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Erich Röthlisberger, Amateurfotograf: «Fotografiere isch guet luege»

7. Mai 2010
 
Freude an Fotos: Erich Röthlisberger im Bären Buchsi, wo gegenwärtig 22 seiner Werke präsentiert werden. (Bild: Beat Mathys)

Nein, Profifotograf wollte er nie werden. Fotografieren sollte für ihn immer ein Wollen und nie ein Müssen sein. Erich Röthlisberger aus Münchenbuchsee hat in erster Linie viel Spass an seinem Steckenpferd - aber durchaus Erfolg damit.

Ein blauer Coiffeurstuhl, ein Spiegel, ein Wandbrett, ein Rasierpinsel. Karg und fremd siehts aus an diesem improvisierten Frisörstand unter freiem Himmel irgendwo in Indien. «Genau das hat mich fasziniert. Dieser stille, scheinbar unspektakuläre Moment.»

Die Fotografie von Erich Röthlisberger wurde schon als «Leserbild» im BZ-Forum abgedruckt und hängt nun anlässlich einer Ausstellung im Kulturrestaurant Bären in Münchenbuchsee. 22 Bilder von Röthlisberger werden bis Ende Sommer dort präsentiert. Bilder aus der Schweiz, aus Italien, Asien und den USA: Neonröhren in einem Entsorgungshof, ein quietschrotes Chlämmerli an einem blauen Draht, Graffiti in Arizona und so weiter. «Es sind Momentaufnahmen. Kleine Dinge, die man oft nicht wahrnimmt. Das interessiert mich am meisten beim Fotografieren», sagt der 49-Jährige.

Reportagen, Hochzeiten

Erich Röthlisberger, der seit 25 Jahren in Münchenbuchsee wohnt, begann schon als kleiner Bub mit dem Fotografieren. Eine Nachbarin in der Berner Lorraine, wo er aufwuchs, schenkte ihm ein erstes Apparätchen. «Ich begann natürlich sofort, munter draufloszuknipsen», erinnert er sich schmunzelnd.

Im Laufe der Zeit kaufte sich der Single-Mann verschiedene Spiegelreflexkameras, besuchte Fotokurse, richtete sich ein kleines Studio ein, investierte immer mehr Zeit und Geld in sein Hobby. Und der Aufwand sollte sich lohnen: Er bekam Aufträge für Hochzeiten, Porträts, Mode-shootings oder auch Reportagen für die «Grauholzpost».

«Die Kontakte entstehen bis heute über mein persönliches Umfeld. Ich habe noch nie aktiv für mich geworben», betont er. Und: «Ich könnte einen Profifotografen ja nie konkurrenzieren, verdiene auch kaum etwas mit diesen Aufträgen. Ich bin und bleibe ein Amateur mit Spass an der Sache.» Ein Amateur, dessen Bilder allerdings schon mehrfach ausgestellt und auch ausgezeichnet wurden.

Fotografische Freiheit

Sein Geld verdient Erich Röthlisberger als Sachbearbeiter bei einer grossen Krankenkasse in Bern. Und das soll auch so bleiben. «Ich geniesse es, dass das Fotografieren für mich ein Wollen und kein Müssen ist», versichert er. Der Reise- und Musikfan will sich so die Freiheit bewahren, fotografisch das zu tun, woran er die grösste Freude hat: Momente einzufangen. «Ich mache keine komponierten Kunstbilder. Ich versuche einfach, das vermeintlich Gewöhnliche in überraschender Art und Weise umzusetzen.» Und: «Fotografiere isch haut guet luege!»

Infos: www.fotoerich.ch und www.baerenbuchsi.ch.

Ein Artikel aus der

(Christian Werder, Berner Zeitung)

 
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