News-Artikel

24.02.2011
16.02.2012

Lehrschwimmbecken Riedli: Schwimmkurse in den Frühlingsferien

In den kommenden Frühlingsferien finden wiederum im Lehrschwimmbecken des Riedli-Schulhauses Schwimmkurse für Kinder der Kindergärten sowie Schüler der 1., 2. und 3. Klasse statt.

Falls Sie Ihr Kind dafür anmelden möchten - und von der Schule kein Anmeldeformular erhalten haben - bitten wir um telefonische Anmeldung bis spätestens Freitag, 24. Februar 2012 an:

Frau Susanne Stettler, im Gäuer 18, 3303 Zuzwil
Tel. 031 762 10 77 oder 079 203 07 48

1. Kurswoche (Vorbereitungstests und evtl. Kombi-Tests oder Wal, Hecht etc.)
Dienstag, 10. April bis Freitag, 13. April 2012 / pro Tag 1 Lektion

2. Kurswoche (Vorbereitungstests und evtl. Kombi-Tests oder Wal, Hecht etc.)
Montag, 16. April bis Donnerstag, 19. April 2012 / pro Tag 1 Lektion

In allen Wochen bestehen die gleichen Möglichkeiten betr. Einteilung bzw. Ausbildung für die Schwimmtests.

Kursgeld für 4 Lektionen = Fr. 40.--
(für jedes weitere Kind der gleichen Familie Fr. 30.--).

Versicherung ist Sache der Eltern.
27.01.2012

Bund-Artikel: Münchenbuchsee plant Solaranlage auf der Turnhalle

Fast alle waren sich gestern Abend im Parlament der Gemeinde Münchenbuchsee einig: Solarstrom ist eine gute Sache.


Die Sporthalle Bodenacker in Münchenbuchsee soll saniert werden. Das Stimmvolk hat im Mai des letzten Jahres dafür einen Kredit von 3,65 Millionen Franken beschlossen. Gestern ging es im Grossen Gemeinderat nun darum, ob auf dem Dach zusätzlich eine Fotovoltaikanlage gebaut werden soll, was Kosten von knapp 390 000 Franken verursacht. Auslöser der Vorlage sind Motionen von Georg Karlaganis (FDP) und von Renate Löffel (EVP).

 

Die Zeit sei reif für neue Energiewege, sagte Löffel. Wegen der Lebensdauer des Daches sei es besser, die Anlage jetzt zu erstellen, erklärte Karlaganis. Bei Flachdächern geht man von einer Lebensdauer von rund dreissig Jahren aus. Das Dach befindet sich etwa in der Mitte seiner Lebensdauer. Alle Parteien sprachen sich für das Projekt aus. «Das Argument der Vorbildfunktion ist für eine Energiestadt wie Münchenbuchsee sehr wichtig», sagte Peter Kast (SP). Der Kredit war unbestritten und wurde mit 33 Ja- zu einer Nein-Stimme angenommen. Die Fotovoltaikanlage soll in diesem Sommer erstellt werden.

 

Ein Teil des Geldes kommt zurück


Der erzeugte Ökostrom soll soweit möglich über die gemeindeeigene Energieversorgung vermarktet werden. Im Jahr würde die Anlage rund 52 000 Kilowattstunden Strom erzeugen. Bei den geltenden Preisen könnte die Gemeinde etwa 15 000 Franken im Jahr einnehmen. Einer der grössten Abnehmer im Bereich Ökostrombörse sei das Elektrizitätswerk Zürich, schreibt der Gemeinderat. Dort erhielt die Gemeinde die Auskunft, dass sich das Preisniveau für Ökostrom bei rund 30 Rappen pro Kilowattstunde befindet.
Ein Artikel aus dem
(wal, Der Bund)
28.12.2011

Bund-Artikel: In Münchenbuchsee ärgert man sich über verlorene Schnellzüge

Der neue Fahrplan sorgt in Münchenbuchsee für Ärger. Die Situation werde sich bald bessern, sagt die BLS.

«Das Schlimmste sind die fehlenden Anschlüsse am Abend und an den Wochenenden», sagt Andreas Hilfiker. Er hat mit weiteren Pendlern aus Münchenbuchsee die Verschlechterungen analysiert, welche der seit dem 11. Dezember geltende Fahrplan bereithält. So hielt der Regionalexpress von Biel nach Bern während elf Jahren in Münchenbuchsee. Mit der Umstellung wurde dieser Halt gestrichen. Das sorgt bei manchen Pendlern für Verärgerung.

Bahn fährt jede Viertelstunde

Nun bedient neben der S-Bahn-Linie 3 jede halbe Stunde auch die neue Linie S 31 den Ort in der Agglomeration Bern, was einen Viertelstundentakt ergibt. «Schon im Jahr 2000 war klar, dass es sich bei dem Schnellzughalt um eine befristete Massnahme handelt, und zwar bis zur Einführung des Viertelstundentakts der S-Bahn Bern», sagt Lea Meyer, Mediensprecherin der SBB. Von dessen Einführung profitiere man in Münchenbuchsee überhaupt nicht, stellt die Gruppe um Hilfiker fest: «Wir haben zwar häufiger Züge, aber ohne Anschluss in Bern», sagt Hilfiker, der die Reduktion des Zugangebots auf sieben Prozent schätzt. Zudem führe der Wegfall der Regio-Express-Züge zu Platzmangel in der S-Bahn. Laut der Pendlergruppe herrscht in Stosszeiten «ein riesiges Gedrücke».

Doppelstockwagen ab 2013

BLS-Mediensprecher Hugo Wyler räumt ein, dass zu den Hauptverkehrszeiten teilweise enge Platzverhältnisse bestünden. «Dennoch bietet die BLS seit dem Fahrplanwechsel deutlich mehr Plätze an.» So hat etwa der morgens am stärksten besetzte Zug statt 380 neu 420 Plätze. Es sei davon auszugehen, dass die Benützer des früheren Schnellzugs nun vorwiegend mit der S 3 führen. Wyler verweist zudem auf die neuen BLS-Doppelstockzüge, die ab dem Jahr 2013 auf diesen Strecken eingesetzt werden. Zudem sei die S 31 noch nicht völlig ausgelastet; auf dieser hätten durchaus noch Fahrgäste Platz. «Aber die Erfahrung zeigt, dass es eine gewisse Zeit braucht, bis die Leute ihre Fahrgewohnheiten anpassen», erklärt Wyler.

Ein Artikel aus dem
(lz, Der Bund)
28.12.2011

BZ-Artikel: Frisch geröstete Nüsse aus dem alten Kachelofen

Reinhilde Sommer ist seit 45 Jahren bei der Firma Hans Nobs AG tätig. Im Hintergrund ist der 17 Meter lange elektrische Ofen aus dem Jahr 1920 sichtbar. Bild Berner Zeitung, Urs Lindt
Reinhilde Sommer ist seit 45 Jahren bei der Firma Hans Nobs AG tätig. Im Hintergrund ist der 17 Meter lange elektrische Ofen aus dem Jahr 1920 sichtbar. Bild Berner Zeitung, Urs Lindt
Die Firma Nobs AG verarbeitet pro Jahr rund 40 Tonnen Nüsse höchster Qualität. Der elektrische Ofen, in dem die Nüsse geröstet werden, ist seit 1920 in Betrieb.

Beim Kosten von Nobs-Salznüssen merkt selbst ein Laie, dass es sich hier um ein Premiumprodukt handelt. Unter Feinschmeckern sind die Nüsse aus den kleinen durchsichtigen Dosen schon lange ein Begriff. Dass in Münchenbuchsee seit über 80 Jahren Nüsse verschiedenster Art verarbeitet werden, wissen heute wohl aber längst nicht mehr alle Buchserinnen und Buchser.

Das alte, stilvolle Gebäude gegenüber dem Bahnhof Münchenbuchsee lässt auf den ersten Blick nicht darauf schliessen, dass hier Nüsse verarbeitet werden. Beim Eingangstor hängt eine Tafel mit dem Schriftzug «Nobs Nährmittel». Der Begriff Nährmittel rührt aus früheren Jahren. Damals war das Rösten und Verarbeiten von Nüssen noch nicht das Hauptgeschäft. Schweizweit bekannt wurde die Firma Nobs in dieser Zeit mit der einzigartigen Säuglingsnahrung Berna und dem Nobs-Zwieback (siehe Bild). Erst in den 1930er-Jahren wurden dann auch Haselnüsse, Mandeln und Erdnüsse verarbeitet. 1959 folgten die Cashewnüsse. Gegründet hat die Firma Nobs 1904 der Berner Bäcker Hans Nobs. Er fabrizierte Gesundheitsnährmittel und Säuglingsnahrung zuerst in gemieteten Räumen in Kiesen, erst 1920 folgte der Bau der Fabrik in Münchenbuchsee.

Nahrung für Bergsteiger

Den grössten Erfolg hatte das Unternehmen in den 50er- und 60er-Jahren. Damals arbeiteten fast 30 Personen in der kleinen Fabrik. Noch früher hat der Betrieb sogar Geschichte geschrieben. Bei der ersten Schweizer Himalaja-Expedition 1939 hatten die Bergsteiger Nobs-Nahrungsmittel dabei. Die Nobs-Biscuits waren die erste kompakte energiereiche Sportlernahrung. Als wichtiger Energielieferant war Nobs auch 1952 bei der Erklimmung des über 8800 Meter hohen Mount Everest dabei.

Leiden musste die Fabrik in den 90er-Jahren, als die Umsätze einbrachen. Dies war die Zeit, als die kleinen Lebensmittelläden ausstarben. In den Restaurants verschwanden zudem allmählich die Körbchen mit verschiedenen Knabbereien – unter anderem bestückt mit Nobs-Nüssen – von den Tischen.

2005 wurde der Familienbetrieb an die Berner Kaffeerösterei O. Aeberhard AG verkauft. Die neuen Eigentümer haben es aber nicht geschafft, die Firma Nobs mit ihren Premiumprodukten Gewinn bringend im Markt zu positionieren. 2009 kauften langjährige Mitarbeiter und neue Investoren den Nussverarbeitungsbetrieb zurück. Heute führen Reinhilde Sommer und Gilbert Dumuid das Unternehmen.

Neue Produkte

Die Aktien der Hans Nobs AG sind auf sieben Aktionäre verteilt. Zu ihnen gehört auch Tristan Carbonatto, Edelschokoladenhersteller aus Bougy-Villars. Dank der Zusammenarbeit mit dem Chocolatier hat Nobs seit kurzem auch Nüsse im Angebot, die mit Schokolade überzogen sind. Auch die Zürcher Firma Pakka ist bei Nobs beteiligt. Pakka ist bekannt für hochwertigste zertifizierte Bio-Fair-Trade-Snacks und lässt ihre Nüsse in Münchenbuchsee rösten und bearbeiten.

Dank der wiedererlangten Eigenständigkeit und der neuen Aktionäre steigen die Umsätze seit 2009 stark an. Neue Kunden können laufend dazugewonnen werden. Pro Jahr werden mittlerweile wieder 30 bis 40 Tonnen Nüsse verarbeitet. Verkauft werden die Nobs-Nüsse unter anderem bei Globus und bei Loeb-Lebensmittel in Bern. Reinhilde Sommer ist bei Nobs Verwaltungsratspräsidentin und kennt den Betrieb wie ihre Hosentasche. Seit 45 Jahren arbeitet die 66-jährige Sommer mit Leib und Seele bei Nobs. Mit Produktionsleiter Biagio Sciamanna ist sie für die Entwicklung neuer Produkte verantwortlich. Auch Sciamanna ist seit über 40 Jahren im Betrieb und hat viel Erfahrung im Rösten und Würzen der Nüsse.

Wohlgehütetes Geheimnis

Herzstück der kleinen Produktionshalle im Erdgeschoss des Gebäudes ist ein 17 Meter langer elektrischer Kachelofen. Der Ofen ist bereits seit 1920 in Betrieb. «Er funktioniert noch einwandfrei», sagt Sommer. Es wäre schwierig, mit einem neuen Ofen die gleiche Qualität beim Rösten der Nüsse zu erzielen, sagt sie. Das richtige Rösten macht die Qualität der Nobs-Nüsse aus und ist deshalb das wohlgehütete Geheimnis der Firma. Ein zentraler Unterschied zu herkömmlichen Nüssen ist, dass bei Nobs der Röstprozess ohne Öl vollzogen wird. Alle Nüsse werden nach dem Rösten und bevor sie weiterverarbeitet werden in aufwendiger Handarbeit von Frauen minutiös auserlesen. «Allein dieser aufwendige Arbeitsprozess macht einen grossen Teil unserer Qualität aus», erklärt Sommer, während sie selbst noch ein paar nicht konforme Nüsse aus einem Blech pickt.

Die Firma: www.nobs-premium.ch

Ein Artikel aus der
(Niklaus Bernhard, Berner Zeitung BZ)
19.12.2011

Kantonspolizei Bern: Mehrere Fahrzeugeinbrüche und Diebstähle

In der Nacht auf Samstag sind in Münchenbuchsee rund ein Dutzend Autos durchsucht worden. Vereinzelt entwendete die Täterschaft Gegenstände. Die Kantonspolizei Bern sucht Zeugen.

Eine unbekannte Täterschaft hat in der Nacht auf Samstag, 17. Dezember 2011 in
Münchenbuchsee rund ein Dutzend Fahrzeuge aufgebrochen und durchsucht. Die
Autos waren an der Neumattstrasse, am Mattenstutz und an der Mühlstrasse
parkiert. Vereinzelt wurden Gegenstände –vor allem Navigationsgeräte - aus den
Fahrzeugen gestohlen.

Zeugen oder Personen, die verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, werden gebeten, sich bei der Kantonspolizei Bern in Münchenbuchsee zu melden (Telefon 031 368 72 61).

In diesem Zusammenhang mahnt die Kantonspolizei Bern zudem zur Vorsicht und
erteilt folgende Ratschläge:
  • Fahrzeuge nie unverschlossen zurücklassen.
  • Keine Wertgegenstände oder Handtaschen sichtbar im Auto liegen lassen.
  • Verdächtig erscheinende Personen oder Fahrzeuge unverzüglich der Polizei melden (Tel. 117/112).

 

Medienmitteilung
  
12.12.2011

BZ-Artikel: Volleyball - Motivator Joel Heiniger soll es in Buchsi richten

Volleyball - Gegen Näfels stand der VBC Münchenbuchsee auf verlorenem Posten. Das deutliche 0:3 konnte auch Interimstrainer Joel Heiniger nicht verhindern.

Er klatscht bei der Anfeuerung durch die Wechselspieler rhythmisch mit, jubelt, wenn es etwas zu jubeln gibt und verwirft auch mal die Hände. Der ehemalige Spieler Joel Heiniger lebt mit, wenn der VBC Münchenbuchsee spielt. Gegen Näfels nützte des Trainers Engagement nichts: Der Schweizer Meister gewann mit 3:0. «Mit diesem Team können wir nicht mithalten. Oder höchstens dann, wenn wir unseren Trainingsaufwand verdoppeln, so die Intensität von Näfels erreichen und im Spiel alle einen guten Tag erwischen. Wir müssen die Punkte auch nicht gegen Näfels, Amriswil oder Chênois holen, unser Fahrplan ist ein anderer», sagt Heiniger nach der Heimniederlage nüchtern.

In den 64 Minuten zuvor wich des Trainers Nüchternheit dem engagierten Coaching. Auch weil der 29-Jährige ein Spieler der emotionalen Gattung war und diese Eigenschaft auch bei der Tätigkeit am Spielfeldrand verspricht, ist er in den Augen von Klubpräsident Urs Kolb der richtige Mann als Interimstrainer. «Er kennt die Spieler, ist ein Motivator und lebt mit», so Kolb über Heiniger, der nach dem Rücktritt von Oleg Petrachenko die sportlichen Geschicke beim NLA-Tabellenletzten in Händen hält. Die Aufgabe von Heiniger ist nicht einfach. Er soll Münchenbuchsee vor der Relegation in die NLB bewahren. Kolb sagt, dass er sich vorstellen könnte, mit Heiniger längerfristig zu arbeiten.

Ab Februar gilt es Ernst

Am 3. Dezember, beim ersten Auftritt von Heiniger an der Seitenlinie, gelang Münchenbuchsee gegen Lutry der erste Sieg – im zwölften Meisterschaftsspiel. Weitere sollen folgen. Beispielsweise gegen Laufenburg-Kaisten am 17. Dezember und danach im Cup gegen Lunkhofen.

Gegen Näfels hätte Münchenbuchsee locker antreten können, da die Berner nichts zu verlieren hatten. Dennoch beherrschte Nervosität das eigene Spiel. Eigenfehler und Probleme in der Annahme der hart geschlagenen Sprungservices verhinderten, dass Münchenbuchsee ins Spiel kam. Nach dem verlorenen Startsatz (16:25) lief es Heinigers Team etwas besser, ohne dass der zweite Abschnitt resultatmässig mit 17:25 deutlich positiver ausfiel. Im dritten Satz offenbarte sich das Gefälle im Team deutlich. Aussenangreifer Stefan Nüesch überzeugte am Service, mit präzisen Smashs nach Rückraumangriffen, vorne am Netz und auch in der Verteidigung. Dagegen zog Libero Selim Heni einen eher schwachen Tag ein.

«Bis zu den Playouts im Februar ist für uns jedes Spiel ein Vorbereitungsspiel. Deshalb tut die Niederlage nicht weh», sagt der Neotrainer. Und Präsident Kolb ergänzt: «Den Teams in unserer Reichweite müssen wir zeigen, dass wir gewinnen können. Darum ist das nächste Wochenende wichtig.» Motivator Heiniger soll es gegen Laufenburg und Lunkhofen richten. Und seine Spieler natürlich auch.

Ein Artikel aus der
(Peter Gerber, Berner Zeitung BZ)
09.12.2011

Bund-Artikel: In Münchenbuchsee übernimmt ein "Zahlenmensch"

Bild Der Bund
Bild Der Bund
Andreas Gasser (SVP) ist im Wahljahr 2012 zum Präsidenten des Gemeindeparlaments gewählt worden.

Wie in der Nachbargemeinde Zollikofen steht auch in Münchenbuchsee im nächsten Jahr ein SVP-Mann dem Parlament vor. Andreas Gasser wurde gestern Abend einstimmig zum Nachfolger von Eva Häberli Vogelsang (SP) gewählt. Der 45-jährige diplomierte Bankfachexperte und Wirtschaftsprüfer mit eigenem Consulting-Büro erwartet ein spannendes Jahr. «Nächstes Jahr sind Wahlen in Münchenbuchsee, das wird im Parlament zu einem etwas aggressiveren Ton führen.» Als Sitzungsleiter wolle er dafür sorgen, dass alle Vorgaben eingehalten würden - auch bezüglich der Tonart. «Ich möchte verhindern, dass sich die Leute persönlich angreifen oder ausfällig werden.»

Gasser wurde vor vier Jahren ins Parlament gewählt. Zuvor war er zuweilen auf einem der Stühle hinten im Kirchgemeindehaus zu sehen gewesen, die für die meist nicht sehr zahlreichen Besucherinnen und Besucher der Parlamentssitzungen reserviert sind. «Ich bin politisch interessiert und wollte sehen, wie der Parlamentsbetrieb läuft und wie argumentiert wird.» Nicht alles, was er sah und hörte, hinterliess bei ihm einen positiven Eindruck. «Das Wissen um die finanziellen und wirtschaftlichen Zusammenhänge ist nicht sehr breit gestreut. Zudem vermisste ich oftmals die visionären Gedanken.» Es ging nicht lange, und Gasser, der in Münchenbuchsee aufgewachsen und zur Schule gegangen ist, wurde von Bekannten angesprochen und für die SVP gewonnen.

Kampf gegen höhere Steuern

Seither versucht Gasser, seine Sicht der Dinge einzubringen. «In Münchenbuchsee haben wir strukturelle Probleme, wir geben im Schnitt fast überall mehr Geld aus als vergleichbare Gemeinden in der Region Bern wie Zollikofen, Ostermundigen oder Ittigen.» Mit entsprechenden Vorstössen im Grossen Gemeinderat will Gasser von der Exekutive Antworten auf seine Fragen erhalten. Es werde zum Beispiel immer gesagt, dass Münchenbuchsee beim baulichen Unterhalt spare und die Liegenschaften verlottern lasse, die Zahlen zeigten aber ein anderes Bild. Gasser wehrt sich gegen höhere Steuern. Der Gemeinderat hat in diesem Herbst wegen der Mehrbelastung durch den kantonalen Finanz- und Lastenausgleich in Eigenregie eine Steuererhöhung beschlossen. «Es ist das einfachste Rezept, einfach die Steuern zu erhöhen. Der Gemeinderat nutzt jede Möglichkeit, höhere Steuern zu beschliessen.»

Gasser sagt von sich, er sei «ein Zahlenmensch». Er berät kleinere und mittelgrosse Banken in der Schweiz im Bereich Risikomanagement und strategische Optionen. «Ich sehe mich als Sparringpartner der Bankchefs», sagt er. Er verzichtet auf Marketing. Er werde für ein Mandat angefragt, weil man ihn kenne. Mit der Zeit habe er zu vielen Kunden ein starkes Vertrauensverhältnis aufbauen können.

«Ich bin kein Städter»

Bevor er sich selbstständig machte, hatte Gasser während zehn Jahren bei der Wirtschaftsprüfungsfirma PWC gearbeitet, rund fünfzehn Jahre war er auch nicht mehr in Münchenbuchsee wohnhaft gewesen. Doch er kehrte gerne zurück: «Ich bin kein Städter, ich wohne lieber ländlich.» Münchenbuchsee habe seinen dörflichen Charakter bewahren können. Gasser lebt mit seiner Partnerin und vier Kindern zwischen sechs und dreizehn Jahren in einer Patchworkfamilie. Da müsse immer etwas laufen, sagt er. Im Sommer gehe man ans Wasser, zum Beispiel an den Neuenburgersee oder in die Berge, im Winter ist Skifahren im Wallis angesagt. Daneben widmet sich Gasser dem Kulturgut Wein. Seine Vorliebe gilt dem Wein aus dem Bordeaux-Gebiet. «Werte wie Leidenschaft, Tradition, aber auch Innovation werden hier am stärksten sichtbar», sagt Gasser. Nach diesen Werten versuche er sich auch in persönlicher, beruflicher und politischer Hinsicht zu orientieren.

Der Grosse Gemeinderat hat gestern auch die Vizepräsidien und die Stimmenzähler gewählt. 1. Vizepräsident ist Peter Stucki (GFL), 2. Vizepräsident Martin Frei (SP). Als Stimmenzähler amtieren weiterhin Joseph Ballamann (SVP) und Markus Beer (SP).

Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
09.12.2011

Bund-Artikel: Prix Buchsi Auszeichnung für Hörbi Frutiger

Seit fast dreissig Jahren engagiert sich Hörbi Frutiger mit dem Läbihus in Münchenbuchsee. Gestern Abend ist ihm dafür am Anschluss an die Sitzung des Grossen Gemeinderates der diesjährige Prix Buchsi, der mit 3000 Franken dotiert ist, verliehen worden. Das Läbihus sei ein kleines Paradies zum Leben geworden, insbesondere auch für zahlreiche Kinder, heisst es in der Begründung. In den ersten Betriebsjahren besuchten die Kinder die Spielgruppe von Dorothe Frutiger. Seit zehn Jahren ist im Läbihus eine Kindertagesstätte untergebracht, kürzlich konnte diese erweitert werden. Zudem ist das Läbihus auch ein Ort der Weiterbildung und der Kultur, wo Kurse, Ausstellungen oder Konzerte stattfinden. Ohne das unermüdliche Engagement von Hörbi Frutiger wäre all dies nicht möglich gewesen, schreibt die Gemeinde Münchenbuchsee.

Hörbi Frutiger konnte 1982 das Gebäude an der Mühlestrasse 39 zu einem symbolischen Preis im Baurecht von der Gemeinde erwerben. Zuvor hatte sich das Stimmvolk von Münchenbuchsee gegen einen Abbruch des rund 300-jährigen Gebäudes ausgesprochen. Er nehme den Preis sehr gerne entgegen, sagte Frutiger. Mit dem Preisgeld werde er versuchen, die Veranstaltungen im Läbihus wieder etwas anzukurbeln. Die Kita stehe zwar im Zentrum, sie solle aber nicht der einzige Daseinszweck des Hauses sein. «Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die Gemeinde im Läbihus wieder eine etwas aktivere Rolle übernehmen wird», sagte Frutiger weiter.

Ein Artikel aus dem
(pd/wal, Der Bund)
09.12.2011

BZ-Artikel: Gasser will sich um das Klima kümmern

Bild Berner Zeitung BZ
Bild Berner Zeitung BZ
An der gestrigen Sitzung wählte das Parlament seinen neuen Präsidenten: Andreas Gasser (SVP), Buchsi-Giel und Heimkehrer.

2012 heisst der Präsident des Grossen Gemeinderats (GGR) von Münchenbuchsee Andreas Gasser. Das Parlament wählte ihn gestern Abend ohne Gegenstimme. Der 45-jährige selbstständige Unternehmensberater ist in der Gemeinde aufgewachsen und verliess sie als junger Erwachsener. Als die erste Tochter ins Kindergartenalter kam, entschied sich die Familie Gasser wieder für Buchsi. Der politisch interessierte Heimkehrer verfolgte einige Parlamentssitzungen als Zuschauer, bis ihn Kollegen von der SVP zum Mitmachen aufforderten. So trat er vor vier Jahren der Partei bei und kandidierte erfolgreich für den GGR.

Vor dem neuen Amt hat Gasser keine Angst. Er sei sich vom Job her gewohnt, Sitzungen zu leiten. Für die SVP könne es ein Vorteil sein, im nächsten Jahr – einem Wahljahr – den GGR zu präsidieren, glaubt er. Dies berge gewisse Gestaltungsmöglichkeiten, «und falls das Parlament einmal komplett ist und es unentschieden steht, habe ich den Stichentscheid».

Wahljahr hin, Gestaltungspotenzial her: Gasser will dazu beitragen, dass sich alle Parlamentarier in die Augen schauen können. Schon dieses Jahr seien mit Blick auf die Wahlen oft gehässige Worte gefallen. Er will sich «für ein angenehmeres Klima einsetzen». Als «Zahlenmensch» sind ihm auch 2012 die Finanzen ein besonderes Anliegen.

[i] Peter Stucki (GFL) ist 1. Vize, Martin Frei (SP) 2. Vize. Neuer Vizegemeindepräsident ist Cesar Lopez (SVP).

Ein Artikel aus der
(Christoph Hämmann, Berner Zeitung BZ)
28.11.2011

BZ-Artikel: Volleyball-Rücktritt des Trainers

Münchenbuchsee, Tabellenletzter der NLA, und Trainer Oleg Petrachenko gehen getrennte Wege.

Der Trainer geht freiwillig. Nach der zehnten Niederlage im zehnten Spiel kündigte die Vereinsleitung des NLA-Klubs VBC Münchenbuchsee eine eingehende Lagebesprechung an. Nun bat Oleg Petrachenko um die vorzeitige Auflösung des Vertrags. Der Ukrainer begründet den Schritt mit seiner zeitlichen Belastung. Der 50-Jährige pendelte zwischen Neuenburger Jura und Münchenbuchsee. Zudem bildet sich Petrachenko beruflich weiter und steht vor Abschlussprüfungen.

Dem Teamverantwortlichen Benjamin Heimgartner kommt die Demission nicht ungelegen. Zuletzt war nicht klar, ob der Trainer seine Spieler noch erreicht, das Selbstvertrauen der Mannschaft ist angekratzt. Dass Petrachenko lediglich seiner Entlassung vorgekommen sei, wollte Heimgartner aber nicht bestätigen. An der Zielsetzung hält der Verein hingegen fest: «Wir wollen immer noch den Ligaerhalt schaffen», sagt Heimgartner.

Ein Artikel aus der
(stü, Berner Zeitung BZ)
18.11.2011

Ausserordentlich klare Meinungen zum Budget

Im Gemeindeparlament von Münchenbuchsee kam es zu einem Schaufechten.

Stein des Anstosses war für die SVP das Budget für das nächste Jahr. Der Gemeinderat hatte den Voranschlag mit einer Steuererhöhung im Ausmass der Mehrbelastung durch den neuen kantonalen Finanzausgleich in Eigenregie verabschiedet. Diese Möglichkeit, die auch von anderen Gemeinden wie zum Beispiel Münsingen oder Lyss genutzt wurde, ist in den vom Grossen Rat beschlossenen Übergangsbestimmungen zum Filag ausdrücklich vorgesehen. Die SVP wollte jedoch nicht hinnehmen, dass der Gemeinderat entschieden hatte, das Budget nicht wie sonst dem Grossen Gemeinderat und dem Volk vorzulegen, und hatte darum eine ausserordentliche Sitzung verlangt. Diese fand nun gestern Abend statt.

«Mangelndes politisches Gespür»

«Der Gemeinderat hat nicht etwa Führungsqualität bewiesen, sondern mangelndes politisches Gespür», sagte Jean-Pierre Vicari von der SVP. Die Steuererhöhung von 1,52 auf 1,56 sei eigentlich unnötig. Andreas Gasser (SVP) sagte, die Finanzkommission habe weitergehende Sparmassnahmen vorgeschlagen, die vom Gemeinderat mehrheitlich nicht berücksichtigt worden seien. «Es ging um 565 000 Franken und 53 Positionen, wir wollten nicht mit der Motorsäge sparen.» Die Sparmassnahmen seien vom Gemeinderat nicht gewürdigt worden, ergänzte Kathrin Melliger (SVP). Mit zwei Motionen wollte die SVP den Gemeinderat dazu bringen, das Budget ohne Steuererhöhung dem Volk vorzulegen. Unterstützt wurde sie dabei von der FDP, von den vier Freisinnigen war aber gestern nur gerade Heinz Zürcher anwesend. Auch er vertrat die Ansicht, dass die Festsetzung des Steuerfusses einer der wichtigsten Entscheide sei und darum vors Volk gehöre.

«Weihwasser» und «Notfallset»

Die Gegenseite war der Meinung, dass die Vorstösse zum Budget 2012 gar nicht zulässig seien. SP, GFL und EVP vertraten damit den Standpunkt des Gemeinderats, der aus drei SVP- und zwei SP-Mitgliedern sowie je einem GFL- und EVP-Mitglied besteht. Man fürchte bei der SVP eine Steuererhöhung «mehr als der Teufel das Weihwasser», sagte Christoph Vögeli (SP). Die Erhöhung mache für die Steuerzahlenden wenig aus und diene dazu, wieder ein Eigenkapital zu bilden. Die Motionen der SVP gehörten in die Ablage «Wahlpropaganda», fand Rolf Sieber (SP). Im nächsten Jahr wird in Münchenbuchsee gewählt. Peter Stucki (GFL) sagte, die Gemeinde leide an «finanzieller Unterernährung», der Gemeinderat habe «verantwortungsvoll zum Notfallset» gegriffen. Pascal Lerch (EVP) stellte die Frage, ob es sinnvoll sei, über eine Motion abzustimmen, die nicht rechtens sei.

Der Gemeinderat hatte bereits in den schriftlichen Antworten auf die Vorstösse klargemacht, dass er auf seinen Entscheid nicht zurückkommen wollte. Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring-Walther (SP) sagte, die Motionen griffen in den Kompetenzbereich des Gemeinderats ein. Dieser müsse das ganze Spektrum im Auge behalten. «Die Gemeinde soll konkurrenzfähig bleiben und sich weiterentwickeln können.»

Die beiden Motionen der SVP wurden mit 15 zu 20 Stimmen abgelehnt. Bei Vollbestand stehen sich in Münchenbuchsee zwei gleich starke Blöcke von zwanzig Parlamentariern gegenüber. In diesem Fall hätte Ratspräsidentin Eva Häberli Vogelsang (SP) den Stichentscheid geben können.

«Viel Angst vor dem Volk»

Es ging der SVP aber nicht nur um das Budget für das nächste Jahr. Die Partei, die die Wahl ums Gemeindepräsidium vor vier Jahren mit ihrer Kandidatin und heutigen Finanzvorsteherin Sonja Bucher gegen die SP mit Elsbeth Maring-Walther verloren hatte, wollte auch erste Pflöcke für das nächste Jahr einschlagen. Darum hatte sie eine Motion eingereicht, welche den Gemeinderat verpflichten wollte, für 2013 ein ausgeglichenes Budget mit einer Steueranlage von 1,52 Einheiten vorzulegen.

«Es herrscht wahnsinnig viel Angst vor dem Volk», sagte Christian Bärtschi dazu. «Auch in der DDR hatte man Angst vor dem Volk.» Für den DDR-Vergleich erntete Bärtschi von Renate Löffel (EVP) die Bemerkung, dies sei «daneben und unter jedem Niveau». Thomas Scheurer (GFL) erklärte, man könne nicht schon ein Jahr zum Voraus wissen, welches die richtige Steueranlage sei. «Solch blinde Vorgaben kennen wir aus der Planwirtschaft.» Auch diese Motion der SVP wurde schliesslich abgelehnt, mit 14 zu 19 Stimmen.

Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
02.11.2011

Gemeinderat beharrt auf Budget in Eigenregie

In Münchenbuchsee kommt das Budget wohl definitiv nicht vors Volk. Die Sondersitzung dürfte zum Schlagabtausch für die Galerie werden.

Der Gemeinderat von Münchenbuchsee entschied, das Budget 2012 nicht Parlament und Stimmvolk vorzulegen. Er verordnete stattdessen den Voranschlag, der eine Steuererhöhung von 1,52 auf 1,56 beinhaltet, in Eigenregie (der «Bund» berichtete). Das brachte die SVP auf die Palme. Mit einer Sondersitzung, die am 17. November stattfinden wird, will die Partei den Entscheid umstossen. Die SVP verlangt ein ausgeglichenes Budget ohne Steuererhöhung - und dass dieses dem Volk vorgelegt wird.

Aus den Antworten auf die Vorstösse der SVP wird jedoch klar, dass der Gemeinderat nicht auf seine Beschlüsse zurückkommen wird. Die Motion sei «rechtlich nicht zulässig», heisst es, weil das Budget wegen der Filag-Übergangsbestimmungen in diesem Jahr in der Kompetenz der Exekutive liege. Steueranlage und Voranschlag seien bereits beschlossen. Der Gemeinderat verteidigt sein Vorgehen: Dieses sei «transparent, klar und nachvollziehbar, auch wenn die beschlossene Massnahme auf den ersten Blick zu Unverständnis und Kopfschütteln führt». Der Gemeinderat habe beschlossen, einen strategischen Entscheid zu fällen, und halte weiterhin an diesem fest.

Die Sondersitzung wird also wohl in einem Schlagabtausch zwischen rechts und links enden. SVP und FDP besitzen 20 Mandate im Grossen Gemeinderat. SP, EVP und GFL kommen zusammen ebenfalls auf 20 Sitze. Ratspräsidentin ist Eva Häberli Vogelsang (SP).

Auch 2013 gibt es ein Budget

Weiter geht aus den Unterlagen hervor, dass der Gemeinderat gegen den einstimmigen Vorschlag der Finanzkommission entschieden hat. Die Finanzkommission, die von Gemeinderätin Sonja Bucher (SVP) präsidiert wird, wollte die Mehrbelastung von rund 580 000 Franken durch das Filag mit Sparmassnahmen auffangen und das Budget dem Volk vorlegen.

Am 17. November wird aber auch ein Vorstoss zum Budget 2013 behandelt. Hier kann das Parlament nicht nur seinen Unmut kundtun, sondern auch inhaltlich entscheiden. Die SVP-Fraktion verlangt, das Budget sei «ausschliesslich mit der Steueranlage 1,52 vorzulegen». Der Gemeinderat lehnt dies ab. Der Finanzplan rechne auch in den Jahren 2013 bis 2016 mit einer Steueranlage von 1,56 Einheiten. Erst der Budgetprozess im nächsten Jahr werde zeigen, ob es möglich sei, die Steuern wieder zu senken. «Das vordringlichste Ziel, die Abschreibung des Bilanzfehlbetrags, muss weiterverfolgt werden.»

Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
24.10.2011

Münchenbuchsee wird «offizieller» AKW-Gegner

Die Gemeinde Münchenbuchsee tritt dem Komitee «Mühleberg Ver-fahren» bei, das die Beschwerdeführenden im Kampf gegen den unbefristeten Betrieb des AKW Mühleberg unterstützt. Der Grosse Gemeinderat unterstützte am Donnerstagabend eine Motion der GFL mit 18 gegen 15 Stimmen.

Gegen die Annahme der Motion hatte sich in erster Linie die SVP gewehrt. «Es ist nicht unbedingt Aufgabe einer Gemeinde, bei einem solchen Verein mitzumachen», sagte Kathrin Melliger namens der Partei. Den Entscheid über eine Mitgliedschaft sollten die Bürgerinnen und Bürger auf privater Ebene fällen können. Der Gemeinderat hatte sich in der Antwort bereit erklärt, die Motion anzunehmen. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Münchenbuchsee haben bei der kantonalen Abstimmung vom 13. Februar mit 1834 zu 1847 Stimmen knapp Nein zu einem neuen AKW in Mühleberg gesagt. Nach den Ereignissen in Fukushima in Japan wäre der ablehnende Entscheid vermutlich deutlicher ausgefallen, erklärte der Gemeinderat. Münchenbuchsee will zwar dem Bündnis beitreten, aber auf einen finanziellen Beitrag verzichten.
 
Ein Artikel aus dem
(wal, Der Bund)
24.10.2011

Parlament setzt sich für «Buchsi-Info» ein

Das Gemeindeorgan «Buchsi-Info» soll nicht Ende Jahr aus Kostengründen eingestellt werden.

Am Anfang standen Sparpläne: Der Gemeinderat von Münchenbuchsee unterzog die Broschüre «Buchsi-Info», die viermal im Jahr erscheint, einer Überprüfung. Die Kosten pro Ausgabe belaufen sich auf 6300 Franken. Dann beschloss er die Publikation einzustellen: Das Gemeindeorgan soll im Dezember zum letzten Mal erscheinen, als Ersatz soll sechsmal pro Jahr ein Flyer mit den wichtigsten Infos in die Haushaltungen verteilt werden. Zudem kann ein Newsletter abonniert werden. Verwiesen wird auch auf die Homepage als Informationsquelle. Dadurch will die Gemeinde bis 15 000 Franken jährlich sparen.

In einem dringlichen Postulat forderte Erika Gasser Niederhauser (SP) am Donnerstagabend den Gemeinderat auf, «weiterhin eine Informationsbroschüre im Rahmen des bisherigen ‹Buchsi-Info› an alle Haushalte der Gemeinde herauszugeben». Die Broschüre, die auch von den Vereinen genutzt wird, sei eine «wichtige Informationsquelle für die Bevölkerung». Es gebe auch Haushalte ohne Zugang zum Internet. Eine Petition für die Erhaltung des Blattes wurde von 750 Personen unterschrieben.

Eine klare Mehrheit des Parlaments unterstützte den Vorstoss von Erika Gasser Niederhauser. Ein grosser Teil der Bevölkerung freue sich, wenn die Broschüre ins Haus flattere, war eines der Argumente. Das Postulat wurde mit 28 zu 4 Stimmen angenommen. Der Gemeinderat muss seinen Entscheid zur Abschaffung des Gemeindeorgans noch einmal überdenken.

Ein Artikel aus dem
(wal, Der Bund)
21.10.2011

Schlagabtausch zum Budget in Münchenbuchsee

Dass der Gemeinderat das Budget 2012 in Eigenregie festsetzte, gab zu reden.

Das Gemeindeparlament von Münchenbuchsee konnte Donnerstagabend das Budget, das eine Steuererhöhung von 1,52 auf 1,56 vorsieht, nur zur Kenntnis nehmen, aber nicht darüber befinden. Der Gemeinderat hat es in eigener Kompetenz verabschiedet. Dazu ist er aufgrund einer Übergangsbestimmung im neuen Finanz- und Lastenausgleich des Kantons (Filag) befugt: Die Exekutiven dürfen das Budget und eine Steuererhöhung im Ausmass der Mehrbelastung durch das neue Filag verabschieden, ohne das Volk oder ein allfälliges Parlament zu befragen, heisst es darin. Die Steuererhöhung in Münchenbuchsee um 0,4 Steuerzehntel entspricht der Mehrbelastung durch das Filag von 580'000 Franken.

Hatte man auch nichts zu bestellen, so wollte man sich doch das Husten nicht verbieten lassen. Vor allem die SVP, die stärkste Partei in Münchenbuchsee, fühlte sich vom Gemeinderat düpiert und verlangte Ende September eine Sondersitzung: Mit einer Motion will man den Gemeinderat doch noch dazu bringen, das Budget ins Parlament und vors Volk zu bringen. Die Sitzung wurde auf den 17. November anberaumt. Dass Parlament und Stimmvolk in dieser zentralen Frage übergangen werden sollten, könne die SVP nicht hinnehmen, sagte Parlamentarier Jean-Pierre Vicari. «Was rechtlich möglich ist, ist politisch nicht immer richtig und vor allem auch nicht klug.» Er hoffe auf eine konstruktive Auseinandersetzung am 17. November und darauf, dass «dieser politische Fehlentscheid» von den Verantwortlichen rückgängig gemacht werde.

SP spricht von «Führungsstärke»

Er verstehe, dass die Situation für den Gemeinderat nicht einfach gewesen sei, sagte Georg Karlaganis für die FDP. «Es gäbe aber Lösungen ohne Erhöhung des Steuerfusses.» Die Erhöhung der Steuern gehöre zu den wichtigsten Entscheiden in einer Gemeinde. Deshalb sollte dieser Entscheid dem Volk unterbreitet werden, auch wenn es juristisch nicht unbedingt nötig sei, fand Karlaganis.

SP, GFL und EVP sahen die Situation anders. Der Gemeinderat habe «Führungsstärke» gezeigt, sagte Kathrin Morgenthaler. Die Mehrbelastung durch die Steuererhöhung sei nicht sehr gross. Bei 6000 Steuerpflichtigen gehe es um rund 100 Franken pro Jahr und Person. «Wenn wir uns ärgern, dann über den bürgerlich dominierten Grossen Rat», erklärte Peter Stucki namens der GFL. Die Suppe sei im Rathaus in Bern eingebrockt worden, müsse aber in Münchenbuchsee ausgelöffelt werden. Stucki verwies auf andere Gemeinden wie Lyss, Münsingen oder Interlaken, die das Budget mit einer Steuererhöhung in diesem Jahr ebenfalls nicht dem Volk vorlegen.

Die beiden Seiten warfen sich gegenseitig mangelndes Demokratieverständnis vor. Im Gemeinderat ist die SVP mit drei Sitzen vertreten, die anderen vier Mandate entfallen auf die SP (2) sowie auf die GFL und die EVP.

Geld wird «zweckentfremdet»

Das Budget für das nächste Jahr sieht bei einem Aufwand von 47,4 Millionen Franken ein ausgeglichenes Ergebnis vor. Darin enthalten ist eine zusätzliche Reduktion des Bilanzfehlbetrags um 705'000 Franken. Damit will die Gemeinde einen weiteren Schritt in Richtung gesunde Finanzen tun. Es gibt im Voranschlag neben der Steuererhöhung einen zweiten umstrittenen Punkt: 940'000 Franken werden dem Fonds für Planungsmehrwerte entnommen, zum Beispiel für das Sportzentrum Hirzenfeld oder die Kornhausbibliothek. Für die SVP ist dies ein «doppelter Sündenfall». Vorbehalte machte auch die GFL. «Mit dem Fonds wird sorglos umgegangen», sagte Michael Ruefer. «Das Geld wird zweckentfremdet.» Die GFL werde mit einer Motion versuchen, dieser Zweckentfremdung einen Riegel zu schieben.

Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
06.10.2011

Münchenbuchsee ist gegen AKW Mühleberg

In der Region ist das Unbehagen über das AKW Mühleberg gross. Münchenbuchsee will sogar dem Komitee «Mühleberg Ver-fahren» beitreten.

Bern, Köniz, Zollikofen oder Ostermundigen: Sie alle sind skeptisch, was die Sicherheit des AKW Mühleberg oder die Unabhängigkeit und Verlässlichkeit der Aufsichtsbehörde Ensi betrifft (siehe auch Seite 19). Die Gemeinden haben ihre Kritik zum Beispiel in Briefen an Bundesrätin Doris Leuthard (CVP) formuliert. Die Gemeinde Münchenbuchsee ist nun bereit, dem Komitee «Mühleberg Ver-fahren» beizutreten, das die Beschwerdeführenden gegen die unbefristete Betriebsbewilligung für das AKW unterstützt. Der Gemeinderat will eine entsprechende Motion von Peter Stucki (GFL) annehmen, wie aus den Unterlagen für die Parlamentssitzung vom 20. Oktober hervorgeht. «Der Zeitpunkt ist gekommen, sich aktiv einzumischen», findet Stucki. Die fundierten Einwände zum Risiko seien nicht ernst genommen worden.

 

Knappes Nein am 13. Februar

 

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Münchenbuchsee haben bei der kantonalen Abstimmung vom 13. Februar mit 1834 zu 1847 Stimmen knapp Nein zu einem neuen AKW in Mühleberg gesagt. Nach den Ereignissen in Fukushima in Japan wäre der ablehnende Entscheid vermutlich deutlicher ausgefallen, erklärt der Gemeinderat. Es sei ein «breites Bündnis von Organisationen, Parteien und Einzelpersonen, welches sich gegen den Weiterbetrieb des AKW Mühleberg wehrt». Nach den Angaben des Gemeinderats sind im Komitee aber mit der Stadt Genf und dem freiburgischen Villarepos nur zwei andere Gemeinden vertreten. Münchenbuchsee will zwar, falls das Parlament zustimmt, dem Bündnis beitreten, würde aber auf einen finanziellen Beitrag verzichten.

 

Zu den Mitgliedern des Komitees zählen viele Einzelpersonen sowie linke und grüne Parteien. Zu den Vorstandsmitgliedern gehören die Nationalrätinnen Ursula Wyss (SP) und Franziska Teuscher von den Grünen.

 

Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
04.10.2011

SVP will Steuererhöhung in Münchenbuchsee kippen

Wir haben im Interesse der Gemeinde gehandelt, sagt Elsbeth Maring.
Wir haben im Interesse der Gemeinde gehandelt, sagt Elsbeth Maring.
Falls es nicht klappt, ist immerhin der Wahlkampf für 2012 eingeläutet.

Wegen der Einführung des neuen Finanz- und Lastenausgleichsgesetzes (Filag) sehen sich viele Gemeinden gezwungen, die Steuern zu erhöhen. Einige Gemeinderäte wie diejenigen von Münchenbuchsee oder Münsingen machen von der Möglichkeit Gebrauch, die Steuern in Eigenregie zu erhöhen, also ohne das Budget den Stimmberechtigten vorzulegen. In Münchenbuchsee, wo es schon verschiedentlich zu heftigen Auseinandersetzungen um Budget und Steuern gekommen ist, sorgt der Entscheid des Gemeinderats für Ärger. Die SVP hat eine ausserordentliche Sitzung des Gemeindeparlaments verlangt. Dafür nötig sind die Unterschriften von zehn Parlamentsmitgliedern. Ziel der Partei: den Gemeinderat dazu zwingen, das Budget doch noch materiell Parlament und Volk vorzulegen - und zwar ohne Steuererhöhung, aber mit Sparmassnahmen. Die Sitzung wurde vom Parlamentspräsidium nun auf den 17. November gelegt. Das sei viel zu spät, sagt SVP-Präsident Christian Bärtschi. «Wir werden mit unserem Anliegen über die Terminachse ausgebremst.» Der demokratische Prozess lasse sich auf diese Weise nicht ordentlich durchspielen.

 

Maring verteidigt Vorgehen

 

Es ist jedoch fraglich, ob die SVP mit ihrem Vorstoss viel erreicht. In den Übergangsbestimmungen des vom Grossen Rat beschlossenen Filag heisst es: «Sofern im Jahr des Inkrafttretens dieser Änderung die Veränderung der Steueranlage einer Gemeinde gegenüber dem Vorjahr den Wirkungen dieser Änderung entspricht, ist der Gemeinderat für die Festlegung der Steueranlage und des Voranschlages zuständig.» Ausgedeutscht bedeutet das, dass der Gemeinderat 2011 die Kompetenz zur Steuererhöhung hat, falls die Erhöhung den Auswirkungen der Filag-Reformen entspricht. In Münchenbuchsee ist dies der Fall: Die Mehrbelastung durch das Filag beträgt 580 000 Franken, was sich mit der beschlossenen Steuererhöhung von 1,52 auf 1,56 Steuereinheiten deckt.

 

Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring-Walther (SP) verteidigt den Entscheid des Gemeinderates. «Wir haben im Interesse der Gemeinde gehandelt.» Da Münchenbuchsee auch noch einen Bilanzfehlbetrag abtragen müsse, sei eine Steuererhöhung unumgänglich. Grosse Sparmöglichkeiten gebe es derzeit nicht. Zudem sei auch rechtlich abgeklärt worden, dass der Gemeinderat zuständig sei. «Mit einer Motion kann die SVP den Entscheid nicht kippen.» Sie nehme nicht an, dass der Gemeinderat seine Meinung wieder ändern werde. Der Gemeinderat habe aber die neue Entwicklung noch nicht beraten.

 

Im nächsten Jahr finden in Münchenbuchsee Wahlen statt. Die Vermutung liegt nahe, dass die SVP auch politisches Kapital aus der Steuererhöhung schlagen will. Christian Bärtschi stellt dies in Abrede: «Mit Wahlkampf hat das nichts zu tun.» Die Gemeindepräsidentin beweise aber ein «seltsames Demokratieverständnis». Maring-Walther ist seit 2008 Gemeindepräsidentin - sie gewann die Stichwahl gegen Sonja Bucher (SVP), die heutige Ressortvorsteherin Finanzen, mit 92 Stimmen Vorsprung.

 

Das Budget 2012 sieht ein ausgeglichenes Ergebnis vor. Für die Null am Schluss braucht es aber nicht nur eine Steuererhöhung, sondern auch noch 940 000 Franken, die aus der Spezialkasse für Planungsmehrwerte in die laufende Rechnung gepumpt werden. Für die Tilgung des Bilanzfehlbetrags sind 705 000 Franken reserviert.


Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
30.09.2011

Die SVP verlangt eine Sondersitzung zum Budget

Das Volk soll in Sachen Budget doch mitreden können. Die SVP fordert eine Sondersitzung im Parlament – und eine Urnenabstimmung.


Die SVP Münchenbuchsee kämpft dafür, dass das Ortsparlament und die Stimmberechtigten übers Budget 2012 abstimmen können. Sie verlangt eine ausserordentliche Sitzung des Parlaments. Damit versucht die Volkspartei, den Entscheid des Gemeinderates umzustossen. Dieser segnete das Budget mit einer Steuererhöhung von 0,05 Einheiten in Eigenregie ab (wir berichteten). Der Grosse Rat hatte die Gemeinden dazu ermächtigt – zur einmaligen Kompensation von Beiträgen des Lastenausgleichs. Doch SVP-Präsident Christian Bärtschi wirft dem Rat «DDR-Methoden» vor.

 

Die Sondersitzung dürfte zustande kommen, denn die dafür notwendigen zehn Parlamentarier haben das Begehren unterschrieben. Die SVP hat auch schon die Traktanden festgelegt: drei Motionen und zwei Einfache Anfragen. Verlangt wird, dass der Gemeinderat das Budget dem Parlament und den Stimmbürgern unterbreitet. Weiter soll die unveränderte Steueranlage 1,52 gelten. Zudem will die SVP wissen, warum der Rat das Budget nicht vorlegen will und welchen Antrag die Finanzkommission gestellt hatte. Dass die Kommission das Budget vors Parlament und an die Urne bringen wollte, ist allerdings bekannt. Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring (SP) hatte gestern Nachmittag den Brief der SVP noch nicht gesehen. «Ich habe jedoch kein Problem mit einer ausserordentlichen Sitzung. Wir können dort Fragen beantworten», sagte sie gegenüber dieser Zeitung. «Wir haben im Interesse der Gemeinde entschieden, ich stehe weiterhin dazu.» Maring fragt sich aber, ob das Parlament den Entscheid des Gemeinderates überhaupt umstossen könnte. Das müsse abgeklärt werden. «Wir haben jedoch nicht DDR-Methoden angewandt, sondern nur unsere Kompetenzen ausgeschöpft», wehrt sie sich.

Ein Artikel aus der
(Herbert Rentsch, Berner Zeitung BZ)
26.09.2011

Münchenbuchsee greift auf Spezialkasse zurück

Der Gemeinderat hat die Details zum Budget 2012 veröffentlicht. Er erhöht nicht nur die Steuern, sondern nimmt auch 940 000 Franken aus einem Fonds.

 

In Münchenbuchsee dürfte dem Gemeinderat ein politisch heisser Herbst bevorstehen. Er hat beschlossen, die Steuern von 1,52 Einheiten auf 1,56 Einheiten anzuheben und das Budget weder dem Parlament noch dem Volk vorzulegen. Die SVP sprach von «DDR-Methoden». Durch den neuen kantonalen Finanz- und Lastenausgleich (Filag) entstehe der Gemeinde eine Mehrbelastung von 580 000 Franken, argumentiert der Gemeinderat. Falls die Gemeinde die Mehrbelastung eins zu eins an die Steuerzahlenden weitergebe, könne der Gemeinderat die Steuererhöhung in eigener Regie beschliessen, heisst es in den Unterlagen für die Parlamentssitzung vom 20. Oktober. An diesem Tag ist das Budget zwar traktandiert, der Grosse Gemeinderat kann es aber nur noch zur Kenntnis nehmen und keine Änderungen mehr vornehmen. Das Budget sieht bei einem Aufwand von 47,4 Millionen Franken ein ausgeglichenes Ergebnis vor - wobei 705 000 Franken für die Reduzierung des Bilanzfehlbetrags verwendet werden.

 

Um den Haushalt im Lot zu halten, muss der Gemeinderat aber auch in die Spezialfinanzierung Planungsmehrwerte greifen, wie aus den Unterlagen ersichtlich ist. Darin sind derzeit 4,5 Millionen Franken enthalten. 940 000 Franken davon sollen für die Laufende Rechnung verwendet werden, zum Beispiel 300 000 Franken für den Trägerverein des Sportzentrums Hirzenfeld, 235 000 für die Kornhausbibliothek, 155 000 Franken für den Unterhalt öffentlicher Anlagen oder 100 000 Franken für Spielplätze. Ohne diese Massnahme und die Steuererhöhung würde ein Defizit von 1,5 Millionen Franken resultieren - der Bilanzfehlbetrag könnte nicht weiter abgebaut werden.

 

«Schamlose Ausnützung»


Vor allem die SVP fühlt sich düpiert. Parteipräsident Christian Bärtschi sagt, es handle sich um eine «schamlose Ausnützung der Filag-Sonderregelung». Man habe sich keine Mühe gegeben, die Mehrbelastung anders zu kompensieren, und alle Einwände über Bord geworfen. Zur Verwendung des Geldes aus der Spezialkasse will er sich noch nicht äussern. Die SVP stellt im siebenköpfigen Gemeinderat drei Mitglieder, darunter mit Sonja Bucher die Ressortchefin Finanzen. Die übrigen vier Sitze sind durch die SP (2) sowie EVP und GFL besetzt. Die Steuererhöhung in Eigenregie dürfte kaum in Buchers Sinn gewesen sein. Die von ihr präsidierte Finanzkommission wollte das Budget denn auch dem Volk vorlegen, drang aber mit ihrem Antrag nicht durch.

 

Etwas weniger dramatisch als die SVP sieht es die FDP. Präsident Georg Karlaganis findet das Vorgehen zwar «unschön», sagt aber, man werde wohl in den «sauren Apfel» beissen müssen. SP und GFL finden den Entscheid des Gemeinderats richtig.

 


Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
22.09.2011

Er will die ganze Region verkuppeln

Flirten als Verkaufsgespräch Patrick Brayenovitch erklärt, wie es zum
Flirten als Verkaufsgespräch Patrick Brayenovitch erklärt, wie es zum
Patrick Brayenovitchs Geschäftsidee soll ihm und Singles Erfolg bringen. Der «Singlecoach» trainiert, wie man einen Partner findet. Als früherer Verkaufsleiter setzt er auf Kommunikation und Werbestrategien – sprich: flirten, flirten, flirten.

Eine Frau sitzt an einem Tisch, ein Mann setzt sich zu ihr, sagt «Hallo», ist nervös, spielt mit den Händen. Mit ihrer Hilfe ergibt sich ein Gespräch, am Schluss bekommt er sogar ihre Nummer. Treuherzig schaut er zu Patrick Brayenovitch, der daneben sitzt und die Szene beobachtet. «Den Anfang hast du völlig versaut!», sagt dieser. Wenn man eine Frau anspreche, müsse man sicher auftreten, ein interessantes Thema bringen, entschlossen wirken. Der Teilnehmer nickt.

Deshalb ist er ja da: Er ist Single und möchte es nicht mehr sein. Patrick Brayenovitch aus Münchenbuchsee will ihm helfen, in vier Lektionen à 2 Stunden seine Unsicherheiten zu überwinden, um so endlich eine Partnerin zu finden. Weil Brayenovitch zum ersten Mal als Singlecoach einen Kurs durchführt, kostet diese Hilfe nur 320 Franken statt 540.

Idee aus Deutschland

Für den ersten Kurs haben sich fünf Teilnehmer gefunden, vier jüngere Männer und eine etwas ältere Frau. Fast alle haben sich angemeldet wegen eines Artikels im «20 Minuten», worin Brayenovitch sich als Experte zu Partnerschaftsfragen äussert. Die Gratiszeitung war durch Google auf ihn gestossen – seine Homepage figuriert bei vielen Suchmaschinen ganz vorne. «Das habe ich bewusst so eingerichtet», gibt Brayenovitch offen zu.

Ähnlich offen erzählt Brayenovitch, welche Ausbildung er zum Singlecoach absolviert hat: nämlich keine. Vom Konzept erfuhr er durch einen Freund aus Deutschland, wo Single Coaching in Grossstädten wie Berlin angeboten wird. «Es gibt in der Schweiz gar keine Ausbildung dazu», sagt Brayenovitch. Stattdessen hat er sich in Fachliteratur vertieft und profitiert von seiner Tätigkeit als Mediator – auch wenn er dort vor allem mit Scheidungen zu tun hat: «Beziehungen in ihrem ganzen Spektrum interessieren mich.» Der 40-jährige Ehemann und Vater eines Sohnes ist momentan zu 100 Prozent selbstständig; seit Anfang Jahr arbeitet er nicht mehr auf seinem Beruf als Verkaufsleiter.

«Felsenfest überzeugt»

Den Verkaufsleiter merkt man ihm an, wenn er auf einer Flipchart fünf Schritte zum erfolgreichen Flirten aufzeichnet und abschliesst mit: «Am Ende muss es ein Nutzungsangebot geben.» Das heisst: Ist das Gegenüber beispielsweise gern in der Natur, schlägt man eine Wanderung vor. Flirten sei ein Verkaufsgespräch mit besonderen Regeln, sagt der Coach und verrät das Erfolgsrezept: «Mit Freude flirten, möglichst immer und überall flirten, strategisch flirten.»

Das ist einfacher gesagt als getan, besonders für schüchterne Menschen wie einige der Kursteilnehmer. Brayenovitch will ihre Hemmungen wegtrainieren und bietet dazu gleich die passenden Plattformen: Speed-Dating, Singleapéro und Flirtdinner, die alle im Restaurant Kreuz in Zollikofen stattfinden sollen. Noch hat Brayenovitch dafür nicht genügend Anmeldungen erhalten.

Ein Problem, das auch andere Veranstalter kennen. «Ich bin jedoch überzeugt, dass das Bedürfnis nach solchen Treffen in der Region besteht», sagt Brayenovitch, der seine Frau bei der Arbeit kennen gelernt hat. Vom allseits beliebten Onlinedating seien mittlerweile viele enttäuscht.

Den Macker raushängen

Die Kursteilnehmer machen die abwechslungsreichen Übungsschritte zum selbstbewussten Flirten begeistert mit. «Nach unseren ersten zwei Kursabenden fühlen sich viele schon selbstbewusster», stellt Brayenovitch fest. Zum Schluss bekommen seine Schützlinge Hausaufgaben. Einer soll sich hellere Kleidung kaufen, ein anderer auf fremde Personen zugehen und ein Dritter «den Macker raushängen». Brayenovitch arbeitet eher mit klassischen Rollenmustern. «Das ist Evolution», erklärt er knapp. Urtriebe also, die in der heutigen Zeit nur noch ein wenig des Trainings bedürfen.

Ein Artikel aus der
(Annatina Foppa, Berner Zeitung BZ)

Infobox
Die Region datet im Internet 26,5 Prozent der Personen zwischen 18 und 69 Jahren in der Region Bern sind Single, so viele wie nirgendwo sonst in der Schweiz. Dies besagt eine nach eigenen Angaben repräsentative Studie der Onlinepartneragentur Parship.ch.

Obwohl mehr als jeder Vierte keinen Partner hat, finden sich in der Region nur wenig Anlässe für Alleinstehende. Beharrlich hält sich die monatliche «Tanzparty für Singles» im Bären Ostermundigen – doch deren Gästezahl ist von früher rund 150 stark geschrumpft.

Womöglich hat das Internet die traditionellen Plattformen zum Kennenlernen verdrängt. So zumindest sieht das Rolf Grünig, der Besitzer vom Berner Café Black. In den 80er-Jahren tauschten Singles in seinem Café in der Amthausgasse rege Liebesbriefe aus.

«Das wäre heute in Zeiten von Handy und Facebook aber nicht mehr möglich», sagt Grünig. Auch Franziska Milena Müller, Inhaberin der Partneragentur Cordial Bern, plante früher Singletreffen.

Nun hat sie dieses Konzept aufgegeben und setzt nur noch auf Onlineprofile und herkömmliche Partnervermittlung. Sie erklärt: «Viele Singles sind von der Idee abgeschreckt, unter mehreren fremden Menschen – und in gegenseitiger Konkurrenz – auf Partnersuche gehen zu müssen.» (afo)
16.09.2011

Wattenwil kauft Jugendarbeit in Münchenbuchsee ein

Vor dem Jugendtreff Baracca in Wattenwil von links Reto Blaser von der Kinder- und Jugendfachstelle Münchenbuchsee, Gemeindepräsident André Bähler, Gemeinderätin Liselotte Bähler und Gaston Hänni vom Verein Jugendforum, der den Treff noch bis Ende Jahr betreibt. Bild Marc Imboden
Vor dem Jugendtreff Baracca in Wattenwil von links Reto Blaser von der Kinder- und Jugendfachstelle Münchenbuchsee, Gemeindepräsident André Bähler, Gemeinderätin Liselotte Bähler und Gaston Hänni vom Verein Jugendforum, der den Treff noch bis Ende Jahr betreibt. Bild Marc Imboden
Der Gemeinderat schlägt einen neuen Weg ein: Er kauft die Leistungen im Bereich offene Jugendarbeit in Münchenbuchsee ein. «Das Heft geben wir damit aber nicht aus der Hand», betont Gemeindepräsident André Bähler.

«Die Leistungen waren nicht schlecht. Aber wir befanden uns immer irgendwie am Rand des Geschehens, und die 30-Prozent-Stelle reichte nicht.» Wattenwils Gemeindepräsident André Bähler (SVP) spricht von der offenen Jugendarbeit Region Gürbetal mit Sitz in Riggisberg. Bis Ende 2010 Jahres zahlte die Gemeinde dafür jährlich rund 15000 Franken; im Gegenzug war eine Person während eineinhalb Tagen pro Woche vor Ort und kümmerte sich um die Jungen.

Wattenwil kündete die Mitgliedschaft auf Ende des letztes Jahres und schliesst sich auf den 1.Januar dem Verein Kinder- und Jugendfachstelle Münchenbuchsee an. «Das kostet uns etwa 18'000 Franken pro Jahr – dafür erhalten wir eine 50-Prozent-Stelle», sagt Gemeinderätin Liselotte Bähler (parteilos/SP). Der neue Partner habe ein Konzept, das den Gemeinderat überzeugt habe, fügte sie an (vgl. Kasten). «Wir funktionieren im Prinzip nach dem Franchising-System, das man aus der Wirtschaft kennt», sagt Reto Blaser, Leiter Kinder- und Jugendfachstelle Münchenbuchsee. «Unsere Aussenstellen arbeiten quasi autonom.» Mit anderen Worten: Wattenwil sollte also nicht mehr ein Nebenschauplatz sein, wie André Bähler moniert hatte.

Auch weiterhin Konzerte

Eine der grossen Änderung zu Beginn des nächsten Jahres betrifft den Jugendtreff Baracca, der bisher vom Verein Jugendforum betrieben wurde. Neu wird jene Person dafür verantwortlich sein, die von der Kinder- und Jugendfachstelle Münchenbuchsee zu 50 Prozent angestellt wird. «Wenn es künftig also Klagen wegen Lärm geben sollte, bin nicht mehr ich als Gemeindepräsident zuständig», sagt Bähler. Beim Jugendforum sei dieser Wechsel auf offene Ohren gestossen, sagt Gaston Hänni, der selber Mitglied ist und in den letzten Jahren Zeit und Herzblut investiert hat. «Der Entscheid, den Betrieb abzugeben, ist bei uns einstimmig gefallen.» Der Verein wird nach wie vor Anlässe wie etwa Konzerte in der Baracca organisieren können (vgl. Kasten). Daneben soll es jeden Freitagabend einen Anlass der offenen Jugendarbeit geben, der sich vor allem an die Oberstufenschülerinnen und -schüler richtet – bisher wurde die Baracca vor allem von Teenagern nach der obligatorischen Schulpflicht besucht.

Gestern Abend sind die Anwohner rund um die Baracca über die Neuerungen informiert worden. André Bähler ist überzeugt, dass diese in der ganzen Gemeinde positiv aufgenommen werden. Dass die Stossrichtung des Gemeinderates auf Kritik stossen wird, weil nun die Kinder- und Jugendfachstelle Münchenbuchsee am Drücker sein wird, glaubt er nicht: «Wir geben das Heft nicht aus der Hand, sondern bestimmen nach wie vor, aus welchen Leistungen die Jugendarbeit in unserer Gemeinde besteht. Münchenbuchsee wird lediglich für die Umsetzung der Leistungen zuständig sein, welche wir einkaufen.»

Ein Artikel aus dem Thuner Tagblatt
(Marc Imboden, Thuner Tagblatt)

Der Verein Jugendforum Wattenwil hat eine Musikanlage für den Jugendtreff Baracca beschafft. «Den letzten Teil werden wir im nächsten Monat kaufen können», sagt Vereinsmitglied Gaston Hänni. Damit könnten auch in Zukunft Bands aufspielen, die sonst keine Auftrittsmöglichkeit haben. «Möglich war die Anschaffung dank Spenden und Sponsorenbeiträgen – dafür möchten wir herzlich danken.»

Fokus auf Freizeit
Die Kinder- und Jugendfachstelle Münchenbuchsee arbeite nach einem Konzept, das im Kanton Bern einzigartig sei, sagt Leiter Reto Blaser. «In der offenen Jugendarbeit ist die Wissensvermittlung üblicherweise sehr wichtig – etwa die Aufklärung über Drogen im Rahmen des Schulunterrichts.» In Münchenbuchsee verzichte man darauf. «Wir fokussieren auf die Freizeit der jungen Leute, indem wir Angebote bereitstellen, die nur ausserhalb der Schule zugänglich sind.» Das zweite Standbein sei die starke Zusammenarbeit mit Freiwilligen.

«Die Jugendlichen im schulpflichtigen Alter wollen nicht von alten Leuten geführt werden – für sie sind bereits 25-Jährige alt», scherzte Blaser. In Münchenbuchsee setze die Jugendarbeit auf Leaderpersönlichkeiten, die nur einige Jahre älter sind als ihre Klienten und die Angebote selber gestalten können.

09.09.2011

Die SVP spricht von "DDR-Methoden"

Der Gemeinderat legt das Budget 2011 mit einer Steuererhöhung weder dem GGR noch dem Volk vor. Bei den Parteien sind Kritik und Lob zu hören.

In Münchenbuchsee geht das Budget 2011 an Gemeindeparlament (GGR) und Volk vorbei. Der Gemeinderat hat eine Steuererhöhung um 0,04 Zehntel auf 1,56 Einheiten beschlossen und das Budget auch gleich abgesegnet. Dies ist heuer möglich: Der Grosse Rat hat das Vorgehen einmalig erlaubt.

In Münchenbuchsee ist die Finanzlage prekär. Die Gemeinde weist einen Finanzfehlbetrag von 1,75 Millionen Franken aus, den sie in den kommenden Jahren abtragen muss. Bei den Ortsparteien fallen die Reaktionen auf den Beschluss des Gemeinderates unterschiedlich aus. Die SVP kritisiert das Vorgehen scharf: «Der links-grün dominierte Gemeinderat wendet damit DDR-Methoden an», sagt SVP-Parteipräsident Christian Bärtschi. Für die SVP sei das letzte Wort nicht gesprochen. «Wir werden alle politischen Wege analysieren, die es ermöglichen, das Budget trotzdem vors Volk zu bringen.»

SVP: «Politischer Selbstmord»

Mit der Steuererhöhung habe der Gemeinderat «sämtliche Sparvorschläge in Bausch und Bogen versenkt». Denn Sparen sei möglich, so der SVP-Mann. Der Budgetentscheid des Gemeinderates werde Folgen für die Wahlen von 2011 haben, ist sich Bärtschi sicher: «Der von Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring dominierte Gemeinderat begeht damit politischen Selbstmord.» «Ich bin nicht glücklich, wie es gelaufen ist», sagt Heinz Zürcher Mitglied der FDP-Fraktion im GGR. Die Finanzkommission, der er angehört, habe den Antrag gestellt, das Budget vors Volk zu bringen. «Für mich ist es sehr fragwürdig, dass dies nun nicht geschieht. Das Volk wird umgangen.» Zürcher glaubt, die Stimmberechtigten hätten das Budget nicht goutiert, weil die Steuern erst vor kurzem erhöht wurden.

Ganz anders tönts bei der SP. «Wir stehen zum Entscheid des Gemeinderates», sagt Co-Präsident Peter Kast. Die Exekutive habe so gehandelt, wie es der Grosse Rat ermögliche, wenn der Filag unerwartete Kosten verursache. Sparmöglichkeiten sieht Peter Kast nicht: «Weniger ausgeben liegt gar nicht drin.» Die vom Gemeinderat beschlossene Steuererhöhung – sie macht rund 600 000 Franken aus – sei «für die Steuerzahler zumutbar», findet der SP-Co-Präsident.

GFL: «Logisch, mutig»

Lob ertönt auch von der Grünen Freien Liste (GFL): «Die Steuererhöhung ist logisch und mutig. Andere Lösungsansätze sehen wir nicht», sagt Präsident Peter Stucki. Für die GFL sei klar: «Der Steuersatz 1,52 reicht nur, wenn gar nichts passiert.» Sparmöglichkeiten sieht Stucki nicht. «Wir benötigen zusätzliche Einnahmen. Mehrere Gemeindeliegenschaften müssen dringend saniert werden.»

Ein Artikel aus der
(Herbert Rentsch, Berner Zeitung BZ)
07.09.2011

Budget in Eigenregie

Parlament und Volk werden nichts zum Budget 2012 sagen können. Der Gemeinderat hat es selbst verabschiedet und dabei den Steuerfuss von 1,52 auf 1,56 Einheiten erhöht – weil es der Kanton erlaubt.

Es tönt wie aus einem Königreich: Münchenbuchsees Gemeinderat erhöht die Steuern für 2012 von 1,52 auf 1,56 Einheiten. Volk und Parlament haben dazu nichts zu sagen. Auch übers Budget 2012 werden sie nicht abstimmen können. Dieses hat der Gemeinderat in Eigenregie verabschiedet, wie er gestern mitteilte. Und doch basiert das Ganze auf einem demokratischen Entscheid. Weil der neue Finanz- und Lastenausgleich (Filag) des Kantons manchen Gemeinden Mehr- andern Minderausgaben beschert, hat der Grosse Rat den Gemeinden erlaubt, dass sie die finanziellen Auswirkungen des Filag via Steuerfuss direkt ans Volk überwälzen können – dies aber nur einmalig für 2012.

Die Schulden tilgen

Wie Münchenbuchsee berechnet hat, bringt der Filag der Gemeinde bei einem Budget von rund 47 Millionen Franken Mehrausgaben von rund 600 000 Franken. Das entspricht rund den 0,4 Steuerzehnteln, um die nun der Steuerfuss erhöht wird, wie Vizegemeinderatspräsident Hans-Jörg Moser (SP) erklärt. Andere Gemeinden könnten die zusätzlichen Ausgaben auffangen, Buchsi aber nicht, sagt Moser. Seit Jahren kämpft die Gemeinde mit Schulden, noch immer hat sie einen Bilanzfehlbetrag von 1,75 Millionen Franken. Ende Jahr soll es 1 Million sein, Ende 2012 noch rund eine Viertelmillion.

Dass der Entscheid für Wirbel sorgen wird, ist sich der Gemeinderat bewusst. «Politisch werden wir dafür sicher angegriffen», sagt Moser. «Aber wir wollen das Geld nicht verschenken, sondern mit dem Schuldenabbau vorwärtsmachen.» Bis 2016 möchte der Gemeinderat wieder rund 3 Millionen Franken Eigenkapital haben. Dazu soll der Steuerfuss vorerst bei 1,56 bleiben – doch nächstes Jahr werden auch das Parlament und das Volk wieder mitreden können.

Ein Artikel aus der
(Lucia Probst, Berner Zeitung BZ)
17.08.2011

Frauen diskutieren über Islam

Eine muslimische Frauenorganisation führt kommenden Sonntag eine Diskussionsrunde zum Thema «Angst vor dem Islam» durch. Zugelassen sind nur Frauen.

«Glauben Sie nicht nur an das, was die Medien Ihnen sagen, sondern machen Sie sich selbst ein Bild vom wahren Islam.» Mit dieser Aufforderung lädt die Frauenorganisation Lanja der Ahmadiyya-Gemeinde alle Frauen zu einem Diskussionsnachmittag in Münchenbuchsee ein. Mit über tausend Flyern, die sie in der Region verschickten, machen die Musliminnen Werbung für den Anlass. Auch an Schulen, Kirchen und in Frauenorganisationen verteilten sie die Flyer. Auf den Flugblättern stehen Fragen wie «Ist der Islam eine terrorliebende Religion?» oder «Unterdrückt der Islam die Frauen?». Maria Tahir (24), Verantwortliche für den interreligiösen Dialog bei der Ahmadiyya-Gemeinde, mag im Vorfeld des Anlasses zu den Fragen keine Stellung beziehen. «Jeder soll sich selber ein Bild machen über die Antworten, die der Koran zu diesen Fragen gibt», erklärt die Schweizerin mit pakistanischen Wurzeln ihre Zurückhaltung.

 

Falsche Übersetzungen

 

Der Informations- und Diskussionsnachmittag thematisiert Ängste rund um den Islam. «Unser Ziel ist es, diese Ängste und Vorurteile abzubauen», erklärt Tahir. Oft seien falsche Übersetzungen des Korans das Problem. Die Ahmadiyya-Gemeinde halte sich deshalb nur an dessen originalen Wortlaut und nicht an Übersetzungen.

 

«Liebe für alle, Hass für niemanden» steht auf der Homepage der Schweizer Ahmadiyya-Gemeinde. 14 Sektionen und etwa 700 Mitglieder umfasst die Gemeinschaft. Auch Bern hat eine Sektion.

Diskussionsnachmittag Sonntag, 21. August, 13 Uhr, Pädagogisches Zentrum für Hören und Sprache (Rittersaal), Klosterweg 7, Münchenbuchsee.

Ein Artikel aus der
(ahl, Berner Zeitung BZ)
16.08.2011

Kinderarzt darf Medikamente an seine Kunden versenden

Das Verwaltungsgericht hat einem bekannten Spezialisten recht gegeben: Er darf seinen Patienten spezielle Medikamente nach Hause schicken.

 

Arzt M. R.* behandelt Kinder und Jugendliche, die an einem Aufmerksamkeitsdefizit leiden und hyperaktiv sind (ADHS). Er ist ein Spezialist auf diesem Gebiet und hat – auch zusammen mit seiner Frau – schon Bücher zum Thema veröffentlicht. In seiner Praxis darf er Medikamente abgeben. Seit einer Inspektion vor fünf Jahren befindet er sich aber in einem Rechtsstreit mit verschiedenen kantonalen Instanzen. Denn M. R. behandelt Kinder und Jugendliche aus der ganzen Schweiz und schickt ihnen Medikamente nach Hause. Dies sei illegal – wenn er dies weiterhin tue, dürfe er gar keine Medikamente mehr abgeben, verwarnte das Kantonsapothekeramt den Arzt. Der Regierungsrat ist derselben Meinung. Doch M. R. wehrte sich weiter – mit Erfolg: Das Verwaltungsgericht hat dem Arzt aus Münchenbuchsee nun recht gegeben. Dass er seinen Patienten Medikamente schickt, müsse in seinem Fall nicht bewilligt werden. Der Arzt sei zu Unrecht verwarnt worden.

 

«Sinnvolle Dienstleistung»

 

Warum hat das Gericht so entschieden? Die Kinder und Jugendlichen, die M. R. behandelt, wohnen teilweise weit weg von Münchenbuchsee. In der Anfangsphase der Behandlung wird die Medikamentendosis stetig gesteigert. Der Arzt gibt die Medikamente entweder direkt in seiner Praxis ab, oder er versendet sie per Post an seine Patientinnen und Patienten. Der eigentliche Versandhandel bringt Risiken mit sich. So könnten die Substanzen in die falschen Hände geraten. Daher schreibt das Gesetz unter anderem vor, dass die Wirkung des versendeten Medikaments ausreichend ärztlich überwacht wird. Das Verwaltungsgericht kam zum Schluss, dass M. R. keinen eigentlichen Versandhandel betreibt. Es handle sich um eine «übliche, sinnvolle und notwendige Dienstleistung» und sei lediglich ein sogenannter Nachversand. Und für diesen ist keine Bewilligung nötig. Der Kinderarzt schicke die Medikamente nur an Stammkunden, und es bestehe eine persönliche Beziehung zwischen ihm und seinen Patienten. Er habe auch keine Kataloge oder Prospekte, mit denen er für die Arzneimittel werbe. Er verschaffe sich so auch keinen Marktvorteil gegenüber einer öffentlichen Apotheke.

 

Substanzen schwer erhältlich

 

Einen weiteren Punkt hat das Gericht in die Waagschale gelegt: Verschiedene Präparate, die M. R. verwendet, sind nicht ohne weiteres in jeder Apotheke erhältlich. Dies im Gegensatz zu dem häufig gegen ADHS eingesetzten Ritalin. So importiert Arzt M. R. das Amphetamin Adderall direkt über eine internationale Apotheke. Dass die Medikamente für die Patienten schlecht erhältlich sind, verstärke den Ausnahmecharakter seines Nachversands.

*Name der Redaktion bekannt


Ein Artikel aus der
(kle, Berner Zeitung BZ)
05.08.2011

Bundesfeier 2011

Mit einem reichhaltigen Programm luden der Gemeinderat und die Organisatoren der Guggemusig Taktsurfer zur diesjährigen Bundesfeier am Vorabend des 1. August ein.

 

Der Schulhausplatz Paul Klee füllte sich rasch und die Äschlenälpler, eine Familienländlermusig aus Aeschlen, stimmte gleich zu Beginn auf einen gemütlich fröhlichen Abend ein. Dazu gehörte natürlich eine Bratwurst vom Grill, öppis Dünns und ein Stück Kuchen vom reichhaltigen Buffet.

 

Mit viel Freude klebten die Kinder unter Anleitung eifrig ihre Lampions zusammen und an der Feuerstelle buken sie gluschtiges Steckenbrot.   

 

Den offiziellen Festakt eröffneten die Alphornbläser vom Bäreried mit einem Fahnenschwinger. Zauberclown Adi zog anschliessend die zahlreichen Kinder vom Festplatz in die Aula und überraschte sie mit vielen Zaubereien und Gauklereien. Gleichzeitig begrüsste Gemeinderat Res Luginbühl den diesjährigen Festredner Ständerat Adrian Amstutz am Rednerpult. Gebannt und interessiert verfolgten die Festbesucher seine Rede, in der er kritisch zum Nachdenken über die Werte und Ziele unseres Landes aufforderte.

Wohl etwas ungewohnt von einer Guggenmusig, stimmte anschliessend die Guggemusig Taktsurfer unsere Landeshymne an, dabei liessen die Kinder rote und weisse Ballone zum Himmel steigen.

 

Die Taktsurfer feiern dieses Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum, ein Grund an der Bundesfeier einmal nicht nur im Hintergrund zu bleiben. Sie wagten das Experiment, ein Stück zusammen mit den Äschlenalpler zu spielen. Ungewohnt – aber den Festgästen zauberte diese Aktion ein erheiterndes Schmunzeln hervor. Als dann richtig geschränzt wurde, liess sich bis in die hintersten Reihen mancher zum Wippen und Klatschen hinreissen.

 

An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass die Taktsurfer bereits zum 9. Mal die Bundesfeier organisiert haben. Jedes Jahr wird auf ein abwechslungsreiches Programm geachtet, in dem sowohl Tradition wie auch Unterhaltung geboten werden. Wichtig ist ihnen auch, dass die Kinder integriert werden können.

 

Dazu gehört natürlich der Lampionumzug, besonders schön, wenn die Kinder mit ihrem selbst gebastelten, besonderen Lampion teilnehmen können. Nach dem Eindunkeln starteten sie, angeführt vom Rhythmus der Taktsurfer, auf die Route durchs Dorf. Als Belohnung gab es bei der Rückkehr Kuchen und Tee.

 

Das Festfeuer gegenüber dem Festplatz auf der Schönegg rundete den traditionellen Teil des Abends ab.

 

Noch bis um Mitternacht blieben viele Festbesucher gemütlich beisammen und freuten sich über den schönen Abend, der nach einer langen Schlechtwetterperiode wieder erhoffen liess, dass es doch noch einmal Sommer wird.

 

Guggenmusik Taktsurfer (Organisation Anlass / Textverfasserin)

Gemeinderat Münchenbuchsee

21.07.2011

„schweiz.bewegt“: Einladung zum Apéro

Im Rahmen der Bewegungswoche „schweiz.bewegt - Gemeindeduell" hat Münchenbuchsee 6‘075,04 und Ittigen 6‘318,29 Bewegungsstunden gesammelt. Damit hat Ittigen das „Duell“ mit einem Vorsprung von 243,25 Stunden gewonnen. Herzliche Gratulation zum Sieg!

Wir bedanken uns bei allen, die mitgemacht und Bewegungsminuten für Münchenbuchsee gesammelt haben. Ebenfalls geht ein grosses Dankeschön an die freiwilligen Helferinnen und Helfer. Ohne die wäre die Durchführung eines solchen Anlasses nicht möglich.

Münchenbuchsee lädt alle, welche aktiv beim Anlass in Ittigen und Münchenbuchsee mitgewirkt und Bewegungsminuten gesammelt oder auch als Helferin oder Helfer das OK unterstützt haben, ein, am Samstag, 13. August 2011, 16.00 Uhr beim Freizeithaus Rüttiwäldli einen Apéro zu geniessen. Mit dem Apéro ist eine kurze Wanderung zur gemeinsamen Grenze Ittigen / Münchenbuchsee verbunden. Ebenfalls besteht die Möglichkeit zum Grillieren (Esswaren bitte selber mitbringen).

Freiwilliger Treffpunkt in Münchenbuchsee
Teilnehmende aus Münchenbuchsee und der näheren Umgebung, welche Lust haben, gemeinsam mit dem Fahrrad zum Freizeithaus Rüttiwäldli zu reisen, treffen sich um 15.30 Uhr beim Schulhausplatz Paul Klee.

Wir freuen uns auf ein schönes und gemütliches Beisammensein.
Ressort Kulturt-Freizeit-Sport
05.07.2011

Buchsi gründet Kulturverein

Die Gemeinde will einen Verein gründen. «Buchsi Kultur» soll das kulturelle Angebot vor der eigenen Haustür ausbauen.

Die Gemeinde Münchenbuchsee will ihre kulturellen Aktivitäten auslagern. Die Kulturkommission möchte deshalb den Verein «Buchsi Kultur» gründen und sucht via Inserat einen Präsidenten und Vorstandsmitglieder. «Zum einen soll der Verein koordinative Funktionen übernehmen, zum anderen aber auch Anlässe auf die Beine stellen», erklärt Gemeinderat Andreas Luginbühl (SVP). Man hoffe auf Sponsoren und somit auf genügend Geld, um auch einmal ein grosses Konzert oder Ähnliches durchführen zu können. «Wir werden einen Leistungsvertrag mit dem Verein abschliessen.» Münchenbuchsee biete nicht zu wenig für Kulturinteressierte, betont Luginbühl. «Aber wir wollen Synergien nutzen.» Zukünftige Vereinsmitglieder müssten eine Portion Idealismus mitbringen, glaubt er. Bereits kann Luginbühl die ersten eingegangenen Bewerbungen unter die Lupe nehmen.

Ein Artikel aus der
(ahl, Berner Zeitung BZ)
01.07.2011

SP wehrt sich gegen Fahrplan

In einem offenen Brief an die SBB wehrt sich die SP gegen schlechte Bahnverbindungen.

Der neue SBB-Fahrplan sorgt schon vor seiner Umsetzung im Dezember für rote Köpfe bei der SP Münchenbuchsee. Laut Co-Präsident Peter Kast müssen Reisende aus Münchenbuchsee am Wochenende schlechtere Verbindungen in Kauf nehmen. Betroffen sind Personen, die in die grossen Schweizer Städte reisen wollen. Weil nach neuem Fahrplan der Regionalexpress nicht mehr in Buchsi hält und der neue Viertelstundentakt der S-Bahn nur an Wochentagen eingeführt wird, entsteht den Umsteigenden laut SP eine halbe Stunde Wartezeit. «Das ist bei einem Bahnhof wie Bern heute nicht mehr zeitgemäss», sagt Kast. Die Partei hat sich mit einem offenen Brief an die SBB gewandt.

Die SBB bestätigen die halbe Stunde Wartezeit an den Wochenenden. Auf die Forderungen der SP wird sie aber nicht eingehen, so ein Mediensprecher.

Ein Artikel aus der

(ahl/pd, Berner Zeitung BZ)
24.06.2011

Das Zentrum von Buchsi soll attraktiv bleiben

Im Rahmen der Ortsplanung will die Gemeinde Münchenbuchsee den Dorfcharakter erhalten.

 

Zwei Teile der neuen Ortsplanung in Münchenbuchsee sind bereits in Kraft: 2008 bewilligte das Stimmvolk die ersten beiden Tranchen, dabei genehmigte der Souverän auch die Einzonung von neuem Bauland. Nun steht die dritte Etappe zur Diskussion, die Pläne für das Zentrum sind auf der Homepage der Gemeinde aufgeschaltet. «Wir wollen den Dorfkern als attraktiven Ort für Wohnen, Einkaufen und Begegnung erhalten», sagt Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring-Walther (SP). Das Ortsbild soll geschützt werden.

 

Münchenbuchsee ist trotz knapp 10 000 Einwohnern ein Dorf geblieben, das von traditionellen Bauten geprägt ist und teilweise aus Bauernhäusern besteht: Man ist in Buchsi stolz auf die ländlichen Merkmale und darauf, dass es im Zentrum an der Bernstrasse und der Oberdorfstrasse neben den Filialen der Grossverteiler Coop und Migros auch Platz für kleinere Geschäfte hat. «Läden und Dienstleistungen sollen im Dorfzentrum konzentriert sein und nicht an die Peripherie ziehen», sagt Maring-Walther. Darum kommen gemäss dem Richtplan Coop und Migros besondere Bedeutung zu: «Ihre Standorte im Zentrum müssen langfristig gesichert werden können», heisst es dazu. Die Migros beabsichtigt eine Erweiterung der Verkaufsfläche, die Coop-Filiale ist vor einigen Jahren an der Oberdorfstrasse neu gebaut worden.

 

Innere Verdichtung im Dorfkern

 

Grössere Überbauungen sind nicht vorgesehen. Im Sinne einer inneren Verdichtung sind Neubauten aber an mehreren Orten möglich, zum Beispiel im Bereich der Fellenbergstrasse und der Kreuzgasse. Diese sollen sich aber in Grösse und Form der «traditionellen Bebauung unterordnen». Bei der Schmiedegasse befindet sich eine Parzelle im Besitz der Gemeinde, diese könnte ebenfalls überbaut werden. «Hier wollen wir aber auch den bestehenden Spielplatz erhalten und Platz für einen Begegnungsort frei halten», erklärt Elsbeth Maring-Walther. Im Gebiet Sandgrube soll ein Bauernhaus umgezont werden, um eine Wohnnutzung zu ermöglichen.

 

Auch ausserhalb des dritten Ortsplanungspakets bahnt sich einiges an: Durch die Realisierung des Projekts Drillinge wird das Bahnhofgebiet umgestaltet. In drei Gebäuden wird es Platz für Wohnen, Geschäfte und Dienstleistungen geben. Ein wichtiger Punkt ist der Verkehr: Neben der neuen Anbindung der Bahnhofstrasse an die Bernstrasse soll auch der Dorfplatz umgestaltet werden, wobei neue Haltestellen für RBS-Bus und Postauto geplant sind.

Infoveranstaltung am 28. Juni, 20.00 Uhr, in der Saal- und Freizeitanlage. Ausstellung im Kirchgemeindehaus.

Ein Artikel aus dem
(wal, Der Bund)
18.06.2011
Bei einer Kollision zwischen zwei Lastwagen ist am Freitagnachmittag in Münchenbuchsee Sachschaden entstanden. Verletzt wurde niemand. Die Strasse musste vorübergehend gesperrt werden.

Der Unfall ereignete sich am Freitag, 17. Juni 2011, kurz vor 1330 Uhr auf der Lyssstrasse in Münchenbuchsee. Ein von Deisswil bei Münchenbuchsee herkommender Lastwagen bog auf die Lyssstrasse ein. Dabei kollidierte er aus noch zu klärenden Gründen mit dem auf der Hauptstrasse fahrenden Lastwagen. Dieser geriet in Folge des Aufpralls neben die Strasse und kam in einem Getreidefeld zum Stillstand. Verletzt wurde niemand. Es entstand aber grosser Sachschaden.

Während der Bergung der Fahrzeuge und der Unfallaufnahme musste die Lyssstrasse für rund zweieinhalb Stunden gesperrt werden. Die Feuerwehr Münchenbuchsee richtete eine örtliche Umleitung ein.

Medienmitteilung
(pkb)
30.05.2011

Der Feuerbrandkontrolleur ist unterwegs

Zwischen Mitte Juni und Mitte September ist der Feuerbrandkontrolleur der Gemeinde Münchenbuchsee unterwegs. Er kontrolliert Hausgärten, Hochstamm- Feldobstgärten, Hecken und Waldränder auf allenfalls vorhandenen Feuerbrandbefall.

Der Feuerbrand ist eine sehr gefährliche meldepflichtige Bakterienkrankheit an Apfel-, Birnen- und Quittenbäumen. Er kann im Extremfall einen Baum in einigen Wochen abtöten.

Die Übertragung erfolgt durch Schleim, den kranke Pflanzen ausscheiden. Befallen werden ausschliesslich Kernobstbäume (Äpfel, Birnen, Quitten) und einige Zier- und Wildpflanzen: alle Arten von Cotoneaster, Feuerdorn, Feuerbusch, Felsenbirne, Stranvaesia, Weissdorn, Vogelbeere, Mehlbeere. Die besonders anfälligen Pflanzen (Cotoneaster-Arten und Stranvaesien) dürfen in der Schweiz nicht mehr verkauft und vermehrt werden.

Es gibt keine direkten Bekämpfungsmassnahmen gegen den Feuerbrand. Das Antibioticum Streptomycin darf nur mit Bewilligung und gezielt in Obstbaubetrieben in Niederstammanlagen eingesetzt werden.

Das Merkblatt „Feuerbrand im Hausgarten“ findet man im Internet unter: www.feuerbrand.ch, weitere wichtige Informationen für den Kanton Bern sind zu finden unter: www.be.ch/feuerbrand.

Falls Sie einen Feuerbrandverdacht haben: Absterbende Zweige und Pflanzenteile bitte nicht berühren - es besteht grosse Verschleppungsgefahr - sondern unverzüglich der Gemeindeverwaltung melden (031 868 82 22 oder bauabteilung@muenchenbuchsee.ch). Der Feuerbrandkontrolleur wird bei Ihnen vorbeikommen und die nötigen Massnahmen einleiten.
28.05.2011

Die erbosten Lehrer greifen die Politiker an

Weil die Sekundarlehrer glauben, dass ihnen die Parlamentarier ins Handwerk pfuschen, attackieren sie die Lokalpolitiker.

Die Buchser Sekundarlehrer sind frustriert, schwer frustriert. Erbost sind sie, weil sie glauben, dass ihnen die Lokalpolitiker ins Handwerk pfuschen. Im Parlament von Münchenbuchsee formulierte Sekundarschulleiter Urs Blattner (FDP) mit einer ungewohnt scharfen «persönlichen Erklärung», was ihn und seine Kolleginnen und Kollegen so wütend macht. Der Hintergrund: Buchsi bekommt ein neues Schulreglement. Münchenbuchsee hat damit keine eigene Quarta mehr. Die jungen Gymnasiumseinsteiger konnten die unterste Klasse bisher an der Sekundarschule im Dorf besuchen. Jetzt müssen die Kinder für den gesamten Gymer nach Bern. Die Lehrerschaft hat diese Einschränkung ihres Arbeitsgebiets nur widerwillig akzeptiert. Weit mehr erbost hat die Pädagogen jedoch, dass ihnen die Politiker Mehrjahrgangsklassen aufzwingen, ein Konzept, bei dem unterschiedlich alte Kinder gemeinsam lernen. Der Gemeinderat formulierte dies noch unverbindlich als Möglichkeit. Doch das Ortsparlament verschärfte den Paragrafen vom Kann zum Muss.

 

Mit dem Beginn des Schuljahrs 2014 müssen alle Reallehrer nun in solchen gemischten Klassen unterrichten. «Wir sind nicht grundsätzlich gegen dieses System, aber wir sind erbost, dass man uns ein pädagogisches Konzept aufzwingt, ohne uns zu befragen», empört sich Urs Blattner. In der Buchser Lehrerschaft brodle es dermassen, dass eine Lehrkraft gekündigt habe, erklärt er. «Unter solchen Bedingungen sehe sie hier keine Perspektiven.» Schulleiter Urs Blattner befürchtet eine Lücke in seinem Lehrerkollegium: «Bisher haben wir die Stelle nicht besetzen können.»

Ein Artikel aus der
(pst, Berner Zeitung BZ)
28.05.2011

Gegen Katzen, Pferde und Trottoirs

Wider Erwarten sorgte am Donnerstagabend eine Strassensanierung für Diskussionen im Gemeindeparlament.

 

Traktandum 9 im Grossen Gemeinderat von Münchenbuchsee schien eigentlich ganz unverfänglich: Ein rund 160 Meter langer Abschnitt der Industriestrasse beim Bahnhof Zollikofen sollte saniert und mit einem Trottoir versehen werden. Ein Teil der Strasse, die auch von schweren Lastwagen benützt wird, war bereits zu einem früheren Zeitpunkt saniert worden. Die Kosten wurden auf 693 000 Franken veranschlagt, davon 365 000 Franken für die Wasserleitungen.

 

GFL und SP fanden jedoch, die Sache sei viel zu teuer. «2000 Franken für einen Meter Trottoir sind zu viel», sagte Thomas Scheurer (GFL). Allerdings ist beim angesprochenen Teilbetrag von 310 000 Franken nicht nur das Trottoir, sondern auch die Sanierung der Strasse eingeschlossen. EVP-Mann Pascal Lerch plädierte für eine «Light-Version».

 

Gemeinderat Cesar Lopez (SVP), der das Geschäft vertrat, zeigte sich überrascht. Immer wieder höre man im Parlament, dass man in die Infrastruktur investieren solle und den Unterhalt nicht vernachlässigen dürfe. Und jetzt wolle man plötzlich dort sparen, wo es auch um die Sicherheit von Passanten gehe. «Das kann nicht euer Ernst sein», sagte Lopez. «Man ist gegen Katzen, Pferde, Fussballer und jetzt auch noch gegen ein Trottoir.»

 

Lopez spielte damit auf die vorhergehenden Diskussionen um das neue Polizeireglement an. Die GFL stellte dabei verschiedene Änderungsanträge, die letztlich abgelehnt oder zurückgezogen wurden. So sollten nicht nur Hundebesitzer verpflichtet werden, den Kot ihrer Tiere wegzuräumen, sondern auch Reiter und andere Tierhalter. Das gab zur Frage Anlass, ob denn auch Katzenhalter ihre Tiere besser im Auge behalten müssten. Zudem wollte die GFL, dass Flutlichtanlagen um 22 Uhr abzustellen sind, was den Spiel- und Trainingsbetrieb auf Fussballplätzen und im Sportzentrum Hirzenfeld tangiert hätte.

 

Lopez’ emotionales Votum führte zu einem Sitzungsunterbruch. SP und GFL hielten aber an der Rückweisung fest, das Geschäft sei «unausgereift». Die Rückweisung wurde jedoch mit 13 zu 17 Stimmen abgelehnt und der Kredit anschliessend mit 23 zu 2 Stimmen bei einigen Enthaltungen genehmigt. Bald wird Münchenbuchsee also um 160 Meter Trottoir reicher sein.

 

Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
28.05.2011

Ja zu einer Allee beim Sportzentrum Hirzenfeld

Mit einer Baumreihe soll die Wegverbindung vom Dorf zum Sportzentrum Hirzenfeld aufgewertet und attraktiver gestaltet werden. Diese Forderung der GFL hat der Grosse Gemeinderat von Münchenbuchsee am Donnerstagabend mit 14 zu 13 Stimmen unterstützt. Die Motion wurde in ein Postulat umgewandelt, der Gemeinderat wird jetzt die Umsetzbarkeit prüfen.

 

«Es handelt sich nicht um ein teures Luxusprojekt», sagte Motionär Thomas Scheurer. Er sei zudem sicher, dass es alleine im Parlament schon zwanzig Personen gebe, die einen Baum spenden würden. Die «Hirzi-Allee» mit rund 280 Bäumen würde je nach gepflanzter Baumart zwischen 50 000 und 150 000 Franken kosten – Landerwerb oder Entschädigungen an Landwirte sind dabei noch nicht einberechnet. Da das Sportzentrum Hirzenfeld seit April 2011 von Münchenbuchsee und Zollikofen gemeinsam betrieben wird, soll ein Teil der Allee auf Boden von Zollikofen erstellt werden. Ein entsprechender Vorstoss wurde auch im Grossen Gemeinderat von Zollikofen eingereicht, ist aber noch nicht behandelt worden. Zollikofen würde – so die Pläne der GFL – rund ein Drittel der Kosten übernehmen, Münchenbuchsee zwei Drittel.
Ein Artikel aus dem
(wal, Der Bund)
28.05.2011

Neues Aushängeschild beim Bahnhof Münchenbuchsee

Beim Bahnhof soll das Projekt Drillinge realisiert werden. Das Stimmvolk hat die Planung im Februar 2009 genehmigt, unterdessen ist sie rechtskräftig. Die beteiligten vier Grundeigentümer, darunter die Gemeinde Münchenbuchsee, wollen das Areal zum Verkauf ausschreiben und auf Investorensuche gehen. Der Grosse Gemeinderat hat am Donnerstagabend dafür die Weichen gestellt und den «Projektentwicklungsvertrag mit Verkaufsermächtigung» einstimmig abgesegnet. Das Projekt, das drei Gebäude mit maximal sechs Geschossen vorsieht, solle zügig vorankommen und einen hohen Erlös für die Gemeinde einbringen, sagte Peter Kast (SP). Renate Löffel (EVP) sagte, sie hoffe, dass das Projekt zu einer «Bereicherung» für das Dorf werde.

 

Wohnungen und Dienstleistungen

 

Das Areal soll als Gesamtpaket an den Meistbietenden verkauft werden. Münchenbuchsee erhält 28 Prozent des Verkaufspreises. Die Parzelle umfasst rund 5100 Quadratmeter, erlaubt ist eine Bruttogeschossfläche von 7400 Quadratmetern. Vorgesehen sind Wohnungen, aber auch «nicht störende Dienstleistungsnutzungen», denkbar sind Läden oder auch Restaurants. Drei zum Areal gehörende schützenswerte Villen bleiben erhalten.
Ein Artikel aus dem
(wal, Der Bund)
27.05.2011

Zustimmung von rechts bis links

Der Grosse Gemeinderat hat gestern Abend die Rechnung des letzten Jahres ohne Gegenstimmen genehmigt. Münchenbuchsees Finanzhaushalt ist nach wie vor vom 2008 eingefahrenen Bilanzfehlbetrag bestimmt. Ein Teil der Altlasten ist unterdessen abgetragen. Auch die Rechnung des letzten Jahres half dabei mit: Bei Erträgen von knapp 46 Millionen Franken resultierte ein Überschuss von 642 000 Franken. Der Bilanzfehlbetrag wird um diese Summe auf noch 1,75 Millionen Franken reduziert. Die Rechnung wäre ohne einige Sonderkorrekturen bedeutend besser ausgefallen: Der Gemeinderat musste, weil Land zu hoch bewertet war, zusätzliche Abschreibungen von 460 000 Franken vornehmen. Zudem tätigte er eine Rückstellung von 500 000 Franken für den Fürsorgeverband.

«Das ist eine leidige Geschichte»

Die GFL stellte den Antrag, auf die tiefere Bewertung der Landparzellen zu verzichten. Damit wäre der Bilanzfehlbetrag entsprechend weiter reduziert worden. Gemeinderätin Sonja Bucher (SVP) sagte dazu, die Landstücke seien nicht mehr so viel wert wie vorher. Diese Korrekturen seien jetzt vorzunehmen. Der GFL-Antrag wurde mit 29 zu 4 Stimmen abgeschmettert.

Die nötigen Buchungskorrekturen beim Fürsorgeverband belaufen sich auf gesamthaft 2,4 Millionen Franken. Dies wird Münchenbuchsee auch in den nächsten Jahren noch belasten. «Das ist eine leidige Geschichte», sagte Christoph Vögeli (SP). Es wird länger dauern, bis der Bilanzfehlbetrag ganz verschwunden ist und wieder Eigenkapital gebildet werden kann. Die Prognose von Gemeinderätin Sonja Bucher: Erst 2016 werde es so weit sein.
Ein Artikel aus dem
(wal, Der Bund)
16.05.2011

Turnhallentrakt in Münchenbuchsee wird saniert

Das Stimmvolk hat einen Kredit von 3,65 Millionen Franken für die Sporthallen der Schulanlage Bodenacker in Münchenbuchsee klar angenommen.

Der Turnhallentrakt der Schulanlage Bodenacker in Münchenbuchsee wurde 1979 in Betrieb genommen. Nach über dreissig Jahren haben viele Bauteile ihre Lebensdauer erreicht oder überschritten. Die Sanierung der Anlage sei überfällig, sagt Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring-Walther (SP). «Ich bin sehr zufrieden mit dem Resultat, die Stimmbürger sahen, dass die Sanierung wirklich nötig ist.» Tatsächlich fiel das Ergebnis sehr deutlich aus: Der Kredit von 3,65 Millionen Franken wurde mit 1745 Ja zu 419 Nein angenommen, dies ist ein Ja-Stimmen-Anteil von 80,6 Prozent. Die Stimmbeteiligung betrug 32,1 Prozent. Die Bauarbeiten werden in vier Etappen aufgeteilt, um die Sanierung «finanziell und terminlich abzufedern». Als erste Etappe wird der sanitäre Bereich saniert. Hier ist der Handlungsbedarf am grössten. Dem Pilzbefall an Decken und Wänden in den WC-Anlagen sowie in den Garderoben und den Duschen sei kaum noch beizukommen, zudem werde der Schaden durch das in die Wände eindringende Wasser laufend grösser, hiess es dazu in der Botschaft an die Stimmberechtigten. Die Arbeiten sollen noch vor den Herbstferien an die Hand genommen werden.

Mit der Sanierung werden auch der Wärmeschutz und die Energieeffizienz des Gebäudes verbessert. Der Sporthallentrakt gilt als «Energieschleuder». Allerdings wird es nicht möglich sein, Minergiestandard zu erreichen. Der Abschluss der Bauarbeiten ist im Herbst 2014 vorgesehen.

Ein Artikel aus dem
(wal, Der Bund)
06.05.2011

GFL kritisiert laxe Auslegung der Baugesetze in Münchenbuchsee

Die GFL Münchenbuchsee geht gegen ein Baugesuch vor und rügt gleichzeitig die Gemeinde. Diese lege die Bestimmungen des Baureglements zu lasch aus.

Das als erhaltenswert eingestufte Einfamilienhaus an der Bernstrasse 97 soll einem Mehrfamilienhaus für 15 Mietparteien weichen. Gleich doppelt wehrt sich dagegen die Grüne Freie Liste Münchenbuchsee. Erstens missachte das Baugesuch «in krasser Weise» Bestimmungen des Baureglements, argumentiert die Partei. Zweitens will sie der «gängigen Praxis» Einhalt gebieten, dass in Münchenbuchsee als erhaltenswert eingestufte Objekte «entgegen den Bestimmungen» dem Erdboden gleichgemacht werden.

GFL lässt Begründung nicht gelten

Gemäss Artikel 89 des Baureglements von Münchenbuchsee muss ein allfälliger Ersatz erhaltenswerter Bauten bezüglich Stellung, Volumen und Gestalt «hohen Anforderungen» genügen. Diesen Grundsatz sieht die GFL im Vorhaben der Bautensan AG verletzt. Weder Volumen noch Gestalt des geplanten Mehrfamilienhauses nähmen Bezug auf die Tatsache, dass «hier ein erhaltenswertes Haus abgebrochen werden soll», schreibt die GFL in ihrer Einsprachebegründung. Rein ökonomische Gründe, wonach ein Erhalt des Gebäudes keine rentable Nutzung der Parzelle ermögliche, seien für einen Abbruch keineswegs ausreichend. Die heutigen Besitzer hätten bereits beim Kauf gewusst, dass es sich um ein erhaltenswertes Haus handle, sagt GFL-Parlamentarier Thomas Scheurer. «Es war also an den Käufern, diesen Umstand in ihre Kaufabklärungen und Rentabilitätsberechnungen einzubeziehen.»

«Dann zählt nur noch der Profit»

Scheurer holt sogar noch weiter aus: Für ihn sei der geplante Abbruch weniger Einzelphänomen als «gängige Praxis» in Münchenbuchsee. Bereits das Restaurant König, das Bauernhaus am Lindenweg und das Hylerhus seien Profitüberlegungen und der laschen Auslegung der Baugesetze zum Opfer gefallen. Dass im aktuellen Fall ausgerechnet der örtliche SVP-Präsident Christian Bärtschi als Bauherr auf der fraglichen Parzelle auftritt, stört Scheurer ganz besonders. Bärtschi gehört die zuvor genannte Bautensan AG. Das Bewahren von Traditionen und Werten werde von der SVP zwar stets betont. Gehe es aber um Gebäude und deren Erhalt, so sei davon nichts mehr zu spüren, sagt Scheurer – «dann zählt nur noch der Profit».

«Voraussetzungen sind erfüllt»

Diese Kritik lässt Christian Bärtschi nicht gelten: «Ich kann nachvollziehen, dass es Leute gibt, die solche Liegenschaften erhalten möchten. Das sind aber nie die Leute, die das finanzielle Risiko tragen», sagt er. Auch erhaltenswerte Objekte dürften unter Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen abgerissen werden, «und diese Voraussetzungen sind hier erfüllt». Die GFL sei immer schnell in der Beurteilung solcher Geschäfte, ohne über den nötigen Sachverstand zu verfügen. Es sei einfach, aus einer Politzentrale heraus Anforderungen in die Welt zu setzen, ohne die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Das Haus an der Bernstrasse sei «alt, unzweckmässig, abbruchreif und stehe auf einer viel zu grossen Parzelle». Ausgerechnet Scheurer, der selbst Raumplaner sei, leiste mit seiner Haltung der Zersiedelung der Landschaft Vorschub.

Verfügung wird überprüft

Bauverwalter Kurt Pfenninger kann den Unmut der GFL in Bezug auf die Abbruchserie bei erhaltenswerten Bauten nachvollziehen. Heute würden erhaltenswerte Objekte ausschliesslich von ihrer wirtschaftlichen Seite her betrachtet. Er hält aber fest: «Das eingereichte Baugesuch entspricht den Gegebenheiten im Zonenplan. Die Abläufe im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens lassen keinen Spielraum zu und sind klar geregelt.» Dass die Bauverwaltung in der Vergangenheit bei erhaltenswerten Gebäuden beide Augen zugedrückt haben soll, bestreitet Pfenninger. «Dem ist absolut nicht so.» Die Anliegen der Gemeinde würden in enger Zusammenarbeit mit dem Berner Heimatschutz abgestimmt und koordiniert. Grundsätzlich kann der Berner Heimatschutz eine Verfügung erlassen – diese Möglichkeit wird laut Pfenninger derzeit vom Heimatschutz juristisch geprüft.

Ein Artikel aus dem
(Simona Benovici, Der Bund)
02.04.2011

Münchenbuchsee lagert seine Quarta an das Gymnasium aus

Gymnasiasten in spe werden die Quarta in Zukunft nicht mehr im Dorf Münchenbuchsee besuchen können, sondern müssen ans Gymnasium nach Bern fahren – das ist wohl die tief greifendste Änderung des neuen Schulreglements der Gemeinde. Dieses wurde am Donnerstagabend vom Parlament ohne Gegenstimme verabschiedet. Dem klaren Schlussresultat ging allerdings eine rund zweistündige Debatte voraus, in welcher teils zäh um das Regelwerk gerungen wurde.

 

Wenn Schüler «schwimmen»

 

Hauptstreitpunkt der Diskussion bildete just die Auslagerung der Quarta: Bildungsvorsteherin Katja Schenkel (EVP) argumentierte, wenn die Schüler den «Gymer» ab der neunten Klasse an einer kantonalen Schule absolvierten, werde ihnen ein weiterer Schulwechsel nach einem Jahr erspart. Sukkurs erhielt die Gemeinderätin von ihrer eigenen Partei sowie von SP und GFL. Die Schüler gerieten oft «ins Schwimmen», wenn sie erst in der Tertia ans Gymnasium kämen, sagte der Grüne Peter Stucki. Mit dem neuen Modell könnten sie sich besser an die Anforderungen gewöhnen.

 

Aus für die Spez-Sek-Klassen

 

SVP und FDP hatten indes keine Freude an den gemeinderätlichen «Outsourcing»-Plänen. Der Freisinnige Urs Blattner begründete seinen Widerstand ebenfalls mit dem Wohl der Schüler: Derzeit sei die Grösse der neunten Klassen optimal. Wenn aber die angehenden Gymnasiasten die Gemeinde verliessen, würden die verbleibenden Schüler auf zu grosse Klassen verteilt. Darunter leide die Qualität des Unterrichts.

 

Der FDP-Antrag, die Quarta «im Dorf zu lassen», scheiterte letztlich deutlich. Der Vorschlag Blattners, den Systemwechsel um ein Jahr auf den Sommer 2013 zu verschieben, kam indes durch.

 

Erfolg hatte auch der GFL-Vorschlag, die Speziellen Sekundarklassen abzuschaffen. Der Gemeinderat wollte diese vorläufig beibehalten. Die Mittelschulvorbereitung erfolgt künftig somit nur noch in den regulären Klassen.

Ein Artikel aus dem
(mzi, Der Bund)
02.04.2011

Neues Tanklöschfahrzeug kostet 650 000 Franken

Das Gemeindeparlament bewilligte am Donnerstagabend einstimmig den Kauf eines neuen Tanklöschfahrzeugs für die Feuerwehr; es kostet 650 000 Franken. Die hohe Summe führte zu Kritik seitens der GFL. Fraktionssprecher Thomas Scheurer* sprach von einer «Luxusvariante» und forderte, die Kosten direkt der Feuerwehr zu belasten, anstatt sie in der Gemeinderechnung auszuweisen. Das Begehren Scheurers* wurde mit 17 Ja*- zu 11 Nein*-Stimmen deutlich angenommen.

Ein Artikel aus dem
(mzi, Der Bund)

*gemäss "Bund"-Korrigendum vom 5. April 2011
02.04.2011

Millionen für die Hallensanierung

In der Bodenacker-Sporthalle können Schüler und Sportler bald besser spielen und trainieren – wenn die Bürger 3,65 Millionen Franken bewilligen.

 

Das Parlament von Münchenbuchsee genehmigte im zweiten Anlauf die Sanierung des Sporthallentrakts der Bodenacker-Schule. Am 15. Mai entscheiden die Stimmbürger an der Urne über ein Projekt mit Kosten von rund 3,65 Millionen Franken. Im ersten Anlauf scheiterte das Vorhaben, weil nach Meinung der Ratsmehrheit ein Gesamtprojekt fehlte. Vor einem Jahr hatte die Regierung lediglich eine erste Etappe mit dem Dringlichsten vorgelegt. Münchenbuchsee realisiert die Totalrenovation in den nächsten vier Jahren. Als Erstes will die Gemeinde die WC-Anlagen sowie die Garderoben und Duschinstallationen sanieren. Die Räume haben unter anderem durch den Pilzbefall und das eindringende Wasser gelitten. Später soll die Haustechnik modernisiert und die Gebäudehülle den heutigen Anforderungen angepasst werden. Minergiestandard sei allerdings nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand möglich, glaubt der Gemeinderat. Das Parlament bedauerte den Verzicht zwar, war aber gleicher Ansicht. Mehr zu reden gab ein Antrag von GFL und FDP. Die beiden Parteien wollten das Dach des Trakts mit einer Fotovoltaikanlage ausrüsten. Das Vorhaben genoss viel Sympathie. Weil ein solcher Zusatz die Planung verzögert hätte und bis zur Abstimmung nur noch wenig Zeit bleibt, zogen die Initianten ihren Vorschlag zurück. Die Solaranlage ist damit nicht gestrichen. Weil sich das etappierte Projekt über mehrere Jahre erstreckt, kann die Installation später erneut traktandiert werden. Die SVP wollte festschreiben, dass die Sanierung nicht mehr als 3,5 Millionen Franken kosten dürfe. Sie unterlag mit diesem Vorschlag deutlich.

 

Ein Artikel aus der
(Peter Steiger, Berner Zeitung BZ)
22.03.2011

Schwendimann fusioniert mit österreichischem Recycler

An der morgendlichen Entsorgungstour ändert nichts. Doch dann geht der Abfall neue Wege. Die Schwendimann AG vereint sich mit einem ausländischen Partner.

In 35 Gemeinden im Kanton Bern sammelt und entsorgt die Schwendimann AG den Kehricht. Die Firma mit Sitz in Münchenbuchsee unterhält ausserdem Abfallsammelstellen, kümmert sich um Altglas und betreibt den kommunalen Werkhof von Münchenbuchsee: In der Region kennt man die Mitarbeiter der Schwendimann als unentbehrliche Helfer im Alltag.

Jetzt hat die Firma mit 65 Angestellten mit dem österreichischen Unternehmen Loacker fusioniert. Der Recyclingbetrieb im vorarlbergischen Götzis übernimmt 50 Prozent der Schwendimann-Aktien. Wie viel Geld fliesst, wollen die Beteiligten nicht verraten.

Billigere Kehrichtabfuhr

Die «Schwendimänner» holen die Abfallsäcke ab, welche die Bürger am Morgen früh vors Haus stellen. Für sie, die Nutzer, ändert sich nichts. Wenigstens vorläufig. «Wir erwarten, dass wir dank der Fusion günstiger arbeiten können», sagt Geschäftsführer Matthias Schwendimann. Er liefert mit einem Beispiel konkrete Zahlen: In Münchenbuchsee soll die Grundgebühr für die Kehrichtentsorgung in den nächsten Jahren um 10 Prozent sinken. Pro Haushalt bezahlen die Buchser zurzeit jährlich 150 Franken.

Abfallentsorgung sieht für den Nutzer simpel aus. Der Ghüdersack kommt vors Haus, und schwuppdiwupp ist er aus den Augen und aus dem Sinn. Doch der weitere Weg ist verschlungen und kompliziert. Abfall wird sortiert, verwertet, entgiftet, verbrannt, aufbereitet. Um die Kosten im Griff zu haben, sei es nötig, grössere Mengen zu verarbeiten, erklärt Matthias Schwendimann. Die Fusion mit Loacker ermögliche, dieses Volumen zu erweitern. Es sei allerdings nicht vorgesehen, den Abfall nun quer durch die Schweiz ins Vorarlbergische zu fahren, beruhigt er.

Bereits in Bern präsent

Die Zusammenarbeit mit der österreichischen Firma erlaubt Zusammenschlüsse. Loacker ist in Bern bereits präsent. Das Unternehmen ist seit dem Herbst 2008 mit dem hiesigen Recyclingunternehmen Luigi Salvi vereint. Die Fusion funktioniert ähnlich wie mit Schwendimann. Die beiden Betriebe sind mit 50-Prozent-Beteiligungen verbunden. Die Entsorgungsindustrie wird vom Zwang zur Grösse beherrscht. Loacker, Schwendimann, Salvi und weitere Firmen planen einen gemeinsamen Entsorgungskomplex.

Die Schwendimann AG ist ein Familienbetrieb, den bisher die beiden Brüder Matthias und Klaus leiteten. Klaus Schwendimann verlässt nun die Firma. Zusammen mit seiner Frau Jolanda wird er in Grafenried im Mai eine Verkaufsgalerie eröffnen. Dort sei «Einzigartiges» zu haben, verspricht der Internetauftritt: vom Kunstwerk bis zum Motorrad.

Ein Artikel aus der Berner Zeitung

Peter Steiger / Berner Zeitung BZ
11.03.2011

Baselbieter Firma schnappt Cablecom die Kabelnetze weg

Münchenbuchsee will sein TV-Kabelnetz abstossen. Als Käufer bedrängt das Baselbieter Telecom-Unternehmen EBL den Branchengiganten Cablecom. In Ittigen und Zollikofen hat die Liestaler Firma den Kabelnetzriesen bereits übertrumpft.

Anfang Februar erhielten die Ortsparlamentarier von Münchenbuchsee einen ungewöhnlichen Brief. Die EBL Telecom teilte ihnen mit, dass sie das Buchser Kabelnetz kaufen wolle. Der Hintergrund für die Lobbyarbeit der Tochterfirma der Energie Baselland (EBL): Der Gemeinderat möchte das Netz abstossen und hatte bereits den Verkauf an Cablecom eingefädelt. Nicht zuletzt weil das Schreiben aus Liestal die Politiker aufscheuchte, stoppten sie den Handel. Jetzt muss der Rat neue Offerten einholen, darunter auch jene der EBL.

EBL zahlt höhere Preise

Cablecom will 4,2 Millionen Franken für dieses Netz mit 4400 Anschlüssen zahlen. EBL verspricht in ihrem Brief einen höheren Preis. Ebenfalls interessiert ist das Baselbieter Unternehmen am gemeinsamen Netz der Gemeinden Ittigen und Zollikofen. Hier ist der Handel bereits weit gediehen. In Zollikofen entscheiden die Stimmbürger im Mai über den Verkauf, in Ittigen im Juni (wir berichteten). EBL bezahlt den zwei Gemeinden je etwa 5 Millionen Franken für die insgesamt 9000 Kunden. Cablecom hat ebenfalls offeriert. Der Preis, den die Grossfirma geboten hat, ist nicht bekannt.

In der Region Bern hat Cablecom das Kabelnetz am dichtesten geknüpft. Das Unternehmen bedient neben der Stadt Bern unter anderem Köniz und Kehrsatz. Einige Gemeinden haben eigene Netze, neben Münchenbuchsee, Ittigen und Zollikofen auch Muri, Rubigen, Stettlen, Laupen und Belp.

Starrer Strommarkt

EBL Telecom hat in der Region Bern bereits Fuss gefasst und will wachsen. Das Unternehmen ist an der Medianet beteiligt, die Netze in Worb, Langnau und Willisau betreibt. «Ja, wir wollen expandieren», bestätigt EBL-Kadermann Marcel Hess. Als Kerngeschäft bedient sein Unternehmen das Baselbiet mit Strom. «Weil dieser Markt wenig Wachstumsmöglichkeiten hat, sind wir erfolgreich in andere Geschäftsfelder vorgedrungen», erklärt Hess.

David und Goliath

Die EBL engagiert sich unter anderem bei der Wärmeversorgung und betreibt Kabelnetze in der Romandie und im Baselbiet. EBL ist vor allem in ländlichen Gebieten verankert, Cablecom in den Städten: So lassen sich die Verbreitungsgebiete zusammenfassen. Beide besitzen Kabelnetze, mit denen die Konsumenten auch telefonieren oder sich ins Internet einklinken können.

Cablecom hat in der Schweiz über 1,5 Millionen TV-Kunden. EBL Telecom ist eine Genossenschaft und versorgt 60 000 Abnehmer. Cablecom und EBL sind Konkurrenten. Davon profitieren Gemeinden, die verkaufen wollen: Sie können die beiden gegeneinander ausspielen.

Den Konsumenten nützt dieser Wettbewerb wenig. Kabelnetze rentieren, weil die Betreiber Abogebühren verlangen. Unterschiede zwischen den beiden Firmen sind kaum auszumachen. Cablecom und EBL verrechnen monatlich zwischen 17 und 24 Franken. Gemeindenetze hingegen waren und sind viel günstiger: Die Kunden bezahlen oft bloss zwischen 8 und 10 Franken. Die kommerziellen Anbieter begründen die happige Differenz mit Investitionen.

Unter anderem die neue Glasfasertechnik verschlinge viel Geld. EBL wie Cablecom künden an, dass auch die Netze in Zollikofen, Ittigen und Münchenbuchsee hochgerüstet werden müssten. EBL gewährt Ittigen und Zollikofen zwar noch eine Schonfrist (siehe Kasten). Doch mittelfristig trüben hier wie auch in Münchenbuchsee höhere Gebühren den Blick auf den TV-Schirm.

Ein Artikel aus der

(Peter Steiger, Berner Zeitung BZ)

 
10.03.2011

Umgestaltung Oberdorfstrasse - Bärenkreuzung - Bernstrasse und Bahnhofstrasse; Verkehrskonzept

Vom 6. bis 23. September 2010 lagen die Pläne und der Erläuterungsbericht zum Verkehrs- Betriebs- und Gestaltungskonzept im Kirchgemeindehaus öffentlich auf. Am Abend des 14. September 2010 fand eine Informationsveranstaltung zum Konzept statt. Während der Dauer der Ausstellung konnten schriftliche Eingaben zum Konzept gemacht werden. Der vorliegende Mitwirkungsbericht dient nun dazu, die Rückmeldungen zum Konzept zu sammeln und thematisch zu ordnen. Falls möglich, werden die Fragen und Anregungen sowie die kritischen oder zustimmenden Voten aus Sicht der zuständigen Planungsbehörden kommentiert und das weitere Vorgehen aufgezeigt. Der Mitwirkungsbericht wird in die weiteren Überlegungen in der Erarbeitung des Konzepts miteinbezogen.

10.03.2011

Chillen auf höherem Niveau

Wilde Discomoves.
Wilde Discomoves.

Gemeinsam entdecken die Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse aus Münchenbuchsee die ungewohnte Seite des Balletts.
 

„Fünf, sechs, sieben, acht und schmelzen.“

Mit vollem Körpereinsatz folgen die Schülerinnen und Schüler der Klassen 1b und 1e den Aufforderungen des Choreographen Joshua Monten. Obwohl sie zu Beginn gegenüber den eher gewagten Aufwärmübungen etwas skeptisch waren, wurden diese von Probe zu Probe im ‚Warm Up’ zur Routine. Gemeinsam mit seiner Assistentin Patricia Flores und der Theaterpädagogin Gabriele Michel-Frei probt der aus New York stammende Joshua Monten seit Mitte Januar mit zwei Schulklassen aus Münchenbuchsee. Das Ergebnis des 4. Theaterpädagogischen Tanzprojektes wird im Rahmen des Ballettabends „Carte Blanche“ des Bern:Ballett an drei Abenden zu sehen sein.

 

Nicht nur Tänzer, sondern auch kleine Choreographen


Anders als vermutet wartete Joshua Monten nicht mit einer fertig ausgearbeiteten Choreografie auf, sondern entwickelte zusammen mit den Jugendlichen nach und nach die einzelnen Phasen des zirka 13 Minuten langen Auftrittes. Aus den Gruppenarbeiten der Schüler entstanden allmählich die Grundlagen zur eigentlichen Choreografie. Dass das Projekt anstrengend sein würde, wussten die Schüler von Anfang an. Jedoch hätten sie eher mit körperlicher als mit geistiger Anstrengung gerechnet. Durch das Entwickeln eigener kleinen Choreografien wurden ihre Kreativität und die Fähigkeit, ihre Vorstellungen umzusetzen, immer wieder neu gefordert.

Als Endergebnis kam ein Stück namens „Chillin“ heraus. „Chillin befasst sich mit all den  Anstrengungen, die man sich antut, damit es einem endlich gut geht. Es wird zu Songs aus der Reihe „Ultra Lounge“ getanzt, oder eher gesagt, waghalsig gechillt“, meint Joshua Monten zu seiner neusten Choreografie.

 

Einsicht in den Alltag eines Tänzers

In der Intensivwoche lernten die Jugendlichen auch ansatzweise den Alltag eines professionellen Tänzers kennen. Die teilweise 4 bis 8 stündigen Proben und das Zusammenarbeiten mit verschiedenen Tänzern des Bern:Ballett waren eine interessante Erfahrung. Die Proben fanden unter anderem in den beiden Turnhallen der Schulanlagen Bodenacker und Riedli wie auch in den Vidmarhallen statt. So konnten faszinierende Einblicke in die spannende Welt hinter der Theaterbühne gewonnen werden. Während der häufigen Proben wurden die Schüler tatkräftig von ihren Lehrern unterstützt, teils durch Flexibilität bei Unterrichtsausfällen, teils durch stärkende Zwischenmahlzeiten und ansteckende Begeisterung.

Nun fiebern die Schülerinnen und Schüler aufgeregt der Premiere am Donnerstag entgegen und sind gespannt, wie ihre Art des Balletts beim Publikum ankommen wird.

 

Chillin wird am 10., 18. und 27.März als fünftes Stück im Ballettabend „Carte Blanche“ aufgeführt und ist bestimmt auch sehenswert für Zuschauer, die mit Ballett noch nicht so vertraut sind.

 

www.stadttheaterbern.ch

Klasse 1b, Münchenbuchsee

08.03.2011

Münchenbuchsee erreichte nur das Minimalziel Ligaerhalt

Co-Trainer Benjamin Heimgartner gab im letzten Saisonspiel ein überraschendes Comeback. Foto Manuel Zingg
Co-Trainer Benjamin Heimgartner gab im letzten Saisonspiel ein überraschendes Comeback. Foto Manuel Zingg
Aufsteiger Münchenbuchsee hat seine Volleyball-NLA- Saison mit einem 0:3 gegen Schönenwerd abgeschlossen. Siege feierte das Team nur gegen Laufenburg.

Im letzten Saisonspiel gegen den TV Schönenwerd liefen die NLA-Herren des VBC Münchenbuchsee noch einmal topmotiviert auf. Die Abnahme war stabil, am Netz wurden die Punkte schön herausgespielt. Zum sogleich verwerteten Satzball schlug aber dennoch Schönenwerd auf, nicht zuletzt, weil die Schiedsrichter beim Stande von 23:23 einen umstrittenen Ball zuungunsten des Gästeteams werteten.

Im zweiten Satz kam es bei Münchenbuchsee zu einem überraschenden Comeback: Die langjährige Teamstütze Benjamin Heimgartner, der aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen noch kein einziges Saisonspiel bestritten und seine Teamkameraden stattdessen als Co-Trainer unterstützt hatte, übernahm seine angestammte Diagonal-Position. Er war an einigen gelungenen Angriffen beteiligt, konnte aber nicht verhindern, dass der VBC insbesondere im dritten Satz nicht ganz mit Schönenwerd mithalten konnte. So ging das Spiel 0:3 (23:25, 22:25, 19:25) verloren. Rangmässig wäre am Samstag ohnehin keine Verbesserung mehr möglich gewesen. Der bereits zuvor gesicherte zweite Platz in der Playout-Rangliste ist gleichbedeutend mit dem vorzeitigen Ligaerhalt und Platz 7 in der Schlussrangliste der NLA.

Nur drei Saisonsiege

Das junge Team, bei dem mit Mirco Gerson und Marco Bürgi gar zwei Spieler mit Jahrgang 1992 regelmässig zum Einsatz kamen, hat somit in der Saison 2010/2011 sämtliche Spiele gegen die sechs Erstplatzierten verloren. Und dies, obwohl man bis Ende Dezember auf die Unterstützung der Beachvolleyballer Mats Kovatsch und Philip Gabathuler zählen konnte.

Für Benjamin Heimgartner ist die magere Punktebeute – einzig gegen Volley Smash 05 Laufenburg-Kaisten reichte es dreimal für einen Sieg – unerklärlich: «Als Aufsteiger rechneten wir zwar mit einer schwierigen Saison. Doch dass selbst die im Mittelfeld klassierten Teams zu stark für uns sein würden, hätten wir nicht gedacht», erklärte er. Dass die Saison dennoch nicht zum Desaster wurde, liegt daran, dass nächste Saison die NLA von 8 auf 10 Equipen aufgestockt wird.

Vom neuen Trainer Oleg Petrachenko habe das Team zwar viel profitiert, vor allem im physischen Bereich. «Er ist der ideale Trainer, um Spieler individuell weiterzubringen. Dagegen ist es ihm noch nicht gelungen, dem VBC als Team zu mehr Konstanz zu verhelfen», so sein Co-Trainer Heimgartner. Petrachenko hatte es allerdings auch nicht einfach, als Team mit dem kleinsten Budget setzte Münchenbuchsee als einziges Team nie einen Ausländer ein. «Wir wollen nachhaltig wirtschaften und nicht mehr Geld ausgeben, als wir haben», so Heimgartner. Lieber setzt man auf solide Nachwuchsarbeit, der Verein zählt derzeit rund 50 Juniorinnen und Junioren.

Spielerabgänge drohen

Dementsprechend schwierig gestaltet sich die Vorbereitung auf die nächste Saison. Weil die VBC-Spieler Amateure sind und keine Entschädigung erhalten, sind für die Konkurrenz selbst Anwerbeversuche mit geringen Geldsummen Erfolg versprechend. «Ich hoffe, die Jungen bleiben bei uns, weil sie hier im Gegensatz zu anderswo gute Chancen auf einen Stammplatz haben», so Heimgartner. Er selber wisse noch nicht, ob er nächste Saison wieder regelmässig das Spielertrikot überstreifen werde. «Ich habe mich noch nicht entschieden. Womöglich könnte ich dem Verein im Sponsoring oder als Teammanager nützlicher sein», erklärt er.
Ein Artikel aus dem
(Matthias Engel, Der Bund)
01.03.2011

Sanierung der Turnhalle kostet 3,65 Millionen

In Münchenbuchsee muss der Sporthallentrakt der Bodenacker-Schule erneuert werden. Am 15. Mai können Bürgerinnen und Bürger darüber abstimmen.


Der Sporthallentrakt der Schule Bodenacker war bereits im Mai 2010 Thema im Gemeindeparlament von Münchenbuchsee. Damals lag lediglich die erste Etappe mit den dringlichsten Unterhaltsarbeiten von rund 700 000 Franken vor. Die SVP bemängelte damals, dass die Kosten für die weiteren Etappen nicht bekannt seien und kein Gesamtprojekt vorgelegt werde. Die Partei beantragte die Rückweisung, denn das Geschäft sei noch nicht abstimmungsreif. Es wurde denn auch mit 19 zu 14 Stimmen an den Gemeinderat zurückspediert.

 

In der Zwischenzeit hat die Exekutive nun wie verlangt ein Gesamtprojekt ausgearbeitet. Die Kosten belaufen sich auf 3,65 Millionen Franken. Das Projekt soll in den nächsten vier Jahren umgesetzt werden. Am 31. März wird die Sanierung der Turnhalle im Grossen Gemeinderat behandelt, die Volksabstimmung erfolgt am 15. Mai.

 

Seit 1979 in Betrieb

Während der Umsetzung der Massnahmen soll der Betrieb weitgehend, mit Einschränkungen vor und nach den Schulferien, gewährleistet bleiben. Der Sporthallentrakt wurde 1979 in Betrieb genommen. «In Anbetracht des Alters und der intensiven Nutzung durch die Schulen und Vereine präsentiert sich das Gebäude auf den ersten Blick in einem erstaunlich guten Zustand», schreibt der Gemeinderat. Viele Bauteile haben jedoch ihre theoretische Lebensdauer erreicht, und das Gebäude weist eine lange Reihe von baulichen Mängeln auf. Dem Pilzbefall an Decken und Wänden in den WC-Anlagen sowie in den Garderoben und Duschen sei kaum noch beizukommen, zudem werde der Schaden durch das in die Wände eindringende Wasser laufend grösser.

 

Die Sonnenkollektoranlage auf dem Dach funktioniert bereits seit fünf Jahren nicht mehr, der Hallenboden weist Risse auf, «das Trennvlies in der Hallendecke löst sich auf und bröckelt in Stücken auf den Hallenboden».

 

Erste Arbeiten im Herbst

Die Bauarbeiten werden in vier Etappen aufgeteilt, um die Sanierung «finanziell und terminlich abzufedern». Die Nutzungsdauer soll für die nächste Generation sichergestellt werden. Die Sofortmassnahmen werden, sofern Parlament und Volk den Kredit gutheissen, noch vor den Herbstferien an die Hand genommen. Die Sanierung soll den Wärmeschutz und die Energieeffizienz verbessern; eine Optimierung auf den Standard Minergie sei aber nur mit unverhältnismässigem Aufwand zu erreichen, schreibt der Gemeinderat in den Unterlagen. Deshalb ist dieser auch nicht vorgesehen. Im Bereich Gebäudetechnik wird der Minergiestandard als unmöglich bezeichnet, weil die Lüftungsgeräte mit der erforderlichen Effizienz für die bestehenden Räume zu gross wären.

 

Wegen Geldmangels hatte die Gemeinde in den letzten Jahren beim Unterhalt der öffentlichen Gebäude gespart, auch im nun zu sanierenden Sporthallentrakt. Mehr als einmal wurde deshalb im Gemeindeparlament schon die Kritik laut, Münchenbuchsee lasse seine Gebäude verlottern. Bereits 2008 hatte der Gemeinderat beschlossen, die ursprünglich geplante Sanierung und Erweiterung der gesamten Schulanlage Bodenacker zu verschieben. Priorität geniesse die Gesundung der Finanzen. In Münchenbuchsee wurde die Höhe der Investitionen pro Jahr auf maximal zwei Millionen Franken festgelegt.

 

Probleme mit der Heizung

Ein Sorgenkind ist jedoch bei der Sanierung nicht enthalten: die Heizung. Noch vor rund einem Jahr wurde festgehalten, die Installationen für die Wärmerzeugung befänden sich in einem funktionstüchtigen Zustand. Dies ist aber nur teilweise korrekt. Die 1999 installierte Fernheizung mit drei Öltanks reicht für das Warmwasser nicht aus. Die nötige Temperatur von 60 Grad wird nicht erreicht. Die Boiler werden darum elektrisch betrieben. Bei Temperaturen unter minus zehn Grad gibt es zudem Probleme mit der Lüftung in den Garderoben. Die Ursachen für die zu geringe Heizleistung sollen nun von einem Ingenieurbüro untersucht werden.


Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
21.02.2011
Gemeinderat von Münchenbuchsee muss weitere Optionen prüfen.

Dem Gemeinderat wehte im Parlament von Münchenbuchsee gestern Abend ein heftiger Wind um die Ohren: Der beabsichtigte Verkauf des TV- und Radionetzes an die Cablecom kam für den Grossen Gemeinderat überstürzt. Andere Optionen seien zu wenig abgeklärt worden, hiess es. Die Cablecom wäre bereit, für die rund 4400 Abonnenten einen Preis von 4,2 Millionen Franken zu zahlen, was einen Preis von 950 Franken pro Anschluss ergibt.

Alle Parteien für Rückweisung

Gemeinderat Cesar Lopez (SVP), seitJanuar neu in der Exekutive und für das Ressort Tiefbau und Werke zuständig, stand bei seinem ersten Geschäft auf verlorenem Posten. «Der Gemeinderat hat sich die Aufgabe nicht leicht gemacht, es ist kein Schnellschuss», sagte Lopez. Das Parlament war sich aber trotzdem einig, dass der Verkauf an die Cablecom vorerst gestoppt werden soll.

Der Gemeinderat sei zu schnell auf die Variante Verkauf eingeschwenkt, sagte Rolf Sieber (SP). Es seien sehr viele Fragen offen, erklärte Georg Karlaganis (FDP). Der Zeitdruck sei nicht so gross, wie er vom Gemeinderat dargestellt werde. Kuno Schläfli (GFL) vermutete, dass sich der Gemeinderat von der Versuchung, viel Geld einzunehmen, habe verführen lassen. Auch Kathrin Melliger (SVP) sprach sich für eine Rückweisung aus. Zudem solle über einen allfälligen Verkauf eine Volksabstimmung durchgeführt werden.

SP, FDP, SVP, GFL, EVP und auch die Geschäftsprüfungskommission waren für eine Rückweisung. Die Vorlage wurde in der Folge denn auch einstimmig mit 39 zu 0 Stimmen an den Gemeinderat zurückgewiesen. Dieser muss nun auch noch andere Möglichkeiten in die Überlegungen mit einbeziehen. So zum Beispiel hatte sich nach dem Artikel im «Bund» vom 24. 1. über den möglichen Verkauf auch noch die EBL gemeldet und einen höheren Preis als die Cablecom in Aussicht gestellt. Die Energie Baselland will bereits die Gemeinschaftsantennenanlage von Zollikofen und Ittigen übernehmen (siehe unten).

Parlament will Volksabstimmung

Im Detail verlangte der Grosse Gemeinderat von der Exekutive, es seien mehrere Varianten auszuarbeiten: der Nichtverkauf, die Auslagerung in eine AG und der Verkauf, zu dem mehrere Offerten vorgelegt werden sollen. Zudem sprach sich das Parlament für eine Urnenabstimmung aus. Damit wird das Volk das letzte Wort haben.
Cesar Lopez versprach, der Gemeinderat werde das Geschäft umgehend an die Hand nehmen und nicht auf die lange Bank schieben. «Wir wollen anschliessend eine Variante vorlegen, die mehrheitsfähig ist.»

1000 Franken pro Anschluss
Der Verkauf des TV-Netzes steht auch in anderen Gemeinden zur Debatte. Zollikofen und Ittigen, die das TV- und Radionetz zusammen betreiben, wollen die Anlage an die EBL Telecom verkaufen, eine Tochterfirma der Energie Baselland. Der Verkaufspreis ist noch nicht bekannt, die Gemeinden wollen in einer Woche informieren. Es geht um 4800 Kunden in Zollikofen und deren 5400 in Ittigen, zu einem früheren Zeitpunkt war davon die Rede, dass ein Abonnent zwischen 1000 und 1500 Franken «wert» sein soll. Damit könnten die beiden Gemeinden je mit rund fünf Millionen Franken rechnen. Allerdings kommen auf die Abonnenten massiv höhere Gebühren zu. In Münchenbuchsee kostet die Nutzung derzeit 9 Franken im Monat, gleich viel sind es in Ittigen, in Zollikofen beträgt die Gebühr sogar nur Fr. 8.50. Die Gemeinderäte argumentieren jedoch, dass die Gebühren sowieso steigen werden, weil Investitionen in die jeweiligen Netze anstehen. (wal)

Ein Artikel aus dem

(Simon Wälti, Der Bund)
17.02.2011
Eva Häberli Vogelsang ist in diesem Jahr Präsidentin des Gemeindeparlaments in Münchenbuchsee.

Eva Häberli Vogelsang stammt aus «einer SP-Familie». Sie wuchs im Spiegel in der Gemeinde Köniz auf, ihre Eltern engagierten sich in der lokalen SP. Eine Generation früher jedoch stand noch ein «V» zwischen den beiden Buchstaben: Ihre Grosseltern bewirtschafteten in Münchenbuchsee einen Bauernhof und standen der SVP nahe. Seit zehn Jahren nun wohnt die 36-jährige Staatsanwältin zusammen mit ihrem Mann und den zwei Kindern auf dem «Familienwohnsitz». Das Land und die Scheune werden durch Pächter weiterhin landwirtschaftlich genutzt. Aus dem Wohnzimmer geht der Blick auf eine weite Hofstatt mit Äpfel-, Birnen- und Zwetschgenbäumen. «Mein Grossvater hat die Hofstatt seinerzeit meiner Grossmutter geschenkt», sagt Häberli. Hier sieht Münchenbuchsee noch aus wie ein Dorf und nicht wie eine Agglomerationsgemeinde mit rund 10 000 Einwohnerinnen und Einwohnern.

«Die Politik auf der lokalen Ebene macht mir Spass», sagt Eva Häberli, die im letzten Dezember zur Präsidentin des Grossen Gemeinderats gewählt wurde. Seit 2008 ist sie Mitglied im Parlament, vorher politisierte sie während vier Jahren in der Planungskommission. Familienergänzende Kinderbetreuung und der Ortsbildschutz sind zwei der Themen, die ihr am Herzen liegen. «Ich bin sehr stolz, oberste Buchserin zu sein», sagt sie. Auch wenn das Parlamentspräsidium in Buchsi natürlich weniger Bedeutung habe als in einer Stadt oder auf kantonaler oder sogar eidgenössischer Ebene. Sie will sich detailliert auf die Sitzungen vorbereiten und damit ihren Teil zu einer «angeregten politischen Diskussion» beitragen. Im Rat dürfe es zwar zur Sache gehen; sie hofft aber, dass auf persönliche Angriffe verzichtet wird. Derzeit werde im Rat fair und sachlich diskutiert. Zum heutigen Auftakt wartet jedoch ein kontroverses Thema: der beabsichtigte Verkauf der Gemeinschaftsantennenanlage an die Cablecom, die bei vielen als Bösewicht im Kabelfernsehmarkt gilt. «Es wird ein interessanter Start», sagt Häberli dazu.

Keine Lust auf Diplomatie

Seit sieben Jahren ist Eva Häberli als Untersuchungsrichterin tätig. Per Neujahr wurden im Zuge der Justizreform die Untersuchungsrichter zu Staatsanwälten ernannt und ihre Aufgaben erweitert. Nicht nur die Leitung der Untersuchungen, die Einvernahmen und Verhaftungen stehen nun im Pflichtenheft, sondern auch die Hauptverhandlungen und die Plädoyers. Strafrecht habe sie immer fasziniert, sagt Häberli, die 2003 vom Grossen Rat zur – damals – jüngsten Untersuchungsrichterin des Kantons gewählt wurde. Vorher arbeitete sie beim EDA als Spezialistin für Kinderrecht. «Eine diplomatische Karriere wollte ich aber nicht einschlagen.» Darum wechselte sie in die kantonale Justiz. Die Arbeit sei «sehr spannend». «Wir haben mit Menschen in Ausnahmesituationen zu tun.» Menschlich am schwierigsten seien «aussergewöhnliche Todesfälle». Unter diesem Stichwort werden Tötungsdelikte, Suizide und Unfälle zusammengefasst.

Liebe zur Malerei

Beruflich hat sie mit den Schattenseiten des menschlichen Lebens zu tun hat, bei ihrem Hobby, dem Malen, steht das Licht im Zentrum. Sie hat sich im Haus ein Atelier eingerichtet und malt vorwiegend Porträts; im Wohnzimmer hängt das Bild einer Frau aus Afrika mit ihrem kleinen Kind. «Die Landschaftsmalerei dagegen liegt mir nicht besonders», sagt sie. Zu ihren Lieblingsmalern gehören die Impressionisten. «Und man darf es fast nicht sagen, auch Albert Anker gefällt mir sehr», sagt Häberli über den grossen Schweizer Maler, der für viele eher für die Welt der SVP als für jene der SP steht. Auch von Franz Gertsch zeigt sich Häberli beeindruckt, und die Segantini-Ausstellung in der Fondation Beyeler möchte sie gerne besuchen.

Früher zählte das Reisen in ferne Länder zu ihren grossen Hobbys: Marokko, Namibia, Südafrika, Tansania hat sie besucht, mit der Transsibirischen Eisenbahn fuhr sie durch Asien, und auch den Kaukasus hat sie bereist. Oft besuchte sie dabei ihre Schwester, die für die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit tätig ist. Derzeit beschränkt sie sich der Kinder wegen – Marco wird drei, Leandro ist einjährig – beim Reisen aber auf Europa und die Schweiz.
Ein Artikel aus dem
(Simon Wälti, Der Bund)
04.02.2011
Das war eine schlimme Nacht für die Bewohner eines Mehrfamilienhauses am Weierweg in Münchenbuchsee. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag brannte es kurz nach Mitternacht in einem Abteil des Kellers. Die Buchser Feuerwehr war mit fast 30 Personen rasch zur Stelle und konnte das Feuer löschen.

Weil starker Rauch durchs Treppenhaus drang, mussten sämtliche Bewohner das Haus verlassen. Sie blieben alle unverletzt und konnten gegen Morgen wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Weshalb es brannte, untersucht die Kantonspolizei noch.

Buchsis Gemeindepräsidentin Elsbeth Maring war in der Nacht am Schadenplatz. «Die Sanität hat die ins Dorfschulhaus evakuierten Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort untersucht», berichtet sie. Weil eine Rauchvergiftung nicht auszuschliessen war, mussten zwei Personen zusätzlich zur Untersuchung ins Spital. «Zum Glück erwies sich dort der Verdacht als unbegründet», so die Gemeindepräsidentin.

Ein Artikel aus der

(pst/pd, Berner Zeitung BZ)
25.01.2011
In einsamer, stiller Lage. 1880 wirbt die Irren- und Pflegeanstalt mit einem prachtvollen Blumen- und Baumgarten.
In einsamer, stiller Lage. 1880 wirbt die Irren- und Pflegeanstalt mit einem prachtvollen Blumen- und Baumgarten.
Die psychiatrische Privatklinik Wyss gibt ein Buch über ihre 165-jährige Geschichte heraus. Zum Glück ist heute fast alles anders als früher.

Die Entwicklung der Psychiatrie liest sich bis in die jüngere Vergangenheit als Geschichte des Grauens. Jahrhundertelang kerkern die Menschen Geisteskranke ein. Sie drehen sie im «Trülirad» bis zur Bewusstlosigkeit. Sie versenken sie in warmes Wasser, bis sie schlappmachen. Auch manche Methoden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts muten unmenschlich an: Elektroschocks ohne Betäubung bereiten Höllenpein. Bei der in den 1930er-Jahren verbreiteten Cardiazoltherapie lösen Ärzte künstlich epileptische Anfälle aus.

Leidensweg

Über den Leidensweg der Psychiatrie und ihrer Patienten berichtet ein Ende des letzten Jahres herausgekommenes Buch. Die beiden Historikerinnen Anna Bähler und Katharina Moser fassen in ihrer «Geschichte der Privatklinik Wyss» mehrere Jahrhunderte medizinischer Entwicklung zusammen. Der 96-seitige reich und gut illustrierte Band ist erschienen, weil die psychiatrische Klinik in Münchenbuchsee seit 165 Jahren besteht. Das Werk zum seltsamen Jubiläum lässt einen erschauern – und aufatmen. Psychisch erkranken können wir alle. Man ist dankbar, dass die Ärzte ihre Patienten heute mit Würde und mehr Erfolg behandeln.

Psychiatrie war lange Zeit viel Versuch und sehr viel Irrtum. Auch in der Klinik Wyss. 1845 gründet Johann Caspar Straub in Münchenbuchsee eine «Heil-, Irren- und Pflegeanstalt». In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wandeln sich die Besitzverhältnisse durch Heirat und Erbschaft. Ab 1884 tritt die Familie Wyss auf. Sie besitzt und verwaltet die Klinik, ist aber nie medizinisch tätig.

Die Ärzte behandelten die Patienten in Münchenbuchsee mit Methoden, die dem jeweiligen Wissensstand entsprachen. Die Leitung betonte jedoch stets, dass man die Kranken hier besonders individuell betreue und dass die ruhige ländliche Situation viel zur Genesung beitrage.

1984 knapp vor dem Ruin

Die Privatklinik Wyss hat das Buch herausgegeben und finanziert. Trotzdem hat auch Kritisches Platz. Die beiden Verfasserinnen erwähnen, dass die Klinik 1984 knapp vor dem Aus stand. Sinkende Patientenzahlen, veraltete Einrichtungen und Personalprobleme trieben die Institution beinahe in den Ruin. In den 1990er-Jahren fasste die Klinik wieder Tritt. Nach 165 Jahren Geschichte präsentiert sie sich heute als zeitgemässe psychiatrische Institution, die seit 2006 zum Verband «Swiss Leading Hospitals» gehört.

Lesung: Mittwoch, 26. Januar, 20 Uhr, Buchhandlung Stauffacher, Bern.

Buch: «Die Geschichte der Privatklinik Wyss», Fr. 29.50. Nur erhältlich in der Buchhandlung Stauffacher.

Ein Artikel aus der

(Peter Steiger, Berner Zeitung BZ)
24.01.2011
Cablecom bietet 4,2 Millionen Franken für das Kabelnetz Münchenbuchsees. Mitte Februar soll das Parlament über den Verkauf entscheiden.

Gemeinden mit eigenem Kabelnetz für den analogen TV- und Radioempfang stehen vor grossen Herausforderungen. Wollen sie den Anschluss an die technische Entwicklung nicht verpassen, stehen hohe Investitionen an. Dies hat Ittigen und Zollikofen, die ein gemeinsames Netz betreiben, unlängst zum Entschluss gebracht, die Anlage zu verkaufen (siehe «Bund» vom 15. 12. 2010). Nun ist auch die Nachbargemeinde Münchenbuchsee an diesem Punkt angelangt. Der Gemeinderat beantragt dem Parlament, den Verkauf in der Sitzung vom 17. Februar abzusegnen.

Die Gebühren werden steigen

Allein für die Werterhaltung des Netzes wären mittelfristig Investitionen von 2,5 Millionen Franken notwendig, schreibt der Gemeinderat in seiner Botschaft an das Parlament. Das Netz verliere täglich an Wert, und Fachressourcen seien in der Gemeinde nicht vorhanden. Kunden wechselten zur Konkurrenz, legten sich zum Beispiel einen digitalen Fernsehanschluss bei der Swisscom zu. «Es besteht Handlungsbedarf. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir das Netz noch zu einem guten Preis verkaufen», erklärt der zuständige Gemeinderat Cesar Lopez (SVP) auf Anfrage. Konkret wurde mit Cablecom ein Kaufpreis von 950 Franken pro Anschluss ausgehandelt. Bei rund 4400 Abonnenten ergibt dies einen Betrag von knapp 4,2 Millionen Franken. «Cablecom hat uns unter Berücksichtigung aller Faktoren die beste Offerte unterbreitet», sagt Lopez. Es liegt aber noch ein zweites Angebot einer Investorengruppe auf dem Tisch. Das Parlament wird darüber beraten.

Für die Bürgerinnen und Bürger Münchenbuchsees würde sich der Verkauf des Netzes erst einmal im Portemonnaie niederschlagen. Derzeit bezahlen sie eine ausgesprochen tiefe Nutzungsgebühr von neun Franken pro Monat. Cablecom verlangt für ihr analoges TVAngebot 23.20 Franken monatlich. Aber: «Die Gebühren steigen so oder so, weil sich Investitionen aufdrängen», sagt Lopez. Auch in der Gemeindekasse würde kein Loch entstehen, weil die Einnahmen der monatlichen Grundgebühren wegfallen. Diese fliessen nämlich nicht in den allgemeinen Haushalt, sondern in eine Spezialfinanzierung, die ausschliesslich für Netzbau, -betrieb und -unterhalt verwendet werden kann.

Cablecom nicht unumstritten

Dieser an sich klaren Ausgangslage zum Trotz wird das Geschäft zu reden geben. Ein Grund dafür ist die Kaufinteressentin Cablecom. Auch in Zollikofen und Ittigen stand zur Diskussion, das Netz an Cablecom zu veräussern. Schliesslich fiel die Wahl dann aber auf EBL Telecom, eine Tochterfirma von Energie Baselland. «Wir haben EBL in Sachen Kundenfreundlichkeit besser beurteilt als Cablecom», begründet Liselotte Huber-Affolter (SP), zuständige Gemeinderätin von Zollikofen, den Entscheid. Und auch in der Gemeinde Toffen haben sich die Stimmbürger vor gut vier Jahren gegen einen Verkauf des Netzes an Cablecom entschieden, obwohl die Firma fast drei Mal mehr für das Netz bezahlt hätte als Konkurrent Energie Belp. Laut Gemeindepräsidentin Ruth Rohr waren die niedrigeren monatlichen Gebühren und «Grundvertrauen in einen regional verwurzelten Anbieter» ausschlaggebend. «Da kann man sicher sein, sich darauf verlassen zu können», sagt Rohr. Cablecom war zuvor unter anderem in die Kritik geraten, weil das Unternehmen verschiedene Fernsehsender aus dem analogen Grundangebot gestrichen hatte.

Cesar Lopez hat bezüglich Kundenservice von Cablecom keine Vorbehalte: «Cablecom unternimmt in diesem Bereich grosse Anstrengungen. Der Ruf einer Firma kann sich in kurzer Zeit ändern.»
Ein Artikel aus dem
(Christian Brönnimann, Der Bund)

50 Kabelnetzunternehmen

Laut Claudia Bolla-Vincenz, Geschäftsführerin des Verbandes der Kabelnetzunternehmen Swisscable, ist derzeit keine generelle Tendenz feststellbar, wonach Kabelnetze vielerorts privatisiert werden. Kleinere Gemeinden suchten aber vermehrt die Zusammenarbeit, um im Wettbewerb zu bestehen. «Diese Entwicklung wird sich in Zukunft noch verstärken», sagt Bolla-Vincenz. Gemäss Swisscable-Zahlen gibt es im Kanton Bern derzeit 50 Kabelnetzunternehmen.
36 davon befinden sich in privatem Besitz, 14 in öffentlichem Besitz. Eine Gemeinde mit eigenem Netz ist Muri. Obwohl Muri nur rund ein Fünftel grösser ist als Münchenbuchsee, ist der Verkauf des Netzes laut Gemeindepräsident Hans-Rudolf Saxer (FDP) kein Thema. In den letzten Jahren seien mehrere Millionen Franken investiert worden. «Die Bevölkerung schätzt es sehr, wenn beispielsweise bei Störungen Mitarbeiter vor Ort zuständig sind», sagt Saxer.
10.01.2011
Zwischen Weihnachten 2010 und der ersten Januarwoche 2011 sind in der Region Münchenbuchsee/Urtenen-Schönbühl mehrere Einbrüche verübt worden. Die Kantonspolizei Bern warnt und erteilt Tipps zur Verhütung.

In der Region Münchenbuchsee/Urtenen-Schönbühl ereigneten sich in der Zeit vom 22. Dezember 2010 bis zum 7. Januar 2011 rund ein Dutzend Einbrüche in Wohnungen. Teilweise war die unbekannte Täterschaft auf Balkone im Hochparterre geklettert und brach Türen oder Fenster auf oder drang vom Treppenhaus her in Wohnungen in Obergeschossen ein. Vor allem hatte es die Täterschaft auf Bargeld und Schmuck, aber auch auf Lebensmittel und Elektronikgeräte abgesehen.

Die Kantonspolizei Bern hat die Kontrolltätigkeit intensiviert und wird bei Wohnungsbesitzern oder Hauseigentümern in Wohnquartieren vorsprechen und Flyer mit Tipps zur Verhütung von Einbrüchen verteilen. Sie rät insbesondere:
  • Geschlossene Fensterläden oder heruntergelassene Storen verhindern Einblicke in Ihre Privat- oder Geschäftsräume und stets geschlossene Eingangstüren erschweren das Eindringen
  • Eingeschaltete Licht- oder Lärmquellen können einen Einbruch verhindern helfen
  • Baulich - technische Sicherheitsvorkehrungen bieten sinnvollen Einbruchschutz
  • Aufmerksame Nachbarn können Sie vor unliebsamen Überraschungen schützen
  • Verdächtige Wahrnehmungen jederzeit sofort melden (Tel. 112/117)
  • Die Sicherheitsberatung der Kantonspolizei Bern steht für fachliche Beratung zur Verfügung (Telefon 031 634 82 81)

Im ganzen Kantonsgebiet wurden im gleichen Zeitraum rund 200 Einbrüche in Geschäftsräume, Lagergebäude, Arztpraxen, Gastgewerbebetriebe und Wohnungen oder Einfamilienhäuser verübt; rund die Hälfte davon betraf den Wohnbereich.

Medienmitteilung
(pkb)
© 2011 Gemeinde Münchenbuchsee | Kontakt | Impressum | Seite drucken | Rechtliche Hinweise | Datenschutz