Sie sind hier: Home > News > Münchenbuchsee aktuell

 


Hofwilkreisel in Münchenbuchsee 

7. Februar 2006
 
Fussgänger beim Hofwilkreisel Oft müssen sie lange warten. Susann Mollet und die Kinder Julian Studer und Jonas Mollet erleben am Hofwilkreisel gefährliche Situationen. (Bild: Adriana Bella)

Gas geben und voll durch

Weil hier überschwere Brummer durchmüssen, ist der Hofwilkreisel am Rand von Münchenbuchsee breit ausgebaut. Rücksichtslose Automobilisten nützen das aus; besorgte Eltern befürchten Unfälle.

«Viele Automobilisten fahren mit voller Geschwindigkeit durch.» Susann Mollet entrüstet sich über den Hofwilkreisel an der Bernstrasse am Ortsrand von Münchenbuchsee Richtung Zollikofen. Eltern haben Angst um ihre Kinder: Am Parkweg und im Unterfeldquartier wohnen zahlreiche junge Familien. Die Kleinen müssen für den Kindergarten den Fussgängerstreifen beim Kreisel überqueren und erleben dabei immer wieder brenzlige Situationen.

Viele Bussen

Um das Risiko zu verkleinern, haben sich die Eltern zusammengeschlossen und helfen dem Nachwuchs vor und nach dem Kindergarten beim Fussgängerstreifen. Gefährlich bleibt die Situation trotzdem: «Muss wirklich ein Unfall geschehen, bevor etwas passiert», fragt Andrea Haderer, Mutter von zwei Söhnen, die ab nächstem Sommer diesen Weg bewältigen müssen. Der Bleifusskreisel beschäftigte auch das Ortsparlament. Nach einer kleinen Anfrage versprach die Dorfregierung, sich beim Kanton für eine Sanierung einzusetzen.

Dass die Bernstrasse hier gefährlich ist, beweisen die Geschwindigkeitskontrollen der Gemeindepolizei. Die Beamten messen an verschiedenen Orten in Münchenbuchsee und verzeigen die Sünder. Im Schnitt büssen sie 6 Prozent der Autofahrer. An der Bernstrasse in der Nähe des Hofwilkreisels sind es mehr als doppelt so viele, nämlich 13 Prozent.

Der Grund für das Sicherheitsproblem am Ortsrand: Der Kanton hat die Bernstrasse als so genannte Versorgungsroute für Ausnahmetransporte ausgeschieden. Dies bedeutet, dass hier auch die wirklich dicken Brummer, die Konvois mit klobigen Baumaschinen und ganzen Brückenteilen, passieren sollten. «Damit diese überschweren Brocken durchkommen, muss auch das Innere des Kreisels teilweise befahrbar bleiben», erklärt Kreisoberingenieur Kurt Schürch.

Immerhin hat der Fachmann zusammen mit der hiesigen Gemeindepolizei nach Lösungen gesucht: «Wir haben so genannte Sichtzeichen montiert.» Diese «Katzenaugen» ragen über die Fahrbahn hinaus. Sie können von den Automobilisten zwar überfahren werden, sollen sie jedoch daran erinnern, dass sie hier verbotenes Terrain passieren.

Viele Brummis

Beim Hofwilkreisel stossen zwei Interessen aufeinander: Die Eltern wollen, dass ihre Kinder ungefährdet über die Strasse kommen. Und die Strassenplaner müssen schauen, dass auch überschwere Transporte durchs Land brummen können. «Wir müssen abwägen, nehmen aber die Bedenken der Anwohner ernst», sagt Schürch. «Wir haben beim Projektieren des jetzt dreijährigen Kreisels versucht, die Betroffenen einzubinden», erinnert er sich. Weder damals noch später hätten sich diese Leute allerdings gemeldet.

«Wer in einem florierenden Vorort wie Münchenbuchsee lebt, muss Verkehr akzeptieren», argumentiert Kreisoberingenieur Schürch. Und: «Der Kanton muss noch viele andere gefährliche Stellen sanieren, deshalb werden wir am nigelnagelneuen Buchser Kreisel vorläufig nichts ändern.»

Ein Artikel aus der

(Peter Steiger, Berner Zeitung BZ)
 
zurück
 
Seitenanfang