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27. Februar 2006 | ||||
Die Familiengugge Taktsurfer schränzte am Wochenende in Münchenbuchsees Partnerstadt Milevsko. Gestern Nacht kehrten die kleinen und grossen Musiker aus Tschechien zurück, müde, aber glücklich. «Eine Frau hat geweint, richtig geweint», sagt Kathrin Genier. Die Präsidentin der Taktsurfer aus Münchenbuchsee berichtet von der Reise ihrer Gugge nach Milevsko. Die Narrenmusiker waren in der tschechischen Kleinstadt bei der Fasnacht dabei. Eigens dafür haben sie eine dort gängige Volksmelodie einstudiert. Vom begeisterten Publikum erzählt Präsidentin Genier und eben von jener Frau, die beim altvertrauten Lied heulen musste. 25 Kinder, 15 Erwachsene Münchenbuchsee und Milevsko in der Nähe von Prag sind Partnerstädte und ungefähr gleich gross, rund 10 000 Einwohner. Die beiden Gemeinden haben zusammen die Reise der Taktsurfer nach Tschechien finanziert. Bei der Buchser Gruppe musizieren 25 Kinder zwischen 8 und 16 Jahren und 15 Erwachsene. Vor vier Jahren schränzten die Taktsurfer zum ersten Mal öffentlich. Damals zog die Gruppe noch als reine Kindergugge durch Münchenbuchsee. Später wollten die Mamis und Papis den Nachwuchs nicht bloss betreuen, sondern selber mitspielen. Seit zwei Jahren verstehen sich die Taktsurfer nun als Familiengugge. Schluss- und Höhepunkt Am Donnerstag fuhr der Car los, zwölf Stunden dauerte die Reise. Am Freitag besichtigte die Gruppe Prag. Am Samstag liefen die Taktsurfer am Umzug in Milevsko mit. «Wir marschierten am Schluss und setzten den Höhepunkt», erzählt Kathrin Genier. «Beim anschliessenden Platzkonzert hat uns das Publikum begeistert gefeiert.» Am Abend spielte die Gugge beim Maskenball auf. Und gestern spät kehrten die müden Musiker wieder nach Münchenbuchsee zurück. «Bänkelmaler» Milevsko ist eine Fasnachtsstadt. Seit einigen Jahrzehnten ist das Narrentreiben die wichtigste Veranstaltung. Das Fest hat sich wie bei uns aus mittelalterlichen Volksspielen entwickelt. Beim Umzug führt man alte Figuren mit, unter ihnen den Weingott Bakhus. Daneben glossieren die Masken auch aktuelle Ereignisse. Doch ist bei der tschechischen Fasnacht auch manches ungewohnt. So ziehen zwei Wochen vor dem Fest «Bänkelmaler» durch die Stadt und schmücken die Schaufenster der Geschäfte mit Sprüchen und Bildern. «Gas gegeben» Was heimische Fasnächtler verblüfft: Guggenmusiken kennt man in Tschechien nicht, beim Umzug läuft die Stadtmusik mit. Umso grösser war denn auch die Überraschung, mit der in Milevsko die ansässigen Narren ihre Schweizer Kollegen begrüssten. «Die Leute haben uns bestaunt und bewundert», freut sich Kathrin Grenier. Mitgeschunkelt und mitgesungen habe das Publikum, so die Präsidentin. Die Buchser Gugge hat für den Erfolg viel Vorarbeit geleistet. «Neben dem tschechischen Volkslied haben wir für diese Fasnacht weitere sieben neue Melodien einstudiert», berichtet Kathrin Genier. Ihre Gruppe habe mehr geprobt als früher. «Jawohl, für Milevsko haben wir Gas gegeben, aber es hat sich gelohnt», fasst sie zusammen. Ein Artikel aus der (Peter Steiger, Berner Zeitung BZ) | ||||
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