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«Auf und ab liegen nahe beieinander»

28. Mai 2010
 
Der Finanzhaushalt von Münchenbuchsee ist auf dem Weg der Besserung. Das Parlament genehmigte die Rechnung 2009 einstimmig.

Für einmal waren die Finanzen im Parlament von Münchenbuchsee kein Anlass zum Haareraufen. Die Rechnung 2009 hatte bei einem Ertrag von 48,6 Millionen Franken mit einem Überschuss von 1,6 Millionen Franken abgeschlossen. Das Geld wird vollumfänglich für den Abbau des Bilanzfehlbetrags von 4 Millionen Franken verwendet. Auf einen Schlag kann dieser um 40 Prozent auf noch 2,4 Millionen Franken reduziert werden. Damit ist der 2008 in Schieflage geratene Finanzhaushalt der Gemeinde auf dem Weg der Besserung.

Die Parteien nahmen den Abschluss mit Genugtuung, aber auch mit Zurückhaltung zur Kenntnis. Auch die SP habe sich über den Abschluss gefreut, sagte Rolf Sieber. Allerdings seien Investitionen «auf das beliebteste Schweizer Möbelstück – die lange Bank» geschoben worden. Andreas Gasser (SVP) wies darauf hin, dass der positive Abschluss auf Faktoren zurückzuführen ist, welche die Gemeinde nicht beeinflussen konnte. Auch die EVP rief dazu auf, genau hinzuschauen. «Wir hatten mehr Glück als Verstand», sagte Renate Löffel. «Dass wir wenig investiert haben, wird uns noch einholen.» Reto Wynistorf (GFL) sagte, es sei wichtig, dass die Gemeinde wieder Eigenkapital bilden könne. «Die Einnahmen genügen noch nicht, wir werden um eine Steuerdebatte nicht herumkommen.» Das Parlament genehmigte die Rechnung einstimmig.

«Einmalige Einflüsse»

Tatsächlich ist, wie die Finanzkommission schreibt, der «äusserst positive Verlauf auf verschiedene einmalige Einflüsse zurückzuführen».
 
- Weil Münchenbuchsee nach einem Nein zum Budget mit Steuererhöhung in der Volksabstimmung während des ersten halben Jahres 2009 über keinen gültigen Voranschlag verfügte, musste der Sachaufwand auf das Notwendigste beschränkt werden.
- Für den Fürsorgeverband Münchenbuchsee mussten gegen 450 000 Franken weniger aufgewendet werden.
- Die Steuerzahlenden lieferten 400 000 Franken mehr ab.
- Der Personalaufwand wiederum fiel um 235 000 Franken geringer aus als budgetiert, mehrere Stellen waren vorübergehend nicht besetzt.

Gemeinderätin Sonja Bucher (SVP)sagte, der positive Abschluss sei fast so unerwartet gekommen wie das Defizit von 2008. «Damals waren wir Exoten in der Landschaft», sagte Bucher. Nun hätten aber auch andere Gemeinden wie Köniz oder Bolligen Probleme wegen Steuerausfällen. Ihr Fazit: «Auf und ab liegen nahe beieinander.»

Ein Artikel aus dem

(Simon Wälti, Der Bund)

 
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