im Grossen Gemeinderat nun darum, ob auf dem Dach zusätzlich eine Fotovoltaikanlage gebaut werden soll, was Kosten von knapp 390 000 Franken verursacht. Auslöser der Vorlage sind Motionen von Georg Karlaganis (FDP) und von Renate Löffel (EVP).

 

Die Zeit sei reif für neue Energiewege, sagte Löffel. Wegen der Lebensdauer des Daches sei es besser, die Anlage jetzt zu erstellen, erklärte Karlaganis. Bei Flachdächern geht man von einer Lebensdauer von rund dreissig Jahren aus. Das Dach befindet sich etwa in der Mitte seiner Lebensdauer. Alle Parteien sprachen sich für das Projekt aus. «Das Argument der Vorbildfunktion ist für eine Energiestadt wie Münchenbuchsee sehr wichtig», sagte Peter Kast (SP). Der Kredit war unbestritten und wurde mit 33 Ja- zu einer Nein-Stimme angenommen. Die Fotovoltaikanlage soll in diesem Sommer erstellt werden.

 

Ein Teil des Geldes kommt zurück


Der erzeugte Ökostrom soll soweit möglich über die gemeindeeigene Energieversorgung vermarktet werden. Im Jahr würde die Anlage rund 52 000 Kilowattstunden Strom erzeugen. Bei den geltenden Preisen könnte die Gemeinde etwa 15 000 Franken im Jahr einnehmen. Einer der grössten Abnehmer im Bereich Ökostrombörse sei das Elektrizitätswerk Zürich, schreibt der Gemeinderat. Dort erhielt die Gemeinde die Auskunft, dass sich das Preisniveau für Ökostrom bei rund 30 Rappen pro Kilowattstunde befindet.
Ein Artikel aus dem
(wal, Der Bund)
28.12.2011

Bund-Artikel: In Münchenbuchsee ärgert man sich über verlorene Schnellzüge

Der neue Fahrplan sorgt in Münchenbuchsee für Ärger. Die Situation werde sich bald bessern, sagt die BLS.

«Das Schlimmste sind die fehlenden Anschlüsse am Abend und an den Wochenenden», sagt Andreas Hilfiker. Er hat mit weiteren Pendlern aus Münchenbuchsee die Verschlechterungen analysiert, welche der seit dem 11. Dezember geltende Fahrplan bereithält. So hielt der Regionalexpress von Biel nach Bern während elf Jahren in Münchenbuchsee. Mit der Umstellung wurde dieser Halt gestrichen. Das sorgt bei manchen Pendlern für Verärgerung.

Bahn fährt jede Viertelstunde

Nun bedient neben der S-Bahn-Linie 3 jede halbe Stunde auch die neue Linie S 31 den Ort in der Agglomeration Bern, was einen Viertelstundentakt ergibt. «Schon im Jahr 2000 war klar, dass es sich bei dem Schnellzughalt um eine befristete Massnahme handelt, und zwar bis zur Einführung des Viertelstundentakts der S-Bahn Bern», sagt Lea Meyer, Mediensprecherin der SBB. Von dessen Einführung profitiere man in Münchenbuchsee überhaupt nicht, stellt die Gruppe um Hilfiker fest: «Wir haben zwar häufiger Züge, aber ohne Anschluss in Bern», sagt Hilfiker, der die Reduktion des Zugangebots auf sieben Prozent schätzt. Zudem führe der Wegfall der Regio-Express-Züge zu Platzmangel in der S-Bahn. Laut der Pendlergruppe herrscht in Stosszeiten «ein riesiges Gedrücke».

Doppelstockwagen ab 2013

BLS-Mediensprecher Hugo Wyler räumt ein, dass zu den Hauptverkehrszeiten teilweise enge Platzverhältnisse bestünden. «Dennoch bietet die BLS seit dem Fahrplanwechsel deutlich mehr Plätze an.» So hat etwa der morgens am stärksten besetzte Zug statt 380 neu 420 Plätze. Es sei davon auszugehen, dass die Benützer des früheren Schnellzugs nun vorwiegend mit der S 3 führen. Wyler verweist zudem auf die neuen BLS-Doppelstockzüge, die ab dem Jahr 2013 auf diesen Strecken eingesetzt werden. Zudem sei die S 31 noch nicht völlig ausgelastet; auf dieser hätten durchaus noch Fahrgäste Platz. «Aber die Erfahrung zeigt, dass es eine gewisse Zeit braucht, bis die Leute ihre Fahrgewohnheiten anpassen», erklärt Wyler.

Ein Artikel aus dem
(lz, Der Bund)
28.12.2011

BZ-Artikel: Frisch geröstete Nüsse aus dem alten Kachelofen

Reinhilde Sommer ist seit 45 Jahren bei der Firma Hans Nobs AG tätig. Im Hintergrund ist der 17 Meter lange elektrische Ofen aus dem Jahr 1920 sichtbar. Bild Berner Zeitung, Urs Lindt
Die Firma Nobs AG verarbeitet pro Jahr rund 40 Tonnen Nüsse höchster Qualität. Der elektrische Ofen, in dem die Nüsse geröstet werden, ist seit 1920 in Betrieb.

Beim Kosten von Nobs-Salznüssen merkt selbst ein Laie, dass es sich hier um ein Premiumprodukt handelt. Unter Feinschmeckern sind die Nüsse aus den kleinen durchsichtigen Dosen schon lange ein Begriff. Dass in Münchenbuchsee seit über 80 Jahren Nüsse verschiedenster Art verarbeitet werden, wissen heute wohl aber längst nicht mehr alle Buchserinnen und Buchser.

Das alte, stilvolle Gebäude gegenüber dem Bahnhof Münchenbuchsee lässt auf den ersten Blick nicht darauf schliessen, dass hier Nüsse verarbeitet werden. Beim Eingangstor hängt eine Tafel mit dem Schriftzug «Nobs Nährmittel». Der Begriff Nährmittel rührt aus früheren Jahren. Damals war das Rösten und Verarbeiten von Nüssen noch nicht das Hauptgeschäft. Schweizweit bekannt wurde die Firma Nobs in dieser Zeit mit der einzigartigen Säuglingsnahrung Berna und dem Nobs-Zwieback (siehe Bild). Erst in den 1930er-Jahren wurden dann auch Haselnüsse, Mandeln und Erdnüsse verarbeitet. 1959 folgten die Cashewnüsse. Gegründet hat die Firma Nobs 1904 der Berner Bäcker Hans Nobs. Er fabrizierte Gesundheitsnährmittel und Säuglingsnahrung zuerst in gemieteten Räumen in Kiesen, erst 1920 folgte der Bau der Fabrik in Münchenbuchsee.

Nahrung für Bergsteiger

Den grössten Erfolg hatte das Unternehmen in den 50er- und 60er-Jahren. Damals arbeiteten fast 30 Personen in der kleinen Fabrik. Noch früher hat der Betrieb sogar Geschichte geschrieben. Bei der ersten Schweizer Himalaja-Expedition 1939 hatten die Bergsteiger Nobs-Nahrungsmittel dabei. Die Nobs-Biscuits waren die erste kompakte energiereiche Sportlernahrung. Als wichtiger Energielieferant war Nobs auch 1952 bei der Erklimmung des über 8800 Meter hohen Mount Everest dabei.

Leiden musste die Fabrik in den 90er-Jahren, als die Umsätze einbrachen. Dies war die Zeit, als die kleinen Lebensmittelläden ausstarben. In den Restaurants verschwanden zudem allmählich die Körbchen mit verschiedenen Knabbereien – unter anderem bestückt mit Nobs-Nüssen – von den Tischen.

2005 wurde der Familienbetrieb an die Berner Kaffeerösterei O. Aeberhard AG verkauft. Die neuen Eigentümer haben es aber nicht geschafft, die Firma Nobs mit ihren Premiumprodukten Gewinn bringend im Markt zu positionieren. 2009 kauften langjährige Mitarbeiter und neue Investoren den Nussverarbeitungsbetrieb zurück. Heute führen Reinhilde Sommer und Gilbert Dumuid das Unternehmen.

Neue Produkte

Die Aktien der Hans Nobs AG sind auf sieben Aktionäre verteilt. Zu ihnen gehört auch Tristan Carbonatto, Edelschokoladenhersteller aus Bougy-Villars. Dank der Zusammenarbeit mit dem Chocolatier hat Nobs seit kurzem auch Nüsse im Angebot, die mit Schokolade überzogen sind. Auch die Zürcher Firma Pakka ist bei Nobs beteiligt. Pakka ist bekannt für hochwertigste zertifizierte Bio-Fair-Trade-Snacks und lässt ihre Nüsse in Münchenbuchsee rösten und bearbeiten.

Dank der wiedererlangten Eigenständigkeit und der neuen Aktionäre steigen die Umsätze seit 2009 stark an. Neue Kunden können laufend dazugewonnen werden. Pro Jahr werden mittlerweile wieder 30 bis 40 Tonnen Nüsse verarbeitet. Verkauft werden die Nobs-Nüsse unter anderem bei Globus und bei Loeb-Lebensmittel in Bern. Reinhilde Sommer ist bei Nobs Verwaltungsratspräsidentin und kennt den Betrieb wie ihre Hosentasche. Seit 45 Jahren arbeitet die 66-jährige Sommer mit Leib und Seele bei Nobs. Mit Produktionsleiter Biagio Sciamanna ist sie für die Entwicklung neuer Produkte verantwortlich. Auch Sciamanna ist seit über 40 Jahren im Betrieb und hat viel Erfahrung im Rösten und Würzen der Nüsse.

Wohlgehütetes Geheimnis

Herzstück der kleinen Produktionshalle im Erdgeschoss des Gebäudes ist ein 17 Meter langer elektrischer Kachelofen. Der Ofen ist bereits seit 1920 in Betrieb. «Er funktioniert noch einwandfrei», sagt Sommer. Es wäre schwierig, mit einem neuen Ofen die gleiche Qualität beim Rösten der Nüsse zu erzielen, sagt sie. Das richtige Rösten macht die Qualität der Nobs-Nüsse aus und ist deshalb das wohlgehütete Geheimnis der Firma. Ein zentraler Unterschied zu herkömmlichen Nüssen ist, dass bei Nobs der Röstprozess ohne Öl vollzogen wird. Alle Nüsse werden nach dem Rösten und bevor sie weiterverarbeitet werden in aufwendiger Handarbeit von Frauen minutiös auserlesen. «Allein dieser aufwendige Arbeitsprozess macht einen grossen Teil unserer Qualität aus», erklärt Sommer, während sie selbst noch ein paar nicht konforme Nüsse aus einem Blech pickt.

Die Firma: www.nobs-premium.ch

Ein Artikel aus der
(Niklaus Bernhard, Berner Zeitung BZ)
19.12.2011

Kantonspolizei Bern: Mehrere Fahrzeugeinbrüche und Diebstähle

In der Nacht auf Samstag sind in Münchenbuchsee rund ein Dutzend Autos durchsucht worden. Vereinzelt entwendete die Täterschaft Gegenstände. Die Kantonspolizei Bern sucht Zeugen.

Eine unbekannte Täterschaft hat in der Nacht auf Samstag, 17. Dezember 2011 in
Münchenbuchsee rund ein Dutzend Fahrzeuge aufgebrochen und durchsucht. Die
Autos waren an der Neumattstrasse, am Mattenstutz und an der Mühlstrasse
parkiert. Vereinzelt wurden Gegenstände –vor allem Navigationsgeräte - aus den
Fahrzeugen gestohlen.

Zeugen oder Personen, die verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, werden gebeten, sich bei der Kantonspolizei Bern in Münchenbuchsee zu melden (Telefon 031 368 72 61).

In diesem Zusammenhang mahnt die Kantonspolizei Bern zudem zur Vorsicht und
erteilt folgende Ratschläge:
  • Fahrzeuge nie unverschlossen zurücklassen.
  • Keine Wertgegenstände oder Handtaschen sichtbar im Auto liegen lassen.
  • Verdächtig erscheinende Personen oder Fahrzeuge unverzüglich der Polizei melden (Tel. 117/112).

 

Medienmitteilung
  
12.12.2011

BZ-Artikel: Volleyball - Motivator Joel Heiniger soll es in Buchsi richten

Volleyball - Gegen Näfels stand der VBC Münchenbuchsee auf verlorenem Posten. Das deutliche 0:3 konnte auch Interimstrainer Joel Heiniger nicht verhindern.

Er klatscht bei der Anfeuerung durch die Wechselspieler rhythmisch mit, jubelt, wenn es etwas zu jubeln gibt und verwirft auch mal die Hände. Der ehemalige Spieler Joel Heiniger lebt mit, wenn der VBC Münchenbuchsee spielt. Gegen Näfels nützte des Trainers Engagement nichts: Der Schweizer Meister gewann mit 3:0. «Mit diesem Team können wir nicht mithalten. Oder höchstens dann, wenn wir unseren Trainingsaufwand verdoppeln, so die Intensität von Näfels erreichen und im Spiel alle einen guten Tag erwischen. Wir müssen die Punkte auch nicht gegen Näfels, Amriswil oder Chênois holen, unser Fahrplan ist ein anderer», sagt Heiniger nach der Heimniederlage nüchtern.

In den 64 Minuten zuvor wich des Trainers Nüchternheit dem engagierten Coaching. Auch weil der 29-Jährige ein Spieler der emotionalen Gattung war und diese Eigenschaft auch bei der Tätigkeit am Spielfeldrand verspricht, ist er in den Augen von Klubpräsident Urs Kolb der richtige Mann als Interimstrainer. «Er kennt die Spieler, ist ein Motivator und lebt mit», so Kolb über Heiniger, der nach dem Rücktritt von Oleg Petrachenko die sportlichen Geschicke beim NLA-Tabellenletzten in Händen hält. Die Aufgabe von Heiniger ist nicht einfach. Er soll Münchenbuchsee vor der Relegation in die NLB bewahren. Kolb sagt, dass er sich vorstellen könnte, mit Heiniger längerfristig zu arbeiten.

Ab Februar gilt es Ernst

Am 3. Dezember, beim ersten Auftritt von Heiniger an der Seitenlinie, gelang Münchenbuchsee gegen Lutry der erste Sieg – im zwölften Meisterschaftsspiel. Weitere sollen folgen. Beispielsweise gegen Laufenburg-Kaisten am 17. Dezember und danach im Cup gegen Lunkhofen.

Gegen Näfels hätte Münchenbuchsee locker antreten können, da die Berner nichts zu verlieren hatten. Dennoch beherrschte Nervosität das eigene Spiel. Eigenfehler und Probleme in der Annahme der hart geschlagenen Sprungservices verhinderten, dass Münchenbuchsee ins Spiel kam. Nach dem verlorenen Startsatz (16:25) lief es Heinigers Team etwas besser, ohne dass der zweite Abschnitt resultatmässig mit 17:25 deutlich positiver ausfiel. Im dritten Satz offenbarte sich das Gefälle im Team deutlich. Aussenangreifer Stefan Nüesch überzeugte am Service, mit präzisen Smashs nach Rückraumangriffen, vorne am Netz und auch in der Verteidigung. Dagegen zog Libero Selim Heni einen eher schwachen Tag ein.

«Bis zu den Playouts im Februar ist für uns jedes Spiel ein Vorbereitungsspiel. Deshalb tut die Niederlage nicht weh», sagt der Neotrainer. Und Präsident Kolb ergänzt: «Den Teams in unserer Reichweite müssen wir zeigen, dass wir gewinnen können. Darum ist das nächste Wochenende wichtig.» Motivator Heiniger soll es gegen Laufenburg und Lunkhofen richten. Und seine Spieler natürlich auch.

Ein Artikel aus der
(Peter Gerber, Berner Zeitung BZ)
09.12.2011

Bund-Artikel: In Münchenbuchsee übernimmt ein "Zahlenmensch"

Bild Der Bund
Andreas Gasser (SVP) ist im Wahljahr 2012 zum Präsidenten des Gemeindeparlaments gewählt worden.

Wie in der Nachbargemeinde Zollikofen steht auch in Münchenbuchsee im nächsten Jahr ein SVP-Mann dem Parlament vor. Andreas Gasser wurde gestern Abend einstimmig zum Nachfolger von Eva Häberli Vogelsang (SP) gewählt. Der 45-jährige diplomierte Bankfachexperte und Wirtschaftsprüfer mit eigenem Consulting-Büro erwartet ein spannendes Jahr. «Nächstes Jahr sind Wahlen in Münchenbuchsee, das wird im Parlament zu einem etwas aggressiveren Ton führen.» Als Sitzungsleiter wolle er dafür sorgen, dass alle Vorgaben eingehalten würden - auch bezüglich der Tonart. «Ich möchte verhindern, dass sich die Leute persönlich angreifen oder ausfällig werden.»

Gasser wurde vor vier Jahren ins Parlament gewählt. Zuvor war er zuweilen auf einem der Stühle hinten im Kirchgemeindehaus zu sehen gewesen, die für die meist nicht sehr zahlreichen Besucherinnen und Besucher der Parlamentssitzungen reserviert sind. «Ich bin politisch interessiert und wollte sehen, wie der Parlamentsbetrieb läuft und wie argumentiert wird.» Nicht alles, was er sah und hörte, hinterliess bei ihm einen positiven Eindruck. «Das Wissen um die finanziellen und wirtschaftlichen Zusammenhänge ist nicht sehr breit gestreut. Zudem vermisste ich oftmals die visionären Gedanken.» Es ging nicht lange, und Gasser, der in Münchenbuchsee aufgewachsen und zur Schule gegangen ist, wurde von Bekannten angesprochen und für die SVP gewonnen.

Kampf gegen höhere Steuern

Seither versucht Gasser, seine Sicht der Dinge einzubringen. «In Münchenbuchsee haben wir strukturelle Probleme, wir geben im Schnitt fast überall mehr Geld aus als vergleichbare Gemeinden in der Region Bern wie Zollikofen, Ostermundigen oder Ittigen.» Mit entsprechenden Vorstössen im Grossen Gemeinderat will Gasser von der Exekutive Antworten auf seine Fragen erhalten. Es werde zum Beispiel immer gesagt, dass Münchenbuchsee beim baulichen Unterhalt spare und die Liegenschaften verlottern lasse, die Zahlen zeigten aber ein anderes Bild. Gasser wehrt sich gegen höhere Steuern. Der Gemeinderat hat in diesem Herbst wegen der Mehrbelastung durch den kantonalen Finanz- und Lastenausgleich in Eigenregie eine Steuererhöhung beschlossen. «Es ist das einfachste Rezept, einfach die Steuern zu erhöhen. Der Gemeinderat nutzt jede Möglichkeit, höhere Steuern zu beschliessen.»

Gasser sagt von sich, er sei «ein Zahlenmensch». Er berät kleinere und mittelgrosse Banken in der Schweiz im Bereich Risikomanagement und strategische Optionen. «Ich sehe mich als Sparringpartner der Bankchefs», sagt er. Er verzichtet auf Marketing. Er werde für ein Mandat angefragt, weil man ihn kenne. Mit der Zeit habe er zu vielen Kunden ein starkes Vertrauensverhältnis aufbauen können.

«Ich bin kein Städter»

Bevor er sich selbstständig machte, hatte Gasser während zehn Jahren bei der Wirtschaftsprüfungsfirma PWC gearbeitet, rund fünfzehn Jahre war er auch nicht mehr in Münchenbuchsee wohnhaft gewesen. Doch er kehrte gerne zurück: «Ich bin kein Städter, ich wohne lieber ländlich.» Münchenbuchsee habe seinen dörflichen Charakter bewahren können. Gasser lebt mit seiner Partnerin und vier Kindern zwischen sechs und dreizehn Jahren in einer Patchworkfamilie. Da müsse immer etwas laufen, sagt er. Im Sommer gehe man ans Wasser, zum Beispiel an den Neuenburgersee oder in die Berge, im Winter ist Skifahren im Wallis angesagt. Daneben widmet sich Gasser dem Kulturgut Wein. Seine Vorliebe gilt dem Wein aus dem Bordeaux-Gebiet. «Werte wie Leidenschaft, Tradition, aber auch Innovation werden hier am stärksten sichtbar», sagt Gasser. Nach diesen Werten versuche er sich auch in persönlicher, beruflicher und politischer Hinsicht zu orientieren.

Der Grosse Gemeinderat hat gestern auch die Vizepräsidien und die Stimmenzähler gewählt. 1. Vizepräsident ist Peter Stucki (GFL), 2. Vizepräsident Martin Frei (SP). Als Stimmenzähler amtieren weiterhin Joseph Ballamann (SVP) und Markus Beer (SP).

Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
09.12.2011

Bund-Artikel: Prix Buchsi Auszeichnung für Hörbi Frutiger

Seit fast dreissig Jahren engagiert sich Hörbi Frutiger mit dem Läbihus in Münchenbuchsee. Gestern Abend ist ihm dafür am Anschluss an die Sitzung des Grossen Gemeinderates der diesjährige Prix Buchsi, der mit 3000 Franken dotiert ist, verliehen worden. Das Läbihus sei ein kleines Paradies zum Leben geworden, insbesondere auch für zahlreiche Kinder, heisst es in der Begründung. In den ersten Betriebsjahren besuchten die Kinder die Spielgruppe von Dorothe Frutiger. Seit zehn Jahren ist im Läbihus eine Kindertagesstätte untergebracht, kürzlich konnte diese erweitert werden. Zudem ist das Läbihus auch ein Ort der Weiterbildung und der Kultur, wo Kurse, Ausstellungen oder Konzerte stattfinden. Ohne das unermüdliche Engagement von Hörbi Frutiger wäre all dies nicht möglich gewesen, schreibt die Gemeinde Münchenbuchsee.

Hörbi Frutiger konnte 1982 das Gebäude an der Mühlestrasse 39 zu einem symbolischen Preis im Baurecht von der Gemeinde erwerben. Zuvor hatte sich das Stimmvolk von Münchenbuchsee gegen einen Abbruch des rund 300-jährigen Gebäudes ausgesprochen. Er nehme den Preis sehr gerne entgegen, sagte Frutiger. Mit dem Preisgeld werde er versuchen, die Veranstaltungen im Läbihus wieder etwas anzukurbeln. Die Kita stehe zwar im Zentrum, sie solle aber nicht der einzige Daseinszweck des Hauses sein. «Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die Gemeinde im Läbihus wieder eine etwas aktivere Rolle übernehmen wird», sagte Frutiger weiter.

Ein Artikel aus dem
(pd/wal, Der Bund)
09.12.2011

BZ-Artikel: Gasser will sich um das Klima kümmern

Bild Berner Zeitung BZ
An der gestrigen Sitzung wählte das Parlament seinen neuen Präsidenten: Andreas Gasser (SVP), Buchsi-Giel und Heimkehrer.

2012 heisst der Präsident des Grossen Gemeinderats (GGR) von Münchenbuchsee Andreas Gasser. Das Parlament wählte ihn gestern Abend ohne Gegenstimme. Der 45-jährige selbstständige Unternehmensberater ist in der Gemeinde aufgewachsen und verliess sie als junger Erwachsener. Als die erste Tochter ins Kindergartenalter kam, entschied sich die Familie Gasser wieder für Buchsi. Der politisch interessierte Heimkehrer verfolgte einige Parlamentssitzungen als Zuschauer, bis ihn Kollegen von der SVP zum Mitmachen aufforderten. So trat er vor vier Jahren der Partei bei und kandidierte erfolgreich für den GGR.

Vor dem neuen Amt hat Gasser keine Angst. Er sei sich vom Job her gewohnt, Sitzungen zu leiten. Für die SVP könne es ein Vorteil sein, im nächsten Jahr – einem Wahljahr – den GGR zu präsidieren, glaubt er. Dies berge gewisse Gestaltungsmöglichkeiten, «und falls das Parlament einmal komplett ist und es unentschieden steht, habe ich den Stichentscheid».

Wahljahr hin, Gestaltungspotenzial her: Gasser will dazu beitragen, dass sich alle Parlamentarier in die Augen schauen können. Schon dieses Jahr seien mit Blick auf die Wahlen oft gehässige Worte gefallen. Er will sich «für ein angenehmeres Klima einsetzen». Als «Zahlenmensch» sind ihm auch 2012 die Finanzen ein besonderes Anliegen.

[i] Peter Stucki (GFL) ist 1. Vize, Martin Frei (SP) 2. Vize. Neuer Vizegemeindepräsident ist Cesar Lopez (SVP).

Ein Artikel aus der
(Christoph Hämmann, Berner Zeitung BZ)
28.11.2011

BZ-Artikel: Volleyball-Rücktritt des Trainers

Münchenbuchsee, Tabellenletzter der NLA, und Trainer Oleg Petrachenko gehen getrennte Wege.

Der Trainer geht freiwillig. Nach der zehnten Niederlage im zehnten Spiel kündigte die Vereinsleitung des NLA-Klubs VBC Münchenbuchsee eine eingehende Lagebesprechung an. Nun bat Oleg Petrachenko um die vorzeitige Auflösung des Vertrags. Der Ukrainer begründet den Schritt mit seiner zeitlichen Belastung. Der 50-Jährige pendelte zwischen Neuenburger Jura und Münchenbuchsee. Zudem bildet sich Petrachenko beruflich weiter und steht vor Abschlussprüfungen.

Dem Teamverantwortlichen Benjamin Heimgartner kommt die Demission nicht ungelegen. Zuletzt war nicht klar, ob der Trainer seine Spieler noch erreicht, das Selbstvertrauen der Mannschaft ist angekratzt. Dass Petrachenko lediglich seiner Entlassung vorgekommen sei, wollte Heimgartner aber nicht bestätigen. An der Zielsetzung hält der Verein hingegen fest: «Wir wollen immer noch den Ligaerhalt schaffen», sagt Heimgartner.

Ein Artikel aus der
(stü, Berner Zeitung BZ)
18.11.2011

Ausserordentlich klare Meinungen zum Budget

Im Gemeindeparlament von Münchenbuchsee kam es zu einem Schaufechten.

Stein des Anstosses war für die SVP das Budget für das nächste Jahr. Der Gemeinderat hatte den Voranschlag mit einer Steuererhöhung im Ausmass der Mehrbelastung durch den neuen kantonalen Finanzausgleich in Eigenregie verabschiedet. Diese Möglichkeit, die auch von anderen Gemeinden wie zum Beispiel Münsingen oder Lyss genutzt wurde, ist in den vom Grossen Rat beschlossenen Übergangsbestimmungen zum Filag ausdrücklich vorgesehen. Die SVP wollte jedoch nicht hinnehmen, dass der Gemeinderat entschieden hatte, das Budget nicht wie sonst dem Grossen Gemeinderat und dem Volk vorzulegen, und hatte darum eine ausserordentliche Sitzung verlangt. Diese fand nun gestern Abend statt.

«Mangelndes politisches Gespür»

«Der Gemeinderat hat nicht etwa Führungsqualität bewiesen, sondern mangelndes politisches Gespür», sagte Jean-Pierre Vicari von der SVP. Die Steuererhöhung von 1,52 auf 1,56 sei eigentlich unnötig. Andreas Gasser (SVP) sagte, die Finanzkommission habe weitergehende Sparmassnahmen vorgeschlagen, die vom Gemeinderat mehrheitlich nicht berücksichtigt worden seien. «Es ging um 565 000 Franken und 53 Positionen, wir wollten nicht mit der Motorsäge sparen.» Die Sparmassnahmen seien vom Gemeinderat nicht gewürdigt worden, ergänzte Kathrin Melliger (SVP). Mit zwei Motionen wollte die SVP den Gemeinderat dazu bringen, das Budget ohne Steuererhöhung dem Volk vorzulegen. Unterstützt wurde sie dabei von der FDP, von den vier Freisinnigen war aber gestern nur gerade Heinz Zürcher anwesend. Auch er vertrat die Ansicht, dass die Festsetzung des Steuerfusses einer der wichtigsten Entscheide sei und darum vors Volk gehöre.

«Weihwasser» und «Notfallset»

Die Gegenseite war der Meinung, dass die Vorstösse zum Budget 2012 gar nicht zulässig seien. SP, GFL und EVP vertraten damit den Standpunkt des Gemeinderats, der aus drei SVP- und zwei SP-Mitgliedern sowie je einem GFL- und EVP-Mitglied besteht. Man fürchte bei der SVP eine Steuererhöhung «mehr als der Teufel das Weihwasser», sagte Christoph Vögeli (SP). Die Erhöhung mache für die Steuerzahlenden wenig aus und diene dazu, wieder ein Eigenkapital zu bilden. Die Motionen der SVP gehörten in die Ablage «Wahlpropaganda», fand Rolf Sieber (SP). Im nächsten Jahr wird in Münchenbuchsee gewählt. Peter Stucki (GFL) sagte, die Gemeinde leide an «finanzieller Unterernährung», der Gemeinderat habe «verantwortungsvoll zum Notfallset» gegriffen. Pascal Lerch (EVP) stellte die Frage, ob es sinnvoll sei, über eine Motion abzustimmen, die nicht rechtens sei.

Der Gemeinderat hatte bereits in den schriftlichen Antworten auf die Vorstösse klargemacht, dass er auf seinen Entscheid nicht zurückkommen wollte. Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring-Walther (SP) sagte, die Motionen griffen in den Kompetenzbereich des Gemeinderats ein. Dieser müsse das ganze Spektrum im Auge behalten. «Die Gemeinde soll konkurrenzfähig bleiben und sich weiterentwickeln können.»

Die beiden Motionen der SVP wurden mit 15 zu 20 Stimmen abgelehnt. Bei Vollbestand stehen sich in Münchenbuchsee zwei gleich starke Blöcke von zwanzig Parlamentariern gegenüber. In diesem Fall hätte Ratspräsidentin Eva Häberli Vogelsang (SP) den Stichentscheid geben können.

«Viel Angst vor dem Volk»

Es ging der SVP aber nicht nur um das Budget für das nächste Jahr. Die Partei, die die Wahl ums Gemeindepräsidium vor vier Jahren mit ihrer Kandidatin und heutigen Finanzvorsteherin Sonja Bucher gegen die SP mit Elsbeth Maring-Walther verloren hatte, wollte auch erste Pflöcke für das nächste Jahr einschlagen. Darum hatte sie eine Motion eingereicht, welche den Gemeinderat verpflichten wollte, für 2013 ein ausgeglichenes Budget mit einer Steueranlage von 1,52 Einheiten vorzulegen.

«Es herrscht wahnsinnig viel Angst vor dem Volk», sagte Christian Bärtschi dazu. «Auch in der DDR hatte man Angst vor dem Volk.» Für den DDR-Vergleich erntete Bärtschi von Renate Löffel (EVP) die Bemerkung, dies sei «daneben und unter jedem Niveau». Thomas Scheurer (GFL) erklärte, man könne nicht schon ein Jahr zum Voraus wissen, welches die richtige Steueranlage sei. «Solch blinde Vorgaben kennen wir aus der Planwirtschaft.» Auch diese Motion der SVP wurde schliesslich abgelehnt, mit 14 zu 19 Stimmen.

Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
02.11.2011

Gemeinderat beharrt auf Budget in Eigenregie

In Münchenbuchsee kommt das Budget wohl definitiv nicht vors Volk. Die Sondersitzung dürfte zum Schlagabtausch für die Galerie werden.

Der Gemeinderat von Münchenbuchsee entschied, das Budget 2012 nicht Parlament und Stimmvolk vorzulegen. Er verordnete stattdessen den Voranschlag, der eine Steuererhöhung von 1,52 auf 1,56 beinhaltet, in Eigenregie (der «Bund» berichtete). Das brachte die SVP auf die Palme. Mit einer Sondersitzung, die am 17. November stattfinden wird, will die Partei den Entscheid umstossen. Die SVP verlangt ein ausgeglichenes Budget ohne Steuererhöhung - und dass dieses dem Volk vorgelegt wird.

Aus den Antworten auf die Vorstösse der SVP wird jedoch klar, dass der Gemeinderat nicht auf seine Beschlüsse zurückkommen wird. Die Motion sei «rechtlich nicht zulässig», heisst es, weil das Budget wegen der Filag-Übergangsbestimmungen in diesem Jahr in der Kompetenz der Exekutive liege. Steueranlage und Voranschlag seien bereits beschlossen. Der Gemeinderat verteidigt sein Vorgehen: Dieses sei «transparent, klar und nachvollziehbar, auch wenn die beschlossene Massnahme auf den ersten Blick zu Unverständnis und Kopfschütteln führt». Der Gemeinderat habe beschlossen, einen strategischen Entscheid zu fällen, und halte weiterhin an diesem fest.

Die Sondersitzung wird also wohl in einem Schlagabtausch zwischen rechts und links enden. SVP und FDP besitzen 20 Mandate im Grossen Gemeinderat. SP, EVP und GFL kommen zusammen ebenfalls auf 20 Sitze. Ratspräsidentin ist Eva Häberli Vogelsang (SP).

Auch 2013 gibt es ein Budget

Weiter geht aus den Unterlagen hervor, dass der Gemeinderat gegen den einstimmigen Vorschlag der Finanzkommission entschieden hat. Die Finanzkommission, die von Gemeinderätin Sonja Bucher (SVP) präsidiert wird, wollte die Mehrbelastung von rund 580 000 Franken durch das Filag mit Sparmassnahmen auffangen und das Budget dem Volk vorlegen.

Am 17. November wird aber auch ein Vorstoss zum Budget 2013 behandelt. Hier kann das Parlament nicht nur seinen Unmut kundtun, sondern auch inhaltlich entscheiden. Die SVP-Fraktion verlangt, das Budget sei «ausschliesslich mit der Steueranlage 1,52 vorzulegen». Der Gemeinderat lehnt dies ab. Der Finanzplan rechne auch in den Jahren 2013 bis 2016 mit einer Steueranlage von 1,56 Einheiten. Erst der Budgetprozess im nächsten Jahr werde zeigen, ob es möglich sei, die Steuern wieder zu senken. «Das vordringlichste Ziel, die Abschreibung des Bilanzfehlbetrags, muss weiterverfolgt werden.»

Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
24.10.2011

Münchenbuchsee wird «offizieller» AKW-Gegner

Die Gemeinde Münchenbuchsee tritt dem Komitee «Mühleberg Ver-fahren» bei, das die Beschwerdeführenden im Kampf gegen den unbefristeten Betrieb des AKW Mühleberg unterstützt. Der Grosse Gemeinderat unterstützte am Donnerstagabend eine Motion der GFL mit 18 gegen 15 Stimmen.

Gegen die Annahme der Motion hatte sich in erster Linie die SVP gewehrt. «Es ist nicht unbedingt Aufgabe einer Gemeinde, bei einem solchen Verein mitzumachen», sagte Kathrin Melliger namens der Partei. Den Entscheid über eine Mitgliedschaft sollten die Bürgerinnen und Bürger auf privater Ebene fällen können. Der Gemeinderat hatte sich in der Antwort bereit erklärt, die Motion anzunehmen. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Münchenbuchsee haben bei der kantonalen Abstimmung vom 13. Februar mit 1834 zu 1847 Stimmen knapp Nein zu einem neuen AKW in Mühleberg gesagt. Nach den Ereignissen in Fukushima in Japan wäre der ablehnende Entscheid vermutlich deutlicher ausgefallen, erklärte der Gemeinderat. Münchenbuchsee will zwar dem Bündnis beitreten, aber auf einen finanziellen Beitrag verzichten.
 
Ein Artikel aus dem
(wal, Der Bund)
24.10.2011

Parlament setzt sich für «Buchsi-Info» ein

Das Gemeindeorgan «Buchsi-Info» soll nicht Ende Jahr aus Kostengründen eingestellt werden.

Am Anfang standen Sparpläne: Der Gemeinderat von Münchenbuchsee unterzog die Broschüre «Buchsi-Info», die viermal im Jahr erscheint, einer Überprüfung. Die Kosten pro Ausgabe belaufen sich auf 6300 Franken. Dann beschloss er die Publikation einzustellen: Das Gemeindeorgan soll im Dezember zum letzten Mal erscheinen, als Ersatz soll sechsmal pro Jahr ein Flyer mit den wichtigsten Infos in die Haushaltungen verteilt werden. Zudem kann ein Newsletter abonniert werden. Verwiesen wird auch auf die Homepage als Informationsquelle. Dadurch will die Gemeinde bis 15 000 Franken jährlich sparen.

In einem dringlichen Postulat forderte Erika Gasser Niederhauser (SP) am Donnerstagabend den Gemeinderat auf, «weiterhin eine Informationsbroschüre im Rahmen des bisherigen ‹Buchsi-Info› an alle Haushalte der Gemeinde herauszugeben». Die Broschüre, die auch von den Vereinen genutzt wird, sei eine «wichtige Informationsquelle für die Bevölkerung». Es gebe auch Haushalte ohne Zugang zum Internet. Eine Petition für die Erhaltung des Blattes wurde von 750 Personen unterschrieben.

Eine klare Mehrheit des Parlaments unterstützte den Vorstoss von Erika Gasser Niederhauser. Ein grosser Teil der Bevölkerung freue sich, wenn die Broschüre ins Haus flattere, war eines der Argumente. Das Postulat wurde mit 28 zu 4 Stimmen angenommen. Der Gemeinderat muss seinen Entscheid zur Abschaffung des Gemeindeorgans noch einmal überdenken.

Ein Artikel aus dem
(wal, Der Bund)
21.10.2011

Schlagabtausch zum Budget in Münchenbuchsee

Dass der Gemeinderat das Budget 2012 in Eigenregie festsetzte, gab zu reden.

Das Gemeindeparlament von Münchenbuchsee konnte Donnerstagabend das Budget, das eine Steuererhöhung von 1,52 auf 1,56 vorsieht, nur zur Kenntnis nehmen, aber nicht darüber befinden. Der Gemeinderat hat es in eigener Kompetenz verabschiedet. Dazu ist er aufgrund einer Übergangsbestimmung im neuen Finanz- und Lastenausgleich des Kantons (Filag) befugt: Die Exekutiven dürfen das Budget und eine Steuererhöhung im Ausmass der Mehrbelastung durch das neue Filag verabschieden, ohne das Volk oder ein allfälliges Parlament zu befragen, heisst es darin. Die Steuererhöhung in Münchenbuchsee um 0,4 Steuerzehntel entspricht der Mehrbelastung durch das Filag von 580'000 Franken.

Hatte man auch nichts zu bestellen, so wollte man sich doch das Husten nicht verbieten lassen. Vor allem die SVP, die stärkste Partei in Münchenbuchsee, fühlte sich vom Gemeinderat düpiert und verlangte Ende September eine Sondersitzung: Mit einer Motion will man den Gemeinderat doch noch dazu bringen, das Budget ins Parlament und vors Volk zu bringen. Die Sitzung wurde auf den 17. November anberaumt. Dass Parlament und Stimmvolk in dieser zentralen Frage übergangen werden sollten, könne die SVP nicht hinnehmen, sagte Parlamentarier Jean-Pierre Vicari. «Was rechtlich möglich ist, ist politisch nicht immer richtig und vor allem auch nicht klug.» Er hoffe auf eine konstruktive Auseinandersetzung am 17. November und darauf, dass «dieser politische Fehlentscheid» von den Verantwortlichen rückgängig gemacht werde.

SP spricht von «Führungsstärke»

Er verstehe, dass die Situation für den Gemeinderat nicht einfach gewesen sei, sagte Georg Karlaganis für die FDP. «Es gäbe aber Lösungen ohne Erhöhung des Steuerfusses.» Die Erhöhung der Steuern gehöre zu den wichtigsten Entscheiden in einer Gemeinde. Deshalb sollte dieser Entscheid dem Volk unterbreitet werden, auch wenn es juristisch nicht unbedingt nötig sei, fand Karlaganis.

SP, GFL und EVP sahen die Situation anders. Der Gemeinderat habe «Führungsstärke» gezeigt, sagte Kathrin Morgenthaler. Die Mehrbelastung durch die Steuererhöhung sei nicht sehr gross. Bei 6000 Steuerpflichtigen gehe es um rund 100 Franken pro Jahr und Person. «Wenn wir uns ärgern, dann über den bürgerlich dominierten Grossen Rat», erklärte Peter Stucki namens der GFL. Die Suppe sei im Rathaus in Bern eingebrockt worden, müsse aber in Münchenbuchsee ausgelöffelt werden. Stucki verwies auf andere Gemeinden wie Lyss, Münsingen oder Interlaken, die das Budget mit einer Steuererhöhung in diesem Jahr ebenfalls nicht dem Volk vorlegen.

Die beiden Seiten warfen sich gegenseitig mangelndes Demokratieverständnis vor. Im Gemeinderat ist die SVP mit drei Sitzen vertreten, die anderen vier Mandate entfallen auf die SP (2) sowie auf die GFL und die EVP.

Geld wird «zweckentfremdet»

Das Budget für das nächste Jahr sieht bei einem Aufwand von 47,4 Millionen Franken ein ausgeglichenes Ergebnis vor. Darin enthalten ist eine zusätzliche Reduktion des Bilanzfehlbetrags um 705'000 Franken. Damit will die Gemeinde einen weiteren Schritt in Richtung gesunde Finanzen tun. Es gibt im Voranschlag neben der Steuererhöhung einen zweiten umstrittenen Punkt: 940'000 Franken werden dem Fonds für Planungsmehrwerte entnommen, zum Beispiel für das Sportzentrum Hirzenfeld oder die Kornhausbibliothek. Für die SVP ist dies ein «doppelter Sündenfall». Vorbehalte machte auch die GFL. «Mit dem Fonds wird sorglos umgegangen», sagte Michael Ruefer. «Das Geld wird zweckentfremdet.» Die GFL werde mit einer Motion versuchen, dieser Zweckentfremdung einen Riegel zu schieben.

Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
06.10.2011

Münchenbuchsee ist gegen AKW Mühleberg

In der Region ist das Unbehagen über das AKW Mühleberg gross. Münchenbuchsee will sogar dem Komitee «Mühleberg Ver-fahren» beitreten.

Bern, Köniz, Zollikofen oder Ostermundigen: Sie alle sind skeptisch, was die Sicherheit des AKW Mühleberg oder die Unabhängigkeit und Verlässlichkeit der Aufsichtsbehörde Ensi betrifft (siehe auch Seite 19). Die Gemeinden haben ihre Kritik zum Beispiel in Briefen an Bundesrätin Doris Leuthard (CVP) formuliert. Die Gemeinde Münchenbuchsee ist nun bereit, dem Komitee «Mühleberg Ver-fahren» beizutreten, das die Beschwerdeführenden gegen die unbefristete Betriebsbewilligung für das AKW unterstützt. Der Gemeinderat will eine entsprechende Motion von Peter Stucki (GFL) annehmen, wie aus den Unterlagen für die Parlamentssitzung vom 20. Oktober hervorgeht. «Der Zeitpunkt ist gekommen, sich aktiv einzumischen», findet Stucki. Die fundierten Einwände zum Risiko seien nicht ernst genommen worden.

 

Knappes Nein am 13. Februar

 

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Münchenbuchsee haben bei der kantonalen Abstimmung vom 13. Februar mit 1834 zu 1847 Stimmen knapp Nein zu einem neuen AKW in Mühleberg gesagt. Nach den Ereignissen in Fukushima in Japan wäre der ablehnende Entscheid vermutlich deutlicher ausgefallen, erklärt der Gemeinderat. Es sei ein «breites Bündnis von Organisationen, Parteien und Einzelpersonen, welches sich gegen den Weiterbetrieb des AKW Mühleberg wehrt». Nach den Angaben des Gemeinderats sind im Komitee aber mit der Stadt Genf und dem freiburgischen Villarepos nur zwei andere Gemeinden vertreten. Münchenbuchsee will zwar, falls das Parlament zustimmt, dem Bündnis beitreten, würde aber auf einen finanziellen Beitrag verzichten.

 

Zu den Mitgliedern des Komitees zählen viele Einzelpersonen sowie linke und grüne Parteien. Zu den Vorstandsmitgliedern gehören die Nationalrätinnen Ursula Wyss (SP) und Franziska Teuscher von den Grünen.

 

Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
04.10.2011

SVP will Steuererhöhung in Münchenbuchsee kippen

Wir haben im Interesse der Gemeinde gehandelt, sagt Elsbeth Maring.
Falls es nicht klappt, ist immerhin der Wahlkampf für 2012 eingeläutet.

Wegen der Einführung des neuen Finanz- und Lastenausgleichsgesetzes (Filag) sehen sich viele Gemeinden gezwungen, die Steuern zu erhöhen. Einige Gemeinderäte wie diejenigen von Münchenbuchsee oder Münsingen machen von der Möglichkeit Gebrauch, die Steuern in Eigenregie zu erhöhen, also ohne das Budget den Stimmberechtigten vorzulegen. In Münchenbuchsee, wo es schon verschiedentlich zu heftigen Auseinandersetzungen um Budget und Steuern gekommen ist, sorgt der Entscheid des Gemeinderats für Ärger. Die SVP hat eine ausserordentliche Sitzung des Gemeindeparlaments verlangt. Dafür nötig sind die Unterschriften von zehn Parlamentsmitgliedern. Ziel der Partei: den Gemeinderat dazu zwingen, das Budget doch noch materiell Parlament und Volk vorzulegen - und zwar ohne Steuererhöhung, aber mit Sparmassnahmen. Die Sitzung wurde vom Parlamentspräsidium nun auf den 17. November gelegt. Das sei viel zu spät, sagt SVP-Präsident Christian Bärtschi. «Wir werden mit unserem Anliegen über die Terminachse ausgebremst.» Der demokratische Prozess lasse sich auf diese Weise nicht ordentlich durchspielen.

 

Maring verteidigt Vorgehen

 

Es ist jedoch fraglich, ob die SVP mit ihrem Vorstoss viel erreicht. In den Übergangsbestimmungen des vom Grossen Rat beschlossenen Filag heisst es: «Sofern im Jahr des Inkrafttretens dieser Änderung die Veränderung der Steueranlage einer Gemeinde gegenüber dem Vorjahr den Wirkungen dieser Änderung entspricht, ist der Gemeinderat für die Festlegung der Steueranlage und des Voranschlages zuständig.» Ausgedeutscht bedeutet das, dass der Gemeinderat 2011 die Kompetenz zur Steuererhöhung hat, falls die Erhöhung den Auswirkungen der Filag-Reformen entspricht. In Münchenbuchsee ist dies der Fall: Die Mehrbelastung durch das Filag beträgt 580 000 Franken, was sich mit der beschlossenen Steuererhöhung von 1,52 auf 1,56 Steuereinheiten deckt.

 

Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring-Walther (SP) verteidigt den Entscheid des Gemeinderates. «Wir haben im Interesse der Gemeinde gehandelt.» Da Münchenbuchsee auch noch einen Bilanzfehlbetrag abtragen müsse, sei eine Steuererhöhung unumgänglich. Grosse Sparmöglichkeiten gebe es derzeit nicht. Zudem sei auch rechtlich abgeklärt worden, dass der Gemeinderat zuständig sei. «Mit einer Motion kann die SVP den Entscheid nicht kippen.» Sie nehme nicht an, dass der Gemeinderat seine Meinung wieder ändern werde. Der Gemeinderat habe aber die neue Entwicklung noch nicht beraten.

 

Im nächsten Jahr finden in Münchenbuchsee Wahlen statt. Die Vermutung liegt nahe, dass die SVP auch politisches Kapital aus der Steuererhöhung schlagen will. Christian Bärtschi stellt dies in Abrede: «Mit Wahlkampf hat das nichts zu tun.» Die Gemeindepräsidentin beweise aber ein «seltsames Demokratieverständnis». Maring-Walther ist seit 2008 Gemeindepräsidentin - sie gewann die Stichwahl gegen Sonja Bucher (SVP), die heutige Ressortvorsteherin Finanzen, mit 92 Stimmen Vorsprung.

 

Das Budget 2012 sieht ein ausgeglichenes Ergebnis vor. Für die Null am Schluss braucht es aber nicht nur eine Steuererhöhung, sondern auch noch 940 000 Franken, die aus der Spezialkasse für Planungsmehrwerte in die laufende Rechnung gepumpt werden. Für die Tilgung des Bilanzfehlbetrags sind 705 000 Franken reserviert.


Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
30.09.2011

Die SVP verlangt eine Sondersitzung zum Budget

Das Volk soll in Sachen Budget doch mitreden können. Die SVP fordert eine Sondersitzung im Parlament – und eine Urnenabstimmung.


Die SVP Münchenbuchsee kämpft dafür, dass das Ortsparlament und die Stimmberechtigten übers Budget 2012 abstimmen können. Sie verlangt eine ausserordentliche Sitzung des Parlaments. Damit versucht die Volkspartei, den Entscheid des Gemeinderates umzustossen. Dieser segnete das Budget mit einer Steuererhöhung von 0,05 Einheiten in Eigenregie ab (wir berichteten). Der Grosse Rat hatte die Gemeinden dazu ermächtigt – zur einmaligen Kompensation von Beiträgen des Lastenausgleichs. Doch SVP-Präsident Christian Bärtschi wirft dem Rat «DDR-Methoden» vor.

 

Die Sondersitzung dürfte zustande kommen, denn die dafür notwendigen zehn Parlamentarier haben das Begehren unterschrieben. Die SVP hat auch schon die Traktanden festgelegt: drei Motionen und zwei Einfache Anfragen. Verlangt wird, dass der Gemeinderat das Budget dem Parlament und den Stimmbürgern unterbreitet. Weiter soll die unveränderte Steueranlage 1,52 gelten. Zudem will die SVP wissen, warum der Rat das Budget nicht vorlegen will und welchen Antrag die Finanzkommission gestellt hatte. Dass die Kommission das Budget vors Parlament und an die Urne bringen wollte, ist allerdings bekannt. Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring (SP) hatte gestern Nachmittag den Brief der SVP noch nicht gesehen. «Ich habe jedoch kein Problem mit einer ausserordentlichen Sitzung. Wir können dort Fragen beantworten», sagte sie gegenüber dieser Zeitung. «Wir haben im Interesse der Gemeinde entschieden, ich stehe weiterhin dazu.» Maring fragt sich aber, ob das Parlament den Entscheid des Gemeinderates überhaupt umstossen könnte. Das müsse abgeklärt werden. «Wir haben jedoch nicht DDR-Methoden angewandt, sondern nur unsere Kompetenzen ausgeschöpft», wehrt sie sich.

Ein Artikel aus der
(Herbert Rentsch, Berner Zeitung BZ)
26.09.2011

Münchenbuchsee greift auf Spezialkasse zurück

Der Gemeinderat hat die Details zum Budget 2012 veröffentlicht. Er erhöht nicht nur die Steuern, sondern nimmt auch 940 000 Franken aus einem Fonds.

 

In Münchenbuchsee dürfte dem Gemeinderat ein politisch heisser Herbst bevorstehen. Er hat beschlossen, die Steuern von 1,52 Einheiten auf 1,56 Einheiten anzuheben und das Budget weder dem Parlament noch dem Volk vorzulegen. Die SVP sprach von «DDR-Methoden». Durch den neuen kantonalen Finanz- und Lastenausgleich (Filag) entstehe der Gemeinde eine Mehrbelastung von 580 000 Franken, argumentiert der Gemeinderat. Falls die Gemeinde die Mehrbelastung eins zu eins an die Steuerzahlenden weitergebe, könne der Gemeinderat die Steuererhöhung in eigener Regie beschliessen, heisst es in den Unterlagen für die Parlamentssitzung vom 20. Oktober. An diesem Tag ist das Budget zwar traktandiert, der Grosse Gemeinderat kann es aber nur noch zur Kenntnis nehmen und keine Änderungen mehr vornehmen. Das Budget sieht bei einem Aufwand von 47,4 Millionen Franken ein ausgeglichenes Ergebnis vor - wobei 705 000 Franken für die Reduzierung des Bilanzfehlbetrags verwendet werden.

 

Um den Haushalt im Lot zu halten, muss der Gemeinderat aber auch in die Spezialfinanzierung Planungsmehrwerte greifen, wie aus den Unterlagen ersichtlich ist. Darin sind derzeit 4,5 Millionen Franken enthalten. 940 000 Franken davon sollen für die Laufende Rechnung verwendet werden, zum Beispiel 300 000 Franken für den Trägerverein des Sportzentrums Hirzenfeld, 235 000 für die Kornhausbibliothek, 155 000 Franken für den Unterhalt öffentlicher Anlagen oder 100 000 Franken für Spielplätze. Ohne diese Massnahme und die Steuererhöhung würde ein Defizit von 1,5 Millionen Franken resultieren - der Bilanzfehlbetrag könnte nicht weiter abgebaut werden.

 

«Schamlose Ausnützung»


Vor allem die SVP fühlt sich düpiert. Parteipräsident Christian Bärtschi sagt, es handle sich um eine «schamlose Ausnützung der Filag-Sonderregelung». Man habe sich keine Mühe gegeben, die Mehrbelastung anders zu kompensieren, und alle Einwände über Bord geworfen. Zur Verwendung des Geldes aus der Spezialkasse will er sich noch nicht äussern. Die SVP stellt im siebenköpfigen Gemeinderat drei Mitglieder, darunter mit Sonja Bucher die Ressortchefin Finanzen. Die übrigen vier Sitze sind durch die SP (2) sowie EVP und GFL besetzt. Die Steuererhöhung in Eigenregie dürfte kaum in Buchers Sinn gewesen sein. Die von ihr präsidierte Finanzkommission wollte das Budget denn auch dem Volk vorlegen, drang aber mit ihrem Antrag nicht durch.

 

Etwas weniger dramatisch als die SVP sieht es die FDP. Präsident Georg Karlaganis findet das Vorgehen zwar «unschön», sagt aber, man werde wohl in den «sauren Apfel» beissen müssen. SP und GFL finden den Entscheid des Gemeinderats richtig.

 


Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
22.09.2011

Er will die ganze Region verkuppeln

Flirten als Verkaufsgespräch Patrick Brayenovitch erklärt, wie es zum
Patrick Brayenovitchs Geschäftsidee soll ihm und Singles Erfolg bringen. Der «Singlecoach» trainiert, wie man einen Partner findet. Als früherer Verkaufsleiter setzt er auf Kommunikation und Werbestrategien – sprich: flirten, flirten, flirten.

Eine Frau sitzt an einem Tisch, ein Mann setzt sich zu ihr, sagt «Hallo», ist nervös, spielt mit den Händen. Mit ihrer Hilfe ergibt sich ein Gespräch, am Schluss bekommt er sogar ihre Nummer. Treuherzig schaut er zu Patrick Brayenovitch, der daneben sitzt und die Szene beobachtet. «Den Anfang hast du völlig versaut!», sagt dieser. Wenn man eine Frau anspreche, müsse man sicher auftreten, ein interessantes Thema bringen, entschlossen wirken. Der Teilnehmer nickt.

Deshalb ist er ja da: Er ist Single und möchte es nicht mehr sein. Patrick Brayenovitch aus Münchenbuchsee will ihm helfen, in vier Lektionen à 2 Stunden seine Unsicherheiten zu überwinden, um so endlich eine Partnerin zu finden. Weil Brayenovitch zum ersten Mal als Singlecoach einen Kurs durchführt, kostet diese Hilfe nur 320 Franken statt 540.

Idee aus Deutschland

Für den ersten Kurs haben sich fünf Teilnehmer gefunden, vier jüngere Männer und eine etwas ältere Frau. Fast alle haben sich angemeldet wegen eines Artikels im «20 Minuten», worin Brayenovitch sich als Experte zu Partnerschaftsfragen äussert. Die Gratiszeitung war durch Google auf ihn gestossen – seine Homepage figuriert bei vielen Suchmaschinen ganz vorne. «Das habe ich bewusst so eingerichtet», gibt Brayenovitch offen zu.

Ähnlich offen erzählt Brayenovitch, welche Ausbildung er zum Singlecoach absolviert hat: nämlich keine. Vom Konzept erfuhr er durch einen Freund aus Deutschland, wo Single Coaching in Grossstädten wie Berlin angeboten wird. «Es gibt in der Schweiz gar keine Ausbildung dazu», sagt Brayenovitch. Stattdessen hat er sich in Fachliteratur vertieft und profitiert von seiner Tätigkeit als Mediator – auch wenn er dort vor allem mit Scheidungen zu tun hat: «Beziehungen in ihrem ganzen Spektrum interessieren mich.» Der 40-jährige Ehemann und Vater eines Sohnes ist momentan zu 100 Prozent selbstständig; seit Anfang Jahr arbeitet er nicht mehr auf seinem Beruf als Verkaufsleiter.

«Felsenfest überzeugt»

Den Verkaufsleiter merkt man ihm an, wenn er auf einer Flipchart fünf Schritte zum erfolgreichen Flirten aufzeichnet und abschliesst mit: «Am Ende muss es ein Nutzungsangebot geben.» Das heisst: Ist das Gegenüber beispielsweise gern in der Natur, schlägt man eine Wanderung vor. Flirten sei ein Verkaufsgespräch mit besonderen Regeln, sagt der Coach und verrät das Erfolgsrezept: «Mit Freude flirten, möglichst immer und überall flirten, strategisch flirten.»

Das ist einfacher gesagt als getan, besonders für schüchterne Menschen wie einige der Kursteilnehmer. Brayenovitch will ihre Hemmungen wegtrainieren und bietet dazu gleich die passenden Plattformen: Speed-Dating, Singleapéro und Flirtdinner, die alle im Restaurant Kreuz in Zollikofen stattfinden sollen. Noch hat Brayenovitch dafür nicht genügend Anmeldungen erhalten.

Ein Problem, das auch andere Veranstalter kennen. «Ich bin jedoch überzeugt, dass das Bedürfnis nach solchen Treffen in der Region besteht», sagt Brayenovitch, der seine Frau bei der Arbeit kennen gelernt hat. Vom allseits beliebten Onlinedating seien mittlerweile viele enttäuscht.

Den Macker raushängen

Die Kursteilnehmer machen die abwechslungsreichen Übungsschritte zum selbstbewussten Flirten begeistert mit. «Nach unseren ersten zwei Kursabenden fühlen sich viele schon selbstbewusster», stellt Brayenovitch fest. Zum Schluss bekommen seine Schützlinge Hausaufgaben. Einer soll sich hellere Kleidung kaufen, ein anderer auf fremde Personen zugehen und ein Dritter «den Macker raushängen». Brayenovitch arbeitet eher mit klassischen Rollenmustern. «Das ist Evolution», erklärt er knapp. Urtriebe also, die in der heutigen Zeit nur noch ein wenig des Trainings bedürfen.

Ein Artikel aus der
(Annatina Foppa, Berner Zeitung BZ)

Infobox
Die Region datet im Internet 26,5 Prozent der Personen zwischen 18 und 69 Jahren in der Region Bern sind Single, so viele wie nirgendwo sonst in der Schweiz. Dies besagt eine nach eigenen Angaben repräsentative Studie der Onlinepartneragentur Parship.ch.

Obwohl mehr als jeder Vierte keinen Partner hat, finden sich in der Region nur wenig Anlässe für Alleinstehende. Beharrlich hält sich die monatliche «Tanzparty für Singles» im Bären Ostermundigen – doch deren Gästezahl ist von früher rund 150 stark geschrumpft.

Womöglich hat das Internet die traditionellen Plattformen zum Kennenlernen verdrängt. So zumindest sieht das Rolf Grünig, der Besitzer vom Berner Café Black. In den 80er-Jahren tauschten Singles in seinem Café in der Amthausgasse rege Liebesbriefe aus.

«Das wäre heute in Zeiten von Handy und Facebook aber nicht mehr möglich», sagt Grünig. Auch Franziska Milena Müller, Inhaberin der Partneragentur Cordial Bern, plante früher Singletreffen.

Nun hat sie dieses Konzept aufgegeben und setzt nur noch auf Onlineprofile und herkömmliche Partnervermittlung. Sie erklärt: «Viele Singles sind von der Idee abgeschreckt, unter mehreren fremden Menschen – und in gegenseitiger Konkurrenz – auf Partnersuche gehen zu müssen.» (afo)
16.09.2011

Wattenwil kauft Jugendarbeit in Münchenbuchsee ein

Vor dem Jugendtreff Baracca in Wattenwil von links Reto Blaser von der Kinder- und Jugendfachstelle Münchenbuchsee, Gemeindepräsident André Bähler, Gemeinderätin Liselotte Bähler und Gaston Hänni vom Verein Jugendforum, der den Treff noch bis Ende Jahr betreibt. Bild Marc Imboden
Der Gemeinderat schlägt einen neuen Weg ein: Er kauft die Leistungen im Bereich offene Jugendarbeit in Münchenbuchsee ein. «Das Heft geben wir damit aber nicht aus der Hand», betont Gemeindepräsident André Bähler.

«Die Leistungen waren nicht schlecht. Aber wir befanden uns immer irgendwie am Rand des Geschehens, und die 30-Prozent-Stelle reichte nicht.» Wattenwils Gemeindepräsident André Bähler (SVP) spricht von der offenen Jugendarbeit Region Gürbetal mit Sitz in Riggisberg. Bis Ende 2010 Jahres zahlte die Gemeinde dafür jährlich rund 15000 Franken; im Gegenzug war eine Person während eineinhalb Tagen pro Woche vor Ort und kümmerte sich um die Jungen.

Wattenwil kündete die Mitgliedschaft auf Ende des letztes Jahres und schliesst sich auf den 1.Januar dem Verein Kinder- und Jugendfachstelle Münchenbuchsee an. «Das kostet uns etwa 18'000 Franken pro Jahr – dafür erhalten wir eine 50-Prozent-Stelle», sagt Gemeinderätin Liselotte Bähler (parteilos/SP). Der neue Partner habe ein Konzept, das den Gemeinderat überzeugt habe, fügte sie an (vgl. Kasten). «Wir funktionieren im Prinzip nach dem Franchising-System, das man aus der Wirtschaft kennt», sagt Reto Blaser, Leiter Kinder- und Jugendfachstelle Münchenbuchsee. «Unsere Aussenstellen arbeiten quasi autonom.» Mit anderen Worten: Wattenwil sollte also nicht mehr ein Nebenschauplatz sein, wie André Bähler moniert hatte.

Auch weiterhin Konzerte

Eine der grossen Änderung zu Beginn des nächsten Jahres betrifft den Jugendtreff Baracca, der bisher vom Verein Jugendforum betrieben wurde. Neu wird jene Person dafür verantwortlich sein, die von der Kinder- und Jugendfachstelle Münchenbuchsee zu 50 Prozent angestellt wird. «Wenn es künftig also Klagen wegen Lärm geben sollte, bin nicht mehr ich als Gemeindepräsident zuständig», sagt Bähler. Beim Jugendforum sei dieser Wechsel auf offene Ohren gestossen, sagt Gaston Hänni, der selber Mitglied ist und in den letzten Jahren Zeit und Herzblut investiert hat. «Der Entscheid, den Betrieb abzugeben, ist bei uns einstimmig gefallen.» Der Verein wird nach wie vor Anlässe wie etwa Konzerte in der Baracca organisieren können (vgl. Kasten). Daneben soll es jeden Freitagabend einen Anlass der offenen Jugendarbeit geben, der sich vor allem an die Oberstufenschülerinnen und -schüler richtet – bisher wurde die Baracca vor allem von Teenagern nach der obligatorischen Schulpflicht besucht.

Gestern Abend sind die Anwohner rund um die Baracca über die Neuerungen informiert worden. André Bähler ist überzeugt, dass diese in der ganzen Gemeinde positiv aufgenommen werden. Dass die Stossrichtung des Gemeinderates auf Kritik stossen wird, weil nun die Kinder- und Jugendfachstelle Münchenbuchsee am Drücker sein wird, glaubt er nicht: «Wir geben das Heft nicht aus der Hand, sondern bestimmen nach wie vor, aus welchen Leistungen die Jugendarbeit in unserer Gemeinde besteht. Münchenbuchsee wird lediglich für die Umsetzung der Leistungen zuständig sein, welche wir einkaufen.»

Ein Artikel aus dem Thuner Tagblatt
(Marc Imboden, Thuner Tagblatt)

Der Verein Jugendforum Wattenwil hat eine Musikanlage für den Jugendtreff Baracca beschafft. «Den letzten Teil werden wir im nächsten Monat kaufen können», sagt Vereinsmitglied Gaston Hänni. Damit könnten auch in Zukunft Bands aufspielen, die sonst keine Auftrittsmöglichkeit haben. «Möglich war die Anschaffung dank Spenden und Sponsorenbeiträgen – dafür möchten wir herzlich danken.»

Fokus auf Freizeit
Die Kinder- und Jugendfachstelle Münchenbuchsee arbeite nach einem Konzept, das im Kanton Bern einzigartig sei, sagt Leiter Reto Blaser. «In der offenen Jugendarbeit ist die Wissensvermittlung üblicherweise sehr wichtig – etwa die Aufklärung über Drogen im Rahmen des Schulunterrichts.» In Münchenbuchsee verzichte man darauf. «Wir fokussieren auf die Freizeit der jungen Leute, indem wir Angebote bereitstellen, die nur ausserhalb der Schule zugänglich sind.» Das zweite Standbein sei die starke Zusammenarbeit mit Freiwilligen.

«Die Jugendlichen im schulpflichtigen Alter wollen nicht von alten Leuten geführt werden – für sie sind bereits 25-Jährige alt», scherzte Blaser. In Münchenbuchsee setze die Jugendarbeit auf Leaderpersönlichkeiten, die nur einige Jahre älter sind als ihre Klienten und die Angebote selber gestalten können.

09.09.2011

Die SVP spricht von "DDR-Methoden"

Der Gemeinderat legt das Budget 2011 mit einer Steuererhöhung weder dem GGR noch dem Volk vor. Bei den Parteien sind Kritik und Lob zu hören.

In Münchenbuchsee geht das Budget 2011 an Gemeindeparlament (GGR) und Volk vorbei. Der Gemeinderat hat eine Steuererhöhung um 0,04 Zehntel auf 1,56 Einheiten beschlossen und das Budget auch gleich abgesegnet. Dies ist heuer möglich: Der Grosse Rat hat das Vorgehen einmalig erlaubt.

In Münchenbuchsee ist die Finanzlage prekär. Die Gemeinde weist einen Finanzfehlbetrag von 1,75 Millionen Franken aus, den sie in den kommenden Jahren abtragen muss. Bei den Ortsparteien fallen die Reaktionen auf den Beschluss des Gemeinderates unterschiedlich aus. Die SVP kritisiert das Vorgehen scharf: «Der links-grün dominierte Gemeinderat wendet damit DDR-Methoden an», sagt SVP-Parteipräsident Christian Bärtschi. Für die SVP sei das letzte Wort nicht gesprochen. «Wir werden alle politischen Wege analysieren, die es ermöglichen, das Budget trotzdem vors Volk zu bringen.»

SVP: «Politischer Selbstmord»

Mit der Steuererhöhung habe der Gemeinderat «sämtliche Sparvorschläge in Bausch und Bogen versenkt». Denn Sparen sei möglich, so der SVP-Mann. Der Budgetentscheid des Gemeinderates werde Folgen für die Wahlen von 2011 haben, ist sich Bärtschi sicher: «Der von Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring dominierte Gemeinderat begeht damit politischen Selbstmord.» «Ich bin nicht glücklich, wie es gelaufen ist», sagt Heinz Zürcher Mitglied der FDP-Fraktion im GGR. Die Finanzkommission, der er angehört, habe den Antrag gestellt, das Budget vors Volk zu bringen. «Für mich ist es sehr fragwürdig, dass dies nun nicht geschieht. Das Volk wird umgangen.» Zürcher glaubt, die Stimmberechtigten hätten das Budget nicht goutiert, weil die Steuern erst vor kurzem erhöht wurden.

Ganz anders tönts bei der SP. «Wir stehen zum Entscheid des Gemeinderates», sagt Co-Präsident Peter Kast. Die Exekutive habe so gehandelt, wie es der Grosse Rat ermögliche, wenn der Filag unerwartete Kosten verursache. Sparmöglichkeiten sieht Peter Kast nicht: «Weniger ausgeben liegt gar nicht drin.» Die vom Gemeinderat beschlossene Steuererhöhung – sie macht rund 600 000 Franken aus – sei «für die Steuerzahler zumutbar», findet der SP-Co-Präsident.

GFL: «Logisch, mutig»

Lob ertönt auch von der Grünen Freien Liste (GFL): «Die Steuererhöhung ist logisch und mutig. Andere Lösungsansätze sehen wir nicht», sagt Präsident Peter Stucki. Für die GFL sei klar: «Der Steuersatz 1,52 reicht nur, wenn gar nichts passiert.» Sparmöglichkeiten sieht Stucki nicht. «Wir benötigen zusätzliche Einnahmen. Mehrere Gemeindeliegenschaften müssen dringend saniert werden.»

Ein Artikel aus der
(Herbert Rentsch, Berner Zeitung BZ)
07.09.2011

Budget in Eigenregie

Parlament und Volk werden nichts zum Budget 2012 sagen können. Der Gemeinderat hat es selbst verabschiedet und dabei den Steuerfuss von 1,52 auf 1,56 Einheiten erhöht – weil es der Kanton erlaubt.

Es tönt wie aus einem Königreich: Münchenbuchsees Gemeinderat erhöht die Steuern für 2012 von 1,52 auf 1,56 Einheiten. Volk und Parlament haben dazu nichts zu sagen. Auch übers Budget 2012 werden sie nicht abstimmen können. Dieses hat der Gemeinderat in Eigenregie verabschiedet, wie er gestern mitteilte. Und doch basiert das Ganze auf einem demokratischen Entscheid. Weil der neue Finanz- und Lastenausgleich (Filag) des Kantons manchen Gemeinden Mehr- andern Minderausgaben beschert, hat der Grosse Rat den Gemeinden erlaubt, dass sie die finanziellen Auswirkungen des Filag via Steuerfuss direkt ans Volk überwälzen können – dies aber nur einmalig für 2012.

Die Schulden tilgen

Wie Münchenbuchsee berechnet hat, bringt der Filag der Gemeinde bei einem Budget von rund 47 Millionen Franken Mehrausgaben von rund 600 000 Franken. Das entspricht rund den 0,4 Steuerzehnteln, um die nun der Steuerfuss erhöht wird, wie Vizegemeinderatspräsident Hans-Jörg Moser (SP) erklärt. Andere Gemeinden könnten die zusätzlichen Ausgaben auffangen, Buchsi aber nicht, sagt Moser. Seit Jahren kämpft die Gemeinde mit Schulden, noch immer hat sie einen Bilanzfehlbetrag von 1,75 Millionen Franken. Ende Jahr soll es 1 Million sein, Ende 2012 noch rund eine Viertelmillion.

Dass der Entscheid für Wirbel sorgen wird, ist sich der Gemeinderat bewusst. «Politisch werden wir dafür sicher angegriffen», sagt Moser. «Aber wir wollen das Geld nicht verschenken, sondern mit dem Schuldenabbau vorwärtsmachen.» Bis 2016 möchte der Gemeinderat wieder rund 3 Millionen Franken Eigenkapital haben. Dazu soll der Steuerfuss vorerst bei 1,56 bleiben – doch nächstes Jahr werden auch das Parlament und das Volk wieder mitreden können.

Ein Artikel aus der
(Lucia Probst, Berner Zeitung BZ)
17.08.2011

Frauen diskutieren über Islam

Eine muslimische Frauenorganisation führt kommenden Sonntag eine Diskussionsrunde zum Thema «Angst vor dem Islam» durch. Zugelassen sind nur Frauen.

«Glauben Sie nicht nur an das, was die Medien Ihnen sagen, sondern machen Sie sich selbst ein Bild vom wahren Islam.» Mit dieser Aufforderung lädt die Frauenorganisation Lanja der Ahmadiyya-Gemeinde alle Frauen zu einem Diskussionsnachmittag in Münchenbuchsee ein. Mit über tausend Flyern, die sie in der Region verschickten, machen die Musliminnen Werbung für den Anlass. Auch an Schulen, Kirchen und in Frauenorganisationen verteilten sie die Flyer. Auf den Flugblättern stehen Fragen wie «Ist der Islam eine terrorliebende Religion?» oder «Unterdrückt der Islam die Frauen?». Maria Tahir (24), Verantwortliche für den interreligiösen Dialog bei der Ahmadiyya-Gemeinde, mag im Vorfeld des Anlasses zu den Fragen keine Stellung beziehen. «Jeder soll sich selber ein Bild machen über die Antworten, die der Koran zu diesen Fragen gibt», erklärt die Schweizerin mit pakistanischen Wurzeln ihre Zurückhaltung.

 

Falsche Übersetzungen

 

Der Informations- und Diskussionsnachmittag thematisiert Ängste rund um den Islam. «Unser Ziel ist es, diese Ängste und Vorurteile abzubauen», erklärt Tahir. Oft seien falsche Übersetzungen des Korans das Problem. Die Ahmadiyya-Gemeinde halte sich deshalb nur an dessen originalen Wortlaut und nicht an Übersetzungen.

 

«Liebe für alle, Hass für niemanden» steht auf der Homepage der Schweizer Ahmadiyya-Gemeinde. 14 Sektionen und etwa 700 Mitglieder umfasst die Gemeinschaft. Auch Bern hat eine Sektion.

Diskussionsnachmittag Sonntag, 21. August, 13 Uhr, Pädagogisches Zentrum für Hören und Sprache (Rittersaal), Klosterweg 7, Münchenbuchsee.

Ein Artikel aus der
(ahl, Berner Zeitung BZ)
16.08.2011

Kinderarzt darf Medikamente an seine Kunden versenden

Das Verwaltungsgericht hat einem bekannten Spezialisten recht gegeben: Er darf seinen Patienten spezielle Medikamente nach Hause schicken.

 

Arzt M. R.* behandelt Kinder und Jugendliche, die an einem Aufmerksamkeitsdefizit leiden und hyperaktiv sind (ADHS). Er ist ein Spezialist auf diesem Gebiet und hat – auch zusammen mit seiner Frau – schon Bücher zum Thema veröffentlicht. In seiner Praxis darf er Medikamente abgeben. Seit einer Inspektion vor fünf Jahren befindet er sich aber in einem Rechtsstreit mit verschiedenen kantonalen Instanzen. Denn M. R. behandelt Kinder und Jugendliche aus der ganzen Schweiz und schickt ihnen Medikamente nach Hause. Dies sei illegal – wenn er dies weiterhin tue, dürfe er gar keine Medikamente mehr abgeben, verwarnte das Kantonsapothekeramt den Arzt. Der Regierungsrat ist derselben Meinung. Doch M. R. wehrte sich weiter – mit Erfolg: Das Verwaltungsgericht hat dem Arzt aus Münchenbuchsee nun recht gegeben. Dass er seinen Patienten Medikamente schickt, müsse in seinem Fall nicht bewilligt werden. Der Arzt sei zu Unrecht verwarnt worden.

 

«Sinnvolle Dienstleistung»

 

Warum hat das Gericht so entschieden? Die Kinder und Jugendlichen, die M. R. behandelt, wohnen teilweise weit weg von Münchenbuchsee. In der Anfangsphase der Behandlung wird die Medikamentendosis stetig gesteigert. Der Arzt gibt die Medikamente entweder direkt in seiner Praxis ab, oder er versendet sie per Post an seine Patientinnen und Patienten. Der eigentliche Versandhandel bringt Risiken mit sich. So könnten die Substanzen in die falschen Hände geraten. Daher schreibt das Gesetz unter anderem vor, dass die Wirkung des versendeten Medikaments ausreichend ärztlich überwacht wird. Das Verwaltungsgericht kam zum Schluss, dass M. R. keinen eigentlichen Versandhandel betreibt. Es handle sich um eine «übliche, sinnvolle und notwendige Dienstleistung» und sei lediglich ein sogenannter Nachversand. Und für diesen ist keine Bewilligung nötig. Der Kinderarzt schicke die Medikamente nur an Stammkunden, und es bestehe eine persönliche Beziehung zwischen ihm und seinen Patienten. Er habe auch keine Kataloge oder Prospekte, mit denen er für die Arzneimittel werbe. Er verschaffe sich so auch keinen Marktvorteil gegenüber einer öffentlichen Apotheke.

 

Substanzen schwer erhältlich

 

Einen weiteren Punkt hat das Gericht in die Waagschale gelegt: Verschiedene Präparate, die M. R. verwendet, sind nicht ohne weiteres in jeder Apotheke erhältlich. Dies im Gegensatz zu dem häufig gegen ADHS eingesetzten Ritalin. So importiert Arzt M. R. das Amphetamin Adderall direkt über eine internationale Apotheke. Dass die Medikamente für die Patienten schlecht erhältlich sind, verstärke den Ausnahmecharakter seines Nachversands.

*Name der Redaktion bekannt


Ein Artikel aus der
(kle, Berner Zeitung BZ)
05.08.2011

Bundesfeier 2011

Mit einem reichhaltigen Programm luden der Gemeinderat und die Organisatoren der Guggemusig Taktsurfer zur diesjährigen Bundesfeier am Vorabend des 1. August ein.

 

Der Schulhausplatz Paul Klee füllte sich rasch und die Äschlenälpler, eine Familienländlermusig aus Aeschlen, stimmte gleich zu Beginn auf einen gemütlich fröhlichen Abend ein. Dazu gehörte natürlich eine Bratwurst vom Grill, öppis Dünns und ein Stück Kuchen vom reichhaltigen Buffet.

 

Mit viel Freude klebten die Kinder unter Anleitung eifrig ihre Lampions zusammen und an der Feuerstelle buken sie gluschtiges Steckenbrot.   

 

Den offiziellen Festakt eröffneten die Alphornbläser vom Bäreried mit einem Fahnenschwinger. Zauberclown Adi zog anschliessend die zahlreichen Kinder vom Festplatz in die Aula und überraschte sie mit vielen Zaubereien und Gauklereien. Gleichzeitig begrüsste Gemeinderat Res Luginbühl den diesjährigen Festredner Ständerat Adrian Amstutz am Rednerpult. Gebannt und interessiert verfolgten die Festbesucher seine Rede, in der er kritisch zum Nachdenken über die Werte und Ziele unseres Landes aufforderte.

Wohl etwas ungewohnt von einer Guggenmusig, stimmte anschliessend die Guggemusig Taktsurfer unsere Landeshymne an, dabei liessen die Kinder rote und weisse Ballone zum Himmel steigen.

 

Die Taktsurfer feiern dieses Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum, ein Grund an der Bundesfeier einmal nicht nur im Hintergrund zu bleiben. Sie wagten das Experiment, ein Stück zusammen mit den Äschlenalpler zu spielen. Ungewohnt – aber den Festgästen zauberte diese Aktion ein erheiterndes Schmunzeln hervor. Als dann richtig geschränzt wurde, liess sich bis in die hintersten Reihen mancher zum Wippen und Klatschen hinreissen.

 

An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass die Taktsurfer bereits zum 9. Mal die Bundesfeier organisiert haben. Jedes Jahr wird auf ein abwechslungsreiches Programm geachtet, in dem sowohl Tradition wie auch Unterhaltung geboten werden. Wichtig ist ihnen auch, dass die Kinder integriert werden können.

 

Dazu gehört natürlich der Lampionumzug, besonders schön, wenn die Kinder mit ihrem selbst gebastelten, besonderen Lampion teilnehmen können. Nach dem Eindunkeln starteten sie, angeführt vom Rhythmus der Taktsurfer, auf die Route durchs Dorf. Als Belohnung gab es bei der Rückkehr Kuchen und Tee.

 

Das Festfeuer gegenüber dem Festplatz auf der Schönegg rundete den traditionellen Teil des Abends ab.

 

Noch bis um Mitternacht blieben viele Festbesucher gemütlich beisammen und freuten sich über den schönen Abend, der nach einer langen Schlechtwetterperiode wieder erhoffen liess, dass es doch noch einmal Sommer wird.

 

Guggenmusik Taktsurfer (Organisation Anlass / Textverfasserin)

Gemeinderat Münchenbuchsee

21.07.2011

„schweiz.bewegt“: Einladung zum Apéro

Im Rahmen der Bewegungswoche „schweiz.bewegt - Gemeindeduell" hat Münchenbuchsee 6‘075,04 und Ittigen 6‘318,29 Bewegungsstunden gesammelt. Damit hat Ittigen das „Duell“ mit einem Vorsprung von 243,25 Stunden gewonnen. Herzliche Gratulation zum Sieg!

Wir bedanken uns bei allen, die mitgemacht und Bewegungsminuten für Münchenbuchsee gesammelt haben. Ebenfalls geht ein grosses Dankeschön an die freiwilligen Helferinnen und Helfer. Ohne die wäre die Durchführung eines solchen Anlasses nicht möglich.

Münchenbuchsee lädt alle, welche aktiv beim Anlass in Ittigen und Münchenbuchsee mitgewirkt und Bewegungsminuten gesammelt oder auch als Helferin oder Helfer das OK unterstützt haben, ein, am Samstag, 13. August 2011, 16.00 Uhr beim Freizeithaus Rüttiwäldli einen Apéro zu geniessen. Mit dem Apéro ist eine kurze Wanderung zur gemeinsamen Grenze Ittigen / Münchenbuchsee verbunden. Ebenfalls besteht die Möglichkeit zum Grillieren (Esswaren bitte selber mitbringen).

Freiwilliger Treffpunkt in Münchenbuchsee
Teilnehmende aus Münchenbuchsee und der näheren Umgebung, welche Lust haben, gemeinsam mit dem Fahrrad zum Freizeithaus Rüttiwäldli zu reisen, treffen sich um 15.30 Uhr beim Schulhausplatz Paul Klee.

Wir freuen uns auf ein schönes und gemütliches Beisammensein.
Ressort Kulturt-Freizeit-Sport
05.07.2011

Buchsi gründet Kulturverein

Die Gemeinde will einen Verein gründen. «Buchsi Kultur» soll das kulturelle Angebot vor der eigenen Haustür ausbauen.

Die Gemeinde Münchenbuchsee will ihre kulturellen Aktivitäten auslagern. Die Kulturkommission möchte deshalb den Verein «Buchsi Kultur» gründen und sucht via Inserat einen Präsidenten und Vorstandsmitglieder. «Zum einen soll der Verein koordinative Funktionen übernehmen, zum anderen aber auch Anlässe auf die Beine stellen», erklärt Gemeinderat Andreas Luginbühl (SVP). Man hoffe auf Sponsoren und somit auf genügend Geld, um auch einmal ein grosses Konzert oder Ähnliches durchführen zu können. «Wir werden einen Leistungsvertrag mit dem Verein abschliessen.» Münchenbuchsee biete nicht zu wenig für Kulturinteressierte, betont Luginbühl. «Aber wir wollen Synergien nutzen.» Zukünftige Vereinsmitglieder müssten eine Portion Idealismus mitbringen, glaubt er. Bereits kann Luginbühl die ersten eingegangenen Bewerbungen unter die Lupe nehmen.

Ein Artikel aus der
(ahl, Berner Zeitung BZ)
01.07.2011

SP wehrt sich gegen Fahrplan

In einem offenen Brief an die SBB wehrt sich die SP gegen schlechte Bahnverbindungen.

Der neue SBB-Fahrplan sorgt schon vor seiner Umsetzung im Dezember für rote Köpfe bei der SP Münchenbuchsee. Laut Co-Präsident Peter Kast müssen Reisende aus Münchenbuchsee am Wochenende schlechtere Verbindungen in Kauf nehmen. Betroffen sind Personen, die in die grossen Schweizer Städte reisen wollen. Weil nach neuem Fahrplan der Regionalexpress nicht mehr in Buchsi hält und der neue Viertelstundentakt der S-Bahn nur an Wochentagen eingeführt wird, entsteht den Umsteigenden laut SP eine halbe Stunde Wartezeit. «Das ist bei einem Bahnhof wie Bern heute nicht mehr zeitgemäss», sagt Kast. Die Partei hat sich mit einem offenen Brief an die SBB gewandt.

Die SBB bestätigen die halbe Stunde Wartezeit an den Wochenenden. Auf die Forderungen der SP wird sie aber nicht eingehen, so ein Mediensprecher.

Ein Artikel aus der

(ahl/pd, Berner Zeitung BZ)
24.06.2011

Das Zentrum von Buchsi soll attraktiv bleiben

Im Rahmen der Ortsplanung will die Gemeinde Münchenbuchsee den Dorfcharakter erhalten.

 

Zwei Teile der neuen Ortsplanung in Münchenbuchsee sind bereits in Kraft: 2008 bewilligte das Stimmvolk die ersten beiden Tranchen, dabei genehmigte der Souverän auch die Einzonung von neuem Bauland. Nun steht die dritte Etappe zur Diskussion, die Pläne für das Zentrum sind auf der Homepage der Gemeinde aufgeschaltet. «Wir wollen den Dorfkern als attraktiven Ort für Wohnen, Einkaufen und Begegnung erhalten», sagt Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring-Walther (SP). Das Ortsbild soll geschützt werden.

 

Münchenbuchsee ist trotz knapp 10 000 Einwohnern ein Dorf geblieben, das von traditionellen Bauten geprägt ist und teilweise aus Bauernhäusern besteht: Man ist in Buchsi stolz auf die ländlichen Merkmale und darauf, dass es im Zentrum an der Bernstrasse und der Oberdorfstrasse neben den Filialen der Grossverteiler Coop und Migros auch Platz für kleinere Geschäfte hat. «Läden und Dienstleistungen sollen im Dorfzentrum konzentriert sein und nicht an die Peripherie ziehen», sagt Maring-Walther. Darum kommen gemäss dem Richtplan Coop und Migros besondere Bedeutung zu: «Ihre Standorte im Zentrum müssen langfristig gesichert werden können», heisst es dazu. Die Migros beabsichtigt eine Erweiterung der Verkaufsfläche, die Coop-Filiale ist vor einigen Jahren an der Oberdorfstrasse neu gebaut worden.

 

Innere Verdichtung im Dorfkern

 

Grössere Überbauungen sind nicht vorgesehen. Im Sinne einer inneren Verdichtung sind Neubauten aber an mehreren Orten möglich, zum Beispiel im Bereich der Fellenbergstrasse und der Kreuzgasse. Diese sollen sich aber in Grösse und Form der «traditionellen Bebauung unterordnen». Bei der Schmiedegasse befindet sich eine Parzelle im Besitz der Gemeinde, diese könnte ebenfalls überbaut werden. «Hier wollen wir aber auch den bestehenden Spielplatz erhalten und Platz für einen Begegnungsort frei halten», erklärt Elsbeth Maring-Walther. Im Gebiet Sandgrube soll ein Bauernhaus umgezont werden, um eine Wohnnutzung zu ermöglichen.

 

Auch ausserhalb des dritten Ortsplanungspakets bahnt sich einiges an: Durch die Realisierung des Projekts Drillinge wird das Bahnhofgebiet umgestaltet. In drei Gebäuden wird es Platz für Wohnen, Geschäfte und Dienstleistungen geben. Ein wichtiger Punkt ist der Verkehr: Neben der neuen Anbindung der Bahnhofstrasse an die Bernstrasse soll auch der Dorfplatz umgestaltet werden, wobei neue Haltestellen für RBS-Bus und Postauto geplant sind.

Infoveranstaltung am 28. Juni, 20.00 Uhr, in der Saal- und Freizeitanlage. Ausstellung im Kirchgemeindehaus.

Ein Artikel aus dem
(wal, Der Bund)
18.06.2011
Bei einer Kollision zwischen zwei Lastwagen ist am Freitagnachmittag in Münchenbuchsee Sachschaden entstanden. Verletzt wurde niemand. Die Strasse musste vorübergehend gesperrt werden.

Der Unfall ereignete sich am Freitag, 17. Juni 2011, kurz vor 1330 Uhr auf der Lyssstrasse in Münchenbuchsee. Ein von Deisswil bei Münchenbuchsee herkommender Lastwagen bog auf die Lyssstrasse ein. Dabei kollidierte er aus noch zu klärenden Gründen mit dem auf der Hauptstrasse fahrenden Lastwagen. Dieser geriet in Folge des Aufpralls neben die Strasse und kam in einem Getreidefeld zum Stillstand. Verletzt wurde niemand. Es entstand aber grosser Sachschaden.

Während der Bergung der Fahrzeuge und der Unfallaufnahme musste die Lyssstrasse für rund zweieinhalb Stunden gesperrt werden. Die Feuerwehr Münchenbuchsee richtete eine örtliche Umleitung ein.

Medienmitteilung
(pkb)
30.05.2011

Der Feuerbrandkontrolleur ist unterwegs

Zwischen Mitte Juni und Mitte September ist der Feuerbrandkontrolleur der Gemeinde Münchenbuchsee unterwegs. Er kontrolliert Hausgärten, Hochstamm- Feldobstgärten, Hecken und Waldränder auf allenfalls vorhandenen Feuerbrandbefall.

Der Feuerbrand ist eine sehr gefährliche meldepflichtige Bakterienkrankheit an Apfel-, Birnen- und Quittenbäumen. Er kann im Extremfall einen Baum in einigen Wochen abtöten.

Die Übertragung erfolgt durch Schleim, den kranke Pflanzen ausscheiden. Befallen werden ausschliesslich Kernobstbäume (Äpfel, Birnen, Quitten) und einige Zier- und Wildpflanzen: alle Arten von Cotoneaster, Feuerdorn, Feuerbusch, Felsenbirne, Stranvaesia, Weissdorn, Vogelbeere, Mehlbeere. Die besonders anfälligen Pflanzen (Cotoneaster-Arten und Stranvaesien) dürfen in der Schweiz nicht mehr verkauft und vermehrt werden.

Es gibt keine direkten Bekämpfungsmassnahmen gegen den Feuerbrand. Das Antibioticum Streptomycin darf nur mit Bewilligung und gezielt in Obstbaubetrieben in Niederstammanlagen eingesetzt werden.

Das Merkblatt „Feuerbrand im Hausgarten“ findet man im Internet unter: www.feuerbrand.ch, weitere wichtige Informationen für den Kanton Bern sind zu finden unter: www.be.ch/feuerbrand.

Falls Sie einen Feuerbrandverdacht haben: Absterbende Zweige und Pflanzenteile bitte nicht berühren - es besteht grosse Verschleppungsgefahr - sondern unverzüglich der Gemeindeverwaltung melden (031 868 82 22 oder bauabteilung@muenchenbuchsee.ch). Der Feuerbrandkontrolleur wird bei Ihnen vorbeikommen und die nötigen Massnahmen einleiten.
28.05.2011

Die erbosten Lehrer greifen die Politiker an

Weil die Sekundarlehrer glauben, dass ihnen die Parlamentarier ins Handwerk pfuschen, attackieren sie die Lokalpolitiker.

Die Buchser Sekundarlehrer sind frustriert, schwer frustriert. Erbost sind sie, weil sie glauben, dass ihnen die Lokalpolitiker ins Handwerk pfuschen. Im Parlament von Münchenbuchsee formulierte Sekundarschulleiter Urs Blattner (FDP) mit einer ungewohnt scharfen «persönlichen Erklärung», was ihn und seine Kolleginnen und Kollegen so wütend macht. Der Hintergrund: Buchsi bekommt ein neues Schulreglement. Münchenbuchsee hat damit keine eigene Quarta mehr. Die jungen Gymnasiumseinsteiger konnten die unterste Klasse bisher an der Sekundarschule im Dorf besuchen. Jetzt müssen die Kinder für den gesamten Gymer nach Bern. Die Lehrerschaft hat diese Einschränkung ihres Arbeitsgebiets nur widerwillig akzeptiert. Weit mehr erbost hat die Pädagogen jedoch, dass ihnen die Politiker Mehrjahrgangsklassen aufzwingen, ein Konzept, bei dem unterschiedlich alte Kinder gemeinsam lernen. Der Gemeinderat formulierte dies noch unverbindlich als Möglichkeit. Doch das Ortsparlament verschärfte den Paragrafen vom Kann zum Muss.

 

Mit dem Beginn des Schuljahrs 2014 müssen alle Reallehrer nun in solchen gemischten Klassen unterrichten. «Wir sind nicht grundsätzlich gegen dieses System, aber wir sind erbost, dass man uns ein pädagogisches Konzept aufzwingt, ohne uns zu befragen», empört sich Urs Blattner. In der Buchser Lehrerschaft brodle es dermassen, dass eine Lehrkraft gekündigt habe, erklärt er. «Unter solchen Bedingungen sehe sie hier keine Perspektiven.» Schulleiter Urs Blattner befürchtet eine Lücke in seinem Lehrerkollegium: «Bisher haben wir die Stelle nicht besetzen können.»

Ein Artikel aus der
(pst, Berner Zeitung BZ)
28.05.2011

Gegen Katzen, Pferde und Trottoirs

Wider Erwarten sorgte am Donnerstagabend eine Strassensanierung für Diskussionen im Gemeindeparlament.

 

Traktandum 9 im Grossen Gemeinderat von Münchenbuchsee schien eigentlich ganz unverfänglich: Ein rund 160 Meter langer Abschnitt der Industriestrasse beim Bahnhof Zollikofen sollte saniert und mit einem Trottoir versehen werden. Ein Teil der Strasse, die auch von schweren Lastwagen benützt wird, war bereits zu einem früheren Zeitpunkt saniert worden. Die Kosten wurden auf 693 000 Franken veranschlagt, davon 365 000 Franken für die Wasserleitungen.

 

GFL und SP fanden jedoch, die Sache sei viel zu teuer. «2000 Franken für einen Meter Trottoir sind zu viel», sagte Thomas Scheurer (GFL). Allerdings ist beim angesprochenen Teilbetrag von 310 000 Franken nicht nur das Trottoir, sondern auch die Sanierung der Strasse eingeschlossen. EVP-Mann Pascal Lerch plädierte für eine «Light-Version».

 

Gemeinderat Cesar Lopez (SVP), der das Geschäft vertrat, zeigte sich überrascht. Immer wieder höre man im Parlament, dass man in die Infrastruktur investieren solle und den Unterhalt nicht vernachlässigen dürfe. Und jetzt wolle man plötzlich dort sparen, wo es auch um die Sicherheit von Passanten gehe. «Das kann nicht euer Ernst sein», sagte Lopez. «Man ist gegen Katzen, Pferde, Fussballer und jetzt auch noch gegen ein Trottoir.»

 

Lopez spielte damit auf die vorhergehenden Diskussionen um das neue Polizeireglement an. Die GFL stellte dabei verschiedene Änderungsanträge, die letztlich abgelehnt oder zurückgezogen wurden. So sollten nicht nur Hundebesitzer verpflichtet werden, den Kot ihrer Tiere wegzuräumen, sondern auch Reiter und andere Tierhalter. Das gab zur Frage Anlass, ob denn auch Katzenhalter ihre Tiere besser im Auge behalten müssten. Zudem wollte die GFL, dass Flutlichtanlagen um 22 Uhr abzustellen sind, was den Spiel- und Trainingsbetrieb auf Fussballplätzen und im Sportzentrum Hirzenfeld tangiert hätte.

 

Lopez’ emotionales Votum führte zu einem Sitzungsunterbruch. SP und GFL hielten aber an der Rückweisung fest, das Geschäft sei «unausgereift». Die Rückweisung wurde jedoch mit 13 zu 17 Stimmen abgelehnt und der Kredit anschliessend mit 23 zu 2 Stimmen bei einigen Enthaltungen genehmigt. Bald wird Münchenbuchsee also um 160 Meter Trottoir reicher sein.

 

Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
28.05.2011

Ja zu einer Allee beim Sportzentrum Hirzenfeld

Mit einer Baumreihe soll die Wegverbindung vom Dorf zum Sportzentrum Hirzenfeld aufgewertet und attraktiver gestaltet werden. Diese Forderung der GFL hat der Grosse Gemeinderat von Münchenbuchsee am Donnerstagabend mit 14 zu 13 Stimmen unterstützt. Die Motion wurde in ein Postulat umgewandelt, der Gemeinderat wird jetzt die Umsetzbarkeit prüfen.

 

«Es handelt sich nicht um ein teures Luxusprojekt», sagte Motionär Thomas Scheurer. Er sei zudem sicher, dass es alleine im Parlament schon zwanzig Personen gebe, die einen Baum spenden würden. Die «Hirzi-Allee» mit rund 280 Bäumen würde je nach gepflanzter Baumart zwischen 50 000 und 150 000 Franken kosten – Landerwerb oder Entschädigungen an Landwirte sind dabei noch nicht einberechnet. Da das Sportzentrum Hirzenfeld seit April 2011 von Münchenbuchsee und Zollikofen gemeinsam betrieben wird, soll ein Teil der Allee auf Boden von Zollikofen erstellt werden. Ein entsprechender Vorstoss wurde auch im Grossen Gemeinderat von Zollikofen eingereicht, ist aber noch nicht behandelt worden. Zollikofen würde – so die Pläne der GFL – rund ein Drittel der Kosten übernehmen, Münchenbuchsee zwei Drittel.
Ein Artikel aus dem
(wal, Der Bund)
28.05.2011

Neues Aushängeschild beim Bahnhof Münchenbuchsee

Beim Bahnhof soll das Projekt Drillinge realisiert werden. Das Stimmvolk hat die Planung im Februar 2009 genehmigt, unterdessen ist sie rechtskräftig. Die beteiligten vier Grundeigentümer, darunter die Gemeinde Münchenbuchsee, wollen das Areal zum Verkauf ausschreiben und auf Investorensuche gehen. Der Grosse Gemeinderat hat am Donnerstagabend dafür die Weichen gestellt und den «Projektentwicklungsvertrag mit Verkaufsermächtigung» einstimmig abgesegnet. Das Projekt, das drei Gebäude mit maximal sechs Geschossen vorsieht, solle zügig vorankommen und einen hohen Erlös für die Gemeinde einbringen, sagte Peter Kast (SP). Renate Löffel (EVP) sagte, sie hoffe, dass das Projekt zu einer «Bereicherung» für das Dorf werde.

 

Wohnungen und Dienstleistungen

 

Das Areal soll als Gesamtpaket an den Meistbietenden verkauft werden. Münchenbuchsee erhält 28 Prozent des Verkaufspreises. Die Parzelle umfasst rund 5100 Quadratmeter, erlaubt ist eine Bruttogeschossfläche von 7400 Quadratmetern. Vorgesehen sind Wohnungen, aber auch «nicht störende Dienstleistungsnutzungen», denkbar sind Läden oder auch Restaurants. Drei zum Areal gehörende schützenswerte Villen bleiben erhalten.
Ein Artikel aus dem
(wal, Der Bund)
27.05.2011

Zustimmung von rechts bis links

Der Grosse Gemeinderat hat gestern Abend die Rechnung des letzten Jahres ohne Gegenstimmen genehmigt. Münchenbuchsees Finanzhaushalt ist nach wie vor vom 2008 eingefahrenen Bilanzfehlbetrag bestimmt. Ein Teil der Altlasten ist unterdessen abgetragen. Auch die Rechnung des letzten Jahres half dabei mit: Bei Erträgen von knapp 46 Millionen Franken resultierte ein Überschuss von 642 000 Franken. Der Bilanzfehlbetrag wird um diese Summe auf noch 1,75 Millionen Franken reduziert. Die Rechnung wäre ohne einige Sonderkorrekturen bedeutend besser ausgefallen: Der Gemeinderat musste, weil Land zu hoch bewertet war, zusätzliche Abschreibungen von 460 000 Franken vornehmen. Zudem tätigte er eine Rückstellung von 500 000 Franken für den Fürsorgeverband.

«Das ist eine leidige Geschichte»

Die GFL stellte den Antrag, auf die tiefere Bewertung der Landparzellen zu verzichten. Damit wäre der Bilanzfehlbetrag entsprechend weiter reduziert worden. Gemeinderätin Sonja Bucher (SVP) sagte dazu, die Landstücke seien nicht mehr so viel wert wie vorher. Diese Korrekturen seien jetzt vorzunehmen. Der GFL-Antrag wurde mit 29 zu 4 Stimmen abgeschmettert.

Die nötigen Buchungskorrekturen beim Fürsorgeverband belaufen sich auf gesamthaft 2,4 Millionen Franken. Dies wird Münchenbuchsee auch in den nächsten Jahren noch belasten. «Das ist eine leidige Geschichte», sagte Christoph Vögeli (SP). Es wird länger dauern, bis der Bilanzfehlbetrag ganz verschwunden ist und wieder Eigenkapital gebildet werden kann. Die Prognose von Gemeinderätin Sonja Bucher: Erst 2016 werde es so weit sein.
Ein Artikel aus dem
(wal, Der Bund)
16.05.2011

Turnhallentrakt in Münchenbuchsee wird saniert

Das Stimmvolk hat einen Kredit von 3,65 Millionen Franken für die Sporthallen der Schulanlage Bodenacker in Münchenbuchsee klar angenommen.

Der Turnhallentrakt der Schulanlage Bodenacker in Münchenbuchsee wurde 1979 in Betrieb genommen. Nach über dreissig Jahren haben viele Bauteile ihre Lebensdauer erreicht oder überschritten. Die Sanierung der Anlage sei überfällig, sagt Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring-Walther (SP). «Ich bin sehr zufrieden mit dem Resultat, die Stimmbürger sahen, dass die Sanierung wirklich nötig ist.» Tatsächlich fiel das Ergebnis sehr deutlich aus: Der Kredit von 3,65 Millionen Franken wurde mit 1745 Ja zu 419 Nein angenommen, dies ist ein Ja-Stimmen-Anteil von 80,6 Prozent. Die Stimmbeteiligung betrug 32,1 Prozent. Die Bauarbeiten werden in vier Etappen aufgeteilt, um die Sanierung «finanziell und terminlich abzufedern». Als erste Etappe wird der sanitäre Bereich saniert. Hier ist der Handlungsbedarf am grössten. Dem Pilzbefall an Decken und Wänden in den WC-Anlagen sowie in den Garderoben und den Duschen sei kaum noch beizukommen, zudem werde der Schaden durch das in die Wände eindringende Wasser laufend grösser, hiess es dazu in der Botschaft an die Stimmberechtigten. Die Arbeiten sollen noch vor den Herbstferien an die Hand genommen werden.

Mit der Sanierung werden auch der Wärmeschutz und die Energieeffizienz des Gebäudes verbessert. Der Sporthallentrakt gilt als «Energieschleuder». Allerdings wird es nicht möglich sein, Minergiestandard zu erreichen. Der Abschluss der Bauarbeiten ist im Herbst 2014 vorgesehen.

Ein Artikel aus dem
(wal, Der Bund)
06.05.2011

GFL kritisiert laxe Auslegung der Baugesetze in Münchenbuchsee

Die GFL Münchenbuchsee geht gegen ein Baugesuch vor und rügt gleichzeitig die Gemeinde. Diese lege die Bestimmungen des Baureglements zu lasch aus.

Das als erhaltenswert eingestufte Einfamilienhaus an der Bernstrasse 97 soll einem Mehrfamilienhaus für 15 Mietparteien weichen. Gleich doppelt wehrt sich dagegen die Grüne Freie Liste Münchenbuchsee. Erstens missachte das Baugesuch «in krasser Weise» Bestimmungen des Baureglements, argumentiert die Partei. Zweitens will sie der «gängigen Praxis» Einhalt gebieten, dass in Münchenbuchsee als erhaltenswert eingestufte Objekte «entgegen den Bestimmungen» dem Erdboden gleichgemacht werden.

GFL lässt Begründung nicht gelten

Gemäss Artikel 89 des Baureglements von Münchenbuchsee muss ein allfälliger Ersatz erhaltenswerter Bauten bezüglich Stellung, Volumen und Gestalt «hohen Anforderungen» genügen. Diesen Grundsatz sieht die GFL im Vorhaben der Bautensan AG verletzt. Weder Volumen noch Gestalt des geplanten Mehrfamilienhauses nähmen Bezug auf die Tatsache, dass «hier ein erhaltenswertes Haus abgebrochen werden soll», schreibt die GFL in ihrer Einsprachebegründung. Rein ökonomische Gründe, wonach ein Erhalt des Gebäudes keine rentable Nutzung der Parzelle ermögliche, seien für einen Abbruch keineswegs ausreichend. Die heutigen Besitzer hätten bereits beim Kauf gewusst, dass es sich um ein erhaltenswertes Haus handle, sagt GFL-Parlamentarier Thomas Scheurer. «Es war also an den Käufern, diesen Umstand in ihre Kaufabklärungen und Rentabilitätsberechnungen einzubeziehen.»

«Dann zählt nur noch der Profit»

Scheurer holt sogar noch weiter aus: Für ihn sei der geplante Abbruch weniger Einzelphänomen als «gängige Praxis» in Münchenbuchsee. Bereits das Restaurant König, das Bauernhaus am Lindenweg und das Hylerhus seien Profitüberlegungen und der laschen Auslegung der Baugesetze zum Opfer gefallen. Dass im aktuellen Fall ausgerechnet der örtliche SVP-Präsident Christian Bärtschi als Bauherr auf der fraglichen Parzelle auftritt, stört Scheurer ganz besonders. Bärtschi gehört die zuvor genannte Bautensan AG. Das Bewahren von Traditionen und Werten werde von der SVP zwar stets betont. Gehe es aber um Gebäude und deren Erhalt, so sei davon nichts mehr zu spüren, sagt Scheurer – «dann zählt nur noch der Profit».

«Voraussetzungen sind erfüllt»

Diese Kritik lässt Christian Bärtschi nicht gelten: «Ich kann nachvollziehen, dass es Leute gibt, die solche Liegenschaften erhalten möchten. Das sind aber nie die Leute, die das finanzielle Risiko tragen», sagt er. Auch erhaltenswerte Objekte dürften unter Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen abgerissen werden, «und diese Voraussetzungen sind hier erfüllt». Die GFL sei immer schnell in der Beurteilung solcher Geschäfte, ohne über den nötigen Sachverstand zu verfügen. Es sei einfach, aus einer Politzentrale heraus Anforderungen in die Welt zu setzen, ohne die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Das Haus an der Bernstrasse sei «alt, unzweckmässig, abbruchreif und stehe auf einer viel zu grossen Parzelle». Ausgerechnet Scheurer, der selbst Raumplaner sei, leiste mit seiner Haltung der Zersiedelung der Landschaft Vorschub.

Verfügung wird überprüft

Bauverwalter Kurt Pfenninger kann den Unmut der GFL in Bezug auf die Abbruchserie bei erhaltenswerten Bauten nachvollziehen. Heute würden erhaltenswerte Objekte ausschliesslich von ihrer wirtschaftlichen Seite her betrachtet. Er hält aber fest: «Das eingereichte Baugesuch entspricht den Gegebenheiten im Zonenplan. Die Abläufe im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens lassen keinen Spielraum zu und sind klar geregelt.» Dass die Bauverwaltung in der Vergangenheit bei erhaltenswerten Gebäuden beide Augen zugedrückt haben soll, bestreitet Pfenninger. «Dem ist absolut nicht so.» Die Anliegen der Gemeinde würden in enger Zusammenarbeit mit dem Berner Heimatschutz abgestimmt und koordiniert. Grundsätzlich kann der Berner Heimatschutz eine Verfügung erlassen – diese Möglichkeit wird laut Pfenninger derzeit vom Heimatschutz juristisch geprüft.

Ein Artikel aus dem
(Simona Benovici, Der Bund)
02.04.2011

Münchenbuchsee lagert seine Quarta an das Gymnasium aus

Gymnasiasten in spe werden die Quarta in Zukunft nicht mehr im Dorf Münchenbuchsee besuchen können, sondern müssen ans Gymnasium nach Bern fahren – das ist wohl die tief greifendste Änderung des neuen Schulreglements der Gemeinde. Dieses wurde am Donnerstagabend vom Parlament ohne Gegenstimme verabschiedet. Dem klaren Schlussresultat ging allerdings eine rund zweistündige Debatte voraus, in welcher teils zäh um das Regelwerk gerungen wurde.

 

Wenn Schüler «schwimmen»

 

Hauptstreitpunkt der Diskussion bildete just die Auslagerung der Quarta: Bildungsvorsteherin Katja Schenkel (EVP) argumentierte, wenn die Schüler den «Gymer» ab der neunten Klasse an einer kantonalen Schule absolvierten, werde ihnen ein weiterer Schulwechsel nach einem Jahr erspart. Sukkurs erhielt die Gemeinderätin von ihrer eigenen Partei sowie von SP und GFL. Die Schüler gerieten oft «ins Schwimmen», wenn sie erst in der Tertia ans Gymnasium kämen, sagte der Grüne Peter Stucki. Mit dem neuen Modell könnten sie sich besser an die Anforderungen gewöhnen.

 

Aus für die Spez-Sek-Klassen

 

SVP und FDP hatten indes keine Freude an den gemeinderätlichen «Outsourcing»-Plänen. Der Freisinnige Urs Blattner begründete seinen Widerstand ebenfalls mit dem Wohl der Schüler: Derzeit sei die Grösse der neunten Klassen optimal. Wenn aber die angehenden Gymnasiasten die Gemeinde verliessen, würden die verbleibenden Schüler auf zu grosse Klassen verteilt. Darunter leide die Qualität des Unterrichts.

 

Der FDP-Antrag, die Quarta «im Dorf zu lassen», scheiterte letztlich deutlich. Der Vorschlag Blattners, den Systemwechsel um ein Jahr auf den Sommer 2013 zu verschieben, kam indes durch.

 

Erfolg hatte auch der GFL-Vorschlag, die Speziellen Sekundarklassen abzuschaffen. Der Gemeinderat wollte diese vorläufig beibehalten. Die Mittelschulvorbereitung erfolgt künftig somit nur noch in den regulären Klassen.

Ein Artikel aus dem
(mzi, Der Bund)
02.04.2011

Neues Tanklöschfahrzeug kostet 650 000 Franken

Das Gemeindeparlament bewilligte am Donnerstagabend einstimmig den Kauf eines neuen Tanklöschfahrzeugs für die Feuerwehr; es kostet 650 000 Franken. Die hohe Summe führte zu Kritik seitens der GFL. Fraktionssprecher Thomas Scheurer* sprach von einer «Luxusvariante» und forderte, die Kosten direkt der Feuerwehr zu belasten, anstatt sie in der Gemeinderechnung auszuweisen. Das Begehren Scheurers* wurde mit 17 Ja*- zu 11 Nein*-Stimmen deutlich angenommen.

Ein Artikel aus dem
(mzi, Der Bund)

*gemäss "Bund"-Korrigendum vom 5. April 2011
02.04.2011

Millionen für die Hallensanierung

In der Bodenacker-Sporthalle können Schüler und Sportler bald besser spielen und trainieren – wenn die Bürger 3,65 Millionen Franken bewilligen.

 

Das Parlament von Münchenbuchsee genehmigte im zweiten Anlauf die Sanierung des Sporthallentrakts der Bodenacker-Schule. Am 15. Mai entscheiden die Stimmbürger an der Urne über ein Projekt mit Kosten von rund 3,65 Millionen Franken. Im ersten Anlauf scheiterte das Vorhaben, weil nach Meinung der Ratsmehrheit ein Gesamtprojekt fehlte. Vor einem Jahr hatte die Regierung lediglich eine erste Etappe mit dem Dringlichsten vorgelegt. Münchenbuchsee realisiert die Totalrenovation in den nächsten vier Jahren. Als Erstes will die Gemeinde die WC-Anlagen sowie die Garderoben und Duschinstallationen sanieren. Die Räume haben unter anderem durch den Pilzbefall und das eindringende Wasser gelitten. Später soll die Haustechnik modernisiert und die Gebäudehülle den heutigen Anforderungen angepasst werden. Minergiestandard sei allerdings nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand möglich, glaubt der Gemeinderat. Das Parlament bedauerte den Verzicht zwar, war aber gleicher Ansicht. Mehr zu reden gab ein Antrag von GFL und FDP. Die beiden Parteien wollten das Dach des Trakts mit einer Fotovoltaikanlage ausrüsten. Das Vorhaben genoss viel Sympathie. Weil ein solcher Zusatz die Planung verzögert hätte und bis zur Abstimmung nur noch wenig Zeit bleibt, zogen die Initianten ihren Vorschlag zurück. Die Solaranlage ist damit nicht gestrichen. Weil sich das etappierte Projekt über mehrere Jahre erstreckt, kann die Installation später erneut traktandiert werden. Die SVP wollte festschreiben, dass die Sanierung nicht mehr als 3,5 Millionen Franken kosten dürfe. Sie unterlag mit diesem Vorschlag deutlich.

 

Ein Artikel aus der
(Peter Steiger, Berner Zeitung BZ)
22.03.2011

Schwendimann fusioniert mit österreichischem Recycler

An der morgendlichen Entsorgungstour ändert nichts. Doch dann geht der Abfall neue Wege. Die Schwendimann AG vereint sich mit einem ausländischen Partner.

In 35 Gemeinden im Kanton Bern sammelt und entsorgt die Schwendimann AG den Kehricht. Die Firma mit Sitz in Münchenbuchsee unterhält ausserdem Abfallsammelstellen, kümmert sich um Altglas und betreibt den kommunalen Werkhof von Münchenbuchsee: In der Region kennt man die Mitarbeiter der Schwendimann als unentbehrliche Helfer im Alltag.

Jetzt hat die Firma mit 65 Angestellten mit dem österreichischen Unternehmen Loacker fusioniert. Der Recyclingbetrieb im vorarlbergischen Götzis übernimmt 50 Prozent der Schwendimann-Aktien. Wie viel Geld fliesst, wollen die Beteiligten nicht verraten.

Billigere Kehrichtabfuhr

Die «Schwendimänner» holen die Abfallsäcke ab, welche die Bürger am Morgen früh vors Haus stellen. Für sie, die Nutzer, ändert sich nichts. Wenigstens vorläufig. «Wir erwarten, dass wir dank der Fusion günstiger arbeiten können», sagt Geschäftsführer Matthias Schwendimann. Er liefert mit einem Beispiel konkrete Zahlen: In Münchenbuchsee soll die Grundgebühr für die Kehrichtentsorgung in den nächsten Jahren um 10 Prozent sinken. Pro Haushalt bezahlen die Buchser zurzeit jährlich 150 Franken.

Abfallentsorgung sieht für den Nutzer simpel aus. Der Ghüdersack kommt vors Haus, und schwuppdiwupp ist er aus den Augen und aus dem Sinn. Doch der weitere Weg ist verschlungen und kompliziert. Abfall wird sortiert, verwertet, entgiftet, verbrannt, aufbereitet. Um die Kosten im Griff zu haben, sei es nötig, grössere Mengen zu verarbeiten, erklärt Matthias Schwendimann. Die Fusion mit Loacker ermögliche, dieses Volumen zu erweitern. Es sei allerdings nicht vorgesehen, den Abfall nun quer durch die Schweiz ins Vorarlbergische zu fahren, beruhigt er.

Bereits in Bern präsent

Die Zusammenarbeit mit der österreichischen Firma erlaubt Zusammenschlüsse. Loacker ist in Bern bereits präsent. Das Unternehmen ist seit dem Herbst 2008 mit dem hiesigen Recyclingunternehmen Luigi Salvi vereint. Die Fusion funktioniert ähnlich wie mit Schwendimann. Die beiden Betriebe sind mit 50-Prozent-Beteiligungen verbunden. Die Entsorgungsindustrie wird vom Zwang zur Grösse beherrscht. Loacker, Schwendimann, Salvi und weitere Firmen planen einen gemeinsamen Entsorgungskomplex.

Die Schwendimann AG ist ein Familienbetrieb, den bisher die beiden Brüder Matthias und Klaus leiteten. Klaus Schwendimann verlässt nun die Firma. Zusammen mit seiner Frau Jolanda wird er in Grafenried im Mai eine Verkaufsgalerie eröffnen. Dort sei «Einzigartiges» zu haben, verspricht der Internetauftritt: vom Kunstwerk bis zum Motorrad.

Ein Artikel aus der Berner Zeitung

Peter Steiger / Berner Zeitung BZ
11.03.2011

Baselbieter Firma schnappt Cablecom die Kabelnetze weg

Münchenbuchsee will sein TV-Kabelnetz abstossen. Als Käufer bedrängt das Baselbieter Telecom-Unternehmen EBL den Branchengiganten Cablecom. In Ittigen und Zollikofen hat die Liestaler Firma den Kabelnetzriesen bereits übertrumpft.

Anfang Februar erhielten die Ortsparlamentarier von Münchenbuchsee einen ungewöhnlichen Brief. Die EBL Telecom teilte ihnen mit, dass sie das Buchser Kabelnetz kaufen wolle. Der Hintergrund für die Lobbyarbeit der Tochterfirma der Energie Baselland (EBL): Der Gemeinderat möchte das Netz abstossen und hatte bereits den Verkauf an Cablecom eingefädelt. Nicht zuletzt weil das Schreiben aus Liestal die Politiker aufscheuchte, stoppten sie den Handel. Jetzt muss der Rat neue Offerten einholen, darunter auch jene der EBL.

EBL zahlt höhere Preise

Cablecom will 4,2 Millionen Franken für dieses Netz mit 4400 Anschlüssen zahlen. EBL verspricht in ihrem Brief einen höheren Preis. Ebenfalls interessiert ist das Baselbieter Unternehmen am gemeinsamen Netz der Gemeinden Ittigen und Zollikofen. Hier ist der Handel bereits weit gediehen. In Zollikofen entscheiden die Stimmbürger im Mai über den Verkauf, in Ittigen im Juni (wir berichteten). EBL bezahlt den zwei Gemeinden je etwa 5 Millionen Franken für die insgesamt 9000 Kunden. Cablecom hat ebenfalls offeriert. Der Preis, den die Grossfirma geboten hat, ist nicht bekannt.

In der Region Bern hat Cablecom das Kabelnetz am dichtesten geknüpft. Das Unternehmen bedient neben der Stadt Bern unter anderem Köniz und Kehrsatz. Einige Gemeinden haben eigene Netze, neben Münchenbuchsee, Ittigen und Zollikofen auch Muri, Rubigen, Stettlen, Laupen und Belp.

Starrer Strommarkt

EBL Telecom hat in der Region Bern bereits Fuss gefasst und will wachsen. Das Unternehmen ist an der Medianet beteiligt, die Netze in Worb, Langnau und Willisau betreibt. «Ja, wir wollen expandieren», bestätigt EBL-Kadermann Marcel Hess. Als Kerngeschäft bedient sein Unternehmen das Baselbiet mit Strom. «Weil dieser Markt wenig Wachstumsmöglichkeiten hat, sind wir erfolgreich in andere Geschäftsfelder vorgedrungen», erklärt Hess.

David und Goliath

Die EBL engagiert sich unter anderem bei der Wärmeversorgung und betreibt Kabelnetze in der Romandie und im Baselbiet. EBL ist vor allem in ländlichen Gebieten verankert, Cablecom in den Städten: So lassen sich die Verbreitungsgebiete zusammenfassen. Beide besitzen Kabelnetze, mit denen die Konsumenten auch telefonieren oder sich ins Internet einklinken können.

Cablecom hat in der Schweiz über 1,5 Millionen TV-Kunden. EBL Telecom ist eine Genossenschaft und versorgt 60 000 Abnehmer. Cablecom und EBL sind Konkurrenten. Davon profitieren Gemeinden, die verkaufen wollen: Sie können die beiden gegeneinander ausspielen.

Den Konsumenten nützt dieser Wettbewerb wenig. Kabelnetze rentieren, weil die Betreiber Abogebühren verlangen. Unterschiede zwischen den beiden Firmen sind kaum auszumachen. Cablecom und EBL verrechnen monatlich zwischen 17 und 24 Franken. Gemeindenetze hingegen waren und sind viel günstiger: Die Kunden bezahlen oft bloss zwischen 8 und 10 Franken. Die kommerziellen Anbieter begründen die happige Differenz mit Investitionen.

Unter anderem die neue Glasfasertechnik verschlinge viel Geld. EBL wie Cablecom künden an, dass auch die Netze in Zollikofen, Ittigen und Münchenbuchsee hochgerüstet werden müssten. EBL gewährt Ittigen und Zollikofen zwar noch eine Schonfrist (siehe Kasten). Doch mittelfristig trüben hier wie auch in Münchenbuchsee höhere Gebühren den Blick auf den TV-Schirm.

Ein Artikel aus der

(Peter Steiger, Berner Zeitung BZ)

 
10.03.2011

Umgestaltung Oberdorfstrasse - Bärenkreuzung - Bernstrasse und Bahnhofstrasse; Verkehrskonzept

Vom 6. bis 23. September 2010 lagen die Pläne und der Erläuterungsbericht zum Verkehrs- Betriebs- und Gestaltungskonzept im Kirchgemeindehaus öffentlich auf. Am Abend des 14. September 2010 fand eine Informationsveranstaltung zum Konzept statt. Während der Dauer der Ausstellung konnten schriftliche Eingaben zum Konzept gemacht werden. Der vorliegende Mitwirkungsbericht dient nun dazu, die Rückmeldungen zum Konzept zu sammeln und thematisch zu ordnen. Falls möglich, werden die Fragen und Anregungen sowie die kritischen oder zustimmenden Voten aus Sicht der zuständigen Planungsbehörden kommentiert und das weitere Vorgehen aufgezeigt. Der Mitwirkungsbericht wird in die weiteren Überlegungen in der Erarbeitung des Konzepts miteinbezogen.

10.03.2011

Chillen auf höherem Niveau

Wilde Discomoves.

Gemeinsam entdecken die Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse aus Münchenbuchsee die ungewohnte Seite des Balletts.
 

„Fünf, sechs, sieben, acht und schmelzen.“

Mit vollem Körpereinsatz folgen die Schülerinnen und Schüler der Klassen 1b und 1e den Aufforderungen des Choreographen Joshua Monten. Obwohl sie zu Beginn gegenüber den eher gewagten Aufwärmübungen etwas skeptisch waren, wurden diese von Probe zu Probe im ‚Warm Up’ zur Routine. Gemeinsam mit seiner Assistentin Patricia Flores und der Theaterpädagogin Gabriele Michel-Frei probt der aus New York stammende Joshua Monten seit Mitte Januar mit zwei Schulklassen aus Münchenbuchsee. Das Ergebnis des 4. Theaterpädagogischen Tanzprojektes wird im Rahmen des Ballettabends „Carte Blanche“ des Bern:Ballett an drei Abenden zu sehen sein.

 

Nicht nur Tänzer, sondern auch kleine Choreographen


Anders als vermutet wartete Joshua Monten nicht mit einer fertig ausgearbeiteten Choreografie auf, sondern entwickelte zusammen mit den Jugendlichen nach und nach die einzelnen Phasen des zirka 13 Minuten langen Auftrittes. Aus den Gruppenarbeiten der Schüler entstanden allmählich die Grundlagen zur eigentlichen Choreografie. Dass das Projekt anstrengend sein würde, wussten die Schüler von Anfang an. Jedoch hätten sie eher mit körperlicher als mit geistiger Anstrengung gerechnet. Durch das Entwickeln eigener kleinen Choreografien wurden ihre Kreativität und die Fähigkeit, ihre Vorstellungen umzusetzen, immer wieder neu gefordert.

Als Endergebnis kam ein Stück namens „Chillin“ heraus. „Chillin befasst sich mit all den  Anstrengungen, die man sich antut, damit es einem endlich gut geht. Es wird zu Songs aus der Reihe „Ultra Lounge“ getanzt, oder eher gesagt, waghalsig gechillt“, meint Joshua Monten zu seiner neusten Choreografie.

 

Einsicht in den Alltag eines Tänzers

In der Intensivwoche lernten die Jugendlichen auch ansatzweise den Alltag eines professionellen Tänzers kennen. Die teilweise 4 bis 8 stündigen Proben und das Zusammenarbeiten mit verschiedenen Tänzern des Bern:Ballett waren eine interessante Erfahrung. Die Proben fanden unter anderem in den beiden Turnhallen der Schulanlagen Bodenacker und Riedli wie auch in den Vidmarhallen statt. So konnten faszinierende Einblicke in die spannende Welt hinter der Theaterbühne gewonnen werden. Während der häufigen Proben wurden die Schüler tatkräftig von ihren Lehrern unterstützt, teils durch Flexibilität bei Unterrichtsausfällen, teils durch stärkende Zwischenmahlzeiten und ansteckende Begeisterung.

Nun fiebern die Schülerinnen und Schüler aufgeregt der Premiere am Donnerstag entgegen und sind gespannt, wie ihre Art des Balletts beim Publikum ankommen wird.

 

Chillin wird am 10., 18. und 27.März als fünftes Stück im Ballettabend „Carte Blanche“ aufgeführt und ist bestimmt auch sehenswert für Zuschauer, die mit Ballett noch nicht so vertraut sind.

 

www.stadttheaterbern.ch

Klasse 1b, Münchenbuchsee

08.03.2011

Münchenbuchsee erreichte nur das Minimalziel Ligaerhalt

Co-Trainer Benjamin Heimgartner gab im letzten Saisonspiel ein überraschendes Comeback. Foto Manuel Zingg
Aufsteiger Münchenbuchsee hat seine Volleyball-NLA- Saison mit einem 0:3 gegen Schönenwerd abgeschlossen. Siege feierte das Team nur gegen Laufenburg.

Im letzten Saisonspiel gegen den TV Schönenwerd liefen die NLA-Herren des VBC Münchenbuchsee noch einmal topmotiviert auf. Die Abnahme war stabil, am Netz wurden die Punkte schön herausgespielt. Zum sogleich verwerteten Satzball schlug aber dennoch Schönenwerd auf, nicht zuletzt, weil die Schiedsrichter beim Stande von 23:23 einen umstrittenen Ball zuungunsten des Gästeteams werteten.

Im zweiten Satz kam es bei Münchenbuchsee zu einem überraschenden Comeback: Die langjährige Teamstütze Benjamin Heimgartner, der aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen noch kein einziges Saisonspiel bestritten und seine Teamkameraden stattdessen als Co-Trainer unterstützt hatte, übernahm seine angestammte Diagonal-Position. Er war an einigen gelungenen Angriffen beteiligt, konnte aber nicht verhindern, dass der VBC insbesondere im dritten Satz nicht ganz mit Schönenwerd mithalten konnte. So ging das Spiel 0:3 (23:25, 22:25, 19:25) verloren. Rangmässig wäre am Samstag ohnehin keine Verbesserung mehr möglich gewesen. Der bereits zuvor gesicherte zweite Platz in der Playout-Rangliste ist gleichbedeutend mit dem vorzeitigen Ligaerhalt und Platz 7 in der Schlussrangliste der NLA.

Nur drei Saisonsiege

Das junge Team, bei dem mit Mirco Gerson und Marco Bürgi gar zwei Spieler mit Jahrgang 1992 regelmässig zum Einsatz kamen, hat somit in der Saison 2010/2011 sämtliche Spiele gegen die sechs Erstplatzierten verloren. Und dies, obwohl man bis Ende Dezember auf die Unterstützung der Beachvolleyballer Mats Kovatsch und Philip Gabathuler zählen konnte.

Für Benjamin Heimgartner ist die magere Punktebeute – einzig gegen Volley Smash 05 Laufenburg-Kaisten reichte es dreimal für einen Sieg – unerklärlich: «Als Aufsteiger rechneten wir zwar mit einer schwierigen Saison. Doch dass selbst die im Mittelfeld klassierten Teams zu stark für uns sein würden, hätten wir nicht gedacht», erklärte er. Dass die Saison dennoch nicht zum Desaster wurde, liegt daran, dass nächste Saison die NLA von 8 auf 10 Equipen aufgestockt wird.

Vom neuen Trainer Oleg Petrachenko habe das Team zwar viel profitiert, vor allem im physischen Bereich. «Er ist der ideale Trainer, um Spieler individuell weiterzubringen. Dagegen ist es ihm noch nicht gelungen, dem VBC als Team zu mehr Konstanz zu verhelfen», so sein Co-Trainer Heimgartner. Petrachenko hatte es allerdings auch nicht einfach, als Team mit dem kleinsten Budget setzte Münchenbuchsee als einziges Team nie einen Ausländer ein. «Wir wollen nachhaltig wirtschaften und nicht mehr Geld ausgeben, als wir haben», so Heimgartner. Lieber setzt man auf solide Nachwuchsarbeit, der Verein zählt derzeit rund 50 Juniorinnen und Junioren.

Spielerabgänge drohen

Dementsprechend schwierig gestaltet sich die Vorbereitung auf die nächste Saison. Weil die VBC-Spieler Amateure sind und keine Entschädigung erhalten, sind für die Konkurrenz selbst Anwerbeversuche mit geringen Geldsummen Erfolg versprechend. «Ich hoffe, die Jungen bleiben bei uns, weil sie hier im Gegensatz zu anderswo gute Chancen auf einen Stammplatz haben», so Heimgartner. Er selber wisse noch nicht, ob er nächste Saison wieder regelmässig das Spielertrikot überstreifen werde. «Ich habe mich noch nicht entschieden. Womöglich könnte ich dem Verein im Sponsoring oder als Teammanager nützlicher sein», erklärt er.
Ein Artikel aus dem
(Matthias Engel, Der Bund)
01.03.2011

Sanierung der Turnhalle kostet 3,65 Millionen

In Münchenbuchsee muss der Sporthallentrakt der Bodenacker-Schule erneuert werden. Am 15. Mai können Bürgerinnen und Bürger darüber abstimmen.


Der Sporthallentrakt der Schule Bodenacker war bereits im Mai 2010 Thema im Gemeindeparlament von Münchenbuchsee. Damals lag lediglich die erste Etappe mit den dringlichsten Unterhaltsarbeiten von rund 700 000 Franken vor. Die SVP bemängelte damals, dass die Kosten für die weiteren Etappen nicht bekannt seien und kein Gesamtprojekt vorgelegt werde. Die Partei beantragte die Rückweisung, denn das Geschäft sei noch nicht abstimmungsreif. Es wurde denn auch mit 19 zu 14 Stimmen an den Gemeinderat zurückspediert.

 

In der Zwischenzeit hat die Exekutive nun wie verlangt ein Gesamtprojekt ausgearbeitet. Die Kosten belaufen sich auf 3,65 Millionen Franken. Das Projekt soll in den nächsten vier Jahren umgesetzt werden. Am 31. März wird die Sanierung der Turnhalle im Grossen Gemeinderat behandelt, die Volksabstimmung erfolgt am 15. Mai.

 

Seit 1979 in Betrieb

Während der Umsetzung der Massnahmen soll der Betrieb weitgehend, mit Einschränkungen vor und nach den Schulferien, gewährleistet bleiben. Der Sporthallentrakt wurde 1979 in Betrieb genommen. «In Anbetracht des Alters und der intensiven Nutzung durch die Schulen und Vereine präsentiert sich das Gebäude auf den ersten Blick in einem erstaunlich guten Zustand», schreibt der Gemeinderat. Viele Bauteile haben jedoch ihre theoretische Lebensdauer erreicht, und das Gebäude weist eine lange Reihe von baulichen Mängeln auf. Dem Pilzbefall an Decken und Wänden in den WC-Anlagen sowie in den Garderoben und Duschen sei kaum noch beizukommen, zudem werde der Schaden durch das in die Wände eindringende Wasser laufend grösser.

 

Die Sonnenkollektoranlage auf dem Dach funktioniert bereits seit fünf Jahren nicht mehr, der Hallenboden weist Risse auf, «das Trennvlies in der Hallendecke löst sich auf und bröckelt in Stücken auf den Hallenboden».

 

Erste Arbeiten im Herbst

Die Bauarbeiten werden in vier Etappen aufgeteilt, um die Sanierung «finanziell und terminlich abzufedern». Die Nutzungsdauer soll für die nächste Generation sichergestellt werden. Die Sofortmassnahmen werden, sofern Parlament und Volk den Kredit gutheissen, noch vor den Herbstferien an die Hand genommen. Die Sanierung soll den Wärmeschutz und die Energieeffizienz verbessern; eine Optimierung auf den Standard Minergie sei aber nur mit unverhältnismässigem Aufwand zu erreichen, schreibt der Gemeinderat in den Unterlagen. Deshalb ist dieser auch nicht vorgesehen. Im Bereich Gebäudetechnik wird der Minergiestandard als unmöglich bezeichnet, weil die Lüftungsgeräte mit der erforderlichen Effizienz für die bestehenden Räume zu gross wären.

 

Wegen Geldmangels hatte die Gemeinde in den letzten Jahren beim Unterhalt der öffentlichen Gebäude gespart, auch im nun zu sanierenden Sporthallentrakt. Mehr als einmal wurde deshalb im Gemeindeparlament schon die Kritik laut, Münchenbuchsee lasse seine Gebäude verlottern. Bereits 2008 hatte der Gemeinderat beschlossen, die ursprünglich geplante Sanierung und Erweiterung der gesamten Schulanlage Bodenacker zu verschieben. Priorität geniesse die Gesundung der Finanzen. In Münchenbuchsee wurde die Höhe der Investitionen pro Jahr auf maximal zwei Millionen Franken festgelegt.

 

Probleme mit der Heizung

Ein Sorgenkind ist jedoch bei der Sanierung nicht enthalten: die Heizung. Noch vor rund einem Jahr wurde festgehalten, die Installationen für die Wärmerzeugung befänden sich in einem funktionstüchtigen Zustand. Dies ist aber nur teilweise korrekt. Die 1999 installierte Fernheizung mit drei Öltanks reicht für das Warmwasser nicht aus. Die nötige Temperatur von 60 Grad wird nicht erreicht. Die Boiler werden darum elektrisch betrieben. Bei Temperaturen unter minus zehn Grad gibt es zudem Probleme mit der Lüftung in den Garderoben. Die Ursachen für die zu geringe Heizleistung sollen nun von einem Ingenieurbüro untersucht werden.


Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
21.02.2011
Gemeinderat von Münchenbuchsee muss weitere Optionen prüfen.

Dem Gemeinderat wehte im Parlament von Münchenbuchsee gestern Abend ein heftiger Wind um die Ohren: Der beabsichtigte Verkauf des TV- und Radionetzes an die Cablecom kam für den Grossen Gemeinderat überstürzt. Andere Optionen seien zu wenig abgeklärt worden, hiess es. Die Cablecom wäre bereit, für die rund 4400 Abonnenten einen Preis von 4,2 Millionen Franken zu zahlen, was einen Preis von 950 Franken pro Anschluss ergibt.

Alle Parteien für Rückweisung

Gemeinderat Cesar Lopez (SVP), seitJanuar neu in der Exekutive und für das Ressort Tiefbau und Werke zuständig, stand bei seinem ersten Geschäft auf verlorenem Posten. «Der Gemeinderat hat sich die Aufgabe nicht leicht gemacht, es ist kein Schnellschuss», sagte Lopez. Das Parlament war sich aber trotzdem einig, dass der Verkauf an die Cablecom vorerst gestoppt werden soll.

Der Gemeinderat sei zu schnell auf die Variante Verkauf eingeschwenkt, sagte Rolf Sieber (SP). Es seien sehr viele Fragen offen, erklärte Georg Karlaganis (FDP). Der Zeitdruck sei nicht so gross, wie er vom Gemeinderat dargestellt werde. Kuno Schläfli (GFL) vermutete, dass sich der Gemeinderat von der Versuchung, viel Geld einzunehmen, habe verführen lassen. Auch Kathrin Melliger (SVP) sprach sich für eine Rückweisung aus. Zudem solle über einen allfälligen Verkauf eine Volksabstimmung durchgeführt werden.

SP, FDP, SVP, GFL, EVP und auch die Geschäftsprüfungskommission waren für eine Rückweisung. Die Vorlage wurde in der Folge denn auch einstimmig mit 39 zu 0 Stimmen an den Gemeinderat zurückgewiesen. Dieser muss nun auch noch andere Möglichkeiten in die Überlegungen mit einbeziehen. So zum Beispiel hatte sich nach dem Artikel im «Bund» vom 24. 1. über den möglichen Verkauf auch noch die EBL gemeldet und einen höheren Preis als die Cablecom in Aussicht gestellt. Die Energie Baselland will bereits die Gemeinschaftsantennenanlage von Zollikofen und Ittigen übernehmen (siehe unten).

Parlament will Volksabstimmung

Im Detail verlangte der Grosse Gemeinderat von der Exekutive, es seien mehrere Varianten auszuarbeiten: der Nichtverkauf, die Auslagerung in eine AG und der Verkauf, zu dem mehrere Offerten vorgelegt werden sollen. Zudem sprach sich das Parlament für eine Urnenabstimmung aus. Damit wird das Volk das letzte Wort haben.
Cesar Lopez versprach, der Gemeinderat werde das Geschäft umgehend an die Hand nehmen und nicht auf die lange Bank schieben. «Wir wollen anschliessend eine Variante vorlegen, die mehrheitsfähig ist.»

1000 Franken pro Anschluss
Der Verkauf des TV-Netzes steht auch in anderen Gemeinden zur Debatte. Zollikofen und Ittigen, die das TV- und Radionetz zusammen betreiben, wollen die Anlage an die EBL Telecom verkaufen, eine Tochterfirma der Energie Baselland. Der Verkaufspreis ist noch nicht bekannt, die Gemeinden wollen in einer Woche informieren. Es geht um 4800 Kunden in Zollikofen und deren 5400 in Ittigen, zu einem früheren Zeitpunkt war davon die Rede, dass ein Abonnent zwischen 1000 und 1500 Franken «wert» sein soll. Damit könnten die beiden Gemeinden je mit rund fünf Millionen Franken rechnen. Allerdings kommen auf die Abonnenten massiv höhere Gebühren zu. In Münchenbuchsee kostet die Nutzung derzeit 9 Franken im Monat, gleich viel sind es in Ittigen, in Zollikofen beträgt die Gebühr sogar nur Fr. 8.50. Die Gemeinderäte argumentieren jedoch, dass die Gebühren sowieso steigen werden, weil Investitionen in die jeweiligen Netze anstehen. (wal)

Ein Artikel aus dem

(Simon Wälti, Der Bund)
17.02.2011
Eva Häberli Vogelsang ist in diesem Jahr Präsidentin des Gemeindeparlaments in Münchenbuchsee.

Eva Häberli Vogelsang stammt aus «einer SP-Familie». Sie wuchs im Spiegel in der Gemeinde Köniz auf, ihre Eltern engagierten sich in der lokalen SP. Eine Generation früher jedoch stand noch ein «V» zwischen den beiden Buchstaben: Ihre Grosseltern bewirtschafteten in Münchenbuchsee einen Bauernhof und standen der SVP nahe. Seit zehn Jahren nun wohnt die 36-jährige Staatsanwältin zusammen mit ihrem Mann und den zwei Kindern auf dem «Familienwohnsitz». Das Land und die Scheune werden durch Pächter weiterhin landwirtschaftlich genutzt. Aus dem Wohnzimmer geht der Blick auf eine weite Hofstatt mit Äpfel-, Birnen- und Zwetschgenbäumen. «Mein Grossvater hat die Hofstatt seinerzeit meiner Grossmutter geschenkt», sagt Häberli. Hier sieht Münchenbuchsee noch aus wie ein Dorf und nicht wie eine Agglomerationsgemeinde mit rund 10 000 Einwohnerinnen und Einwohnern.

«Die Politik auf der lokalen Ebene macht mir Spass», sagt Eva Häberli, die im letzten Dezember zur Präsidentin des Grossen Gemeinderats gewählt wurde. Seit 2008 ist sie Mitglied im Parlament, vorher politisierte sie während vier Jahren in der Planungskommission. Familienergänzende Kinderbetreuung und der Ortsbildschutz sind zwei der Themen, die ihr am Herzen liegen. «Ich bin sehr stolz, oberste Buchserin zu sein», sagt sie. Auch wenn das Parlamentspräsidium in Buchsi natürlich weniger Bedeutung habe als in einer Stadt oder auf kantonaler oder sogar eidgenössischer Ebene. Sie will sich detailliert auf die Sitzungen vorbereiten und damit ihren Teil zu einer «angeregten politischen Diskussion» beitragen. Im Rat dürfe es zwar zur Sache gehen; sie hofft aber, dass auf persönliche Angriffe verzichtet wird. Derzeit werde im Rat fair und sachlich diskutiert. Zum heutigen Auftakt wartet jedoch ein kontroverses Thema: der beabsichtigte Verkauf der Gemeinschaftsantennenanlage an die Cablecom, die bei vielen als Bösewicht im Kabelfernsehmarkt gilt. «Es wird ein interessanter Start», sagt Häberli dazu.

Keine Lust auf Diplomatie

Seit sieben Jahren ist Eva Häberli als Untersuchungsrichterin tätig. Per Neujahr wurden im Zuge der Justizreform die Untersuchungsrichter zu Staatsanwälten ernannt und ihre Aufgaben erweitert. Nicht nur die Leitung der Untersuchungen, die Einvernahmen und Verhaftungen stehen nun im Pflichtenheft, sondern auch die Hauptverhandlungen und die Plädoyers. Strafrecht habe sie immer fasziniert, sagt Häberli, die 2003 vom Grossen Rat zur – damals – jüngsten Untersuchungsrichterin des Kantons gewählt wurde. Vorher arbeitete sie beim EDA als Spezialistin für Kinderrecht. «Eine diplomatische Karriere wollte ich aber nicht einschlagen.» Darum wechselte sie in die kantonale Justiz. Die Arbeit sei «sehr spannend». «Wir haben mit Menschen in Ausnahmesituationen zu tun.» Menschlich am schwierigsten seien «aussergewöhnliche Todesfälle». Unter diesem Stichwort werden Tötungsdelikte, Suizide und Unfälle zusammengefasst.

Liebe zur Malerei

Beruflich hat sie mit den Schattenseiten des menschlichen Lebens zu tun hat, bei ihrem Hobby, dem Malen, steht das Licht im Zentrum. Sie hat sich im Haus ein Atelier eingerichtet und malt vorwiegend Porträts; im Wohnzimmer hängt das Bild einer Frau aus Afrika mit ihrem kleinen Kind. «Die Landschaftsmalerei dagegen liegt mir nicht besonders», sagt sie. Zu ihren Lieblingsmalern gehören die Impressionisten. «Und man darf es fast nicht sagen, auch Albert Anker gefällt mir sehr», sagt Häberli über den grossen Schweizer Maler, der für viele eher für die Welt der SVP als für jene der SP steht. Auch von Franz Gertsch zeigt sich Häberli beeindruckt, und die Segantini-Ausstellung in der Fondation Beyeler möchte sie gerne besuchen.

Früher zählte das Reisen in ferne Länder zu ihren grossen Hobbys: Marokko, Namibia, Südafrika, Tansania hat sie besucht, mit der Transsibirischen Eisenbahn fuhr sie durch Asien, und auch den Kaukasus hat sie bereist. Oft besuchte sie dabei ihre Schwester, die für die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit tätig ist. Derzeit beschränkt sie sich der Kinder wegen – Marco wird drei, Leandro ist einjährig – beim Reisen aber auf Europa und die Schweiz.
Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
04.02.2011
Das war eine schlimme Nacht für die Bewohner eines Mehrfamilienhauses am Weierweg in Münchenbuchsee. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag brannte es kurz nach Mitternacht in einem Abteil des Kellers. Die Buchser Feuerwehr war mit fast 30 Personen rasch zur Stelle und konnte das Feuer löschen.

Weil starker Rauch durchs Treppenhaus drang, mussten sämtliche Bewohner das Haus verlassen. Sie blieben alle unverletzt und konnten gegen Morgen wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Weshalb es brannte, untersucht die Kantonspolizei noch.

Buchsis Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring war in der Nacht am Schadenplatz. «Die Sanität hat die ins Dorfschulhaus evakuierten Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort untersucht», berichtet sie. Weil eine Rauchvergiftung nicht auszuschliessen war, mussten zwei Personen zusätzlich zur Untersuchung ins Spital. «Zum Glück erwies sich dort der Verdacht als unbegründet», so die Gemeindepräsidentin.

Ein Artikel aus der

(pst/pd, Berner Zeitung BZ)
25.01.2011
In einsamer, stiller Lage. 1880 wirbt die Irren- und Pflegeanstalt mit einem prachtvollen Blumen- und Baumgarten.
Die psychiatrische Privatklinik Wyss gibt ein Buch über ihre 165-jährige Geschichte heraus. Zum Glück ist heute fast alles anders als früher.

Die Entwicklung der Psychiatrie liest sich bis in die jüngere Vergangenheit als Geschichte des Grauens. Jahrhundertelang kerkern die Menschen Geisteskranke ein. Sie drehen sie im «Trülirad» bis zur Bewusstlosigkeit. Sie versenken sie in warmes Wasser, bis sie schlappmachen. Auch manche Methoden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts muten unmenschlich an: Elektroschocks ohne Betäubung bereiten Höllenpein. Bei der in den 1930er-Jahren verbreiteten Cardiazoltherapie lösen Ärzte künstlich epileptische Anfälle aus.

Leidensweg

Über den Leidensweg der Psychiatrie und ihrer Patienten berichtet ein Ende des letzten Jahres herausgekommenes Buch. Die beiden Historikerinnen Anna Bähler und Katharina Moser fassen in ihrer «Geschichte der Privatklinik Wyss» mehrere Jahrhunderte medizinischer Entwicklung zusammen. Der 96-seitige reich und gut illustrierte Band ist erschienen, weil die psychiatrische Klinik in Münchenbuchsee seit 165 Jahren besteht. Das Werk zum seltsamen Jubiläum lässt einen erschauern – und aufatmen. Psychisch erkranken können wir alle. Man ist dankbar, dass die Ärzte ihre Patienten heute mit Würde und mehr Erfolg behandeln.

Psychiatrie war lange Zeit viel Versuch und sehr viel Irrtum. Auch in der Klinik Wyss. 1845 gründet Johann Caspar Straub in Münchenbuchsee eine «Heil-, Irren- und Pflegeanstalt». In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wandeln sich die Besitzverhältnisse durch Heirat und Erbschaft. Ab 1884 tritt die Familie Wyss auf. Sie besitzt und verwaltet die Klinik, ist aber nie medizinisch tätig.

Die Ärzte behandelten die Patienten in Münchenbuchsee mit Methoden, die dem jeweiligen Wissensstand entsprachen. Die Leitung betonte jedoch stets, dass man die Kranken hier besonders individuell betreue und dass die ruhige ländliche Situation viel zur Genesung beitrage.

1984 knapp vor dem Ruin

Die Privatklinik Wyss hat das Buch herausgegeben und finanziert. Trotzdem hat auch Kritisches Platz. Die beiden Verfasserinnen erwähnen, dass die Klinik 1984 knapp vor dem Aus stand. Sinkende Patientenzahlen, veraltete Einrichtungen und Personalprobleme trieben die Institution beinahe in den Ruin. In den 1990er-Jahren fasste die Klinik wieder Tritt. Nach 165 Jahren Geschichte präsentiert sie sich heute als zeitgemässe psychiatrische Institution, die seit 2006 zum Verband «Swiss Leading Hospitals» gehört.

Lesung: Mittwoch, 26. Januar, 20 Uhr, Buchhandlung Stauffacher, Bern.

Buch: «Die Geschichte der Privatklinik Wyss», Fr. 29.50. Nur erhältlich in der Buchhandlung Stauffacher.

Ein Artikel aus der

(Peter Steiger, Berner Zeitung BZ)
24.01.2011
Cablecom bietet 4,2 Millionen Franken für das Kabelnetz Münchenbuchsees. Mitte Februar soll das Parlament über den Verkauf entscheiden.

Gemeinden mit eigenem Kabelnetz für den analogen TV- und Radioempfang stehen vor grossen Herausforderungen. Wollen sie den Anschluss an die technische Entwicklung nicht verpassen, stehen hohe Investitionen an. Dies hat Ittigen und Zollikofen, die ein gemeinsames Netz betreiben, unlängst zum Entschluss gebracht, die Anlage zu verkaufen (siehe «Bund» vom 15. 12. 2010). Nun ist auch die Nachbargemeinde Münchenbuchsee an diesem Punkt angelangt. Der Gemeinderat beantragt dem Parlament, den Verkauf in der Sitzung vom 17. Februar abzusegnen.

Die Gebühren werden steigen

Allein für die Werterhaltung des Netzes wären mittelfristig Investitionen von 2,5 Millionen Franken notwendig, schreibt der Gemeinderat in seiner Botschaft an das Parlament. Das Netz verliere täglich an Wert, und Fachressourcen seien in der Gemeinde nicht vorhanden. Kunden wechselten zur Konkurrenz, legten sich zum Beispiel einen digitalen Fernsehanschluss bei der Swisscom zu. «Es besteht Handlungsbedarf. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir das Netz noch zu einem guten Preis verkaufen», erklärt der zuständige Gemeinderat Cesar Lopez (SVP) auf Anfrage. Konkret wurde mit Cablecom ein Kaufpreis von 950 Franken pro Anschluss ausgehandelt. Bei rund 4400 Abonnenten ergibt dies einen Betrag von knapp 4,2 Millionen Franken. «Cablecom hat uns unter Berücksichtigung aller Faktoren die beste Offerte unterbreitet», sagt Lopez. Es liegt aber noch ein zweites Angebot einer Investorengruppe auf dem Tisch. Das Parlament wird darüber beraten.

Für die Bürgerinnen und Bürger Münchenbuchsees würde sich der Verkauf des Netzes erst einmal im Portemonnaie niederschlagen. Derzeit bezahlen sie eine ausgesprochen tiefe Nutzungsgebühr von neun Franken pro Monat. Cablecom verlangt für ihr analoges TVAngebot 23.20 Franken monatlich. Aber: «Die Gebühren steigen so oder so, weil sich Investitionen aufdrängen», sagt Lopez. Auch in der Gemeindekasse würde kein Loch entstehen, weil die Einnahmen der monatlichen Grundgebühren wegfallen. Diese fliessen nämlich nicht in den allgemeinen Haushalt, sondern in eine Spezialfinanzierung, die ausschliesslich für Netzbau, -betrieb und -unterhalt verwendet werden kann.

Cablecom nicht unumstritten

Dieser an sich klaren Ausgangslage zum Trotz wird das Geschäft zu reden geben. Ein Grund dafür ist die Kaufinteressentin Cablecom. Auch in Zollikofen und Ittigen stand zur Diskussion, das Netz an Cablecom zu veräussern. Schliesslich fiel die Wahl dann aber auf EBL Telecom, eine Tochterfirma von Energie Baselland. «Wir haben EBL in Sachen Kundenfreundlichkeit besser beurteilt als Cablecom», begründet Liselotte Huber-Affolter (SP), zuständige Gemeinderätin von Zollikofen, den Entscheid. Und auch in der Gemeinde Toffen haben sich die Stimmbürger vor gut vier Jahren gegen einen Verkauf des Netzes an Cablecom entschieden, obwohl die Firma fast drei Mal mehr für das Netz bezahlt hätte als Konkurrent Energie Belp. Laut Gemeindepräsidentin Ruth Rohr waren die niedrigeren monatlichen Gebühren und «Grundvertrauen in einen regional verwurzelten Anbieter» ausschlaggebend. «Da kann man sicher sein, sich darauf verlassen zu können», sagt Rohr. Cablecom war zuvor unter anderem in die Kritik geraten, weil das Unternehmen verschiedene Fernsehsender aus dem analogen Grundangebot gestrichen hatte.

Cesar Lopez hat bezüglich Kundenservice von Cablecom keine Vorbehalte: «Cablecom unternimmt in diesem Bereich grosse Anstrengungen. Der Ruf einer Firma kann sich in kurzer Zeit ändern.»
Ein Artikel aus dem
(Christian Brönnimann, Der Bund)

50 Kabelnetzunternehmen

Laut Claudia Bolla-Vincenz, Geschäftsführerin des Verbandes der Kabelnetzunternehmen Swisscable, ist derzeit keine generelle Tendenz feststellbar, wonach Kabelnetze vielerorts privatisiert werden. Kleinere Gemeinden suchten aber vermehrt die Zusammenarbeit, um im Wettbewerb zu bestehen. «Diese Entwicklung wird sich in Zukunft noch verstärken», sagt Bolla-Vincenz. Gemäss Swisscable-Zahlen gibt es im Kanton Bern derzeit 50 Kabelnetzunternehmen.
36 davon befinden sich in privatem Besitz, 14 in öffentlichem Besitz. Eine Gemeinde mit eigenem Netz ist Muri. Obwohl Muri nur rund ein Fünftel grösser ist als Münchenbuchsee, ist der Verkauf des Netzes laut Gemeindepräsident Hans-Rudolf Saxer (FDP) kein Thema. In den letzten Jahren seien mehrere Millionen Franken investiert worden. «Die Bevölkerung schätzt es sehr, wenn beispielsweise bei Störungen Mitarbeiter vor Ort zuständig sind», sagt Saxer.
10.01.2011
Zwischen Weihnachten 2010 und der ersten Januarwoche 2011 sind in der Region Münchenbuchsee/Urtenen-Schönbühl mehrere Einbrüche verübt worden. Die Kantonspolizei Bern warnt und erteilt Tipps zur Verhütung.

In der Region Münchenbuchsee/Urtenen-Schönbühl ereigneten sich in der Zeit vom 22. Dezember 2010 bis zum 7. Januar 2011 rund ein Dutzend Einbrüche in Wohnungen. Teilweise war die unbekannte Täterschaft auf Balkone im Hochparterre geklettert und brach Türen oder Fenster auf oder drang vom Treppenhaus her in Wohnungen in Obergeschossen ein. Vor allem hatte es die Täterschaft auf Bargeld und Schmuck, aber auch auf Lebensmittel und Elektronikgeräte abgesehen.

Die Kantonspolizei Bern hat die Kontrolltätigkeit intensiviert und wird bei Wohnungsbesitzern oder Hauseigentümern in Wohnquartieren vorsprechen und Flyer mit Tipps zur Verhütung von Einbrüchen verteilen. Sie rät insbesondere:
  • Geschlossene Fensterläden oder heruntergelassene Storen verhindern Einblicke in Ihre Privat- oder Geschäftsräume und stets geschlossene Eingangstüren erschweren das Eindringen
  • Eingeschaltete Licht- oder Lärmquellen können einen Einbruch verhindern helfen
  • Baulich - technische Sicherheitsvorkehrungen bieten sinnvollen Einbruchschutz
  • Aufmerksame Nachbarn können Sie vor unliebsamen Überraschungen schützen
  • Verdächtige Wahrnehmungen jederzeit sofort melden (Tel. 112/117)
  • Die Sicherheitsberatung der Kantonspolizei Bern steht für fachliche Beratung zur Verfügung (Telefon 031 634 82 81)

Im ganzen Kantonsgebiet wurden im gleichen Zeitraum rund 200 Einbrüche in Geschäftsräume, Lagergebäude, Arztpraxen, Gastgewerbebetriebe und Wohnungen oder Einfamilienhäuser verübt; rund die Hälfte davon betraf den Wohnbereich.

Medienmitteilung
(pkb)

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