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1'500 Technofans tanzten friedlich

1. März 2010
 
Gross war das Gedränge am Samstagabend vor der Saalanlage Münchenbuchsee. 1'500 Technofans aus der ganzen Schweiz wollten an den «Sphere»-Rave.
Bild: Nadia Schweizer

 
Der Shuttle-Service zur «Sphere» ist kein Bus,
sondern eine Limousine. Sie chauffierte die Gäste,
die mit dem Zug anreisen. (Bild: Nadia Schweizer)
Tanzen, bis zum Umfallen: Bis morgens um halb sechs legten die 70 DJs elektronische Musik fürs Partyvolk auf. (Bild: Nadia Schweizer)

1'500 Technofans feierten Samstagnacht in der Saalanlage von Münchenbuchsee. Die Ängste der Bevölkerung im Vorfeld erwiesen sich als unbegründet. Der Riesen-Rave entführte seine Besucher friedlich in die 90er-Jahre.


Samstagnacht, kurz nach zwölf. Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring (SP) steht etwas eingeschüchtert in einem engen Gang der Saal- und Freizeitanlage Münchenbuchsee. An ihr vorbei drängt sich ein nicht endender Strom von jungen und nicht mehr ganz so jungen Menschen in leichter Partybekleidung. Nackte Oberkörper, Miniröcke, Stachelfrisuren, Piercings und viel, viel schweissnasse Synthetikfasern. Wummernde Bässe und hämmernde Beats dringen aus den Räumen, mischen sich im Gang zu einem musikalischen Inferno. In Münchenbuchsee ist Techno-Party. 1'500 Technofans kamen aus der ganzen Schweiz und dem nahen Ausland, um zum Sound von 70 Djs bis morgens um halb sechs zu tanzen und zu feiern.

Elsbeth Maring besucht den Rave gemeinsam mit Polizeiinspektor Hans Kuster, um zu sehen, ob hier alles mit rechten Dingen zugeht. Gross war nämlich im Vorfeld die Angst, dass ein solcher Anlass Unruhe nach Münchenbuchsee bringen könnte (wir berichteten)Die Anwohner fürchteten Lärm, Randale und Sachbeschädigungen in der Partynacht.

Alles im Griff gehabt

«Ich freue mich sehr, dass alles so gut abgelaufen ist», sagt Maring am Morgen nach der Riesenparty. Sicher, in den Gängen war gewaltiges Gedränge. In den Sälen aber sei genug Platz gewesen, und es habe eine friedliche, freundliche Stimmung geherrscht. Und auch Polizeiinspektor Kuster zeigt sich positiv überrascht. «Good News aus Münchenbuchsee», betitelt er seine Stellungnahme. «Ich bin erstaunt und erleichtert, dass bei einem solchen Grossanlass nur so wenig passiert ist.» Aus der Bevölkerung habe es bis jetzt keine Beschwerden gegeben. Auch eine Rücksprache mit den Veranstaltern habe keine Probleme aufgezeigt. Sicher, die vielen Autos des Partyvolkes hätten die Strassen von Münchenbuchsee zeitweise verstopft, aber der Parkdienst sei sehr gut organisiert gewesen und habe das Chaos im Griff gehabt.

«Ich habe schon viel kleinere Feste in unserem Dorf erlebt, an denen viel mehr passierte», resümiert Kuster. Dies bestätigt Davide Rausa vom Veranstalter Sphere. «Bis jetzt habe ich nichts von Zwischenfällen gehört». Die Anwesenden Sanitäter hätten vier Personen ins Spital bringen müssen – eher wenig für einen solchen Anlass.

Zurück in die 90er-Jahre

Besonders freut sich Rausa über die gute Stimmung an der Party. «Es ist uns gelungen, die Leute in eine frühere Zeit zu versetzen», sagt er nicht ohne Stolz. Die Gäste seien sehr durchmischt gewesen, Jung und Mittelalt hätten sich friedlich zu einer Party im Stiele der 90er-Jahre getroffen. «Die Stimmung war top, und der Andrang riesig.»

Grund genug für Rausa, bereits an eine Wiederholung des Buchsi-Raves zu denken: «Wir denken an ein Wochenende Anfang September.» Polizeiinspektor Hans Kuster möchte dafür zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht grünes Licht geben. Nach den Erfahrungen vom Wochenende lässt er die Tür aber gerne offen. «Nach diesem guten Start sagen wir sicher nicht pauschal Nein.» Es gelte nun aber, die Reaktionen der Bevölkerung abzuwarten, mit den Veranstaltern eine Nachbesprechung abzuhalten und einzelne Punkte zu optimieren.

Ein Artikel aus der

(Tobias Veitinger, Berner Zeitung)
 
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