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Die Überreste des SVP-Werbewagens.
Das Feuer wurde vorsätzlich gelegt. (Bild: Manu Friederich) |
Unbekannte verüben in Münchenbuchsee Brandanschlag auf Werbewagen der
Volkspartei
Gestern Abend kam Bundesrat Samuel Schmid, in der Nacht zuvor waren
Brandstifter am Werk: ein turbulenter Tag für die SVP Münchenbuchsee.
Da hat jemand nicht lange gefackelt: Erst seit Montag stand an der
Bernstrasse am Ortseingang Münchenbuchsee ein mit 40 Strohballen hoch
beladener Traktoranhänger, an welchem die SVP mit Plakaten für ihre
Grossratskandidaten des Wahlkreises Oberaargau warb. In der Nacht auf
Mittwoch haben Unbekannte das Werbemobil der Volkspartei kurzerhand in Brand
gesteckt.t.
Passanten meldeten das Feuer kurz nach Mitternacht der Kantonspolizei. Die
lokale Feuerwehr rückte mit 20 Mann und fünf Fahrzeugen aus und benötigte
ganze vier Stunden, um den Brand zu löschen. Zwar sei es nicht ein
gefährlicher, wohl aber ein «mühseliger, arbeitsintensiver» Einsatz gewesen,
berichtete gestern Feuerwehrkommandant Kurt Kohler. Die kompakt gerollten
Strohballen hätten bis ins Innerste gelodert. Der Feuerwehr sei nichts
anderes übrig geblieben, als die Ballen vom Anhänger zu schaffen und
auseinander zu nehmen, um Herr der Lage zu werden, erklärte Kohler. Menschen
seien keine gefährdet gewesen, bei anderen Windverhältnissen hätte aber die
nahe liegende Autogarage geschützt werden müssen, analysierte der
Feuerwehrkommandant. Die Ermittlungen der Kantonspolizei haben gestern
schliesslich ergeben, dass der Brand vorsätzlich, mit «offener Flamme»
gelegt wurde. Der Sachschaden beträgt mehrere tausend Franken.
Politisches Motiv vermutet
Es hätte gestern eigentlich ein grosser Tag werden sollen für die SVP
Münchenbuchsee: Am Abend war Bundesrat Samuel Schmid in der Saalanlage im
Rahmen einer Wahlveranstaltung der Volkspartei zu Gast. Mitorganisatorin und
lokale SVP-Parlamentarierin Sonja Bucher war nach dem Brandanschlag aber
geknickt: «Der Vorfall macht fast Angst», sagte sie. Denn es habe sich um
einfache Kandidatenwerbung gehandelt; da sei nichts Angriffiges, nichts
Polemisches dabei gewesen. «Und so etwas soll nicht möglich sein?», fragte
Bucher rhetorisch. Der Schluss, dass die Täterschaft politisch motiviert
gewesen ist, liegt für sie nahe: Unter der Woche seien simple Vandalenakte
eher unüblich. Die SVP des Kantons Bern ihrerseits verurteilt in einem
Communiqué den «primitiven und dummen Vandalenakt aufs Schärfste». Angst vor
weiteren Zwischenfällen am Anlass mit Bundesrat Schmid am Abend, hatte
Bucher gestern Mittag indes nicht. Und die Veranstaltung verlief tatsächlich
ruhig. Ungewiss ist laut Sonja Bucher, ob der Wagen, der heute hätte nach
Burgdorf gezügelt werden sollen, ersetzt wird.
[i] ZEUGEN werden gebeten, sich bei der Kantonspolizei Bern zu melden (Tel.
031 634 41 11).
Ein Artikel aus
 (Ivo
Gehriger, "Der Bund") | |