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Der letzte Gang für das, was
uns einst am Herzen lag. Matthias Schwendimann (vorne) freut sich, dass die
Entsorgungsstelle vom Start weg Erfolg hatte. (Bild: Urs Baumann) |
Ruhet sanft, alte Matratzen
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Privater Werkhof erledigt das Dreckgeschäft
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Hier landet, was einst schön und kostbar war und
jetzt bloss noch Platz versperrt: Seit zehn Tagen betreibt die
Schwendimann AG den neuen Entsorgungshof «brings!» in Münchenbuchsee.
Zwei tote Wildschweine karrt der Bauer mit seinem Traktor an diesem
kalten Winternachmittag auf die Abfallsammelstelle «brings!» an der
Bielstrasse in Münchenbuchsee. Er habe die Tiere verendet im Wald
gefunden, erklärt der Landwirt. Jetzt lädt er die eisig erstarrten
Kadaver auf den «Tierleichenwagen», einen schmucklosen Handwagen mit
Seitenwänden.
Ein «brings!»-Mitarbeiter deckt die toten Vierbeiner mit einer blauen
Plache zu. «Das ist kein erfreulicher Anblick», sagt er, bevor er die
beiden Wildschweine wägt, registriert und in den Kadavercontainer
wegsperrt. Es stinkt, als er die Tür des grossen Kühlbehälters öffnet.
Ghüdertourismus droht
Alltag in der von der Firma Schwendimann AG betreuten Abfallsammelstelle
an der Bielstrasse in Münchenbuchsee. Seit Anfang Jahr bedient das
Entsorgungsunternehmen die Kundschaft am neuen Standort in der Nähe des
Autoverwerters Rupp. Vorher hat die Schwendimann AG diese Dienstleistung
am eigenen Geschäftsdomizil am Dammweg betrieben. Noch bis vor zwölf
Jahren hat die Gemeinde selbst den Abfall entgegengenommen. |
Die Schwendimann AG entsorgt in 33 Gemeinden rund um Bern den
Haushaltkehricht. In Münchenbuchsee betreibt die hier am Dammweg
ansässige Firma ausserdem den Werkhof der Gemeinde. Dieses Outsourcing
ist in der Region einzigartig. Seit 2001 ist in Buchsi ein privates
Unternehmen für das verantwortlich, wofür anderswo die Gemeinden
zuständig sind: Die Mitarbeiter der Schwendimann AG und zusätzlich
meist zwei Leute aus Beschäftigungsprogrammen reinigen unter anderem
die Strassen und öffentlichen Anlagen, räumen Schnee weg, leeren
Robidogs und Abfallbehälter. pst
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Die Bürger von Münchenbuchsee, Deisswil, Wiggiswil und Diemerswil können
ihr Material hier gratis entsorgen - vom Wildschwein bis zum Sofa, von den
alten Ski bis zu ausgedienten Matratzen. Weil sonst Ghüdertourismus droht,
kontrollieren die Firma und die Gemeinde die Adressen der Anlieferer. Auch
Auswärtige sind willkommen, sie müssen allerdings bezahlen.
35 Sorten Abfall
Verrechnet wird nach Gewicht und Art des Materials. 35 so genannte
Fraktionen unterscheiden die Abfallspezialisten. Ein Augenschein bei der
Sammelstelle zeigt, dass Entsorgen nicht bloss Wegschmeissen ist: Die
Schwendimann-Mitarbeiter separieren das Material in säuberlich
angeschriebene Behälter. Brennbares transportiere man in die
Kehrichtverbrennungsanlage, alles Übrige werde Recycling-Unternehmen
übergeben, erklärt Firmenleiter Matthias Schwendimann.
[i] «brings!» an der Bielstrasse 40 ist montags bis freitags von 15.30 bis
18.30 und samstags von 8.30 bis 17 Uhr offen.
Spart Buchsi dank Billigbüezern?
Eine AG statt der Gemeinde führt den Werkhof: «Trotz kleinerer Löhne sind
unsere Leute zufriedener», so Chef Schwendimann.
Herr Schwendimann, ein Privatunternehmen muss rentieren. Ihre Firma
verdient dann am meisten, wenn sie die Werkhofarbeiten möglichst husch,
husch erledigt.
Matthias Schwendimann: Nein, stimmt nicht. Die Bevölkerung beobachtet unsere
Arbeit genau und reagiert sehr schnell, wenn wir pfuschen. Beim Winterdienst
zum Beispiel schlampen wir nur einmal - dann sind wir diesen Auftrag für
immer los. Darum leisten wir in Münchenbuchsee 120-prozentige Arbeit ...
... verrechnen nur 100 Prozent ...
... und bekommen pauschal von der Gemeinde 80 Prozent (lacht). Im Ernst:
Münchenbuchsee spart durch uns jährlich 250 000 Franken. Die Behörden haben
die Kosten durch eine externe Stelle ermitteln lassen.
Buchsi und Sie sparen auf dem Buckel Ihrer Mitarbeiter. In der Stadt Bern
verdient ein 40-Jähriger, der Kehrichtsäcke auflädt, 48 000 bis 50 000
Franken brutto. Können Sie mithalten?
Ja. Wir haben bei der Kehrichtentsorgung die gleichen Ansätze. Bei den
Beschäftigten im Werkhof müssen wir allerdings passen. Gemeindeangestellte
verdienen monatlich rund 300 Franken mehr und arbeiten zudem weniger lang.
Dafür haben unsere Leute mehr Spass an der Büez.
Strassenreinigung oder Ähnliches bietet Jobs für Menschen, die sonst kaum
Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Ihr Unternehmen will sich nicht mit
solchen Leuten belasten.
Doch. Auch wir übernehmen Verantwortung. Bei insgesamt 45 Mitarbeitern
beschäftigen wir durchschnittlich 4 Leute, die sonst vermutlich durch die
Maschen fallen würden. Überdies bilden wir Lehrlinge aus, zurzeit vier, ab
August sogar fünf.
(Interview: Peter Steiger, Berner Zeitung BZ)
Ein Artikel aus der

(Peter Steiger, Berner Zeitung BZ) | |