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Macht dieser Kindergarten krank?

7. Juli 2010
 
Die Gemeinde wollte das Problem aussitzen. Gemeinderätin Katja Schenkel vor dem sanierten Kindergarten Neumatt. (Bild: Urs Baumann)

Seit Münchenbuchsee einen Kindergarten saniert hat, leidet eine Pädagogin unter Allergien. Nun wechselt sie den Arbeitsort – die Kinder müssen bleiben. Die lückenhaften Informationen der Gemeinde lassen Gerüchte spriessen.

Zwei Pädagoginnen unterrichten im Kindergarten Neumatt an der Mühlestrasse in Münchenbuchsee. Eine der beiden wechselt nach den Sommerferien ihren Arbeitsort. Sie bleibt zwar in Buchsi, wirkt aber ab Mitte August neu im Kindergarten Ursprung.
Sie zügelt, weil sie gesundheitliche Probleme hat. Seit der Kindergarten Neumatt vor zwei Jahren vollständig umgebaut wurde, leidet sie an einer Allergie. Die Kindergärtnerin hofft, dass ihre Beschwerden am neuen Arbeitsort wieder abklingen. Die rund fünfzig kleinen Buchserinnen und Buchser in den beiden Kindergartenklassen in der Neumatt können nicht wechseln. Sie müssen weiterhin in Räumen spielen, die vielleicht die Gesundheit gefährden.

Fehlt das Geld?

Die Gemeinde hat die Eltern über den Wechsel informiert. Im Brief konnten diese zwar lesen, dass die Pädagogin seit dem Umbau unter gesundheitlichen Problemen leidet. Dass diese Beschwerden möglicherweise durch giftige Lacke und Farben ausgelöst wurden, mussten sich die Eltern jedoch selbst zusammenreimen.
Sie kombinierten – und fürchteten, dass auch ihre Kinder leiden könnten. Sie sei verunsichert, teilte eine Mutter dieser Zeitung mit. Vielleicht fehle der finanzschwachen Gemeinde Münchenbuchsee das Geld, um das Problem zu meistern, ergänzte die Frau, die ihren Namen nicht veröffentlicht haben möchte.

Sie malten und isolierten

Die Kindergärtnerin will sich nicht äussern. Gemeinderätin Katja Schenkel (EVP), in Münchenbuchsee zuständig für das Ressort Bildung, erklärt, dass man die Allergie verschwiegen habe, um die Eltern «nicht unnötig zu verängstigen». Ausser dieser Pädagogin habe bisher noch niemand Probleme gehabt. Indem die Kindergärtnerin nun den Arbeitsort wechsle, könne die Buchser Schulleitung feststellen, ob tatsächlich die Sanierung ihre Beschwerden verursacht habe. «Sollten weitere Lehrpersonen oder Kinder mit Beschwerden auf den Umbau reagieren, werden wir sofort handeln», verspricht Katja Schenkel.
Den Kindergarten Neumatt hat die Gemeinde 1968 als Provisorium erstellt. 2008 sanierten die Handwerker den Bau während zweier Monate vollständig. Sie erneuerten unter anderem alle sanitären Einrichtungen, setzten neue Wände ein, malten, gipsten und isolierten. Rund 900 000 Franken kostete der Umbau.

Untersuchung entwarnt

Als sich nach dieser Renovation die Kindergärtnerin über allergische Beschwerden beklagte, liess die Gemeinde den Bau untersuchen. «Gemäss diesen unabhängigen Experten besteht keine Gefahr», versichert Katja Schenkel. Überdies hätten die Handwerker für die Neumatt-Anlage die gleichen Materialien wie bei den übrigen Schulhausrenovationen verwendet. Katja Schenkel: «Münchenbuchsee hat in den letzten Jahren verschiedene Areale saniert, und noch nie hat jemand reagiert.»

Ein Artikel aus der

(Peter Steiger, Berner Zeitung BZ)

 
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