
Im Rahmen der Bewegungswoche „schweiz.bewegt – Gemeindeduell" vom 4. bis 12. Mai 2012 hat Münchenbuchsee 7‘389 und Ittigen 1‘428,38 Bewegungsstunden gesammelt. Damit hat Münchenbuchsee das „Duell“ mit einem Vorsprung von 5‘960,62 Stunden gewonnen.
Wir bedanken uns bei allen, die mitgemacht und Bewegungsminuten für Münchenbuchsee gesammelt haben. Ebenfalls geht ein grosses Dankeschön an die freiwilligen Helferinnen und Helfer. Ohne sie wäre die Durchführung eines solchen Anlasses nicht möglich.
Der Wetteinsatz
Ittigen lädt alle, welche aktiv beim Anlass in Münchenbuchsee und Ittigen mitgewirkt und Bewegungsminuten gesammelt oder auch als Helferin oder Helfer das OK unterstützt haben, ein, am Freitag, 17. August 2012, 17.00 Uhr beim Freizeithaus Rüttiwäldli in Ittigen einen Aperitif zu geniessen. Es besteht die Möglichkeit zum Bräteln (Esswaren bitte selber mitbringen). Für Interessierte gibt es einen Spaziergang zur gemeinsamen Gemeindegrenze im Meielewald.
Statistik Münchenbuchsee
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Jahr |
Anzahl Teilnehmende |
Bewegungsstunden |
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2010 |
2‘951 |
5‘601,32 |
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2011 |
1‘981 |
6‘075,04 |
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2012 |
2‘832 |
7‘389,00 |
Der neue Helsana-Trail
Am Samstag, 5. Mai 2012, 14.00 Uhr wurde der neue Helsana-Trail, welcher drei unterschiedlich lange Strecken umfasst, eingeweiht. Start und Ziel sind beim Sportzentrum Hirzenfeld. Initiiert und umgesetzt wurde der Helsana-Trail von Fred Gerber, welcher sich als Sportkoordinator für die Bewegungsmöglichkeiten in Münchenbuchsee sehr engagiert.






















Die amtierende Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring (SP) tritt bei den Wahlen im Herbst wieder an. Die SVP entscheidet Ende Monat, ob sie Maring angreift.
Die amtierende Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring (SP) kandidiert bei den Wahlen vom 25. November wie erwartet für eine weitere Amtszeit. An der SP-Hauptversammlung ist sie einstimmig nominiert worden, wie die Partei gestern mitteilte. Maring führe die Gemeinde «mit Freude und Erfolg», schreibt die SP. Nun gelte es, die Früchte in der nächsten Legislatur zu ernten. Die laufende, Marings erste, Legislatur dauert ausnahmsweise fünf statt vier Jahre. Dies beschlossen die Stimmbürger 2010, damit künftig die Gemeindewahlen nicht mehr gleichzeitig wie die nationalen Wahlen stattfinden.





Fast alle waren sich gestern Abend im Parlament der Gemeinde Münchenbuchsee einig: Solarstrom ist eine gute Sache.
Die Sporthalle Bodenacker in Münchenbuchsee soll saniert werden. Das Stimmvolk hat im Mai des letzten Jahres dafür einen Kredit von 3,65 Millionen Franken beschlossen. Gestern ging es im Grossen Gemeinderat nun darum, ob auf dem Dach zusätzlich eine Fotovoltaikanlage gebaut werden soll, was Kosten von knapp 390 000 Franken verursacht. Auslöser der Vorlage sind Motionen von Georg Karlaganis (FDP) und von Renate Löffel (EVP).
Die Zeit sei reif für neue Energiewege, sagte Löffel. Wegen der Lebensdauer des Daches sei es besser, die Anlage jetzt zu erstellen, erklärte Karlaganis. Bei Flachdächern geht man von einer Lebensdauer von rund dreissig Jahren aus. Das Dach befindet sich etwa in der Mitte seiner Lebensdauer. Alle Parteien sprachen sich für das Projekt aus. «Das Argument der Vorbildfunktion ist für eine Energiestadt wie Münchenbuchsee sehr wichtig», sagte Peter Kast (SP). Der Kredit war unbestritten und wurde mit 33 Ja- zu einer Nein-Stimme angenommen. Die Fotovoltaikanlage soll in diesem Sommer erstellt werden.
Ein Teil des Geldes kommt zurück


















Bern, Köniz, Zollikofen oder Ostermundigen: Sie alle sind skeptisch, was die Sicherheit des AKW Mühleberg oder die Unabhängigkeit und Verlässlichkeit der Aufsichtsbehörde Ensi betrifft (siehe auch Seite 19). Die Gemeinden haben ihre Kritik zum Beispiel in Briefen an Bundesrätin Doris Leuthard (CVP) formuliert. Die Gemeinde Münchenbuchsee ist nun bereit, dem Komitee «Mühleberg Ver-fahren» beizutreten, das die Beschwerdeführenden gegen die unbefristete Betriebsbewilligung für das AKW unterstützt. Der Gemeinderat will eine entsprechende Motion von Peter Stucki (GFL) annehmen, wie aus den Unterlagen für die Parlamentssitzung vom 20. Oktober hervorgeht. «Der Zeitpunkt ist gekommen, sich aktiv einzumischen», findet Stucki. Die fundierten Einwände zum Risiko seien nicht ernst genommen worden.
Knappes Nein am 13. Februar
Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Münchenbuchsee haben bei der kantonalen Abstimmung vom 13. Februar mit 1834 zu 1847 Stimmen knapp Nein zu einem neuen AKW in Mühleberg gesagt. Nach den Ereignissen in Fukushima in Japan wäre der ablehnende Entscheid vermutlich deutlicher ausgefallen, erklärt der Gemeinderat. Es sei ein «breites Bündnis von Organisationen, Parteien und Einzelpersonen, welches sich gegen den Weiterbetrieb des AKW Mühleberg wehrt». Nach den Angaben des Gemeinderats sind im Komitee aber mit der Stadt Genf und dem freiburgischen Villarepos nur zwei andere Gemeinden vertreten. Münchenbuchsee will zwar, falls das Parlament zustimmt, dem Bündnis beitreten, würde aber auf einen finanziellen Beitrag verzichten.
Zu den Mitgliedern des Komitees zählen viele Einzelpersonen sowie linke und grüne Parteien. Zu den Vorstandsmitgliedern gehören die Nationalrätinnen Ursula Wyss (SP) und Franziska Teuscher von den Grünen.

Wegen der Einführung des neuen Finanz- und Lastenausgleichsgesetzes (Filag) sehen sich viele Gemeinden gezwungen, die Steuern zu erhöhen. Einige Gemeinderäte wie diejenigen von Münchenbuchsee oder Münsingen machen von der Möglichkeit Gebrauch, die Steuern in Eigenregie zu erhöhen, also ohne das Budget den Stimmberechtigten vorzulegen. In Münchenbuchsee, wo es schon verschiedentlich zu heftigen Auseinandersetzungen um Budget und Steuern gekommen ist, sorgt der Entscheid des Gemeinderats für Ärger. Die SVP hat eine ausserordentliche Sitzung des Gemeindeparlaments verlangt. Dafür nötig sind die Unterschriften von zehn Parlamentsmitgliedern. Ziel der Partei: den Gemeinderat dazu zwingen, das Budget doch noch materiell Parlament und Volk vorzulegen - und zwar ohne Steuererhöhung, aber mit Sparmassnahmen. Die Sitzung wurde vom Parlamentspräsidium nun auf den 17. November gelegt. Das sei viel zu spät, sagt SVP-Präsident Christian Bärtschi. «Wir werden mit unserem Anliegen über die Terminachse ausgebremst.» Der demokratische Prozess lasse sich auf diese Weise nicht ordentlich durchspielen.
Maring verteidigt Vorgehen
Es ist jedoch fraglich, ob die SVP mit ihrem Vorstoss viel erreicht. In den Übergangsbestimmungen des vom Grossen Rat beschlossenen Filag heisst es: «Sofern im Jahr des Inkrafttretens dieser Änderung die Veränderung der Steueranlage einer Gemeinde gegenüber dem Vorjahr den Wirkungen dieser Änderung entspricht, ist der Gemeinderat für die Festlegung der Steueranlage und des Voranschlages zuständig.» Ausgedeutscht bedeutet das, dass der Gemeinderat 2011 die Kompetenz zur Steuererhöhung hat, falls die Erhöhung den Auswirkungen der Filag-Reformen entspricht. In Münchenbuchsee ist dies der Fall: Die Mehrbelastung durch das Filag beträgt 580 000 Franken, was sich mit der beschlossenen Steuererhöhung von 1,52 auf 1,56 Steuereinheiten deckt.
Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring-Walther (SP) verteidigt den Entscheid des Gemeinderates. «Wir haben im Interesse der Gemeinde gehandelt.» Da Münchenbuchsee auch noch einen Bilanzfehlbetrag abtragen müsse, sei eine Steuererhöhung unumgänglich. Grosse Sparmöglichkeiten gebe es derzeit nicht. Zudem sei auch rechtlich abgeklärt worden, dass der Gemeinderat zuständig sei. «Mit einer Motion kann die SVP den Entscheid nicht kippen.» Sie nehme nicht an, dass der Gemeinderat seine Meinung wieder ändern werde. Der Gemeinderat habe aber die neue Entwicklung noch nicht beraten.
Im nächsten Jahr finden in Münchenbuchsee Wahlen statt. Die Vermutung liegt nahe, dass die SVP auch politisches Kapital aus der Steuererhöhung schlagen will. Christian Bärtschi stellt dies in Abrede: «Mit Wahlkampf hat das nichts zu tun.» Die Gemeindepräsidentin beweise aber ein «seltsames Demokratieverständnis». Maring-Walther ist seit 2008 Gemeindepräsidentin - sie gewann die Stichwahl gegen Sonja Bucher (SVP), die heutige Ressortvorsteherin Finanzen, mit 92 Stimmen Vorsprung.
Das Budget 2012 sieht ein ausgeglichenes Ergebnis vor. Für die Null am Schluss braucht es aber nicht nur eine Steuererhöhung, sondern auch noch 940 000 Franken, die aus der Spezialkasse für Planungsmehrwerte in die laufende Rechnung gepumpt werden. Für die Tilgung des Bilanzfehlbetrags sind 705 000 Franken reserviert.

Das Volk soll in Sachen Budget doch mitreden können. Die SVP fordert eine Sondersitzung im Parlament – und eine Urnenabstimmung.
Die SVP Münchenbuchsee kämpft dafür, dass das Ortsparlament und die Stimmberechtigten übers Budget 2012 abstimmen können. Sie verlangt eine ausserordentliche Sitzung des Parlaments. Damit versucht die Volkspartei, den Entscheid des Gemeinderates umzustossen. Dieser segnete das Budget mit einer Steuererhöhung von 0,05 Einheiten in Eigenregie ab (wir berichteten). Der Grosse Rat hatte die Gemeinden dazu ermächtigt – zur einmaligen Kompensation von Beiträgen des Lastenausgleichs. Doch SVP-Präsident Christian Bärtschi wirft dem Rat «DDR-Methoden» vor.
Die Sondersitzung dürfte zustande kommen, denn die dafür notwendigen zehn Parlamentarier haben das Begehren unterschrieben. Die SVP hat auch schon die Traktanden festgelegt: drei Motionen und zwei Einfache Anfragen. Verlangt wird, dass der Gemeinderat das Budget dem Parlament und den Stimmbürgern unterbreitet. Weiter soll die unveränderte Steueranlage 1,52 gelten. Zudem will die SVP wissen, warum der Rat das Budget nicht vorlegen will und welchen Antrag die Finanzkommission gestellt hatte. Dass die Kommission das Budget vors Parlament und an die Urne bringen wollte, ist allerdings bekannt. Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring (SP) hatte gestern Nachmittag den Brief der SVP noch nicht gesehen. «Ich habe jedoch kein Problem mit einer ausserordentlichen Sitzung. Wir können dort Fragen beantworten», sagte sie gegenüber dieser Zeitung. «Wir haben im Interesse der Gemeinde entschieden, ich stehe weiterhin dazu.» Maring fragt sich aber, ob das Parlament den Entscheid des Gemeinderates überhaupt umstossen könnte. Das müsse abgeklärt werden. «Wir haben jedoch nicht DDR-Methoden angewandt, sondern nur unsere Kompetenzen ausgeschöpft», wehrt sie sich.

Der Gemeinderat hat die Details zum Budget 2012 veröffentlicht. Er erhöht nicht nur die Steuern, sondern nimmt auch 940 000 Franken aus einem Fonds.
In Münchenbuchsee dürfte dem Gemeinderat ein politisch heisser Herbst bevorstehen. Er hat beschlossen, die Steuern von 1,52 Einheiten auf 1,56 Einheiten anzuheben und das Budget weder dem Parlament noch dem Volk vorzulegen. Die SVP sprach von «DDR-Methoden». Durch den neuen kantonalen Finanz- und Lastenausgleich (Filag) entstehe der Gemeinde eine Mehrbelastung von 580 000 Franken, argumentiert der Gemeinderat. Falls die Gemeinde die Mehrbelastung eins zu eins an die Steuerzahlenden weitergebe, könne der Gemeinderat die Steuererhöhung in eigener Regie beschliessen, heisst es in den Unterlagen für die Parlamentssitzung vom 20. Oktober. An diesem Tag ist das Budget zwar traktandiert, der Grosse Gemeinderat kann es aber nur noch zur Kenntnis nehmen und keine Änderungen mehr vornehmen. Das Budget sieht bei einem Aufwand von 47,4 Millionen Franken ein ausgeglichenes Ergebnis vor - wobei 705 000 Franken für die Reduzierung des Bilanzfehlbetrags verwendet werden.
Um den Haushalt im Lot zu halten, muss der Gemeinderat aber auch in die Spezialfinanzierung Planungsmehrwerte greifen, wie aus den Unterlagen ersichtlich ist. Darin sind derzeit 4,5 Millionen Franken enthalten. 940 000 Franken davon sollen für die Laufende Rechnung verwendet werden, zum Beispiel 300 000 Franken für den Trägerverein des Sportzentrums Hirzenfeld, 235 000 für die Kornhausbibliothek, 155 000 Franken für den Unterhalt öffentlicher Anlagen oder 100 000 Franken für Spielplätze. Ohne diese Massnahme und die Steuererhöhung würde ein Defizit von 1,5 Millionen Franken resultieren - der Bilanzfehlbetrag könnte nicht weiter abgebaut werden.
«Schamlose Ausnützung»
Vor allem die SVP fühlt sich düpiert. Parteipräsident Christian Bärtschi sagt, es handle sich um eine «schamlose Ausnützung der Filag-Sonderregelung». Man habe sich keine Mühe gegeben, die Mehrbelastung anders zu kompensieren, und alle Einwände über Bord geworfen. Zur Verwendung des Geldes aus der Spezialkasse will er sich noch nicht äussern. Die SVP stellt im siebenköpfigen Gemeinderat drei Mitglieder, darunter mit Sonja Bucher die Ressortchefin Finanzen. Die übrigen vier Sitze sind durch die SP (2) sowie EVP und GFL besetzt. Die Steuererhöhung in Eigenregie dürfte kaum in Buchers Sinn gewesen sein. Die von ihr präsidierte Finanzkommission wollte das Budget denn auch dem Volk vorlegen, drang aber mit ihrem Antrag nicht durch.
Etwas weniger dramatisch als die SVP sieht es die FDP. Präsident Georg Karlaganis findet das Vorgehen zwar «unschön», sagt aber, man werde wohl in den «sauren Apfel» beissen müssen. SP und GFL finden den Entscheid des Gemeinderats richtig.






«Glauben Sie nicht nur an das, was die Medien Ihnen sagen, sondern machen Sie sich selbst ein Bild vom wahren Islam.» Mit dieser Aufforderung lädt die Frauenorganisation Lanja der Ahmadiyya-Gemeinde alle Frauen zu einem Diskussionsnachmittag in Münchenbuchsee ein. Mit über tausend Flyern, die sie in der Region verschickten, machen die Musliminnen Werbung für den Anlass. Auch an Schulen, Kirchen und in Frauenorganisationen verteilten sie die Flyer. Auf den Flugblättern stehen Fragen wie «Ist der Islam eine terrorliebende Religion?» oder «Unterdrückt der Islam die Frauen?». Maria Tahir (24), Verantwortliche für den interreligiösen Dialog bei der Ahmadiyya-Gemeinde, mag im Vorfeld des Anlasses zu den Fragen keine Stellung beziehen. «Jeder soll sich selber ein Bild machen über die Antworten, die der Koran zu diesen Fragen gibt», erklärt die Schweizerin mit pakistanischen Wurzeln ihre Zurückhaltung.
Falsche Übersetzungen
Der Informations- und Diskussionsnachmittag thematisiert Ängste rund um den Islam. «Unser Ziel ist es, diese Ängste und Vorurteile abzubauen», erklärt Tahir. Oft seien falsche Übersetzungen des Korans das Problem. Die Ahmadiyya-Gemeinde halte sich deshalb nur an dessen originalen Wortlaut und nicht an Übersetzungen.
«Liebe für alle, Hass für niemanden» steht auf der Homepage der Schweizer Ahmadiyya-Gemeinde. 14 Sektionen und etwa 700 Mitglieder umfasst die Gemeinschaft. Auch Bern hat eine Sektion.

Das Verwaltungsgericht hat einem bekannten Spezialisten recht gegeben: Er darf seinen Patienten spezielle Medikamente nach Hause schicken.
Arzt M. R.* behandelt Kinder und Jugendliche, die an einem Aufmerksamkeitsdefizit leiden und hyperaktiv sind (ADHS). Er ist ein Spezialist auf diesem Gebiet und hat – auch zusammen mit seiner Frau – schon Bücher zum Thema veröffentlicht. In seiner Praxis darf er Medikamente abgeben. Seit einer Inspektion vor fünf Jahren befindet er sich aber in einem Rechtsstreit mit verschiedenen kantonalen Instanzen. Denn M. R. behandelt Kinder und Jugendliche aus der ganzen Schweiz und schickt ihnen Medikamente nach Hause. Dies sei illegal – wenn er dies weiterhin tue, dürfe er gar keine Medikamente mehr abgeben, verwarnte das Kantonsapothekeramt den Arzt. Der Regierungsrat ist derselben Meinung. Doch M. R. wehrte sich weiter – mit Erfolg: Das Verwaltungsgericht hat dem Arzt aus Münchenbuchsee nun recht gegeben. Dass er seinen Patienten Medikamente schickt, müsse in seinem Fall nicht bewilligt werden. Der Arzt sei zu Unrecht verwarnt worden.
«Sinnvolle Dienstleistung»
Warum hat das Gericht so entschieden? Die Kinder und Jugendlichen, die M. R. behandelt, wohnen teilweise weit weg von Münchenbuchsee. In der Anfangsphase der Behandlung wird die Medikamentendosis stetig gesteigert. Der Arzt gibt die Medikamente entweder direkt in seiner Praxis ab, oder er versendet sie per Post an seine Patientinnen und Patienten. Der eigentliche Versandhandel bringt Risiken mit sich. So könnten die Substanzen in die falschen Hände geraten. Daher schreibt das Gesetz unter anderem vor, dass die Wirkung des versendeten Medikaments ausreichend ärztlich überwacht wird. Das Verwaltungsgericht kam zum Schluss, dass M. R. keinen eigentlichen Versandhandel betreibt. Es handle sich um eine «übliche, sinnvolle und notwendige Dienstleistung» und sei lediglich ein sogenannter Nachversand. Und für diesen ist keine Bewilligung nötig. Der Kinderarzt schicke die Medikamente nur an Stammkunden, und es bestehe eine persönliche Beziehung zwischen ihm und seinen Patienten. Er habe auch keine Kataloge oder Prospekte, mit denen er für die Arzneimittel werbe. Er verschaffe sich so auch keinen Marktvorteil gegenüber einer öffentlichen Apotheke.
Substanzen schwer erhältlich
Einen weiteren Punkt hat das Gericht in die Waagschale gelegt: Verschiedene Präparate, die M. R. verwendet, sind nicht ohne weiteres in jeder Apotheke erhältlich. Dies im Gegensatz zu dem häufig gegen ADHS eingesetzten Ritalin. So importiert Arzt M. R. das Amphetamin Adderall direkt über eine internationale Apotheke. Dass die Medikamente für die Patienten schlecht erhältlich sind, verstärke den Ausnahmecharakter seines Nachversands.
*Name der Redaktion bekannt

Mit einem reichhaltigen Programm luden der Gemeinderat und die Organisatoren der Guggemusig Taktsurfer zur diesjährigen Bundesfeier am Vorabend des 1. August ein.
Der Schulhausplatz Paul Klee füllte sich rasch und die Äschlenälpler, eine Familienländlermusig aus Aeschlen, stimmte gleich zu Beginn auf einen gemütlich fröhlichen Abend ein. Dazu gehörte natürlich eine Bratwurst vom Grill, öppis Dünns und ein Stück Kuchen vom reichhaltigen Buffet.
Mit viel Freude klebten die Kinder unter Anleitung eifrig ihre Lampions zusammen und an der Feuerstelle buken sie gluschtiges Steckenbrot.
Den offiziellen Festakt eröffneten die Alphornbläser vom Bäreried mit einem Fahnenschwinger. Zauberclown Adi zog anschliessend die zahlreichen Kinder vom Festplatz in die Aula und überraschte sie mit vielen Zaubereien und Gauklereien. Gleichzeitig begrüsste Gemeinderat Res Luginbühl den diesjährigen Festredner Ständerat Adrian Amstutz am Rednerpult. Gebannt und interessiert verfolgten die Festbesucher seine Rede, in der er kritisch zum Nachdenken über die Werte und Ziele unseres Landes aufforderte.
Wohl etwas ungewohnt von einer Guggenmusig, stimmte anschliessend die Guggemusig Taktsurfer unsere Landeshymne an, dabei liessen die Kinder rote und weisse Ballone zum Himmel steigen.
Die Taktsurfer feiern dieses Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum, ein Grund an der Bundesfeier einmal nicht nur im Hintergrund zu bleiben. Sie wagten das Experiment, ein Stück zusammen mit den Äschlenalpler zu spielen. Ungewohnt – aber den Festgästen zauberte diese Aktion ein erheiterndes Schmunzeln hervor. Als dann richtig geschränzt wurde, liess sich bis in die hintersten Reihen mancher zum Wippen und Klatschen hinreissen.
An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass die Taktsurfer bereits zum 9. Mal die Bundesfeier organisiert haben. Jedes Jahr wird auf ein abwechslungsreiches Programm geachtet, in dem sowohl Tradition wie auch Unterhaltung geboten werden. Wichtig ist ihnen auch, dass die Kinder integriert werden können.
Dazu gehört natürlich der Lampionumzug, besonders schön, wenn die Kinder mit ihrem selbst gebastelten, besonderen Lampion teilnehmen können. Nach dem Eindunkeln starteten sie, angeführt vom Rhythmus der Taktsurfer, auf die Route durchs Dorf. Als Belohnung gab es bei der Rückkehr Kuchen und Tee.
Das Festfeuer gegenüber dem Festplatz auf der Schönegg rundete den traditionellen Teil des Abends ab.
Noch bis um Mitternacht blieben viele Festbesucher gemütlich beisammen und freuten sich über den schönen Abend, der nach einer langen Schlechtwetterperiode wieder erhoffen liess, dass es doch noch einmal Sommer wird.
Guggenmusik Taktsurfer (Organisation Anlass / Textverfasserin)
Gemeinderat Münchenbuchsee


Im Rahmen der Ortsplanung will die Gemeinde Münchenbuchsee den Dorfcharakter erhalten.
Zwei Teile der neuen Ortsplanung in Münchenbuchsee sind bereits in Kraft: 2008 bewilligte das Stimmvolk die ersten beiden Tranchen, dabei genehmigte der Souverän auch die Einzonung von neuem Bauland. Nun steht die dritte Etappe zur Diskussion, die Pläne für das Zentrum sind auf der Homepage der Gemeinde aufgeschaltet. «Wir wollen den Dorfkern als attraktiven Ort für Wohnen, Einkaufen und Begegnung erhalten», sagt Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring-Walther (SP). Das Ortsbild soll geschützt werden.
Münchenbuchsee ist trotz knapp 10 000 Einwohnern ein Dorf geblieben, das von traditionellen Bauten geprägt ist und teilweise aus Bauernhäusern besteht: Man ist in Buchsi stolz auf die ländlichen Merkmale und darauf, dass es im Zentrum an der Bernstrasse und der Oberdorfstrasse neben den Filialen der Grossverteiler Coop und Migros auch Platz für kleinere Geschäfte hat. «Läden und Dienstleistungen sollen im Dorfzentrum konzentriert sein und nicht an die Peripherie ziehen», sagt Maring-Walther. Darum kommen gemäss dem Richtplan Coop und Migros besondere Bedeutung zu: «Ihre Standorte im Zentrum müssen langfristig gesichert werden können», heisst es dazu. Die Migros beabsichtigt eine Erweiterung der Verkaufsfläche, die Coop-Filiale ist vor einigen Jahren an der Oberdorfstrasse neu gebaut worden.
Innere Verdichtung im Dorfkern
Grössere Überbauungen sind nicht vorgesehen. Im Sinne einer inneren Verdichtung sind Neubauten aber an mehreren Orten möglich, zum Beispiel im Bereich der Fellenbergstrasse und der Kreuzgasse. Diese sollen sich aber in Grösse und Form der «traditionellen Bebauung unterordnen». Bei der Schmiedegasse befindet sich eine Parzelle im Besitz der Gemeinde, diese könnte ebenfalls überbaut werden. «Hier wollen wir aber auch den bestehenden Spielplatz erhalten und Platz für einen Begegnungsort frei halten», erklärt Elsbeth Maring-Walther. Im Gebiet Sandgrube soll ein Bauernhaus umgezont werden, um eine Wohnnutzung zu ermöglichen.
Auch ausserhalb des dritten Ortsplanungspakets bahnt sich einiges an: Durch die Realisierung des Projekts Drillinge wird das Bahnhofgebiet umgestaltet. In drei Gebäuden wird es Platz für Wohnen, Geschäfte und Dienstleistungen geben. Ein wichtiger Punkt ist der Verkehr: Neben der neuen Anbindung der Bahnhofstrasse an die Bernstrasse soll auch der Dorfplatz umgestaltet werden, wobei neue Haltestellen für RBS-Bus und Postauto geplant sind.
Infoveranstaltung am 28. Juni, 20.00 Uhr, in der Saal- und Freizeitanlage. Ausstellung im Kirchgemeindehaus.


Die Buchser Sekundarlehrer sind frustriert, schwer frustriert. Erbost sind sie, weil sie glauben, dass ihnen die Lokalpolitiker ins Handwerk pfuschen. Im Parlament von Münchenbuchsee formulierte Sekundarschulleiter Urs Blattner (FDP) mit einer ungewohnt scharfen «persönlichen Erklärung», was ihn und seine Kolleginnen und Kollegen so wütend macht. Der Hintergrund: Buchsi bekommt ein neues Schulreglement. Münchenbuchsee hat damit keine eigene Quarta mehr. Die jungen Gymnasiumseinsteiger konnten die unterste Klasse bisher an der Sekundarschule im Dorf besuchen. Jetzt müssen die Kinder für den gesamten Gymer nach Bern. Die Lehrerschaft hat diese Einschränkung ihres Arbeitsgebiets nur widerwillig akzeptiert. Weit mehr erbost hat die Pädagogen jedoch, dass ihnen die Politiker Mehrjahrgangsklassen aufzwingen, ein Konzept, bei dem unterschiedlich alte Kinder gemeinsam lernen. Der Gemeinderat formulierte dies noch unverbindlich als Möglichkeit. Doch das Ortsparlament verschärfte den Paragrafen vom Kann zum Muss.
Mit dem Beginn des Schuljahrs 2014 müssen alle Reallehrer nun in solchen gemischten Klassen unterrichten. «Wir sind nicht grundsätzlich gegen dieses System, aber wir sind erbost, dass man uns ein pädagogisches Konzept aufzwingt, ohne uns zu befragen», empört sich Urs Blattner. In der Buchser Lehrerschaft brodle es dermassen, dass eine Lehrkraft gekündigt habe, erklärt er. «Unter solchen Bedingungen sehe sie hier keine Perspektiven.» Schulleiter Urs Blattner befürchtet eine Lücke in seinem Lehrerkollegium: «Bisher haben wir die Stelle nicht besetzen können.»

Wider Erwarten sorgte am Donnerstagabend eine Strassensanierung für Diskussionen im Gemeindeparlament.
Traktandum 9 im Grossen Gemeinderat von Münchenbuchsee schien eigentlich ganz unverfänglich: Ein rund 160 Meter langer Abschnitt der Industriestrasse beim Bahnhof Zollikofen sollte saniert und mit einem Trottoir versehen werden. Ein Teil der Strasse, die auch von schweren Lastwagen benützt wird, war bereits zu einem früheren Zeitpunkt saniert worden. Die Kosten wurden auf 693 000 Franken veranschlagt, davon 365 000 Franken für die Wasserleitungen.
GFL und SP fanden jedoch, die Sache sei viel zu teuer. «2000 Franken für einen Meter Trottoir sind zu viel», sagte Thomas Scheurer (GFL). Allerdings ist beim angesprochenen Teilbetrag von 310 000 Franken nicht nur das Trottoir, sondern auch die Sanierung der Strasse eingeschlossen. EVP-Mann Pascal Lerch plädierte für eine «Light-Version».
Gemeinderat Cesar Lopez (SVP), der das Geschäft vertrat, zeigte sich überrascht. Immer wieder höre man im Parlament, dass man in die Infrastruktur investieren solle und den Unterhalt nicht vernachlässigen dürfe. Und jetzt wolle man plötzlich dort sparen, wo es auch um die Sicherheit von Passanten gehe. «Das kann nicht euer Ernst sein», sagte Lopez. «Man ist gegen Katzen, Pferde, Fussballer und jetzt auch noch gegen ein Trottoir.»
Lopez spielte damit auf die vorhergehenden Diskussionen um das neue Polizeireglement an. Die GFL stellte dabei verschiedene Änderungsanträge, die letztlich abgelehnt oder zurückgezogen wurden. So sollten nicht nur Hundebesitzer verpflichtet werden, den Kot ihrer Tiere wegzuräumen, sondern auch Reiter und andere Tierhalter. Das gab zur Frage Anlass, ob denn auch Katzenhalter ihre Tiere besser im Auge behalten müssten. Zudem wollte die GFL, dass Flutlichtanlagen um 22 Uhr abzustellen sind, was den Spiel- und Trainingsbetrieb auf Fussballplätzen und im Sportzentrum Hirzenfeld tangiert hätte.
Lopez’ emotionales Votum führte zu einem Sitzungsunterbruch. SP und GFL hielten aber an der Rückweisung fest, das Geschäft sei «unausgereift». Die Rückweisung wurde jedoch mit 13 zu 17 Stimmen abgelehnt und der Kredit anschliessend mit 23 zu 2 Stimmen bei einigen Enthaltungen genehmigt. Bald wird Münchenbuchsee also um 160 Meter Trottoir reicher sein.

Mit einer Baumreihe soll die Wegverbindung vom Dorf zum Sportzentrum Hirzenfeld aufgewertet und attraktiver gestaltet werden. Diese Forderung der GFL hat der Grosse Gemeinderat von Münchenbuchsee am Donnerstagabend mit 14 zu 13 Stimmen unterstützt. Die Motion wurde in ein Postulat umgewandelt, der Gemeinderat wird jetzt die Umsetzbarkeit prüfen.
«Es handelt sich nicht um ein teures Luxusprojekt», sagte Motionär Thomas Scheurer. Er sei zudem sicher, dass es alleine im Parlament schon zwanzig Personen gebe, die einen Baum spenden würden. Die «Hirzi-Allee» mit rund 280 Bäumen würde je nach gepflanzter Baumart zwischen 50 000 und 150 000 Franken kosten – Landerwerb oder Entschädigungen an Landwirte sind dabei noch nicht einberechnet. Da das Sportzentrum Hirzenfeld seit April 2011 von Münchenbuchsee und Zollikofen gemeinsam betrieben wird, soll ein Teil der Allee auf Boden von Zollikofen erstellt werden. Ein entsprechender Vorstoss wurde auch im Grossen Gemeinderat von Zollikofen eingereicht, ist aber noch nicht behandelt worden. Zollikofen würde – so die Pläne der GFL – rund ein Drittel der Kosten übernehmen, Münchenbuchsee zwei Drittel.

Beim Bahnhof soll das Projekt Drillinge realisiert werden. Das Stimmvolk hat die Planung im Februar 2009 genehmigt, unterdessen ist sie rechtskräftig. Die beteiligten vier Grundeigentümer, darunter die Gemeinde Münchenbuchsee, wollen das Areal zum Verkauf ausschreiben und auf Investorensuche gehen. Der Grosse Gemeinderat hat am Donnerstagabend dafür die Weichen gestellt und den «Projektentwicklungsvertrag mit Verkaufsermächtigung» einstimmig abgesegnet. Das Projekt, das drei Gebäude mit maximal sechs Geschossen vorsieht, solle zügig vorankommen und einen hohen Erlös für die Gemeinde einbringen, sagte Peter Kast (SP). Renate Löffel (EVP) sagte, sie hoffe, dass das Projekt zu einer «Bereicherung» für das Dorf werde.
Wohnungen und Dienstleistungen
Das Areal soll als Gesamtpaket an den Meistbietenden verkauft werden. Münchenbuchsee erhält 28 Prozent des Verkaufspreises. Die Parzelle umfasst rund 5100 Quadratmeter, erlaubt ist eine Bruttogeschossfläche von 7400 Quadratmetern. Vorgesehen sind Wohnungen, aber auch «nicht störende Dienstleistungsnutzungen», denkbar sind Läden oder auch Restaurants. Drei zum Areal gehörende schützenswerte Villen bleiben erhalten.




Gymnasiasten in spe werden die Quarta in Zukunft nicht mehr im Dorf Münchenbuchsee besuchen können, sondern müssen ans Gymnasium nach Bern fahren – das ist wohl die tief greifendste Änderung des neuen Schulreglements der Gemeinde. Dieses wurde am Donnerstagabend vom Parlament ohne Gegenstimme verabschiedet. Dem klaren Schlussresultat ging allerdings eine rund zweistündige Debatte voraus, in welcher teils zäh um das Regelwerk gerungen wurde.
Wenn Schüler «schwimmen»
Hauptstreitpunkt der Diskussion bildete just die Auslagerung der Quarta: Bildungsvorsteherin Katja Schenkel (EVP) argumentierte, wenn die Schüler den «Gymer» ab der neunten Klasse an einer kantonalen Schule absolvierten, werde ihnen ein weiterer Schulwechsel nach einem Jahr erspart. Sukkurs erhielt die Gemeinderätin von ihrer eigenen Partei sowie von SP und GFL. Die Schüler gerieten oft «ins Schwimmen», wenn sie erst in der Tertia ans Gymnasium kämen, sagte der Grüne Peter Stucki. Mit dem neuen Modell könnten sie sich besser an die Anforderungen gewöhnen.
Aus für die Spez-Sek-Klassen
SVP und FDP hatten indes keine Freude an den gemeinderätlichen «Outsourcing»-Plänen. Der Freisinnige Urs Blattner begründete seinen Widerstand ebenfalls mit dem Wohl der Schüler: Derzeit sei die Grösse der neunten Klassen optimal. Wenn aber die angehenden Gymnasiasten die Gemeinde verliessen, würden die verbleibenden Schüler auf zu grosse Klassen verteilt. Darunter leide die Qualität des Unterrichts.
Der FDP-Antrag, die Quarta «im Dorf zu lassen», scheiterte letztlich deutlich. Der Vorschlag Blattners, den Systemwechsel um ein Jahr auf den Sommer 2013 zu verschieben, kam indes durch.
Erfolg hatte auch der GFL-Vorschlag, die Speziellen Sekundarklassen abzuschaffen. Der Gemeinderat wollte diese vorläufig beibehalten. Die Mittelschulvorbereitung erfolgt künftig somit nur noch in den regulären Klassen.


In der Bodenacker-Sporthalle können Schüler und Sportler bald besser spielen und trainieren – wenn die Bürger 3,65 Millionen Franken bewilligen.
Das Parlament von Münchenbuchsee genehmigte im zweiten Anlauf die Sanierung des Sporthallentrakts der Bodenacker-Schule. Am 15. Mai entscheiden die Stimmbürger an der Urne über ein Projekt mit Kosten von rund 3,65 Millionen Franken. Im ersten Anlauf scheiterte das Vorhaben, weil nach Meinung der Ratsmehrheit ein Gesamtprojekt fehlte. Vor einem Jahr hatte die Regierung lediglich eine erste Etappe mit dem Dringlichsten vorgelegt. Münchenbuchsee realisiert die Totalrenovation in den nächsten vier Jahren. Als Erstes will die Gemeinde die WC-Anlagen sowie die Garderoben und Duschinstallationen sanieren. Die Räume haben unter anderem durch den Pilzbefall und das eindringende Wasser gelitten. Später soll die Haustechnik modernisiert und die Gebäudehülle den heutigen Anforderungen angepasst werden. Minergiestandard sei allerdings nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand möglich, glaubt der Gemeinderat. Das Parlament bedauerte den Verzicht zwar, war aber gleicher Ansicht. Mehr zu reden gab ein Antrag von GFL und FDP. Die beiden Parteien wollten das Dach des Trakts mit einer Fotovoltaikanlage ausrüsten. Das Vorhaben genoss viel Sympathie. Weil ein solcher Zusatz die Planung verzögert hätte und bis zur Abstimmung nur noch wenig Zeit bleibt, zogen die Initianten ihren Vorschlag zurück. Die Solaranlage ist damit nicht gestrichen. Weil sich das etappierte Projekt über mehrere Jahre erstreckt, kann die Installation später erneut traktandiert werden. Die SVP wollte festschreiben, dass die Sanierung nicht mehr als 3,5 Millionen Franken kosten dürfe. Sie unterlag mit diesem Vorschlag deutlich.



Gemeinsam entdecken die Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse aus Münchenbuchsee die ungewohnte Seite des Balletts.
„Fünf, sechs, sieben, acht und schmelzen.“
Mit vollem Körpereinsatz folgen die Schülerinnen und Schüler der Klassen 1b und 1e den Aufforderungen des Choreographen Joshua Monten. Obwohl sie zu Beginn gegenüber den eher gewagten Aufwärmübungen etwas skeptisch waren, wurden diese von Probe zu Probe im ‚Warm Up’ zur Routine. Gemeinsam mit seiner Assistentin Patricia Flores und der Theaterpädagogin Gabriele Michel-Frei probt der aus New York stammende Joshua Monten seit Mitte Januar mit zwei Schulklassen aus Münchenbuchsee. Das Ergebnis des 4. Theaterpädagogischen Tanzprojektes wird im Rahmen des Ballettabends „Carte Blanche“ des Bern:Ballett an drei Abenden zu sehen sein.
Nicht nur Tänzer, sondern auch kleine Choreographen
Anders als vermutet wartete Joshua Monten nicht mit einer fertig ausgearbeiteten Choreografie auf, sondern entwickelte zusammen mit den Jugendlichen nach und nach die einzelnen Phasen des zirka 13 Minuten langen Auftrittes. Aus den Gruppenarbeiten der Schüler entstanden allmählich die Grundlagen zur eigentlichen Choreografie. Dass das Projekt anstrengend sein würde, wussten die Schüler von Anfang an. Jedoch hätten sie eher mit körperlicher als mit geistiger Anstrengung gerechnet. Durch das Entwickeln eigener kleinen Choreografien wurden ihre Kreativität und die Fähigkeit, ihre Vorstellungen umzusetzen, immer wieder neu gefordert.
Als Endergebnis kam ein Stück namens „Chillin“ heraus. „Chillin befasst sich mit all den Anstrengungen, die man sich antut, damit es einem endlich gut geht. Es wird zu Songs aus der Reihe „Ultra Lounge“ getanzt, oder eher gesagt, waghalsig gechillt“, meint Joshua Monten zu seiner neusten Choreografie.
Einsicht in den Alltag eines Tänzers
In der Intensivwoche lernten die Jugendlichen auch ansatzweise den Alltag eines professionellen Tänzers kennen. Die teilweise 4 bis 8 stündigen Proben und das Zusammenarbeiten mit verschiedenen Tänzern des Bern:Ballett waren eine interessante Erfahrung. Die Proben fanden unter anderem in den beiden Turnhallen der Schulanlagen Bodenacker und Riedli wie auch in den Vidmarhallen statt. So konnten faszinierende Einblicke in die spannende Welt hinter der Theaterbühne gewonnen werden. Während der häufigen Proben wurden die Schüler tatkräftig von ihren Lehrern unterstützt, teils durch Flexibilität bei Unterrichtsausfällen, teils durch stärkende Zwischenmahlzeiten und ansteckende Begeisterung.
Nun fiebern die Schülerinnen und Schüler aufgeregt der Premiere am Donnerstag entgegen und sind gespannt, wie ihre Art des Balletts beim Publikum ankommen wird.
Chillin wird am 10., 18. und 27.März als fünftes Stück im Ballettabend „Carte Blanche“ aufgeführt und ist bestimmt auch sehenswert für Zuschauer, die mit Ballett noch nicht so vertraut sind.
Klasse 1b, Münchenbuchsee


In Münchenbuchsee muss der Sporthallentrakt der Bodenacker-Schule erneuert werden. Am 15. Mai können Bürgerinnen und Bürger darüber abstimmen.
Der Sporthallentrakt der Schule Bodenacker war bereits im Mai 2010 Thema im Gemeindeparlament von Münchenbuchsee. Damals lag lediglich die erste Etappe mit den dringlichsten Unterhaltsarbeiten von rund 700 000 Franken vor. Die SVP bemängelte damals, dass die Kosten für die weiteren Etappen nicht bekannt seien und kein Gesamtprojekt vorgelegt werde. Die Partei beantragte die Rückweisung, denn das Geschäft sei noch nicht abstimmungsreif. Es wurde denn auch mit 19 zu 14 Stimmen an den Gemeinderat zurückspediert.
In der Zwischenzeit hat die Exekutive nun wie verlangt ein Gesamtprojekt ausgearbeitet. Die Kosten belaufen sich auf 3,65 Millionen Franken. Das Projekt soll in den nächsten vier Jahren umgesetzt werden. Am 31. März wird die Sanierung der Turnhalle im Grossen Gemeinderat behandelt, die Volksabstimmung erfolgt am 15. Mai.
Seit 1979 in Betrieb
Während der Umsetzung der Massnahmen soll der Betrieb weitgehend, mit Einschränkungen vor und nach den Schulferien, gewährleistet bleiben. Der Sporthallentrakt wurde 1979 in Betrieb genommen. «In Anbetracht des Alters und der intensiven Nutzung durch die Schulen und Vereine präsentiert sich das Gebäude auf den ersten Blick in einem erstaunlich guten Zustand», schreibt der Gemeinderat. Viele Bauteile haben jedoch ihre theoretische Lebensdauer erreicht, und das Gebäude weist eine lange Reihe von baulichen Mängeln auf. Dem Pilzbefall an Decken und Wänden in den WC-Anlagen sowie in den Garderoben und Duschen sei kaum noch beizukommen, zudem werde der Schaden durch das in die Wände eindringende Wasser laufend grösser.
Die Sonnenkollektoranlage auf dem Dach funktioniert bereits seit fünf Jahren nicht mehr, der Hallenboden weist Risse auf, «das Trennvlies in der Hallendecke löst sich auf und bröckelt in Stücken auf den Hallenboden».
Erste Arbeiten im Herbst
Die Bauarbeiten werden in vier Etappen aufgeteilt, um die Sanierung «finanziell und terminlich abzufedern». Die Nutzungsdauer soll für die nächste Generation sichergestellt werden. Die Sofortmassnahmen werden, sofern Parlament und Volk den Kredit gutheissen, noch vor den Herbstferien an die Hand genommen. Die Sanierung soll den Wärmeschutz und die Energieeffizienz verbessern; eine Optimierung auf den Standard Minergie sei aber nur mit unverhältnismässigem Aufwand zu erreichen, schreibt der Gemeinderat in den Unterlagen. Deshalb ist dieser auch nicht vorgesehen. Im Bereich Gebäudetechnik wird der Minergiestandard als unmöglich bezeichnet, weil die Lüftungsgeräte mit der erforderlichen Effizienz für die bestehenden Räume zu gross wären.
Wegen Geldmangels hatte die Gemeinde in den letzten Jahren beim Unterhalt der öffentlichen Gebäude gespart, auch im nun zu sanierenden Sporthallentrakt. Mehr als einmal wurde deshalb im Gemeindeparlament schon die Kritik laut, Münchenbuchsee lasse seine Gebäude verlottern. Bereits 2008 hatte der Gemeinderat beschlossen, die ursprünglich geplante Sanierung und Erweiterung der gesamten Schulanlage Bodenacker zu verschieben. Priorität geniesse die Gesundung der Finanzen. In Münchenbuchsee wurde die Höhe der Investitionen pro Jahr auf maximal zwei Millionen Franken festgelegt.
Probleme mit der Heizung
Ein Sorgenkind ist jedoch bei der Sanierung nicht enthalten: die Heizung. Noch vor rund einem Jahr wurde festgehalten, die Installationen für die Wärmerzeugung befänden sich in einem funktionstüchtigen Zustand. Dies ist aber nur teilweise korrekt. Die 1999 installierte Fernheizung mit drei Öltanks reicht für das Warmwasser nicht aus. Die nötige Temperatur von 60 Grad wird nicht erreicht. Die Boiler werden darum elektrisch betrieben. Bei Temperaturen unter minus zehn Grad gibt es zudem Probleme mit der Lüftung in den Garderoben. Die Ursachen für die zu geringe Heizleistung sollen nun von einem Ingenieurbüro untersucht werden.







