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Gemeindepräsidentin überrascht

14. April 2010
 
Befürchtete noch Schlimmeres: Elsbeth Maring.

In Münchenbuchsee und Zollikofen bewegt der Entscheid von Emmi. Die Gemeinden sorgen sich um die Arbeitsplätze.


Der Fromalp-Betrieb hat zwar die Postleitzahl von 3052 Zollikofen, er steht aber auf Gemeindegebiet von Münchenbuchsee. Noch am späten Montagabend haben Zollikofens Gemeindepräsident Stefan Funk (FDP) und Münchenbuchsees Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring-Walther (SP) miteinander telefoniert, nachdem sie durch Emmi über die geplante Fromalp-Übernahme informiert worden waren.

Kontakt zu Emmi halten

«Die Nachricht kam für mich überraschend», sagt Elsbeth Maring. Sie sei aus allen Wolken gefallen. Im ersten Moment habe sie gar die totale Schliessung des Standortes befürchtet. «Der Erhalt der Arbeitsplätze hat für mich oberste Priorität», sagt Maring. Emmi habe ihr versichert, dass es zu keinen Kündigungen, sondern nur zu Verschiebungen in der Region komme. «Längerfristig werden aber wohl Stellen wegfallen», vermutet Maring.

«Als Gemeinde haben wir natürlich zur Firmenstrategie nichts zu sagen», so Maring. Handlungsspielraum sieht die Gemeindepräsidentin vor allem dann, wenn es um allfällige bauliche Anpassungen am Fromalp-Gebäude geht. «Da werden wir sicher unser Möglichstes tun und Hand bieten.»

Wichtig sei es ihr, nun vor allem mit Emmi den Kontakt zu pflegen, um auf dem Laufenden zu bleiben, sagt Maring. Allenfalls müsse man auch mit der Wirtschaftsförderung das Gespräch suchen. «Zeit, viel zu überlegen, hatte ich noch gar nicht. Zuerst gilt es, diese Nachricht zu verdauen.»

Abgeklärt hat Maring gestern bereits, was der Wegfall von Fromalp für die finanziell krisengebeutelte Gemeinde steuertechnisch bedeuten könnte. «Bis vor wenigen Jahren war Fromalp eine sehr gute Steuerzahlerin», sagt die Gemeindepräsidentin. Doch seit 2004 seien die Steuereinnahmen stark gesunken. «Natürlich tut uns jeder Franken weh, aber der Wegfall wäre verschmerzbar.» Da Emmi den Standort nicht schliessen will, rechnet Maring zudem weiterhin mit Steuergeldern.

Abbau prognostiziert

Überrascht vom Käse-Deal ist auch Zollikofens Gemeindepräsident Stefan Funk. «Wer eine Übernahme tätigt und Synergien nutzen will, wird auch nach Einsparungen suchen», ist Funk überzeugt. Er rechnet damit, dass in zwei, drei Jahren Stellen verloren gehen könnten. Selber aktiv werden will Funk aber nicht. «Das ist Sache von Münchenbuchsee.» Doch pflege man miteinander einen guten Austausch.


Ein Artikel aus der

(Lucia Probst, Berner Zeitung BZ)
 

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