Paul Klee

26.05.2010

Paul Klee wurde am 18. Dezember 1879 im oberen Schulhaus in Münchenbuchsee geboren. Er starb am 29. Juni 1940 in Muralto-Locarno.

Er ist eine der zentralen Gestalten der modernen Kunstgeschichte, auch wenn sein Werk weder einer der Hauptströmungen angehört noch den Ausgangspunkt für bedeutende formale Entwicklungen darstellt. Er war ein abstrakter Maler, der nie die Figuration aufgegeben hat bzw. ein figurativer Maler, der einem sehr abstrakten Denken verpflichtet war. Abstraktion und Figuration scheinen für ihn nie das bedeutet zu haben, was sie für andere bedeutet und impliziert haben, sicherlich gab es für ihn keinen Konflikt zwischen diesen Positionen. Beide stehen im Dienst einer sehr persönlichen Sicht, die er mit aussergewöhnlicher Präzision auslotete, indem er sein Sehen und das was er sah mit gleicher Intensität studierte.

Expressionismus ist auf ganz besondere Weise im Werk von Paul Klee präsent und zwar in dem Sinn, dass seine Werke stark emotional geladen sind, ohne jedoch auf Emotionen zu insistieren: von ihnen geht einfach Emotion aus, ohne dass diese ein Übergewicht bekäme. Sie ist ein anderes jener Bewusstseins- und Erfahrungselemente, die sich alle gegenseitig reflektieren und nach einer gemeinsamen Orientierungsquelle suchen. Sein Werk ist zugleich konstruktiv und höchst organisch, was bedeutet, daß es auch rational und intuitiv zugleich ist.

Klee begann sich schon sehr früh für Kunst zu interessieren. Mit sieben begann er Geige zu spielen (sein Vater war ein Musiklehrer, der seine Laufbahn als Sänger aufgegeben hatte. Seine Mutter hatte am Stuttgarter Konservatorium studiert); als Jugendlicher war er professionell genug, um im Berner Symphonie-Orchester als Aushilfe mitzuwirken.

Er schrieb auch Gedichte und Kurzgeschichten. Von 1900-1901 studierte er bei Franz von Stuck an der Münchner Akademie, fühlte sich aber nicht angezogen von Stucks traditionellem Zugang zur Kunst. Er hatte das Empfinden, die Kunst, die er meinte, selbst von Anfang an erfinden zu müssen; dennoch schenkte er einer Anzahl älterer Künstler seine Aufmerksamkeit, so James McNeill Whistler, Pierre-August Renoir, James Ensor, Vincent Van Gogh, Robert Delaunay, Henri Matisse und vor allem Paul Cezanne.

1905 war er Mitglied der Wiener Secession, 1912 nahm er zusammen mit Kandinsky und Marc an der zweiten Ausstellung des Blauen Reiters teil, von 1920 bis 1931 unterrichtete er - zunächst in Weimar, dann in Dessau - am Bauhaus. Seine Tätigkeit am Bauhaus war von der Formulierung seiner Theorien, Prinzipien und Methoden bestimmt, die er in seinem Pädagogischen Skizzenbuch von 1925 zusammenfasste.

Er legte seine Stelle am Bauhaus nieder und nahm eine Verpflichtung an der Düsseldorfer Akademie an, wo er bis zu Hitlers Machtergreifung im Jahr 1933 blieb. Er mußte Deutschland verlassen und kehrte in die Schweiz zurück. Sein Werk galten unter den Nazionalsozialisten als entartet und 17 seiner Werke gingen in die 1937 in München veranstalteten Ausstellung "Entartete Kunst" ein. Reisen nach Tunis, Sizilien und Ägypten haben seinen Sinn für Form, Konstruktion, Licht und Farbe tief beeinflusst.

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