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SVP-Mobil angezündet

23. Februar 2006
 
SVP-Werbewagen Die Überreste des SVP-Werbewagens. Das Feuer wurde vorsätzlich gelegt. (Bild: Manu Friederich)

Unbekannte verüben in Münchenbuchsee Brandanschlag auf Werbewagen der Volkspartei

Gestern Abend kam Bundesrat Samuel Schmid, in der Nacht zuvor waren Brandstifter am Werk: ein turbulenter Tag für die SVP Münchenbuchsee.


Da hat jemand nicht lange gefackelt: Erst seit Montag stand an der Bernstrasse am Ortseingang Münchenbuchsee ein mit 40 Strohballen hoch beladener Traktoranhänger, an welchem die SVP mit Plakaten für ihre Grossratskandidaten des Wahlkreises Oberaargau warb. In der Nacht auf Mittwoch haben Unbekannte das Werbemobil der Volkspartei kurzerhand in Brand gesteckt.t.

Passanten meldeten das Feuer kurz nach Mitternacht der Kantonspolizei. Die lokale Feuerwehr rückte mit 20 Mann und fünf Fahrzeugen aus und benötigte ganze vier Stunden, um den Brand zu löschen. Zwar sei es nicht ein gefährlicher, wohl aber ein «mühseliger, arbeitsintensiver» Einsatz gewesen, berichtete gestern Feuerwehrkommandant Kurt Kohler. Die kompakt gerollten Strohballen hätten bis ins Innerste gelodert. Der Feuerwehr sei nichts anderes übrig geblieben, als die Ballen vom Anhänger zu schaffen und auseinander zu nehmen, um Herr der Lage zu werden, erklärte Kohler. Menschen seien keine gefährdet gewesen, bei anderen Windverhältnissen hätte aber die nahe liegende Autogarage geschützt werden müssen, analysierte der Feuerwehrkommandant. Die Ermittlungen der Kantonspolizei haben gestern schliesslich ergeben, dass der Brand vorsätzlich, mit «offener Flamme» gelegt wurde. Der Sachschaden beträgt mehrere tausend Franken.

Politisches Motiv vermutet

Es hätte gestern eigentlich ein grosser Tag werden sollen für die SVP Münchenbuchsee: Am Abend war Bundesrat Samuel Schmid in der Saalanlage im Rahmen einer Wahlveranstaltung der Volkspartei zu Gast. Mitorganisatorin und lokale SVP-Parlamentarierin Sonja Bucher war nach dem Brandanschlag aber geknickt: «Der Vorfall macht fast Angst», sagte sie. Denn es habe sich um einfache Kandidatenwerbung gehandelt; da sei nichts Angriffiges, nichts Polemisches dabei gewesen. «Und so etwas soll nicht möglich sein?», fragte Bucher rhetorisch. Der Schluss, dass die Täterschaft politisch motiviert gewesen ist, liegt für sie nahe: Unter der Woche seien simple Vandalenakte eher unüblich. Die SVP des Kantons Bern ihrerseits verurteilt in einem Communiqué den «primitiven und dummen Vandalenakt aufs Schärfste». Angst vor weiteren Zwischenfällen am Anlass mit Bundesrat Schmid am Abend, hatte Bucher gestern Mittag indes nicht. Und die Veranstaltung verlief tatsächlich ruhig. Ungewiss ist laut Sonja Bucher, ob der Wagen, der heute hätte nach Burgdorf gezügelt werden sollen, ersetzt wird.

[i] ZEUGEN werden gebeten, sich bei der Kantonspolizei Bern zu melden (Tel. 031 634 41 11).

Ein Artikel aus

(Ivo Gehriger, "Der Bund")
 

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