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5. Mai 2010 | ||||
Wenn der Geburtstag der Todestag ist: Nach Bern hat auch Münchenbuchsee eine Grab- und Gedenkstätte für Engelskinder. «Meine Kinder bringen hier der nie geborenen Schwester bemalte Steine», sagt Karin Schatzmann. Vor sechs Jahren war sie mit dem dritten Kind schwanger. Im vierten Monat starb es. Der Fötus blieb im Spital. Die Familie wählte als Gedenkort ein Gemeinschaftsgrab im Berner Schosshaldenfriedhof, eine Stätte für Engelskinder. Karin Schatzmanns Ehemann, Daniel Lüscher, ist reformierter Pfarrer in Münchenbuchsee. Er hat sich beim örtlichen Begräbnisgemeindeverband dafür eingesetzt, dass auch der hiesige Friedhof einen solchen Ort erhält. Friedhofsgärtner Fredy Rimensberger hat die Anlage gestaltet. Heute übergibt sie der Verband der Öffentlichkeit. Anonym Die Anlage ist sowohl Gedenkort wie Gemeinschaftsgrab. Die Eltern lassen die Verstorbenen in Urnen oder Särgen begraben. Sie können für ein Ritual den Pfarrer oder andere Personen beiziehen. Die Beigesetzten ruhen hier anonym. Die Stätte ist vor allem für Buchser Eltern gedacht. Doch dürfen auch Auswärtige die Anlage nutzen. Als einmalige Gebühr bezahlen Einheimische 100 Franken und Auswärtige 200 Franken. Die Beisetzungsfeier kostet weitere 180 Franken. 20 Andachtsorte Die Grabstätte ist für «nichtmeldepflichtige Fehlgeburten» bestimmt, für Geschöpfe also, die vor dem 25.Schwangerschaftsmonat sterben. Verliert eine Frau ihr Kind später, nennen die Behörden dies eine «meldepflichtige Totgeburt». Das verstorbene Wesen kann dann in einem regulären Grab beigesetzt werden. Die Meldepflicht ist nicht überall gleich geregelt. Die Stadt Bern hat drei solche Stätten. Weitere Anlagen bestehen in Brienz und Thun. In Köniz ist ein derartiges Grabfeld geplant. In der ganzen Schweiz gibt es etwa 20 Andachtsorte für Engelskinder. Karin Schatzmann und Daniel Lüscher haben drei Kinder, 14, 8 und 4 Jahre alt. «Wir gehen unter anderem am Geburtstag des Frühverstorbenen auf den Friedhof», sagt Karin Schatzmann. Die Familie trauert um ein Geschöpf, dessen Geburtstag auch sein Todestag ist. «Vor allem die Geburt meines dritten Kindes hat mir geholfen, mich mit dem Verlust zu versöhnen», erinnert sich die Mutter. Ein Artikel aus der ![]() (Peter Steiger, Berner Zeitung BZ) | ||||
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